Altes Haus mit vielen Spalten

09.10.2018 Frau Mary



Hallo zusammen
Wir dürfen im einem bald 300 jährigen, saniertem Haus wohnen.
Es war früher "gschindled", jetzt sind aber die Aussenwände "nackt" und man sieht direkt auf die Balkenlagen (der Besitzer wollte das so).
Wir wohnen gut, und seit 20 Jahren hier. Einige Innen-Erneuerungen haben wir selbst erledigt - gutes Einvernehmen mit dem Besitzer.

Das Problem: die Balken haben Spalten, die je nach Gegebenheit des Innenausbaus, die volle Kälte durchlassen.
Und diesen Sommer haben sich Wespen eingenistet, die nicht zu bekämpfen sind, aber leider immer wieder den Weg in die Küche finden (ca. 3m von der Einflugschneise weg, am Boden)
Da ich allergisch bin, haben wir die Kolonie bekämpft, wissen aber, dass es im Frühjahr wohl wieder von neuem losgeht, wenn wir die Spalten nicht schliessen.
Auch weniger Zugluft an den gewissen Stellen (wo anders) würde ich begrüssen.

Der Besitzer legt grossen Wert, dass die Ansicht so unverändert bleibt.
Nun die Frage: mit was könnten wir die Spalten schliessen, so, dass es nicht auffällt?



Ritzen schließen



Hallo. Wir haben ein "Baumstammhaus". Die Spalten haben wir zum Teil mit einer Art Kunstfaser gefüllt, die wie Schafwolle aussieht. Wir haben sie mit Hammer und stumpfen Stechbeitel in die Fugen "gehämmert". Ökologischer und passender wäre in eurem Fall eher Schafwolle, vielleicht braune. Silikon scheint eher ungünstig, vor allem außen, weil z.B. eingedrungener Schlagregen nicht mehr abtrocknen kann. Ich gebe allerdings zu, dass ich das bei unserem Haus schon mal von innen probiert habe. Wir haben auch ein Fachwerkhaus. Hier schließe ich z.B. die Schwindfuge zwischen Balken und Gefach mit Lehm. Ich fülle eine Mehrfach-Kartusche aus dem Baumarkt mit angerührtem Lehm und drücke den Inhalt in die Fugen. Das kann ich mir bei euch gut vorstellen: Einfach, kostengünstig, ökologisch und man sieht es kaum.



Hoi Stefan



Herzlichen Dank für deinen Input.
Das "mit Lehm auffüllen" interessiert.
Wolle kommt eher nicht in Frage, weil sich die Wespen da wohl durchfressen.
Wie verhält sich der Lehm, wenn er austrocknet?
Und kannst du mir ein Produkt empfehlen?
Hast du mir ein Foto, wie das nachher aussieht?
Danke Gruss Marianne



Stopfhanf



würde ich nehmen.

Grüße



Lehm



Hallo, ich melde mich noch einmal wegen der Lehmfüllung. Ich habe leider kein Foto, um dies zu zeigen. Im Baumarkt gibt es Kartusche-Pistolen, die man immer wieder füllen kann - ca 8-10€. Ich habe Lehm aus Fachwerkwänden aufgeweicht, durchgeknetet und eingefüllt. Wie Silikon kann man Risse zuschmieren. Lehm ist ja wasserlöslich, so kann man es später noch bearbeiten bzw. abwaschen. Wenn ihr keinen Lehm zur Verfügung habt, gehen vielleicht auch Lehmputzprodukte aus dem Baumarkt, z.B. Oberputz, hat aber vielleicht nicht so eine gute Konsistenz für den Zweck (ca. 15€ pro Sack). Das wäre wohl für kleines Geld (25€) ein Versuch wert. Aber nicht zu dünn anrühren - eher wie Knete, nicht wie Brei.



Fachwerkfugen verschließen



Am besten zum Fugen verschließen dünne Hanfschnüre verwenden oder aus losem Hanf selber drehen, wenn die Fugen sehr schmal sind.
Diese können dann in relativ dünnflüssigen Lehm eingetaucht und anschließend mit einem breitem Putzmeißel oder Spachtel in die Fugen geschlagen werden.
Ähnlich wie es beim Holzschiffbau üblich war, siehe „Kalfatern“.



Lehm Fugenfüller



Hallo, die Fugen kann man sehr gut mit dem dafür entwickelten Lehm-Fugenfüller von CLAYTEC mit der dazu lieferbaren Kartusche und einer Kartuschenpistole füllen. Das Material wird in 1,5 kg Beuteln in Hell oder Beige als Trockenmörtel geliefert. Anmischen mit Wasser, in die Kartusche füllen und verarbeiten. Bestellen online.

VG, Andreas Wugk