Altes Haus-Nasse Wand

06.12.2014 Mireille



Hallo, seit 1.11. sind wir zu zweit Eigentümer eines Sandsteinhauses von 1904, in dem wir vorher schon seit 2006 als Mieter gelebt haben. Probleme mit Feuchtigkeit gab es nie, bis ich vor 14 Tagen in einem ungenutzten Raum im Dachgeschoss, der früher das Schlafzmmer war, eine offene Nahtstele an der Tapete der Außenwand entdeckt und die Tapete darufhin großflächig abgerissen hab. Schon der intensive Modergeruch, der mir da entgegen schlug, ließ nichts Gutes ahnen. Umso erschrockener war ich über den Anblick der Wand und der Tapeten Unterseite (s. Fotos). Um es kurz zu machen...die Wand ist so nass, dass an der Tapete und im Gipsverputz merkwürdige Flechten wachsen konnten, das ganze konzentriert sich hinter und unter der Heizung und in einem Bereich von ca. 1 m2 neben der Heizung. Nach Entfernung der Heizung stellte sich heraus, dass das rechte der beiden Metallstücke, die den Heizkörper an der Wand halten, total verrostet ist. Der Gips darunter war total kaputt, selbst das Mauerwerk war teiweise aufgelöst und kam uns entgegen, nach Entfernung der Brösel ist jetzt ein etwa 10 cm tiefes Loch in der Sandsteinmauer. Seitdem wir den befallenen Putz entfernt haben, ist in diesem Raum ein nicht definierbarer unangenehmer Geruch, der sich kurze Zeit nach dem Lüften immer wieder aufs Neue breit macht. Trotzdem sämtliche "Gewächse" und durchwachsene Verputze von der Wand entfernt und anschließend alles mit H2O2 desinfiziert worden ist, zeige ich immer noch allergische Reaktionen (auf was auch immer, schwarzer Schimmel war ja kaum vorhanden, außerdem hab ich sonst kein Problem mit Schimmel oder überhaupt mit Allergien), wenn auch deutlich schwächer als vorher. Aber die Wand scheint nicht zu trocknen, es bilden sich wieder neu weiße "Blüten" (Salpeter?) und wenn man auch sehen kann, dass hinter beiden Heizkörpern, also unter den Fensterbänken Wasser an der Wand hinunter gelaufen sein muss, finden wir die Ursache nicht und sind momentan auch sonst ziemlich ratlos. Es steht zwar in 2 Jahren eine komplette Dach-, Dachgebälk- und Fußbodensanierung an, aber hier geht es ja um die Giebelwand und in 2 Jahren ist der alte Holzboden durchgefault, der auch schon am Rand zur Giebelwand aufgequollen ist. Ich weiß, eine Ferndiagnose ist immer schwierig, aber vllt. hat jemand eine Idee...ich mach mir wirklich Sorgen. Herzliche Grüße aus dem wilden Südwesten der Republik von Mireille



Feuchtigkeit



Hallo Mireille,

nicht genutzt heisst wahrscheinlich auch nicht geheizt?. Sandstein kann viel Wasser aufnehmen und es dauert sehr lange bis der wieder wirklich trocken ist. Als erstes solltet Ihr einmal ausschliessen das kein Wasser nachläuft. Fangt am Dach an zu suchen - oft sieht man es von unten aussen nicht. Man sollte aufs Dach. Fenster und Fensterbänke sind auch immer gute Wassereintrittsmöglichkeiten. Gibt es Fotos von Aussen?

Die Allergischen Reaktionen müssen nicht unbedingt von Schimmel kommen. Was ist denn sonst so alles in dem Zimmer verbaut? Alte Holztäfelungen usw.?
Es gibt im Raum Darmstadt Dieburg ein Labor die können Schadstoffe feststellen.

VG Hüpenbecker



Lassen Sie sich fachlich helfen



siehe dazu: www.dhbv.de/sachverständige
Postleitzahl eingeben.
Richtig ist auch - es muss nicht Schimmel sein sondern es können auch Bakterien sein die den Geruch ergeben.



Der Schluß



liegt nahe, das es sich um defekte Heizungsleitungen handeln könnte, die eine solche massive Durchfeuchtung hervorgerufen haben. Vielleicht sogar Frostschäden im ungenutzten=ungedämmten Dachgeschoss. Oder jahrelange Tröpfchenleckage aus korrodierten Heizungsleitungen. Das ganze eventuell in Kombination mit Kondensat aus Raumluftfeuchte an kalten, ungedämmten Außenwänden und einem feuchtespeichernden Gipsputz + diffusionsdichten Tapeten

Wenn diese Leitungen auch im Deckenraum oder in der Giebelwand verlegt worden sind, können sie auch zu dem, von Ihnen beschriebenen Aufquellen im Deckenbereich geführt haben. Hier würde nur ein Freilegen der beschädigten Konstruktionen Klarheit bringen, ggf. bis zur Rohbaukonstruktion.

Eine andere Erklärung wären Undichtigkeiten in der Dacheindeckung, insbesondere an Traufe und Ortgang, die durch einen jahrelangen Feuchteteintrag solche Schäden hervorgerufen haben könnten.

Eine örtliche Untersuchung, am besten eine detaillierte und umfassende Bestandsaufnahme könnte die Schadensursache klären und auch für die beabsichtigte Sanierung in 2 Jahren eine wichtige Grundlage liefern.

Suchen Sie die Zusammenarbeit mit einem altbauerfahrenen Architekten oder Bauingenieur für diese Bauaufnahme. Die Schadensermittlung sollte von einem neutralen Sachverständigen erbracht werden, nicht von Firmen, die zugleich auch die "passende" Sanierungsmethode anbieten.

Sollten Sie in Ihrer Region keinen Sachverständigen finden, können Sie mich gerne kontaktieren. Ich arbeite bundesweit und betreue u.a. Sanierungen in Eigenleistungen.



Herr Pickartz es muss nicht jeder Sachverständige der eine Firma hat...



ein schlechter Berater sein!
Woher beziehen denn Sachverständige sonst ihr Wissen wenn nicht aus der Praxis?
Aus den Hochschulen oder aus der Uni kann sicher eine gute Grundlage gelernt werden, aber das wesentliche Lernen findet doch erst in der Praxis statt!



Sandsteinwand feucht



Hallo Mireille,
mach doch noch Fotos, auf dem man die Gesamtsituation erkennt.

Gips ist natürlich sehr hygroskopisch,
wirkt korrosiv auf Metalleitungen,
fault bei längerer Feuchtigkeitseinwirkung.

Wandverkleidungen entfernen ist günstig zur Trocknung, ob das reicht ist eher zweifelhaft.

Mögliche Ursachen für Feuchtigkeit wie schon erwähnt:

- undichte Installationsleitungen (evt durch Korrosion
verursacht durch Kontakt mit Gips ?
- Undichtigkeiten im Dach ?
- Feuchtigkeit von Außen(Fallrohre etc)
- Kondensation durch Kontakt von warmer Innenluft mit
kalten Außenwänden
- Kondensation durch Konvektion (warme Innenluft z.B
mit Löchern in der Außenwand oder fehlende/mangelhafte
Dampfbremse

Ferndiagnose ist natürlich kaum machbar, aber du kannst selbst versuchen, einige Möglichkeiten zu überprüfen.

Was habt ihr denn an Sanierungsarbeiten genau vor ?

Andreas Teich



Echter Hausschwamm?



Hallo Mireille,

dem Fotos und Deiner Beschreibung nach würde ich leider auf Befall von Echtem Hausschwamm, Serpula lacrimans tippen. Dann ist die Sache wirklich gefährlich und sollte schnellstens untersucht werden.

Such Dir einen auf Hausschwamm spezialisierten Gutachter in der Nähe.

Herzlich

Barbara



Echter Hausschwamm?



Hallo Mireille,

dem Fotos und Deiner Beschreibung nach würde ich leider auf Befall von Echtem Hausschwamm, Serpula lacrimans tippen. Dann ist die Sache wirklich gefährlich und sollte schnellstens untersucht werden.

Such Dir einen auf Hausschwamm spezialisierten Gutachter in der Nähe.

Herzlich

Barbara



Vielen Dank



...für die guten Antworten und bitte um Nachsicht, dass ich nicht früher antworten konnte. Aber erst mal der Reihe nach....
@Huepenbecker...ja, nicht genutzt heißt seit 2 Jahren nicht geheizt. Inzwischen haben wir die Ursache lokalisiert. Es war tatsächlich eine der beiden Fensterbänke (danke für den Tipp!), auf der sich Regenwasser in einer Ecke sammelt, das von dort jahrelang in die Fensterlaibung und damit in die Wand geraten konnte. Genau an dieser Stelle hat ein Meßgerät, das wir gekauft haben, im Mauerwerk an der Innenseite einen Feuchtigkeitsgehalt von 23 % angezeigt. Holzvertäfelungen gibt es keine. Die gesundheitlichen Probleme haben auch erst begonnen, als wir die nasse Sandsteinwand freigelegt, d.h. den Gipsverputz entfernt haben. Inzwischen gibt es nirgendwo mehr Schimmel oder seltsame "Gemälde" an der Wand, trotzdem ist der Raum unbenutzbar. Die Augen brennen, man muss husten. Spätestens nach einer Viertelstunde tut der ganze Kopf weh. Und alles schmeckt irgendwie nach Salz. Nachdem wir jetzt die Fensterbank abgedichtet haben und (hoffentlich!) kein Wasser mehr nachläuft, ist die Wand ein paar Prozent trockner geworden, aber die Luft wird immer "salziger". Die 23 Prozent Wandfeuchtigkeit ,müssen ja irgendwo hin. Und das geht nach Lage der Dinge wegen der Dämmung nur nach innen. Ich hätte das Wandproblem gern vertagt bis Anfang Januar, aber ich fürchte, dass sich die Luftqualität in meiner Wohnung bis dahin zu sehr verschlechtert hat. Und das wird auch bestimmt nicht dauerhaft auf diesen einen Raum beschränkt bleiben.
@Bromm Edmund...vielen Dank für den Link. Ich werd mir jetzt erst mal jemanden suchen, der eine Schadstoffmessung in der Wohnraumluft vornehmen kann.
@ Will Pickartz....ja, da waren diffusionsdichte Tapeten aus Vinylschaum. Aufgequollen ist aber nicht die Decke, sondern der Fußboden. Ich hab dazu ein Foto hochgeladen, auf dem man sieht, dass der alte Parkettboden total zerbröselt ist. Allerdings ist in dem Bereich nach Abtragen des beschädigten Bodens keine Feuchtigkeit mehr meßbar.Das scheint sowieso eher ein "Kollateralschaden" zu sein. Der Salpeter (?), der schon wieder neu am "blühen" ist, macht mir da schon mehr Sorgen. Auf den Fotos, die ich hochgeladen hab, sieht man ganz gut, was ich meine, wenn man sie vergrößert anzeigt. Die weißen Gewächse sind teilweise bis zu einem cm weit aus dem Verputz "gewachsen". Als das Foto gemacht wurde, waren die teilweise schon zusammen mit dem bröselnden Gips von selbst abgefallen. Einen Architekten, der auch Eigenleistung betreut, könnte ich tatsächlich brauchen.
@ Andreas Teich....Nicht die Wandverkleidung haben wir entfernt, sondern das Mauerwerk freigelegt, also Gips runter....jetzt ist an der Stelle nur noch roter Sandstein. Ich lad dazu noch ein Foto von der jetzigen Situation hoch, falls nicht schon geschehen. Zu den Sanierungsarbeiten schreib ich noch was.
@ Barbara
Ursprünglich hab ich auch schon Hausschwamm vermutet, aber das Problem geht nicht vom Fußboden aus....knapp über dem Boden ist die Wand mit 3% fast trocken. Und in der Wand ist meines Wissens nach kein Holz verbaut. Es gibt auch keine Lehmgefache wie beim Fachwerk.

Herzlich
Mireille



Handlungsbedarf



Hallo Mireille,

schön das ihr die Wassereintrittsursache gefunden habt. Die Bilder über das Geflecht sehen trotzdem nicht gut aus. Hausschwamm muss nicht nur von Holzwerkstoffen ernähren - den gibt's meines Wissens nach auch rein auf Mauerwerken und Putzen; ob der sich einmal von eurem zerbröselten Dielenboden ernährt hat kann man schlecht einschätzen. Auf alle Fälle ab mit dem Putz. Vorher würde ich zusätzlich zur H2O2 Behandlung die Wand großflächig abflammen und dann Putz runter und dann noch einmal den Stein abflammen.
Holt euch eine Fachmann für die Raumluftprüfung nach Schadstoffen.
Heizen und regelmäßig lüften solltet ihr nun gründlich - dann noch einmal kontrollieren ob es die einzige Wassereintrittsstelle war. Wenn Ihr später wieder Verputzen wollt würde ich dann einen reinen Kalkputz wählen. Kein Kalkzement.

VG und gutes Gelingen
Hüpenbecker



Schöner Mist



Hallo (Herr?)Hüpenbecker.....danke für die Antwort. Das mit dem Geflecht ist wirklich ein Rätsel. Ich hab das ganze Internet durchsucht, aber nichts wirklich vergleichbares gefunden, was eine solche Formenvielfalt aufweist. Allerdings hab ich einige wenige Bilder gefunden, die teilweise ähnlich waren. Ich vermute deshalb, dass es am ehesten eine Flechte in Kombination mit mehreren verschiedenfarbigen Schimmelarten ist. Was halt über die Jahre da in der nassen Wand so gewachsen ist. Was Hausschwamm betrifft, steht in allen Definitionen, die ich gefunden hab, dass der echte Hausschwamm ein reiner Holzschädling ist. Er kann zwar auch durch Gips und Mauerwerk wachsen, aber das sind dann die Fruchtkörper, die irgendwann, wenn oft schon viel zerstört ist, aus dem Holz ins Freie wachsen. Die Wurzeln enden dabei aber immer im Holz. In diesem Fall müsste der Schwamm aus der alten Holzkonstruktion unter dem Dielenboden stammen, aber dann fehlt immer noch jede Ähnlichkeit mit den Fotos, die ich gefunden hab. Schwamm hat auch immer einen weißen Rand mit ganz bestimmter Konsistenz. Das soll das typische Erkennungszeichen sein. Naja, jedenfalls steckt da nichts Gutes in der Wand. Kaputter oder verfärbter Gips und Flechten etc. sind schon seit mindestens einer Woche weg. Seitdem zieht ein süßlicher Geruch nach Fäulnis(?) direkt aus dem rohen Mauerwerk durch die ganze Wohnung, Lüften bessert das nur vorübergehend und dauerhusten muss ich sowieso jedes Mal, wenn ich die Wohnung betrete. Ich bin deshalb zu meinem Miteigentümer ins EG gezogen und schlafe auf dem Sofa. Ist natürlich toll, so eine Woche vor Weihnachten. Seit Tagen versuche ich jemanden zu finden, der die Wand trockenlegen und Proben nehmen kann, um den Versalzungsgrad festzustellen und die Belastung der Raumluft mit Schimmel o.ä.....doch da geht dieses Jahr -wies aussieht- gar nichts mehr. Ich hoffe nur, dass die schlechte Luft nicht noch eine Etage tiefer zieht. Dann feier ich Weihnachten und Silvester im Hotel. Besten Dank für die guten Tipps und einen schönen Tag.. P.S. Nachdem das Foto aufgenommen worden ist, ist noch mehr Gips entfernt worden, sodass keine Flechten mehr da ist. Und der verfärbten Putz rechts neben dem Fenster muss auch noch großflächig runter. Das mit dem Abflämmen mach ich auch noch und eventuell Heizgeräte kaufen. Das bringt vielleicht noch mehr als die Heizung alleine. Jedenfalls hab ich keine Lust einfach abzuwarten, bis Anfang Januar der Experte kommt. Ich bin ja schon zufrieden, wenn es mir gelingt bis Weihnachten alles Lebende aus und von der Wand zu verbannen und die Luft wieder sauber zu bekommen. Ich freu mich wirklich über die Anregungen, das hört sich erfolgversprechend an.



Nicht alles was vor sich hinfault ist Hausschwamm..



..ich vermute eher nicht. Das schaut eher nach Kellerschwamm aus, aber das soll wirklich ein Fachmann/frau begutachten.
Kurzfristig rate ich dazu einen Luftentfeuchter aufzustellen um weitere Schwammerl oder Schimmel am Wachstum einzuschränken. Gleichzeitig erhalten Sie etwas Wärme im Raum.
So wie ich das sehe ist der Bodenbelag bereits ausgebaut oder?
Dies wäre die Erklärung woher der Schwamm seine Nahrung bezogen hat.
Was sicher nicht hilft sind zum jetzigen Zeitpunkt irgendwelche Mittelchen z. B. wie auf dem Bild erkennbar.



Hausschwamm



Ferndiagnosen sind hier absolut nicht angebracht.
Für eine wirksame und dauerhafte Sanierung von Feuchteschäden ist eine exakte Voruntersuchung notwendig,die die Ursachen der Feuchtebelastung klärt und den Zustand des Bauteils erfasst.
Weitere Infos auf meiner Webseite

Gruß Peter Schneider



@ Edmund Bromm



.....Das Wasserstoffperoxid wird eigentlich als Erste Hilfe bei Schimmel überall empfohlen. Gerade zum jetzigen Zeitpunkt. Die Idee stammt aus einer pdf über Schimmelsanierung vom Gesundheitsamt und jede Firma, die ich auf der Suche nach professioneller Hilfe kontaktiert habe, hat bestätigt, dass es neben Brennspiritus und Ethanol als Erste Hilfe erst mal das Mittel der Wahl ist. Es gibt halt momentan keine andere Hilfe. Erst am 29. Dezember kann jemand kommen. Bis dahin einfach weiter gammeln lassen wollte ich nicht. Und den Putz entfernen und dabei die Sporen überall verteilen, ohne vorher den Pilzen vorher den Garaus zu machen, auch nicht.... Der Boden ist noch da, nur ein kleines Stück am Rand fehlt, weil es einfach zerbröselt ist. Ansonsten scheint der Boden soweit in Ordnung zu sein. Vielen Dank und herzliche Grüße P.S. Sie haben an anderer Stelle über bauschädliche Salze gesprochen und dass es manchmal sinnvoll sein kann, die Salze in der Wand in Lösung zu halten statt sie mit Sanierputz an die Oberfläche zu holen und abtrocknen zu lassen. Hab ich das richtig verstanden und gilt das nur für Kellerwände oder generell?



Lieber Peter Schneider....



....die Seite hab ich mit Interesse gelesen. Aber Sie leben leider am anderen Ende Deutschlands und hätten wahrscheinlich einen Anfahrtsweg von 800km und bestimmt dieses Jahr auch keine Zeit mehr. :-). Es geht auch nicht um Ferndiagnosen. Das hatt ich ja auch selbst eingangs schon geschrieben, aber wenn man so gar keine Ahnung hat, dann geht gar nix....kontaktiert man 2 Experten, hat man schnell 2 unterschiedliche Meinungen. Ausgerechnet auf der DHBV Seite hab ich einen Experten aufgetrieben, übrigens den einzigen im ganzen Saarland dort, der mir am Telefon ferndiagnostiziert hat, die Wand würde von allein trocknen, da wir die Ursache ja erst mal abgestellt hätten und in ein paar Tagen sei alles schon viel besser. Da könnte man dann im Januar Sanierputz drüber machen. Ein anderer meinte dagegen...um Gottes willen, da muss erst mal ne Probe genommen und dann getrocknet werden. Aber von Schimmel und Raumluftbelastung wollte der auch nichts wissen. Dafür müsst ich mal die Handwerkskammer anrufen....Hätte ich diese Seite hier nicht gelesen, dann hätte ich den mit dem Sanierputz genommmen und die Wand bis dahin "von allein" trocknen lassen. Da trocknet gar nichts. Die Feuchtigkeit schwankt seit einer Woche etwa zwischen 18 und 23 % rauf und runter. Laienhaft gemessen zwar, aber immerhin....das Gerät misst außerhalb des Schadensbereichs im selben Raum nur um die 5 %. Danke für die Antwort....Gruß Mireille



Rauf und runter



Hallo noch einmal, hast Du das Dach kontrolliert ob da noch Wasser reinkommt? Oft sind mehrere Stellen des Wassereintritts möglich. Luftentfeuchter rein und wenns dann nicht funzt läuft sicherlich noch Wasser rein. Wie sieht der Aussenputz aus?

VG Hüpenbecker



Salze und feuchte Mauern..



..sind nicht automatisch ein Problem.
Solange diese in Lösung bleiben kann eigentlich nichts kaputt gehen.
Erst wenn diese abtrocknen d.h. wenn diese Lösung - Wasser und Salz an die Oberfläche gelangen, verdunstet nur das Wasser. Wenn dann die Salze trocknen haben diese eine erhebliche Volumenvergrößerung und zerstören die Oberflächen.
Weitere Info auch in meinem Buch "Gesund wohnen in Altbauten".
Der Hinweis auch deswegen, weil das Thema doch sehr umfangreich und komplex ist und sehr viele Menschen auch viel Halbwissen zum Besten geben.



Schritt für Schritt



Hallo

1. Ursachen feststellen
2. Ursachen abstellen
3. Mängel beheben

Das wird bei Ihrem Haus auch zu machen sein …

Das mit der Feuchte und den Salzen hat der Herr Bromm so gut beschrieben:
"Solange diese in Lösung bleiben kann eigentlich nicht kaputt gehen.
Erst wenn diese abtrocknen d.h. wenn diese Lösung - Wasser und Salz an der Oberfläche gelangen verdunstet nur das Wasser und die Salze haben eine erhebliche Volumenvergrößerung und somit zerstören diese die Oberflächen."

Um wirklich die Salze raus zu bekommen hilft nur ein Opferputz, der schön dich aufgetragen die gelösten Salze aufnimmt und sich (anstatt der Sandsteine, Ziegel etc.) "aufopfert und dabei zu Grunde geht … 

… oder ein Mauer (Wand) Austausch … 

EIn Opferputz kann nur ein einfacher Kalk oder Lehmputz sein ohne Beimengungen.
Kann man aber gut selbst herstellen … 

Manchmal kann auch eine Temperierungsheizung helfen … aber das kommt auf den Einzelfall an … 

Ein "Absperren", Vorbauen von irgendwelchen Schalen, Bahnen oder sonstige Bunt-Schnell-Und-Praktisch-Versprechereien … bringt nur rein optisch was … substanziell rein GAR nichts

Da Sie ja ein "Neukäufer" sind empfehle ich Ihnen ein GESAMTKONZEPT!!!!

Anamnese - Diagnose - Therapie

… sonst geht mehr Zeit und Geld drauf als Sie annehmen … 

Gutes Gelingen und eine besinnliche Zeit … 

Florian Kurz



Die Frage war doch:" Altes Haus-Nasse Wand"



Sandstein-Haus... nun denke ich, dass da nicht sehr viel Salz enthalten ist. Dies wohl eher im Putz und evtl. im Mörtel.
Hier ist doch wohl eher das Problem mit ...Schwamm oder Schimmelbefall.
Nun denke ich , dass der Maueraustausch doch an der Thematik vorbeigeht und auch ein Opferputz nicht gerechtfertigt wäre.
Richtig ist, dass eine fachgerechte Planung der Arbeiten abgestellt auf die spätere Nutzung notwendig ist.
Aber wer macht das - immer auch unter dem Gesichtspunkt "Aufwand sollte im vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis" stehen.
Dies wurde jedoch schon weiter oben beschrieben.



@ Herr Kurz wie meinen Sie das?



Ein "Absperren", Vorbauen von irgendwelchen Schalen, Bahnen oder sonstige Bunt-Schnell-Und-Praktisch-Versprechereien … bringt nur rein optisch was … substanziell rein GAR nichts".
Tut mir leid, verstehe ich in diesem Zusammenhang überhaupt nicht.
Wenn Sie so etwas schreiben, dann machen Sie sich mal Gedanken dazu, dass unter jedem Haus, unter allen Fundamenten ein feuchter Dreck mit Salz vorhanden ist.
Unter allen Straßen liegt feuchter Dreck und was passiert, nichts! Außer Frostschäden die ja in der Fundament-tiefe
kein Problem sein sollten.
Ich bin mir nicht sicher woher solche Angaben stammen, habe jedoch das Gefühl, dass dies immer Einer vom Anderen ungeprüft übernimmt.
Auch unter einem Opferputz bleibt doch die Wand feucht!
Auch wenn dieser noch so gut und auch aus Superspezialkalk erstellt wird.
Sicher ein guter Werbegag, fast so gut wie ein Entfeuchtungsputz.
Nun wünsche ich gerade zu dieser Zeit keinen Streit sondern so denke ich ein wohlüberlegtes Nachdenken und eine sachliche Diskussion im nächsten Jahr.
Allen schöne Feiertage und ein gutes neues Jahr.
---------------
Alles was auf dem Bild zu sehen ist steht auf feuchtem Boden und dieser ist sicher mit sehr viel Salz belastet!