Ameisen in Holzhaus

13.03.2008



Hallo liebe Experten,

ich hoffe, einige von Euch können mir helfen, obwohl es sich bei unserem Haus nicht um ein Fachwerk, sondern um ein Blockhaus handelt.

Zu ähnlichen Themen gibts ja schon einige Freds hier im Forum, aber zu meiner spezielle Frage hab ich noch nichts gefunden.

Folgendes: Wir haben vor kurzem ein älteres Hozblockhaus (1930er Jahre) gekauft, welches soweit in Ordnung ist. (voll unterkellert, sodass die Holzkonstruktion auf dem Trockenen liegt).

Leider scheinen die Vorbesitzer von Holzhäusern nicht allzuviel Ahnung gehabt zu haben, denn wir haben gestern festgestellt, ein Problem im Bad zu haben...

Aus der Steckdose im Bad kamen Ameisen gekrochen, ich nehme an, es handelt sich um Lasius brunneus oder emerginatus. Wir haben uns erstmal nichts weiter gedacht, Ameisen gibts ja in fast jedem Haus irgendwann mal. Nun haben wir gestern aber mal in die Steckdosenleiste reingeschaut und waren schockiert. Die Tiere scheinen da eine Art Friedhof errichtet zu haben, die Hohlräume in der Steckdose waren über und über mit toten Ameisen. Wahrscheinlich haben die alle einen el. Schlag bekommen?!?

Nun hat der Vorbesitzer (dummerweise??) die Holzkonstruktion im Bad mit Fliesen überdeckt, sodass wir Böses ahnen. Neben den Ameisenleichen war die Steckdose auch mit ganz feinen Holzspänchen zugestopft. Nun haben wir Bedenken, dass sich das eigentliche Nest schön unsichtbar zwischen Holz und Fliesen befindet und die Ameisen sich an unserm Holzhaus laben....Wir denken, das Holz kann mit der Fliesenkonstruktion einfach nicht mehr "atmen", sodass sich darunter Feuchtigkeit breit macht.

Wir werden wohl die Fliesen rausreißen müssen.

Meine Frage ist aber Folgende: Wir wollten die Fassade des Hauses sowieso mit Holzteer behandeln (es wurde wohl ursprünglich so behandelt und wir wollen den Charakter des Hauses bewahren). Ich habe gelesen, dass Holzteer sehr gut Insekten abwehrt, in dem Moment aber, wo ich das Holz anbohre (siehe Steckdoseninstallation), geht ja der Oberflächenschutz durch das Holzteer an der Stelle verloren, oder?

Wisst Ihr, ob Holzteer gegen diese Ameisen wirkt, bzw. ob sie dadurch vertrieben werden können? Wäre eine Behandlung mit Borsalzlösung eine Alternative oder gibt es sonst noch irgendwelche althergebrachten Rezepte?

Danke schonmal für Tips....



Mittel gegen Ameisen



Hallo Waldmensch,

da Ameisen -zumeist in vorgeschädigten Hölzern - ziemlich großen Schaden anrichten können, sollten Sie sich vielleicht doch an einen Schädlingsbekämpfer oder Holzschutzfachmann wenden. Holzteer dürfte nur oberflächlich und dann eher als Vetreibungsmittel wirken. Borsalz kann funktionieren, Sie müssten aber das Nest erreichen. Verschiedene Köderpräparate führen zum Erfolg, aber man braucht sehr viel Geduld und einige Erfahrung mit der Ameisenbekämpfung.

Beste Grüße

Lutz Kriegerowski





Holzteer fällt unter die Teeröl-Verbotsverordnung und darf seit 1989 nur noch in stationären Anlagen verwendet werden.
Möglicherweise ist auch das Chemikaliengesetz anwendbar, in dessen gültiger Fassung seit 2002 bestimmte Stoffe (die z.B. zur Imprägnierung von Telegrafenmasten, Weidezäunen und Bahnschwellen verwendet wurden) einem Benutzungsverbot unterliegen. Verstöße sind Straftaten, nicht bloß Owis !!

Grüße



verboten?!



Wenn Holzteer verboten sein sollte, wieso ist es dnn im freien Handel z.B. als Fassadenfarbe, in der Tieraufzucht (Klauenpflege) und als Lockmittel für Wild (Anstrich an Bäumen...) erlaubt?





Inzwischen wird in der EU Holzteer nicht mehr als biozid angesehen und fällt damit nicht unter die Verordnung giftiger Farben. Steinkohleteer ist biozid und ist verboten.
Holzkohleteer gibt es in Farben (Bootsbau), Lasuren und in Skandinavien glaube ich sogar in Seife.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Danke...



Danke erstmal! Mich hätte gewundert, dass man Holzteer im Wald ausbringen darf, aber nicht ans Haus streichen...

Nun ja. Wir werden sehen, was das Fliesen-Wegreißen bringt. Ich hoffe mal, dass die Biester ihr Nest zwischen Holz und Fliesen gebaut haben, sodass man sie leicht entfernen kann...Andernfalls, vielleicht auch sowieso, holen wir nen Kammerjäger (hab aber gehört, die kennen sich auch nicht unbedingt so dolle mit den verschiedenen Ameisenarten aus).

Wir nehmen an, dass sich die Tiere das Bad rausgesucht haben, weil es da halt etwas feuchter und wärmer ist als im Rest des Hauses. An sich wage ich zu behaupten, dass das Haus für sein Alter in einem guten Zustand ist. In den anderen Räumen haben wir noch nicht eine Ameise oder dieses komische Holzfaserzeug gesehen, was in der Steckdose war.

Eine Frage aber noch an Euch Holzfachleute...

Bringt es schädlingsbekämpfungstechnisch was, evtl. generell im Haus die Verkleidungen zu entfernen (außer im Bad überall Holzpanele, die vor 8 Jahren dort angebracht wurden)? Im Sinne der Beobachtung des Holzes, falls irgendwo mal wieder Tierchen (egal welche) auftauchen... außerdem sähe es bestimmt "originaler" aus als diese 0815-Panele...



A-Meisen oder B-Meisen



Hierzulande gibt es keine Ameisen die Holz zerstören!
Das sind die Termiten in Afrika!

Wenn hier Ameisen im Holzhaus vorkommen, besteht ein Bauschaden, der Holz verfaulen lässt. In dies geschädigten und aufgeweichten Bereiche können die hiesigen A-Meisen gut einziehen und finden exzellente Lebensbedingungen vor!

Der Schaden komme nicht VON den Ameisen sondern vom Menschen!

Sanierungsfall!
Absperren ist Schwachsinn! Aber das sehen ja die meisten anders!

Also: weg mit dem Badaufbauten etc.
Holz muss "schnaufen" können!

FK



Holzzerstörende Ameisen



Als Biologe muss ich da widersprechen. Es gibt in Mitteleuropa sehr wohl Ameisen, die Holz zerstören können, z.B. Lasius fuliginosus oder Camptonotus ligniperdus. Dennoch dürfte Ameisenbefall in Holzbauten ein Hinweis auf Bauschäden sein, da diese Tiere eine gewisse Holzfeuchtigkeit brauchen. Beim Bad dürfte es wohl eine leichte Undichtigkeit der Dusche oder so sein, welche den Ameisen ein behagliches Nestbauklima erzeugt.
Die Tiere tragen tote Artgenosse auch aus dem Nest, und bei Ihnen wurde die Steckdose als geeignet befunden. Hat aber wohl nichts mit dem Strom zu tun.
Ich würde mal das Bad peinlich genau auf Undichtigkeiten untersuchen. Holzteer, ob zugelassen oder nicht, wäre keine Ursachenbekämpfung.



Ameisen im Holz



Es gibt schon Schädlingsbekämpfer, die sich mit Ameisenarten auskennen. Vielleicht schicken Sie mir mal ein paar Exemplare zur Bestimmung zu.
Manchmal werden diese Tiere auch in intaktem Holz zum Problem. Nämlich dann, wenn sie sich z.B. in oder an feuchten Ortbalken, Schwellen oder Balkenköpfen ansiedeln und dann zur Erweiterung ihres Nestes Raum benötigen (z.B. Rasenameise (tetramorium caespitum)oder Glänzend Schwarze Holzameise (Lasius fuliginosus)).
Es kann hilfreich sein, Verkleidungen zu entfernen, aber gibt es dann nicht vielleicht Probleme wegen der Dichtigkeit der Wände oder andere?
Beste Grüße
Lutz Kriegerowski



kleiner Ausbruch



Dass im Bad feuchtere Luft und damit höhere Feuchtigkeit im Holz als anderswo im Haus ist, dürfte klar sein. Aus diesem Grund wollen wir ja auch die Fliesenverkleidung weg haben, einige Schnellschreiber scheinen da etwas falsch verstanden zu haben (>FK..)...

Bauschäden weist das Haus nicht auf, sonst hätte es die letzten 70 Jahre nicht überstanden! Wir beabsichtigen, das Haus in nächster Zeit von einem mir bekannten Zimmermann besichtigen zu lassen, eher aus architektonischer Sicht, allerdings wird er sicherlich auch auf "Bauschäden" achten (die offensichtlich nicht vorhanden sind). Ein weiterer Zimmermann bestätigte mir die Behandlung mit Hlozteer bereits vor einigen Wochen. Diese würde er auch weiterhin empfehlen, statt Ausprobieren neuer toller Mittelchen.

Ich habe mich bereits in zwei Ameisenforen schlauer gemacht. Dort wurde unisono verneint, dass hiesige Ameisen Holz "fressen", wohl bauen einige Arten ihre Nester in Holz, welches allerdings nicht zwangsweise von Pilzen o.ä. befallen sein muss und auch sonst keine "Feuchtigkeitsschäden" aufweisen muss. Es genügen ungestörte, verdeckte, wärmere Ecken. Insofern gehe ich mit Hr. Kriegerowski konform (vielen Dank noch!!)

Wegen Undichtigkeit der Wände machen wir uns keine Gedanken. Ich habe vorher in zwei Steinhäusern gelebt und kann mir zumindest ein subjektives Urteil über die Wärmedämmung bei Holzhäusern erlauben....gefroren habe ich hier noch nicht, Fußkälte ist ein Fremdwort! Die Zimmer sind binnen weniger Minuten auf 20-25 Grad geheizt. Die Heizung (im Moment noch Gas) wird 22 Uhr komplett abgeschaltet (Gas sparen), morgens herrscht immer noch eine Temperatur um die 13 Grad bei 6 und weniger Grad Außentemperatur. Das probieren Sie mal in einem unsanierten Stein-Altbau...

Dazu behaupte ich, dass man Holz auch lieber nicht zu dicht einpacken sollte, wie FK schon bemerkte. Das Haus ist ein Blockbohlenhaus, also im Prinzip besteht es aus Vierkanthölzern (Zimmermänner würden mich wahrscheinlich für den Ausdruck lynchen....Entschuldigung). Die "Vierkanthölzer" sind ungefähr 25cm dick. Die Fugen sind noch von früher mit irgendwas verklebt, es könnte eine Art Lehm oder uralter Kitt sein.

Generell muss ich gestehen, dass ich mir um die Dämmwerte (Holz hat einen der besten überhaupt...) keine weiteren Gedanken mache. Bei knapp 20ha Wald dazu braucht man das auch nicht :-)

Uns ist bekannt, dass man bei Holzhäusern sehr viel falsch machen kann. Aus diesem Grund habe ich mich an dieses Forum gewandt, mit der Hoffnung etwas Rat auch außerhalb der üblichen Vorbehalte und Plattitüden gegenüber Holzuhäusern zu hören. Dieses Haus steht hier seit über 70 Jahren, die letzten Jahrzehnte davon zumindest von außen nicht gepflegt. Es ist trocken, es hat keine Pilze, aber es braucht Pflege. Wir haben vor Bezug dieses Hauses 5-jährige (Stein)Häuser gesehen, wo bereits die Innenwände moderten. Also kommen Sie mir nicht mit "neumodischen" Ratschlägen. Wir beabsichtigen, das Haus soweit möglich mit althergebrachten Materialien auf Vordermann zu bringen. Der Aufwand dürfte sich auf weit geringeres Maß beschränken als bei einem gleichalten, seit Jahrzehnten nicht gepflegten Steinnbau. Im Prinzip wird sich der Aufwand auf einen (oder zwei....) Antrich mit Holzteer beschränken sowie einen Abschliff und Neulackierung der Fenster. Die Unterkellerung ist trocken und bedarf keiner Eingriffe.

Im Moment (wir wohnen seit 2 Monaten hier) sind wir damit beschäftigt, "einzuziehen" und fangen langsam an, diverse Sünden der Vorgänger auszuleuchten, wozu bspw. das Bad gehört. Deswegen erachte ich es als blödsinnig, mir von ein, zwei "Experten" sagen zu lassen, was alles böse und verboten sein soll. Ich habe mir (naiverweise?!) halbwegs objektiven Rat erhofft. Zwar aus der Ferne ohne Besichtigung des Hauses, aber gerade deswegen ohne Panikmache.

im Moment haben wir die Steckdose ausgebaut (nur noch die leeren Dosen sind in der Wand). Die Ameisen haben sich daraufhin erstmal verzogen (lauern hinter der Wand ;-> ). Wir haben auch bereits Anti-Mittel bestellt (nach Rat aus dem Ameisenforum), damit wir sie bis zum Entfernen der Fliesen halbwegs in Schach halten können. So ich einige Exemplare auftreiben kann, werde ich Sie Ihnen, Herr Kriegerowski, halt mal zuschicken.

An alle neutralen Ratgeber auf jeden Fall vielen Dank und Entschuldigung für meinen leichten Ausbruch hier. Das Gerede, dass einem in einem Holzbau mit Ameisen gleich die Balken um die Ohren fliegen kann ich aber wirklich nicht mehr hören....wir wissen, dass wir sie bekämpfen müssen!



Sorry, falscher Name



Sorry, das mit den Ameisen war natürlich Herr Paulsen (dritter Absatz in meinem letzten Beitrag...)

Nochwas...Dach und Schornstein sind auch vor paar Jahren erst gemacht worden, hier besteht also kein Handlungsbedarf.



A-Meisen



Hallo

"Dennoch dürfte Ameisenbefall in Holzbauten ein Hinweis auf Bauschäden sein, da diese Tiere eine gewisse Holzfeuchtigkeit brauchen."
Intaktes und "gesundes Bauholz werden nicht von Ameisen "bevölkert" oder zerfressen.
Erst falsche Baukonstruktion bereitet das Milieu für die "Bevölkerung" mit Ameisen!

"Beim Bad dürfte es wohl eine leichte Undichtigkeit der Dusche oder so sein, welche den Ameisen ein behagliches Nestbauklima erzeugt."
Ob das Wasser nun von "oben" kommt oder aus absperrenden, die Diffusion hemmenden Schichten, etc. ist da egal - Das Schadensbild ist das selbe!
Pfusch ist Pfusch!
Eine "Abdichtung" im Holzbau ist äusserst riskant und kompliziert und im Regelfall eine tickende und unsichtbare Zeitbombe!
Die Ameisen sind ein guter Indikator um zu sehen, dass es da schon im Argen ist!

FK



Ameisen und Feuchte



Lieber FK,

Zitat: >Eine "Abdichtung" im Holzbau ist äusserst riskant und kompliziert und im Regelfall eine tickende und unsichtbare Zeitbombe!
Die Ameisen sind ein guter Indikator um zu sehen, dass es da schon im Argen ist!<

Das mit der Abdichtung meine ich auch, deswegen wollten wir die Fliesen schon VOR Entdeckung der Ameisen weghaben....der "Pfusch" besteht u.E. darin, dass mal eben Fliesen auf Holz gebaut wurden und zwar ohne wenigstens irgendwelche Gipsplatten oder sowas drunter zu tun.

Dem restlichen Teil Deiner/Ihrer Äußerung stimme ich nur teilweise zu. Wie bitte soll im Bad ein tendentiell feuchtes Raumklima umgangen werden? Desweiteren würde ja gerade die Forderung nach "trockenem" Holz in "feuchten" Räumen wie z.B: Bad eine luftdichte Abdichtung desselben erfordern (Lacke?....). Gerade das wollen wir aber nicht. Solange also nach Wegreißen der Fliesen klar ist, dass sich dahinter kein Pilz (Schwamm oder so) befindet und das Holz an sich noch in Ordnung ist, wird da auch nichts verändert werden.

Solange das Holz nicht im Wasser "steht", verfault oder pilzbefallen ist, ist eine Behandlung mit Holzteer auf jeden Fall unproblematisch, wenn nicht dar die beste Wahl. Das Holz wird quasi imprägniert gegen Pilze und Insekten und bleibt trotzdem offenporig ("Atmung"). Ich glaube auch, schon in genügend Altbauten gewohnt zu haben, um zu wissen, was feuchtes Holz ist, wie es aussieht, riecht, welche Eigenschaften es hat. Und: ich habe derartiges, feuchtes Holz noch nie von Ameisen bevölkert gesehen...

Dass generell Ameisen ein Zeichen dafür sind, dass mit dem Bau was nicht stimmt, ist schon etwas sehr gewagt. Für die hiesigen Arten genügt ganz normales Raumklima. Eher schon ist behagliche Wärme bei kalter Witterung draußen ein Punkt. Ameisen lieben auch staubtrockene Baustoffe wie Styropor. In unserem letzten Haus (gemietet) waren sie auch, hinter einem hölzernen Küchenschrank. Das Haus (Marke Schweizer Beton-Baustil der 50er, 60er, wenn Du weißt, was das heißt) war selbst im Keller staubtrocken. Und bevor mir hier angeraten wird, doch öfters mal zu lüften...(Luftfeuchte)...wird mehrmals täglich getan, in Bad und Küche sowieso, die Raumluft würde ich generell eher als etwas zu trocken bezeichnen, zwischen 40 und 50%.

Und....eine gewisse Holzfeuchtigkeit hat man immer...dass damit nicht gemeint ist, dass der Saft spritzt, wenn ich reinhacke, ist mir schon klar...aber so trocken, dass nicht Insekten darin leben könnten, wird es unter normalen Umständen nie werden. Dazu müsste ich schon in die Wüste ziehen.

Vielleicht haben wir beide aber generell verschiedene Ansichten bezgl. des Wohnens. Für mich ist es klar, dass ich in einem Holzhaus die Biologie nicht aussperren kann. Dazu gehören halt auch Ameisen, Wespen usw..die ich mit dem Holzteer beabsichteige, auf ein annehmbares Maß zu beschränken.

Mitteleuropäische Arten der Ameisen werden mir sicherlich nicht die Balken unter dem Hintern wegfressen à la Loriots Steinlaus. Je mehr ich mir über diese Viecher (Ameisen) und auch über den Baustoff Holz anlese, desto überzeugter werde ich, dass wir A: die richtige Wahl getroffen haben und B: die Ameisen zwar ein Nest hinter den Fliesen gebaut haben, dies aber nicht heißen muss, dass das Holz vorgeschädigt ist.



Gleiche Sorgen



Hallo zusammen,
werde mich mal einklinken hier. Haben ein "Finnenhaus" (Ständerbauweise, Keller gemauert, der Rest aus Holz) aus den 40er Jahren.
Als wir es letztes Jahr gekauft und renoviert haben, ist uns in der Küche im Doppelboden auch ein Ameisennest in die Hände gefallen. Der Doppelboden ist mit Lava "isoliert" gewesen...und an der Stelle wo die Spüle stand, waren die Balken feucht und ziemlich "zerfressen"...und es sah so aus als wenn die Ameisen das gewesen wären...so ganz kleine mit nem hellen "Bauch" bzw. Mittelteil.
haben das Nest entfernt und auch den Zugang von außen konnten wir finden und beseitigen.
Jetzt, ein Jahr später sind wieder Ameisen da...allerdings im Wohnzimmer...in 2 Wochen ca. 25 Stück...der Nachbar meint das sind die Späher, richtige Laufstrassen kann man nicht sehen.
Jetzt sagte jemand, das man Holz nicht absperren soll, wegen Feuchtigkeit etc. Wir haben auf den original Holzdielenboden Trittschalldämmung und Laminat verlegt...reicht das aus um den Ameisen, die sich vermeintlich im Doppelboden unterm Wohnzimmer befinden, die benötoigte Feuchtigkeit zu bieten?
Und stimmt es, das Ameisen die im Haus sind, auch immer einen Zugang nach draußen haben, zwecks nahrung und um die Eier in der Soonne zu wärmen...dann müßte ich auf warme Tage warten und die "leider" schwarze Fassade nach Ameisenstrassen absuchen...und wenn ich sie gefunden habe, wie bekomme ich sie weg...
Viel Text, viele Fragen und trotzdem voller Hoffnung *haha*
Vielen Dank
Eric



Ameisen



Hallo Eric,

hier ist wahrscheinlich durch Feuchtigkeit und darauf folgenden Pilzbefall im Holz der Bau des Ameisennestes begünstigt worden. Natürlich ist es nicht unproblematisch, Dielenfußboden mit Laminat abzudecken, weil damit das Kleinklima verändert wird. Wenn es schon Feuchtigkeitsprobleme gegeben hat, um so wahrscheinlicher.
Eine Bestimmung der Art ist sinnvoll, weil daraus die Gefährdung für das Gebäude / die Hygiene und Bekämpfungsmaßnahmen - wenn überhaupt erforderlich - abgeleitet werden können. Die von Ihnen beschriebene Färbung kommt bei verschiedenen Arten vor.

Mit freundlichen Grüßen

Lutz Kriegerowski



naja...



die feuchtigkeit in der Küche ist durch eine defekte Spüle entstanden...ein generelles Feuchteproblem besteht nicht.
Und der Dielenfußboden könnte ja auch noch nach "unten" atmen, da wie gesagt die Betondecke vom Keller mit Lava und dicken Balken abgedeckt ist und erst darauf, ca 7cm höher die Dielen verlegt sind, die mindestens 12 mal mit ochsenblut überstrichen waren (deswegen kam ein Abschleifen nicht in frage). Also ich glaube das das Holöz vorher auch nicht "atmen" konnte.
Wie mache ich das am besten mit der Bestimmung des Ameisen-Typs.
Gruß aus Köln
Eric



ameisenbestimmung



frag doch einfach mal hier nach:

http://www.ameisenforum.de/cmps_index.php

unter:

http://www.ameisenhaltung.de/artenverzeichnis/

gibts ein ellenlanges Artenverzeichnis, wobei man die überwiegende Mehrheit wohl ausschließen kann (exotische Arten).

Im Ameisenforum kann man auch mal nachfragen, am Besten mit Bild der Ameisen.

Oder Du schickst es einem der Fachleute hier (z.B. Hr. Kriegerowski...).

Ich persönlich ha jetzt erstmal keinen Klärungsbedarf mehr,die Tiere haben sich nach Behandlungmit einem Gift (mit dem sie offenbar auch die Brut gefüttert haben...) verdünnisiert. Haben wie verrückt paar Tage lang am Köder gesessen und gefressen, dann war ratz fatz Schluß...

In absehbarer Zeit gucken wir dann mal hinter die Fliesen-Verkleidung.



welcher Köder wirkt



Hallo Waldmensch,

kurze Frage: welchen Köder hast Du denn verwendet, um die ungebetenen Gäste zu vertreiben?
Habe ein ähnliches Problem und beide von mir ausgelegten Köder werden verschmäht und gemieden.
Für eine Antwort wäre ich dankbar.

manoudibango



Bei mir wirkt...



Loxiran Ameisenköder von NEUDORFF, ein Fraßgift.

Daß sich da tote Ameisen in Größenordnungen befinden, deutet m.E. darauf hin, daß die Ameisen auch früher schon so bekämpft wurden.

Holzteer wurde ich im Innenbereich nicht verwenden, ob er gegen Ameisen wirkt, bezweifle ich.

Im Innenbereich könnte statt dessen mit einer Borsalz-Ölemulsion gestrichen werden, Borax bekommt den Krabbeltierchen nicht. Anschließend könnte mit einem Möbelhartöl darübergestrichen werden, das fixiert das Borax auch in Naßbereichen recht gut im Holz, verhindert weitestgehend die Aufnahme flüssigen Wassers ohne die Abgabe von Wasserdampf zu blockieren.

Grüße

Thomas





Hallo, da bin ich wieder.

Also die Ameisen sind wir los, zumindest treten sie nicht mehr derart konzentriert auf, die Gäste, die wir jetzt so haben, sind wohl Ausflügler aus dem Wald. Letztendlich habe ich sowohl Loxiran als auch dieses Granulat von Bayer (blaue Dose) genommen, weiß nicht mehr, wie das heißt. Selbiges habe ich mit Leberwurst verrührt und zum Fraß angeboten. Sie standen regelrecht Schlange danach, alle in Reih und Glied zur Fütterung angetreten ;->

Naja, nach zwei Tagen war Ruhe.

Damit die Tiere nicht mehr so arg von draußen rein in Haus können, hab ich rund ums Haus (und auch im Haus viele Ecken) mit einer Boraxlösung gespritzt. Das Zeug kristallisiert zwar aus (unpraktisch beim Saubermachen), wirkt aber. Sobald Ameisen davon naschen, sterben sie bald und liegen in der Ecke. Da wir keine Kleinkinder oder sonstige Haustiere haben, geht das.

Holzteer wirkt. Habe es draußen probiert (logo nicht innen, das Zeug stinkt, als ob das Haus abgebrannt wär). Ich hatte es eigentlich als Holzschutz vorgesehen, es wirkt als solches aber auch abschreckend auf alle möglichen Viecher (Ameisen, Bienen, Wespen usw.). Von Jägern wird es als Lockmittel für Schwarzwild verwendet. Die riechen das Holzteer und schubbern sich dran (auch gegen Lästlinge wie Fliegen usw). Es imprägniert zugleich das Holz gegen Pilzbefall usw.

Dafür hatten wir übers Wochenende zwei Wildbienenschwärme am/im Haus (vor Holzteerbehandlung)....Haben sie erfolgreich mit einem Imker eingefangen. Der meinte auch, mit Holzteer könne man sie vergrämen.



Wenn's wieder einmal ameiselt,



besser beizeiten ein Mittelchen auslegen. Dann hält sich der Besuch in Grenzen.

Bei uns lauern die Tierchen in der Biotonne (10m vom Haus) und unter Teilen des Hofpflasters. Trotz fachgerecht ausgeführter Vertikalsperre schaffen sie es irgendwie in's Haus.

Die Vorbesitzerin hat tütenweise inzwischen verbotene Gifte ausgestreut, und doch nie einen ameisenfreien Hof gehabt. Solange es nicht überhand nimmt, lässt sich auch mit der Ameise leben :-).

Grüße

THomas



Also....



das mit der Boraxlösung von außen am Haus interessiert mich, allerdings habe ich kleine Kinder...wie gehe ich da am besten vor ???

Noch kann ich im Wohnzimmer keine Laufstraßen oder so feststellen, ich denke sie sind im Doppelboden, wo ich leider nicht rankomme. Also scheidet auch die Leberwurstfalle aus.

Wer hat noch nen Tip wie ich die Ameisen "aus" dem haus vertreibe und dafür sorge, das sie draußen bleiben. Hatte schon so Köderfallen unter die Schränke geklebt (wegen der Kinder), danach ließ der Befall meiner meinung nach. Allerdings habe ich gestern und heute wieder ca. 4 Stück gesehen.

Bin für jeden Tip Dankbar, da sich wie bereits geschrieben, "meine" Ameisen auch an Holzbalken laben, und ich in nem Holzhaus wohne ;-)

Danke schön
Eric





Also Borax in Kristallform gibts über Händler im Internet. Hab jetzt grad die Adresse nicht, wo ich meins herhabe, aber wenn Interesse besteht, schau ich nochmal nach.

Mein ursprünglicher Gedanke war, dass ich das Haus zunächst mit einer Boraxlösung behandele (also Spritzen mit Boraxlösung). Danach dann eine Behandlung mit Holzteer. Das mit dem Borax hat aber seine Tücken, da es sehr leicht an der Holzoberfläche auskristallisiert, wenn man zuviel des Guten verabreicht. Dann kann man die ganze Meschpoke wieder abbürsten... Außerdem schützt Holzteer genauso vor Schädlingsbefall, sodass ich mir diese Arbeit mit dem Borax ersparen werde. Ein Zimmermann, der hier in der Gegend mit Holzhäusern erfahren ist (Umgebindehäuser und so) meinte auch, Holzteer ist ausreichend, von Borax würde er abraten.

Also verwende ich Borax nur im Akutfall (noch haben wir das Haus nicht mit Holzteer gestrichen). Es wirkt jedenfalls so gut, dass ich eine dicke, fette Ameisenstraße außen an der Hauswand damit dauerhaft bekämpfen konnte, auch nach dem Austrocknen der Lösung (Achtung: wird leicht ausgewaschen, falls das Holz im Unwetter-Fall doch mal nass werden sollte!)

Diese Plaste-Köderfallen hab ich nicht als besonders hilfreich empfunden, aber dafür können es andere Tiere oder Kinder beim Spielen auch nicht aufnehmen...

Ich würde auf alle Fälle versuchen, hinter der Wandverkleidung (Paneele, Scheuerleiste) etwas auszulegen/zu versprühen. Das reicht meistens, noch dazu, wenn sie so scharf drauf sind wie auf meine Leberwurst ;->
Oder unter die Schränke an die Wand sprühen, da kommen Kinder eigentlich ja auch nicht hin...

Ganz wichtig (meiner Meinung nach): Möglichst sowas wie nen Hexenkreis ums Haus ziehen (also nen chemischen Schutzwall um die ganze Außenwand), als Barriere gegen Neu-Einwanderer...hat mit Borax prima geklappt. Trotzdem ab und zu kontrollieren nicht vergessen, die Tiere finden JEDEN Schlupfwinkel - z.B. nur mangelhaft ausgeführte Fugen zwischen den Holzbohlen)!!!

Auf jeden Fall lohnt sich auch ein Blick in die Ameisenforen. Zum Bleistift ist es jetzt im Sommer eher unproduktiv, überall im haus Gift auszulegen, weil die Tiere ihr Futter im Sommer von überallher holen (sehr viele Nahrungsquellen). Der Effekt mit dem Gift hält sich so in Grenzen.

So, muss jetzt wieder raus, der Wald wartet :-))