Alten Teil (1908) eines Haus energetisch optimieren - Wie fängt man am besten an?

20.01.2016 Denis



Hallo zusammen,

Es geht um ein Haus was aus verschiedenen Teilen besteht. Ein Teil des Hauses wurde 1908 erbaut und hat eine Grundfläche von 10 auf 10m. Das EG und der erste Stock bestehen dabei aus 70cm dicken Bruchsteinmauern. Der zweite Teil mit einer Grundfläche von ebenfalls 10 auf 10m wurde 1984 angeschlossen und ist als Massivbau ausgeführt. (Betonbodenplatte und Hohlziegel Wände) Beide Bestandteile ergeben ein vollständiges Haus. Sie teilen sich den Dachstuhl von 1984 und sind einheitlich verputzt und gestrichen.

Nun haben wir (Kind und Schwiegersohn) vor das Haus zu übernehmen und überlegen, wie man das Haus und dort vor allem den alten Teil energetisch optimieren und dabei auch den Wolfühlfaktor steigern kann. Die Räume im alten Teil sind bis auf kleine Bestandteile vor gut 4 Jahren in Eigenleistung saniert worden, wobei leider die energetische Betrachtung und der Wohlfühl Faktor außen vor gelassen wurde.

Gerade ein großes Wohn/Esszimmer (45qm) im EG des alten Teiles, welches an drei Außenwände grenzt, kann im Moment durch Konvektions Heizkörper nur mühsam bei 20 Grad gehalten werden. Die kalten Bruchsteinmauern tun ihr übriges und kühlen den Raum ziemlich schnell wieder aus. Außerdem geben Sie eine Kälte ab, die selbst bei 20 Grad im Raum unangenehm ist.

Nun haben wir in den kommenden zwei Jahren folgendes vor:

1) Bestandsaufnahme des aktuellen Haus Zustandes, vor allem des alten Teiles.
2) Heizung erneuern (dies erfordert einen weiteren Anbau)
2) Ein Teil des neuen EG wird zu großen Teilen saniert
3) Oberste Geschoßdecken (alter und neuer Teil) dämmen
4) Wichtigster Punkt: Der alte Teil des EG soll wohnlich gemacht werden und dabei energetisch saniert werden

Nun haben wir ungefähr ein grobes Ziel, wissen aber als Laie nicht so Recht wer uns bei dieser Mischung aus altem und neuen Haus kompetent bei der Planung (gerade Bestandsaufnahme und ein sinnvolles Energiekonzept) zur Seite stehen kann. Zuerst wollte ich Fragen zu verschiedenen Dämmverfahren und Heizungsarten stellen, habe aber schnell gemerkt das einfach ein klares stimmiges Konzept abgeht.

Vielleicht könnt Ihr uns Empfehlungen im Bayerischen Wald nennen, welche auch Konzepten wie einer Wandheizung aufgeschlossen sind und dabei Erfahrung in der Sanierung von alten "Mauern" haben. Über Gedanken zum Vorgehen bei einem solchen Vorhaben würden wir uns auch freuen.



Altbau Gesamtkonzept



grundsätzlich sind eure Vorstellungen richtig.

Bestandsaufnahme möglichst genau vornehmen,
Mängel und Schäden feststellen,
Materialien, Wand-,Boden-, Deckenaufbau und jeweilige Stärken ermitteln, U-Werte aller Außenbauteile berechnen.
Daraus den Wärmebedarf aller Räume, danach die jeweiligen wärmeabgebenden Flächen und die Leistung des Heizkessels.

Sanierungs- und Dämmmöglichkeiten abklären, Oberflächenmaterialien, Wandaufbauten etc

Heizmöglichkeiten und Wärmeverteilung im Gebäude

Bei solchen dicken massiven Wänden ist nur Innendämmung sinnvoll-
am besten in Verbindung mit einer Wandheizung, die bei guter Gesamtdämmung mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden kann, sodaß Wärmepumpen, Brennwertgeräte etc möglich wären.
Bodenaufbau, Deckenaufbau, Wandanschlüsse und die Umsetzungsmöglichkeiten müßten Vor Ort geklärt werden.

Mein Haus ist von 1910, aber mit Sandsteinsockel und Ziegelsteinen gebaut-daher nicht so kalt.

Wo befindet sich das Gebäude?
(Ich habe einige Jahre in Tirschenreuth gewohnt.)
Ihr könnt mir eine mail mit Bildern und weiteren Infos an meine angegebene emailadresse mailen.

Andreas Teich





Vielen Dank für Ihre Antwort.

Das Haus liegt in der Nähe von Regen.

Wir tragen immer noch Informationen zusammen und spielen die verschiedenen Möglichkeiten der Aufteilung durch um den vorhandenen Raum auch sinnvoll zu nutzen. (für 2 Generationen)

Eine der Fragen, die sich bei dem spielen mit den Möglichkeiten ergeben hat, habe ich auch hier nochmal im Forum platziert. (http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/245739$.cfm)

Wir werden die Details mal zusammenstellen und uns wahrscheinlich melden.



Gerne



helfen wir Ihnen bei der Erstellung eines individuellen Sanierungskonzeptes. Des Weiteren können wir Ihnen auch sämtliche Naturbaustoffe anbieten, falls gewünscht.

Freundliche Grüße

GFM-mbH



Vielen Dank



für das weitere Angebot. Wir hören uns im Moment verschiedene Meinungen von lokalen Unternehmen an und mussten wieder feststellen, dass wir von 5 Leuten 10 verschiedene Meinungen gehört haben. Von "die dicke Bruchsteinmauer dämmt doch sehr gut" bis zu "die Bruchsteinmauer dämmt gar nicht", war alles enthalten. Uns fällt es schwer bei so einer Vielfalt an Meinungen Vertrauen zu fassen und überhaupt einen möglichen Planer auszuwählen.

Vielleicht haben andere Laien im Forum auch schon diese Erfahrung gemacht und könnten uns sagen wie Sie bei der Auswahl vorgegangen sind.



Innen- versus Aussendämmung



Wenn ich es richtig verstehe, soll das Haus dauernd bewohnt werden. Ausserdem wurde der Innenraum teilweise schon renoviert.

Das spricht aus meiner Sicht für eine Aussendämmung mit einem WDVS oder ähnlichen Lösungen. Dann sind die Wände Warm, und es wird behaglich.

Auf eine Wandheizung kann man verzichten, mit reduziertem Wärmeverlust sollten die bestehenden Konvektoren ausreichen.

Die hohe thermische Masse der Bruchsteinwände bedeutet dass man keine schnelle Temperaturänderungen erwarten kann, und dementsprechend auf Nachtabsenkung verzichtet.

Mit der reduzierten Heizlast kann man sich hoffentlich auch den Anbau für die Heizung sparen...

Vorgehen:

- u-Wert der gedämmten Wände und Decken abschätzen (u-wert.net)
- Wand- und Fensterflächen raumweise berechnen.
- Heizlast mit Danfoss Danbasic abschätzen (kostenloser Download). Damit kann man auch die Heizkörper dimensionieren.
- Wahl des Heizsystems, z.B. Oel / Gas / Pellets / Holzvergaser für Scheitholz / Luft-Wasser-Wärmepumpe / Wärmepumpe mit Erdsonde...

Wenn die Arbeit nicht abschreckt, siehe https://mediathek.fnr.de/scheitholzvergaser-kombikessel-marktubersicht.html ...

Ein Planer sollte auch Angaben zu möglichen Zuschüssen (z.B. KFW) machen können.