Alten roten Dielenfussboden auffrischen und alte Wandfarbe festigen



Alten roten Dielenfussboden auffrischen und alte Wandfarbe festigen

Nach 3 langen Baujahren sind nun die letzten Details der Renovierung/Sanierung in der Arbeit. Und wie es immer so ist - der Teufel steckt im Detail ;)
Zur Lage
Wir haben leider nur einen originalen Holzboden im ganzen Haus retten können. Ochsenblutrot gestrichen, letzer Anstrich sicher vor 1945, da danach kaum noch eine Nutzung stattfand.
Der sieht nun sehr used aus- na ja - shabby chic triffts ungefähr. Prinzipiell finden wir das auch durchaus in Ordnung, da das Haus gerne sein Alter und seine Macken zeigen darf.
Gestern habe ich nun die neuen Fußleisten mit dem Zwischenanstrich der Standölfarbe gestrichen und dann versuchsweise mal ein Brett mit Halböl hauchdünn abgerieben...Das Ergebnis sah gestern sehr gut aus. Die oberste Schicht aus altem Wachs und Farbe wurde leicht angelöst und man konnte den entstehenden Abrieb gut über den leichten Fehlstellen einbringen. Nach 2 Stunden war keine Farbe mehr abreibbar - die Oberfläche also wieder fest.
Die Frage ist - bevor ich den Rest des Bodens damit im Zweifel ruiniere - kann man das so machen. Sollte dann eine Schicht Wachs ( Carnauba hätt ich noch da ) aufgebracht und poliert werden, oder welche Tipps aus der Praxis wären noch machbar.

Das zweite "Problem" sind meine "Fenster in die Vergangenheit" . Alte mehrschichtige Kalkfarbenanstriche die leider die Neigung zum Abblättern und Abfärben haben. Ich würde diese wirklich überschaubaren Flächen in Meer der neuen weissen Wandfarbe ( Kalk )aber gerne erhalten. Womit könnte ich die Stellen behandeln ? Kaseingrundierung ? Wasserglas ?

Danke für eure Ideen.



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Kirchenmalermeister
Kay Zänker
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Farben und Co.



Hallo Anna,

so ganz hab ich das nicht verstanden. Soll der Fußboden so bleiben und nur neu versiegelt werden?

Kalkfarbe an Fenster Innen? Fenster aus welchem Material wahrscheinlich Holz - welcher Zweck wird verfolgt?

Ich weiß zwar das es gemacht wurde und auch mal wird aber auf Holzfenster würde ich die Kalkfarbe runterholen und einfach in der Wunschfarbe ölen. Mit transparentem Öl Grundieren und dann mit Farböl nachstreichen. Dann hält das Holz top.
Die Kalkfarbe blättert und kreidet ab wirst Du nicht in den Griff bekommen. Die Frabe trocknet meist zu schnell oder Du musst das richtig feucht halten beim Streichen vorher aber das alte Material runter. Wasserglas würde die Kalkfarbschicht festigen und zusammenhalten das Holz kann dann nur nicht mehr diffundieren. Ebenso geht das Wasserglas keine Haftung mit dem Holz ein da die kreidente Kalkfarbe drunter liegt. Dann blätters nachher in größeren Flächen ab.

VG Hüpenbecker



urgs...ich sollte an meiner Deutlichkeit arbeiten



Der Fußboden sollte aufgefrischt,gereinigt, die Fehlstellen soweit möglich leicht retuschiert und insgesamt halbwegs küchentauglich werden. Also mal ein paar Tropfen Wasser vom Spülen vertragen. Die Gebrauchsspuren von 100 Jahren oder mehr sollen aber nicht völlig getilgt werden.
Ich hatte versuchsweise mit Halböl eine Diele gereinigt und das Ergebnis für optisch okay gehalten - die Frage war letztendlich, ob man damit die Farbe völlig ruiniert, oder das ein gangbarer Weg ist.

Die "Fenster" in die Vergangenheit....
sind keine echten Fenster
es sind Wandbereiche, in denen die alten originalen Wandfarben erhalten bleiben sollen. Diese sind auch bis zu 200 Jahre alt und leider nicht unbedingt sehr anfassfest - von abriebfest mal ganz zu schweigen. Es handelt sich vermutlich um alte Kalkanstriche auf Kalkglätte und Lehmputz. Keine Leimfarbe , da nicht abwaschbar.

Ein befreundeter Restaurator hat heute die Art der Fußbodenbehandlung als machbar eingeschätzt .
Bei der Wand empfahl er einen Versuch mit hochverdünntem Tapetenleim, Kaseingrundierung sei auch möglich aber schon wieder etwas schwieriger.
Morgen bin ich draussen und werde mal sehen,was für Ergebnisse ich erzielen kann.



aha



hallo Anna,

das hört sich doch schon besser an ;).
Fußboden kannst Du so machen, danach kannst Du auch noch wachsen wenn Du willst.

Bei der Wand Bürste den abkreidende Bereiche mit z.B. einer harten Wurzelbürste ab und streich Kaseingrundierung(z.B. von Kreidezeit o.a.). Die Verarbeitung ist beschrieben.

VG Hüpenbecker



Der Fußboden



sieht schonmal recht ansprechend aus . Eine echte Knochenarbeit - mein Respekt den Altvorderen, die die Bodenpflege ja nur in Handarbeit leisten konnten. Meine Schwiegermutter erwähnte im Gespräch, dass ihre Mutter in den 30 er Jahren immer nach dem berühmten Badetag in der Küche den Boden mit Firnis nachbehandelt hätte, damit die Küche zum Sonntag glänzt... Gestern abend war das Licht leider schon zu schlecht - Fotos kommen dann nach der Endbehandlung mit Wachs. Die Oberfläche braucht noch etwas Schutz, zumal ja einige Stellen schon bis aufs blanke Holz hin abgelaufen waren. Diese Stellen sind nun durch das Halböl nachgedunkelt und passen sich recht gut in das eher braun als rot des Bodens ein. Ein Versuch an einer Stelle mit neuer Standölfarbe in Ochsenblutrot auszubessern zeigte, dass der alte Boden deutlich mehr Braunanteile hatte. Wir werden dann versuchen den Farbton aus braun und rot anzumischen. Es müssen noch einige Türschwellen neu gestrichen werden - die waren teilweise nicht zu retten.

Die Farbe an der Wand ist sehr fragil...eher ein Fall für eine Restauration ....abbürsten würde sie völlig von der Wand fegen. Gestern war keine Zeit mehr - nächste Woche versuche ich es dann mit Tapetenleim und Kasein an zwei Stellen.

Danke fürs Mitdenken