Alternative / Kreative Verwendung für Schlacke Schüttung und Fehlboden Sand


Alternative / Kreative Verwendung für Schlacke Schüttung und Fehlboden Sand

Ähm ja, also ich habe Platz für eine Fußbodenheizung geschaffen und nun ca. 5 Kubikmeter Schlackeschüttung und Fehlbodensand übrig.

Das Haus und die Schüttung sind BJ 1926. Die Schlacke ist sehr wahrscheinlich aus der Roheisenerzeugung. Für deren Entsorgung habe ich noch keinen Preis erfragen können. Wahrscheinlich wird die Entsorgung nicht günstig.

Ich habe es ja zum Glück nicht eilig. Bei meinem Haus lag die Schüttung unter dem Dielenboden im EG, auf einer gegossenen Betonkellerdecke. Durch Löcher in der Betondecke habe ich die Schüttung in Big Bags geschüttet (wie im Bild). Im Keller stehen nun 5 davon rum. Randvoll.

Was könnte man damit noch anstellen? Wo könnte man diese noch verbauen? Eventuell kann man damit etwas anmischen oder verfüllen?

Ich frage mich das weil die Entsorgungsunternehmen die ich bisher gefragt habe ziemlich ratlos waren. Die meinten sowas wie „ach das haben wir schon lange nicht mehr gehabt, dass jemand sowas entsorgen möchte“. Das finde ich komisch, denn in meiner Gegend werden durchaus Häuser wie meines renoviert bzw. umgebaut und das Hüttenwerk ist, damals wie heute, ganz in der Nähe. Da wir diese Schüttung damals in viele Häuser gekommen sein.
Verteilen die das jetzt unter ihre Pflastersteine? Oder füllen damit Hohlsteine?



Als Füllung im Fehlboden verwenden.



Wenn du schon so viel gute Füllung für den Fehlboden hast, kannst du es ja als Füllung für den Fehlboden verwenden.
Wie war den deine Idee die Big Bags jetzt aus dem Keller raus zu bekommen?



Wenn das Zeug ja eine gute Wärmedämmung wäre.



Nach allem was ich bisher hier im Forum gelesen habe, soll diese Mischung wohl vor allem eine gute Schalldämmung sein. Doch als Wärmedämmung taugt sie scheinbar wenig. Sonst würde ich tatsächlich überlegen sie auf den Dachboden zur Wärmedämmung der obersten Geschossdecke zu verwenden.
Natürlich bekomme ich die Big Bags so und am Stück sicher nicht aus dem Keller. Doch da sie in den Ecken bzw. platzsparend stehen stören sie nicht sehr. Der Keller (Deckenhöhe ca. 1,80 m) wird vorerst nicht wirklich genutzt.
Es soll aber wohl solche Sauganlagen geben mit denen man eine solche Schüttungen ähnlich wie Holzpellets heraussaugen kann.
Doch wie gesagt noch habe ich in meiner Gegend nichts gefunden wohin man die Schüttung entsorgen kann und auch nichts womit man es anders als mit Schippe und Eimer aus dem Haus schaffen kann.



Schlacke als Zuschlagsstoff zu Zement?



Ich habe gerade einen Artikel über klimaneutralen Beton gelesen, der Hochofenschlacke als Zuschlagsstoff benötigt. Das ganze ist zwar erst noch in der Entwicklung und vor 2030 wohl nicht wirklich spruchreif, aber vielleicht braucht dann ja jemand das Material.

Die klassische Variante: Eine Probe bei einem Bodengutachter zur Begutachtung abgeben (oder bei der Gemeinde nachfragen, ob es da schon gutachterliche Stellungnahmen gibt). Wenn die Schadstoffklasse Z0 ist kannst Du es als Hofbefestigung verwenden oder eine Firma verwendet es als Grabenfüllmaterial. Wenn es stärker belastet ist, ist die Endlagerung im Keller sicher ein gangbarer Weg.



Alternative / Kreative Entsorgung



grabe ein 5m³-Loch im garten, versenke die schlacke darin und verteile die übriggebliebene gartenerde auf nachbars acker.

oder: bestelle einen 6m²-bauschutt-container kippe die 5 m³ schlacke unten rein und Decke sie mit 1m³ Bauschutt ab. der containerdienst kippts dann auf die bauschuttdeponie.



Die Antworten von zwei Containerdiensten



Danke für eure Hinweise.
Ich habe inzwischen die Antworten von zwei Containerdiensten. Jedoch waren diese auch nicht ganz klar. Beide wussten nicht, wie es dort wo sie es dann hinfahren behandelt wird. Sie meinten je nachdem wie die Leute dort drauf sind, geht es als normaler Bauschutt durch (je nach Klasse ca. 50-70 Euro pro Tonne) oder als Sondermüll (ca. 230 Euro pro Tonne).
Wenn ich es mit „echtem Bauschutt“ mische kann es eventuell eher als Bauschutt durchgehen. Es kann aber auch passieren, dass es dann als Mischung 250 Euro pro Tonne kostet. Nun ja. Was soll man dazu sagen.
Pro Abholung nimmt der Containerdienst übrigens ca. 80 Euro.

Ich habe dann noch gehofft, dass die Schlackeschüttung nicht so schwer ist. Doch da sie mit dem Fehlbodensand gemischt war und ist kommt doch was zusammen. Ein 10 Liter Eimer wiegt ca. 8 Kg.

So kostet mich die Entsorgung also (zuzüglich Abholung) irgendwas zwischen 200 und 1000 Euro. Mal sehen. Zum Glück habe ich ja Zeit.
Ein Containerdienst meinte dann noch, dass er tatsächlich von Bauherren wüsste die das Material anstelle von Splitt für ihre Pflastersteine genommen haben.



Die Halbgötter vom Containerdienst



Die Halbgötter vom Containerdienst! Mir haben Sie auch schon für Bauschutt mit Lehmputzresten den Preis für Restmüll berechnet. Untermalt mit wirbelnden Händen und Aurufen nach dem Motto: "Die Leute bringen uns nur noch Mist!" War zum Glück nur eine kleine Fuhre.
Der Lehm ist tatsächlich "Gift" für Recyclingmaterial.
Da zittert man schon, wenn etwas Laub in den Container weht.



Mal ein Update


Mal ein Update

Ich habe mir das Zeug nochmal genauer angesehen. (Siehe Bilder)

Die großen Stücke sind leicht (Hüttenbims halt)
Zitat Wikipedia:
"Hüttenbims entsteht durch Aufschäumen der Hochofenschlacken-Schmelze mit Wasser. Das leichte, porige Material wird als Zuschlagsstoff für die Herstellung von Leichtbeton verwendet."

Zwischen den großen Stücken ist Sand so fein wie Quarzsand.

Da ich sehr günstig an viel Sumpfkalk gekommen bin, habe ich mal bisschen was ausprobiert.
Erst das Zeug mit einem Alu-Fliegengitter gesiebt und dann jeweils mit dem Sumpfkalk gemischt.

Dieser Sand + Sumpfkalk lassen sich wie Putz verwenden.
Die großen Stücke + Sumpfkalk ergeben sowas wie "Leichtbeton"
Das ganze sollte auch mit Zement statt Sumpfkalk funktionieren.

Da ja viel diskutiert wird wie giftig oder ungiftig die Schlacke ist und ich es in meinem Fall schlicht nicht weis, werde ich es jetzt nicht großzügig im Wohnraum verwenden. Aber eventuell im Keller oder im Stall usw.