Alten Innenputz entfernen um Dämmung mit Holzfaserplatten anzubringen?

27.02.2018



guten tag,

seit 2 jahren bin ich (stolzer) besitzer eines fachwerkhauses. aus gesundheitlichen gründen kann ich mich erst jetzt mit der Sanierung beschäftigen.
anfangen möchte ich mit dem Einbau einer Wandheizung in Lehmputz und damit verbunden einer Dämmung mit holzfaserplatten.
meine frage: ist es dafür notwendig, den alten Innenputz (er ist sehr gut erhalten und fest) vollständig bis auf die Ausfachung rauszunehmen oder kann man nur die oberfläche (tapete, farbe) entfernen?
wenn der Putz bis auf die ausfachung raus muss: wie geht das am besten?

hoffentlich habe ich keine beiträge zu diesem thema übersehen.

danke für die hilfe mit euren erfahrungen!

gruß

hansi



Wandputz



Holzweichfaserplatten lassen sich ganz einfach auf einen bestehenden Putz aufbringen. Farbe und Tapete sollten entfernt werden. Optional den vorhandenen Putz mit Lehmputz ausbessern, trocknen lassen und dann die Platten mit Lehmkleber vollflächig verkleben und nach Herstellervorgaben dübeln. Danach die Platten mit Lehmputz verputzen. Alles ganz einfach und problemlos und der bestehende Putz kann bleiben wenn er tragfähig ist.

Dasselbe funktioniert auch mit Kalkputz statt Lehmputz wie man in vielen Threads hier nachlesen kann.





Für das Anbringen der Dämmplatten sollt die Oberfläche weitestgehend eben sein. Sonst wird eine Ausgleichsschicht benötigt.

Dar Altputz kann erhalten werden, soweit er tragfähig ist. Lose uns sperrende Beschichtungen sollten entfernt werden.

Sondiere doch mal die Lage. Zumeist wurde als Innenlage ein Strohlehm verwendet, der mit einer recht dünnen Kalkputz abgeschlossen wurde.

Diese ursprüngliche Decklage, samt ihrer neuerlichen Überzüge lässt sich in einigen Fällen gut abstoßen.

Wichtig der Untergrund darf nicht dauerhaft mit Feuchte belastet sein und auch keine Salzbelastung aufweisen.

Deswegen immer auch von Außen gucken, wegen Schlagregen und Fassadenmängeln.



Wir beraten Sie gerne!



Hallo,

finde Ihr vorhaben recht gut durchdacht…. wenn Sie Interesse haben, setzen Sie sich doch einfach mal mit uns in Verbindung. Wir beraten Sie gerne!

Mit freundlichen Grüßen vom Schwanenhof
me. Gerold Sparwasser

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 10.00 bis 14.00 Uhr
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Außerhalb dieser Zeiten vereinbaren Sie bitte einen speziellen Beratungstermin.



Wandheizung + Dämmung



Hallo :-)

@ Hansi: meine Meinung zum Thema Dämmung und Wandheizung: das ist ein gewerkeübergreifendes Ding, was gut geplant werden möchte. Keiner kann alles und jeder hat sein Spezialgebiet. Ich rate jedem Bauherren, sich neben einem guten Lehmbauer auch einen guten Installateur sowie einen guten Planer ins Haus zu holen.

@ Mario: die Oberfläche muss eigentlich nur gerade genug sein, dass die kleinformatigen Platten press an der Oberfläche anliegen können, ohne Luftblasen dahinter einzuschließen.

@ Gerold: Guude! Schön mal wieder von dir zu hören!
Bei der Verlegung der Heizschlaufen auf deinem Bild hat's wohl jemand gut gemeint, dass scheint mir etwas überdimensioniert... auf den ersten Blick zumindest.

Viele Grüße :-)

Lehmbauer Marc



Alten Innenputz entfernen um Dämmung mit Holzfaserplatten anzubringen? DANKE



Hallo allerseits,

beruhigend ist für mich, dass der alte Putz nicht raus muss; er ist überall noch stabil an der Wand.
Die Ratschläge/Tips, die über meine eigentliche Frage hinausgehen, werde ich berücksichtigen.
Den Putz in den Ecken werde ich zur Begradigung entfernen, um eine ebene Wandfläche mit dem "Lehmunterputz" zu erhalten.
Dabei werde ich dann auch entscheiden können, ob eine dünne alte Putzschicht besteht. Ich bin gespannt, was mich beim Start der Arbeiten im Sommer erwartet.

Auf die Hilfsangebote komme ich bei Bedarf gerne zurück.

Danke nochmals für eure Hilfe!

Gruß
Hansi





Darf ich in die Frage kurz einsteigen - ist eine Innendämmung nach o.g. Vorgehen eigentlich immer nur Haus-komplett möglich, oder spricht aus bauphysikalischer Sicht etwas gegen eine budget- und familienwohnraumbedingt nur mögliche Teildämmung (z.B. die Außenwände ein nach dem anderen Raum)?

(Ausgangslage ist eine bestehende Gipskarton-Innendämmung mit Hinterlüftung)





Es ist gut möglich die Innendämmung nach und nach raumweise zu erstellen.

Hier gelten die selben bauphysikalischen Anforderungen wie bei einer Gesamtmaßnahme.

Auch die Wandheizung, deren Kombination sehr zu empfehlen ist, kann schritt weise erfolgen.

Die Einbindung in bestehende Anlagen auch mit hoher Systemtemperatur, ist über Rücklauftemperaturbegrenzer möglich. Oder bei etappenweiser Erweiterung und Umrüstung auch an zusätzliche Heizverteiler mit Mischer angeschlossen werden.

Neben den Hilfsangeboten hier, kannst du wegen der Heiztechnik auch den Herrn Gerd Meurer hier aus dem Forum ansprechen. Der hat das "erfunden", vertritt die Firma "WEM Wandheizung" und gibt freundlich Auskunft.

Bei dem Rest kannst du den Udo vom Lehmhandwerk ansprechen, der verbaut oft und gerne solche Systeme, mit feinen Lehmputzen.

Ich war erst bei frostigen Wetter auf einer von seinen Baustellen und konnte mich an einer vorzüglich fertiggestellten Heizung in Lehm erfreuen.

Unzählige Fachwerkhäuser müssen seinerzeit mit solchen "Innenschalen" aus Gipskarton und Styropor "ertüchtigt" worden sein. Ich sehe so was ständig.

Der Hinweis "hinterlüftet" beschreibt schon das ganze Dilemma. Oft wird die Belüftung verdeckt und möglicherweise unabsichtlich über Steckdosen etc. "gewährleistet".

Das ist großer Quatsch und wohl auch nur deshalb ohne Schaden geblieben weil die Räume nicht intensiv bewohnt wurden und so Feuchte spendende Lebensvorgänge entfallen und die Räume zumeist auch gering beheizt wurden.

Oder das meist günstige Feuchteverhalten der Bestandskonstruktion hat gerade noch schlimmeres verhütet.

Die "neue" Dämmung muss unbedingt "hohlraumfrei" ausgeführt werden.



Raumweise Innendämmung



Das ist ja eines der Argumente und Vorteil, welcher in manchen Fällen für Innendämmung spricht.

Über den Fachwerkhölzern sollte innenseitig ein ebener, durchgehender,
und diffusionsfähiger Putz vorhanden sein oder hergestellt werden
als Unterlage für die Innendämmung.

Sollte unter den Verkleidungen Schimmel vorhanden sein, diesen zuerst beseitigen- Tapeten und Dispersionsfarben ebenfalls.

Fensterlaibungen dämmen, auch wenn nur wenig möglich ist.
Abhängig von der Situation auch Flankendämmung von Innenwänden vornehmen.
Es gibt hier zahlreiche Beiträge zum Thema
Ggf nachfragen

Andreas Teich





Vielen Dank , das macht mir Mut ;)