alte Ziegelsteine imprägnieren?

15.05.2014 Jutta



Hallo,
wir haben beim Abriss unserer Scheune, die am Grundstücksrand stand, einen Großteil der Außenmauern stehen lassen und so weit abgetragen, wie wir es als Begrenzung haben wollen. Nun müssen wir ja einen oberen Abschluss machen. Da die Scheunenecken aus alten Ziegelsteinen gemauert wurden, wollte ich gern mit denen vom Rückbau übrigen nun den oberen Mauerabschluss machen. Wird das funktionieren? Kann man mit Imprägnierung Wasser- und Frostschäden vorbeugen? Vielen Dank!



Naja



vielleicht geht das wenn man sie wie ein Spitzdach aufstellt, so dass Wasser ablaufen kann.

Ansonsten würde ich ein Häubchen aus Dachziegeln bauen, das war bei solchen Mauern durchaus üblich.



alte



Ziegelsteine sind nicht alte Ziegelsteine - es gibt den sogenannten Sonnenbrannt oder Ihr habt Glück und es wurden Hartbrannt-Ziegel verwendet. Erkennen kann man das am Klang, wenn man den Stein leicht anfasst und mit dem Hammer drauklopft - je heller der Klang, um so besser. Aber auch bei Klinker muß das Wasser abgeleitet werden, die Gefahr von Ausblühungen bleibt ohnehin. Wenn Ihr Hartbranntziegel habt, dann oben mit ca 30° Neigung eine Rollschicht (auf der Langzeite stehende Ziegel) so vermauern, daß sie auf beiden Seiten mehrere Zentimeter überstehen - auf der Abtropfseite natürlich am meisten. Weiche Ziegel verputzt man aber besser auf der Wetterseite (Kalkputz).





Hallo Jutta,

mit Klinkersteinen (Hartbrand) kann das gehen. Bei einfachen alten Ziegelsteinen sind früher oder später Frostschäden und anschließendes wegbröseln zu erwarten. Für Mauerabschlüsse gibt es recht schöne Formziegel, z. B. von Wienerberger oder anderen Herstellern.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Vielen Dank für die Antworten.
Also bringt Imprägnieren gar nichts?





Nein, nicht auf Dauer. Wenn durch Beschädigungen Haarrisse doch Feuchtigkeit in den Stein eindringt, können die imprägnierten Schichten bei Frost abplatzen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Ein definitives nein....
bei Klinkermauerwerk haben wir es mit zwei verschiedenen Baustoffen zu tun, zum einen mit den Klinkern (egal ob hart oer weichgebrannt) und mit dem Mörtel.
Beide arbeiten unterschiedlich, bei einer Hydrophobierung kommt es mit der Zeit zu Haarrissen zwischen Mörtel und Klinker. Die eindringende Feuchtigkeit sammelt sich in beiden Materialien hinter der Hydrophobierung und durchfeuchtet das gesamte Mauerwerk, Ergo führtdie irgendwann durch Frosteinwirkung zu Frostabplatzungen.
Desweiteren kann nach einer Hydrophobierung das Mauerwerk nicht mehr sinnvoll verputzt werden und der Aufwand der Sanierung wird zwangsläufig sehr teuer, da die ganzen Fugen ausgekratzt und frisch verfugt werden müssen.

Daher kann ich nur, aus Erfahrung, von einer solchen Maßnahme abraten.

Grüsse



Danke



Vielen Dank für die Hinweise. Na dann werden wir nur die hartgebrannten nehmen, nicht imprägnieren und mit entsprechender Neigung aufbringen.