Altes Haus, Scheune und Stall- Wo sind hier Gefahrstoffe Bj 1900-1920

06.05.2014 MaBa 1234



Guten Tag,

ich bin neu hier und etwas in aufruhr.
Vor 5 Jahren habe ich meinem Bruder geholfen ein altes Bauernhaus samt Stall zu sanieren.
Damals meinte unser Architekt, dass nichts zu beachten sei.
Keine Gefahrstoffe etc.

Nun hatte ich vor 3 Wochen einen Lehrgang- dort kam das Thema Asbest auf.
Als ich gegoogelt habe wo überall Asbest verwendet wurde, wurde mir ganz mulmig.

Ich habe Bilder der Sanierung angefügt.

Kann in solch altem Gemäuer Asbest sein?
Einmal ist es eine Ziegelmauer. Die Stallaufnahme zeigt eine Mauer aus Schotter und Beton (meine ich zumindest) und eine Mauer aus Bruchsteinen.

Wurde damals Asbest in Maurermörtel,Putz oder Beton verwendet?
Oder sind die Mauern bedenkenlos?

Vielen Dank



weitere Bilder im Profil



Alle Bauaufnahmen in meinem Profil ersichtlich...Dankeschön



Eher nicht!



Auf der Alb wurde mit lokal und regional verfügbaren Baumaterialien aus Kostengründen gebaut , da halte ich den Einsatz von Asbest zumindest beim Bau des Bauernhauses für abwegig!!!



Asbest



Nach den Bildern und der Beschreibung zu urteilen, ist wahrscheinlich kein Asbest verarbeitet worden.
Evtl. bei nachträglichen Umbauten; Reparaturen oder ähnlichem.
Dann vorzugsweise in Wellplatten für Dachdeckungen oder flachen Platten für z.B. Balkonbrüstungen o.ä. (Asbestzement ca. 19% Asbest) oder in Lüftungs- oder Abwasserrohren aus dem gleichen Material.
Das Material ist hell- bis mittelgrau; die Bruchstelle ist faserig.
Noch ein Tip: Im Zweifel ggfs. an die zuständige Berufsgenossenschaft wenden.
SG



Mörtel



Mein Onkel hat ca 1975 das Bad renoviert.
Dabei hat er Gipskarton mit Styropor zur Dämmung benutzt.
Ist Gipskarton unbedenklich?

Als ich ihn fragte ob früher Asbest in Mauermörtel/Fließenkleber war er total baff- sowas hat er noch nie gehört! Und er war sein Leben lang Maurer (Er ist jetzt 72)

War dies früher eher selten?



Warum die Panik!



Asbest wurde nur für Brandschutzmassnahmen eingesetzt ! Kein Hersteller käme auf die Idee das in Fliesenkleber oder stinknormalen Mauermörtel zuverarbeiten!
GK-Platten sind auch absolut ungefährlich



Das Internet verunsichert



Das Asbest in Fliesenkleber sein könnte habe ich im Inet gelesen. Aber vll war dort nur der schwarze Kleber gemeint für PVC Platte.


Trotzdem schonmal vielen Dank an alle



Fliesenkleber



Also in Mörtel war wohl kein Asbest.Hab mit verschiedenen Institutionen geredet.Aber wie sieht es mit stink normalen Fliesenkleber aus?



noch mal Asbest



Ich habe mir das Video angesehen.
Die Macher übertreiben. Nicht jeder Fliesenkleber enthielt Asbest.
Allerdings wird tatsächlich bei vielen Sanierungen das Asbestproblem nicht gesehen; ob bewusst oder aus Unkenntnis sei dahingestellt.
Wenn das verwendete Material einen Verdacht auf Asbestgehalt nahelegt, muss eine Analyse gemacht und ggfs. mit entsprechenden Maßnahmen sichergestellt werden, dass keine Asbestfasern in die Umwelt gelangen.
Das alles ist u.a. in der TRGS 519 geregelt.
Aber Analyse und Entsorgung kosten Geld.
Fliesenkleber kam erst so in den 1970er Jahren auf.
Davor wurden Fliesen i.d.R. mit Mörtel (Sand und Zement) verlegt.
Gipskarton ist unbedenklich.
Im Mauermörtel (Sand und Kalk ggfs. Zement) war normalerweise kein Asbest.
Es gab jede Menge Produkte aus Asbest oder mit Asbestanteilen.
Über eine Gefährdung liest und hört man vergleichsweise wenig; nämlich durch den Autoverkehr, da meine ich keine Unfälle.
Bei jedem Bremsen und jedem Kuppeln wurden Asbestfasern freigesetzt; die Beläge wurden aus Asbest gefertigt.
Außerdem wurde Asbest auch in Straßenbelägen verarbeitet.
Seit 1993 sind Asbestprodukte in Deutschland verboten, mittlerweile gilt diese Verbot europaweit.
Die Gefahr, die durch Asbest ausgeht, ist auf das Einatmen von Asbestfasern mit einer Länge von < 5 µm und einem Durchmesser =< 3 µm beschränkt.
Die BBG unterhält einen arbeitsmedizinischen Dienst; dort kann man sich ggfs. untersuchen lassen.

Hier gibt's weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Asbest



Asbest, ein Nachtrag



Das ist Sensibilisierung mit dem Holzhammer.
Und vielleicht ist das auch nötig.
Bei Asbest muss man zwischen Asbest in Reinform (z.B. Spitzasbest, Gewebe, Schnüre usw.) und Asbest in gebundener Form (z.B. Asbestzement, Kleber u.ä.) unterscheiden.
Das Verbot hätte sicher sehr viel früher ausgesprochen werden müssen.
Aber, wie immer, wenn sehr viel Geld im Spiel ist, wird solches durch Lobbyarbeit zumindest verzögert.
Ich kann mich noch sehr gut an eine Innungsversammlung in den 1970er Jahren erinnern, als ein Vertreter eines großen deutschen Asbestzementherstellers die Gefahr kleinredete und das mit dem Gutachten eines renommierten Wissenschaftlers begründete.
Ab 1993 ist Asbest in Deutschland komplett verboten.
Spritzasbest allerdings seit 1979.
Die Gefahren, die von Asbest ausgehen, sind bei reinem Asbest, also in ungebunder Form, wie Spritzasbest, oder Gewebe deutlich höher, als bei Asbestzement.

Die BG hat in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden immer bezahlbare TRGS-Lehrgänge durchgeführt.
Ein Beispiel:
HwK Düsseldorf für Handwerksbetriebe 370,00€ und 470,00€ für andere Berufsgruppen. Abschluss: Sachkundeprüfung vor der Bezirksregierung.

Und noch eine Anmerkung für alle Naturliebhaber: Asbest ist reine Natur.



Industrielügen



werden IMMER gedeckelt von der Politik und die waschen deren Hände in Unschuld und die Kassen zahlen keine "Opferrente", die Leute verrecken verarmt … 
Das war schon immer so!
Erst "ist nicht so schlimm" … dann vermeintliche Einsicht und grosses TamTam … dann anscheinend vom Markt nehmen und unter anderem Namen wieder unter die Leute bringen … und mit "blauen Engeln" verziert und geadelt … 
Lindan, PCB, Asbest, Lösungsmittel, leichtflüchtige … usw … 

Was meint ihr denn wie das mal mit Holzfasern sein wird … oder mit Silikatplatten … GLAUBT ihr denn ALLES was in der Öko-Zeitschrift steht … die auch nur überleben können wenn sie Werbungen schalten können … und wer bezahlt schafft an …

Gelogen wird immer von OBEN … erinnert euch an die öffentlichen Verlautbarungen über die Radioaktivität … an "Aufklärungsfilme" in denen gezeigt wird wie man sich mit Aktentasche und Zeitung dagegen schützen kann … an x1000 Tote aufgrund von "free bombing" und atmosphärischen Nucleartests, Vergiftungen der Meere, die "Verhromonisierung" des Grundwassers und des Trinkwassers (Hormone der ABP und anderer Präparate werden NICHT abgebaut … Gifte lagern sich ab … und die Ärzte udn die Pharmaindustrie verdient sich dumm und dusselig … 

Das gemeine ist dabei der Gesetzgeber, der die Verantwortung auf die SIGEKO Zertifizierten und die Bauüberwacher (auch mittlerweile die Bauherren) übertragen hat, denn wer als zertifizierter Sigeko Mensch an so einer im Film gezeigter Baustelle vorbei geht und NICHT überprüft, kann zur Verantwortung gezogen werden … er braucht nicht beruflich involviert sein … 

ebenso der Bauherr:
Zitat aus der BayBO
Bei der Errichtung, Änderung, Nutzungsänderung und der Beseitigung von Anlagen sind der Bauherr und im Rahmen ihres Wirkungskreises die anderen am Bau Beteiligten dafür verantwortlich, dass die öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

klingt ja ganz einfach … dass die öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten werden. denn gemeint sind ALLE Vorschriften!!!!!!

Also überlegt euch gut was ihr mit WEM macht … 

Ja gut … man kann auch wie der Staat nach der Devise arbeiten: Wo kein Kläger, da kein Richter!
Aber DER STAAT sitzt wie die Industrie am langen Hebel!

Und der Kunde (für den ja das ALLES erfunden wird) WILL das ja auch so! (Das ist eine Grundthese der Marktwirtschaft)

ODER?

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

… und …

Frohes Schaffen

Florian Kurz



Asbest, eine Klarstellung



@ Oli Struve
Ich spiele das Thema nicht herunter, wie Sie schreiben.
Ich möchte eine sachliche Diskussion.
Ich habe etwas gegen Panikmache.
Ich habe mit keinem Wort die Gefährdung, die von Asbest ausgeht, verharmlost.
Ich habe nichts von "ungefährlicheren" Asbestprodukten geschrieben.

Die im ersten von Ihnen in diesem Thread gezeigten Asbestfunde sind die Nebenwirkungen kleiner Baustellen.
Das ist nicht in Ordnung und illegal.
Das in Ihrem letzten Beitrag dargestellte Szenario mit dem Abrissbagger ist sicher die Ausnahme.
Ein Abriss ist genehmigungspflichtig und die Genehmigung setzt auch eine Gefahrstoffanalyse voraus.

Offensichtlich habe ich bei meinem letzten Satz:
"Und noch eine Anmerkung für alle Naturliebhaber: Asbest ist reine Natur."
die Ironie nicht deutlich genug herausgestellt.



fachlicher Rat



Hallo Zusammen,

ist Dachpappe/Bitumenpappe gefährlich? Gesundheitsschädlich?

Die Pappe stammt ausdem Jahr 1976/77 und sollteentfernt werden (Dach)

Wurde dort auch Asbest verwendet (zu dieser Zeit)
ps.:es geht um das Dach meiner Eltern.
die Dachpappebahnen sind noch vor der Konterlattung angebracht.Die Dachpappe ist "sandig"

Danke



Auch in solchen Dachbahnen KANN



... Asbest enthalten sein, MUSS aber nicht zwangsläüfig.
Die Chance ist jedenfalls deutlich höher als bei "altem" Mörtel...
Bei einem vernünftigen Rückbau entsteht auch nicht zwingend ein erhöhte Gefährdung oder Belastung der Umwelt...



TRGS 519



Finde ich schon interessant, daß hier aufgrund von Bildern analysiert wird, ob Asbest verwendet wurde oder nicht. Sowas ist definitiv Blödsinn.

Jede noch so kleine Umbaumaßnahme, die in den 60ern, 70ern oder 80 ern erledigt worden sein könnte, steigert das Risiko um ein Vielfaches. Das muß keine große Sache sein...eine Dichtschnur im Kamintürchen, eine Abwasserleitung innerhalb eines Gebäudes, eine Verkleidungsplatte, tja, sogar ein auf dem Speicher gelagerter Blumenkasten kann schon belastet sein.

Asbest war ja nun wirklich einstmals als Allzweckwaffe überall im Einsatz, egal ob in schwach gebundener oder in zementgebundener Form. Bei einer Wellplatte von Eternit z.B. kann allein durch visuelle Überprüfung überhaupt nicht festgestellt werden, ob sie nun tatsächlich Asbest enthält oder nicht, es sei denn, ein entsprechender Hinweis auf Asbestfreiheit ist auf der Rückseite der Platte ausdrücklich eingeprägt. Ansonsten kann nur eine Untersuchung eines Teilstücks in einem entsprechenden Labor endgültig Aufschluß drüber geben, ob das Baumaterial belastet ist oder nicht.

Über Asbest sind so viele Halb- und leider auch Unwahrheiten im Umlauf, man glaubt es kaum.

Fakt ist, daß Gesundheitsschäden durch Asbestfasern schon viel länger bekannt sind (Kollege Struve hat das hier richtig dargelegt). Ein Asbestverbot ist deshalb nicht übertrieben, eher muß man wohl sagen, daß das Asbestverbot viel zu spät kam...vor allem für viele Verarbeiter, die den ganzen Tag durch Asbestfasern belastet wurden und sich dadurch ne saubere Asbestose einhandelten.

Klar sollte auch sein, daß es die Form der Asbestfasern ist, die die ganze Geschichte so gefährlich macht. Herr Esztermann hat die Abmaße schon dargelegt...Asbestfasern sind lang und dünn und können aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht wieder ausgehustet werden (was bei anderen Fasern, z.B. Mineralwollefasern, durchaus möglich ist).

Das heißt im Klartext:

Was in die Lunge reinkommt, kommt da nie mehr raus.

Man kann sich über Sinn und Zweck mancher Vorsichtsmaßnahmen streiten, auch über die Vorschriften bzgl. der TRGS 519 an sich. Noch trefflicher kann man sich darüber streiten, ob die hier genannten BG-Untersuchungen überhaupt noch Sinn machen, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der neuen Regelung den Arbeitgeber gar nicht mehr über evtl. Vorschädigungen informieren muß.

Gar nicht streiten braucht man sich über die Gefährdung der Gesundheit durch Asbestprodukte...die ist Fakt.

Soo teuer ist der Sachverständigennachweis übrigens gar nicht. De facto kostet er nur die Hälfte von dem, was man für einen Asbestfasersauger der Klasse H ausgeben muß...wenn man die Kurse über die HWK abwickelt.

Schönen Gruß

Andreas



Bitte



welches Auto ist noch mit Bremsbelegen oder einer Kupplung von vor 1993 unterwegs?
Das dürfte eigentlich nur mehr eine verschwindend kleine Anzahl Oldtimer sein, bei mehr gefahrenen Alltagsfahrzeugen werden die Bremsen sowieso mehrfach gemacht worden sein und die Kupplung auch schon einmal.

Asbest kratzt hier bei Abbrüchen de facto kein Schwein. Ich sehe regelmäßig ganze alte Eternitdächer in Bauschuttcontainern (die Schindeln natürlich schön kleingebrochen). Letztens wurde erst mit dem Bagger ein Haus abgerissen, bei dem das ganze Eternitdach aus den 50ern noch drauf war. Das Ziegeldach des Nachbarhauses wurde vorher abgebaut. Auch Eternit-Fallrohre findet man häufig zerbrochen im Bauschutt, Asbestpappe (hinter Heizgeräten und Schaltern/Steckdosen auf Holz) wird schnell abgerissen und verschwindet irgendwo.