Altes Haus, Decke, Fussboden und alles Neuland für mich

19.06.2019 gorelizer



Hallo zusammen!

Kurz mal vorgestellt: Ich bin der Andy, Mitte 40 und wohne im nördlichen Berlin. Wir haben Kündigung wegen Eigenbedarf bekommen und müssen Ende Juli raus.

Nun ist mein werter Herr Vater losgezogen und hat ein Dorf hinter der Stadtgrenze ein altes Haus für uns gekauft. Hier, kannste einziehen! Kann man natürlich nicht, ich sag nur 3er Steckdosenleiste in der Wand verputzt.
Für mich ist also alles Neuland, ich habe zwar keine zwei linken Hände aber mit Bau nix am Hut.

Ich möchte es mir also gern erklären lassen!

Das Haus wurde in den 20ern des letzten Jahrhunderts als Gartenhaus erbaut, dieser Teil hat einen Keller der feucht aber nicht nass ist. Die restlichen Teile vom Haus wurden später angebaut, teilweise in den 50ern und 70ern in der alten DDR. In dem Keller steht eine recht neue Heizungsanlage aus 2014. Junkers/Brennwert hab ich mir erklären lassen.

Jetzt haben wir mal den ersten Raum entkernt bzw. sind noch am Putz abklopfen. Zusammen 25qm, Plan ist darin Küche und Bad unterzubringen. Gern mit Fußbodenheizung und Fliesen.

Da kommt dann wieder mein alter Vater ins Spiel. Handwerksmeister SHK und vom Schlag "haben wir schon immer so gemacht". Der will zwischen die Stahlträger etwas Dämmung und darauf Heizung tackern, Estrich drüber, fertig.

Jetzt hab ich hier alles schon gelesen, auch den Lesestoff. Da stand auch das man diese Decke nicht belasten soll und nicht direkt darauf laufen soll (haben wir natürlich schon gemacht, sorry).

Hab ich hier (Bilder lade ich hoch) so eine Kappendecke? Wie gehe ich am besten logisch weiter vor? Am besten etwas was auch dem "alten Schlag" einleuchtend vorkommt.



BILD



Und noch ein Foto dazu



Komplettsanierung



Wenn die Wohnmöglichkeit schon ab August bereit stehen soll würde ich erst einmal ein bis zwei Räume fertigstellen und dann nach und nach den Rest machen.

Ohnehin zuerst die Substanz auf Schäden und Sanierungsbedarf untersuchen (lassen)

Bei einer Brennwerttherme macht’s zur Ausnutzung des Brennwerteffektes Sinn auf gute Dämmung zu achten.
Ob Innen- oder Außendämmung sinnvoll ist hängt vom Gebäude ab.
Es muß also vor dem Auftragen des Innenputzes entschieden werden.

Elektroinstallationsvorbereitung kann nach Absprache mit dem Elektriker selbst erledigt werden, also Schlitze für Leerrohre ziehen und Dosen setzen, ggf noch Kabel einziehen.

Fenster und Türen überprüfen
Entwässerung überprüfen
Bad und Küche möglichst nahe beieinander anordnen um kurze Installationswege zu ermöglichen, und um Wärmeverluste und Zirkulationsleitungen zu vermeiden.

Je nach Raumhöhe und Nutzung ist bei der Kellerdecke Dämmung von unten, oben oder beides möglich.
Holzdielen sind einfacher zu verlegen, statisch günstiger und auch außerhalb von Heizperioden fußwarm.
Fußbodenheizungen unter Holzböden zB von Janßen, Ripal o.A.-
alternativ Wandheizungen in Betracht ziehen.

Grundsätzlich vor dem Kauf baurechtliche Fragen klären- ist das Haus für dauerhaftes Wohnen zugelassen, alle Umbauten genehmigt, evt Einschränkungen etc.

Guten Planer/Berater suchen, der den Bestand beurteilt, Schäden feststellt, ggf Eigenleistungen anleiten und in allen Fragen beraten kann.



Komplett



(Wenn die Wohnmöglichkeit schon ab August bereit stehen soll würde ich erst einmal ein bis zwei Räume fertigstellen und dann nach und nach den Rest machen.)

Das ist unser Plan, wir haben Zeit und haben auch Unterstellmöglichkeiten für Möbel die aktuell keinen Platz finden.

(Ohnehin zuerst die Substanz auf Schäden und Sanierungsbedarf untersuchen (lassen))

Na das hat ja mein alter Herr vorab erledigt

(Bei einer Brennwerttherme macht’s zur Ausnutzung des Brennwerteffektes Sinn auf gute Dämmung zu achten.
Ob Innen- oder Außendämmung sinnvoll ist hängt vom Gebäude ab.
Es muß also vor dem Auftragen des Innenputzes entschieden werden.)

Das Haus wurde vor ca. 10 Jahren vollständig von außen gedämmt und neu verputzt. Sind so 8cm drauf.

(Elektroinstallationsvorbereitung kann nach Absprache mit dem Elektriker selbst erledigt werden, also Schlitze für Leerrohre ziehen und Dosen setzen, ggf noch Kabel einziehen.)

Das würde ich tatsächlich einen Fachmann machen lassen. Vorbereiten würde ich aber etwas schon zu Lernzwecken.

(Fenster und Türen überprüfen)

Alles recht neu bzw. nicht älter als 10-15 Jahre. 1 Fenster ist noch alt.


(Entwässerung überprüfen)

Wenn damit Abwasser gemeint ist, alle Medien (Gas, Wasser, Abwasser usw.) wurden in 2014 komplett von Haus bis Straße erneuert.


(Bad und Küche möglichst nahe beieinander anordnen um kurze Installationswege zu ermöglichen, und um Wärmeverluste und Zirkulationsleitungen zu vermeiden.)

Darum haben wir in dem Raum angefangen. Es gibt noch ein Bad mit Dusche am anderen ende des Hauses. Der Raum hier 25qm soll geteilt werden in Küche und Bad.



(Grundsätzlich vor dem Kauf baurechtliche Fragen klären- ist das Haus für dauerhaftes Wohnen zugelassen, alle Umbauten genehmigt, evt Einschränkungen etc.)

Gekauft hat er ja schon, das Haus war durchgängig in den letzten 60 Jahren bewohnt und ist ein Wohnhaus.

Danke!

Ist das jetzt so eine Kappendecke? Die Stahlträger stehen oben immer 5-6 cm raus.



Hi in die Nachbarschaft



Ich denke, dass es kein Preußische Kappe sondern eine Decke aus Stolte Dielen ist...
Die waren im Berliner Altbau weit verbreitet. Nix hochwertvolles, aber ein belastbares Massenprodukt. Wenn da irgendwo Baustahl freiliegen sollte, mal die Anschlüsse überprüfen. Das sind die Schwachpunkte dieser Konstruktionen.
Zur rechtlichen Seite wurde ja schon was gesagt...die Ämter sind zur Zeit recht fix, was Schwarzbauten angeht...und das bedeutet schon, dass, wenn man eine Nutzungsumwidmung nicht genehmigen lässt , man durchaus den Bestandsschutz für das komplette Haus verlieren kann..
Ende August ist sportlich...viel Erfolg..ich bekomme zur Zeit kaum so kurzfristig Handwerke für die Hauptgewerke.



Stolte, da war doch was...



Ok, jetzt verstehe ich auch warum auf einigen Dielen Stolte steht. Wieder was gelernt, danke!

Ich muss keine Nutzung ändern, das Haus wurde schon 1956 zum Wohnhaus umgewidmet und seit dieser Zeit bewohnt. Der rechtliche Part ist gesichert.

Bin jetzt in beiden Räumen komplett durch mit Putz abschlagen. Dabei noch eine alte vermauerte Tür gefunden, an dieser Stelle erfolgt aber sowieso ein Durchbruch zwischen zukünftiger Küche und Wohnzimmer.
Am Wochenende werde ich die Stahlträger putzen und dann mit Rostschutzfarbe versehen. Dazu in den zukünftigen Mauerdurchbruch zwei Balken 12x24 auf 3,50m einsetzen. Dann verputzen.

Dann hoffentlich zum nächsten Wochenende den Fussboden neu aufbauen. Hab mich da beraten lassen (hoffentlich anständig und ehrlich) und zwischen die Träger kommt gebundene Schüttung, darauf 80mm XPS, dann das Rolljet für die Fußbodenheizung. Darüber Zementestrich.

Wir arbeiten fleißig.

Nächste Woche dann Wände verputzen



Nördliches Berlin....



....und ich dahin einen guten Draht.
Zudem habe ich einen sehr guten Freund und Einzelkämpfer als Architekten da wohnen.
Den könnt ihr euch einfach mal kommen lassen.

Kontakt über meine Handynummer oder hierüber über die Dtenbank.

Dritte Haut Architekten
0172 323 02 28
https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/211$.cfm

Viel Erfolg und ein paar gute Grüße an ihn, falls ihr.........

Grüße Udo