Alte Türen vom Fachwerkhaus

02.01.2022 Bernhard

Alte Türen vom Fachwerkhaus

Liebe Mitstreiter.....
ich habe mich schon öfter an euch gewandt, weil ich zur Zeit ein altes Fachwerkhaus von 1848 sarniere. Nun bin ich von Hause aus eigentlich kein Handwerker, habe aber schon allerlei gemacht.
Das erste Zimmer im Haus ist nun auch komplett sarniert, mit neuen Stromkabeln, neuem Putz, neuem Fußboden und neuen Fenstern.
Nun gehts noch um die Türen: Die sind wohl so alt wie das Haus und ich bin im Zweifel, ob ich sie erhalten soll.
Ich habe also die Farbe einer Tür entfernt. Darunter kommt recht grobes und vermakeltes Holz zum Vorschein.

Meine Frage nun: Erhalten, oder ersetzen?
Ich bin eigentlich für das Erhalten, wüßte aber dann nicht, wie ich die Tür weiter behandeln soll. Ich dachte erst, man könnte die Tür vielleicht dunkel beizen, bin mir aber unsicher.
Hat das einer von euch schon mal gemacht?
Ich bräuchte dann auch Tipps, welches Material/Hersteller ich verwenden könnte.

Grüße
Bernhard



Unbedingt erhalten!



Die Tür ist in einem offenbar konstruktiv gutem Zustand. Neubauten in dieser Form kämen recht teuer. Irgendwelches billiges Baumarktgedöns passt von der Größe her nahezu nie in ein altes Haus und entwertet es optisch.

Die hässliche graue Farbe ging ja offenbar auch gut ab. Für's Holz würde ich als nächstes versuchen, den darunterliegenden Lack mit Spiritus und einem feinen Schleifvlies aus dem Malerbedarf abzuwaschen. Oft sind die ursprünglichen Oberflächen spirituslöslich. Danach könnte eine pigmentierte Öllasur dünn aufgetragen werden und den Farbton etwas ausgleichen. Auch ein dünner pigmentierter Schelllackanstrich kommt in Frage. Davon wird nicht jede Macke verschwinden, aber willst Du das denn wirklich? Diese Türen sind anscheinlich aus der Erbauungszeit und wertvolle Teile des Hauses.

Die Beschläge könnten mit feinen Bürsten entlackt werden. Das blanke Metall könnte mit einem Hartöl zum Korrosionsschutz dünn überwischt werden, oder auch mit einem anthrazitfarbenen Schmiedelack gestrichen werden. So oder so wären sie eine Zierde.

Grüße

Thomas



Türen überarbeiten



Hallo Thomas,

danke für diese wertvollen Tipps.
Ich denke, ich werde die Türen aufarbeiten, auch wenn dann echt viel Arbeit ist.
Die Türen sind ja entlackt. Auf dem Foto sieht man das rohe Holz. Dieses Holz ist aber total scheckig (kein Wunder, die Dinger sind ja auch sicher 150 Jahre alt oder älter. Einiges was da im Haus verwendet worden ist, stammt wohl noch von einem älteren Haus.... Wiederverwertung vom Feinsten.... das mag ich).
Nur wie bekomme ich das Scheckige weg. Ich werde es irgendwie überbeizen müssen, das ist schon sehr massiv.

Grüße Bernhard
PS.: Ich halte euch auf dem Laufenden, was meinen Fortschritt bei der Arbeit angeht.

...schrecklicher Rechtschreibfehler... es heißt natürlich sanieren...... peinlich für mich!



Versuche doch 'mal...



...mit Spiritus zu überwaschen. Außerdem mit Aceton und Terpentin.

Und meide Schleifpapier. Damit ruinierst Du die Profile.

Das ist noch kein pures Holz.

Der Farbton wirkt wie Eiche. Die Maserung eher wie Kiefer. Das Bild gibt es nicht 100%ig wieder. Ob auch Laugen zur Reinigung Verwendung finden können, wäre nach Feststellung der Holzart einfacher zu klären.

Grüße

Thomas



Laugen



Hallo Bernhard,

ich denke auch es gab mehrere Schichten verschiedener Lacke.
Du bist vor Ort und kannst einschätzen ob die Türen noch halbwegs dicht sind und schließen. Wenn möglich würde ich sie auch erhalten. Bedenke auch, wenn es keine Standardmaße sind, wird es schnell teuer mit neuen Türen.

Auf Grund meiner Erfahrungen würde ich laugen! (Nachteil könnte ggf. die resultierende Grauverfärbung sein).
Vorbereitung noch die dicke weiße Farbe entfernen. Ansonsten Natronlauge herstellen (Natriumhydroxid (NaOH) in Wasser lösen. Ist günstig. Gut schützen (Handschuhe, Brille, alte Sachen, ich habe meine Arme vorher gut eingecremt da sich Spritzer nicht immer vermeiden lassen). Türblatt ggf. vorher aushängen. Lauge aufbringen (Pinsel, Schwamm...) Kurz warten ~ 10min, dann mit Bürsten einmal drüber schubben und mit Wasser abspülen. Das mehrmals. Ggf. mit Essigwasser neutralisieren (gibt es Anleitungen im Netz dazu). Fad ich besser als nur Schleifen oder Beizen (die war schwer aufzutragen und schwer runter zu bekommen, dazu wenig effizient.) Das ist alles bezahlbar und ein Versuch wert. Ich habe so meine Treppe aufgearbeitet (Ochsenblut Farbreste lassen sich Quasi nicht schleifen) und auch die neuen Dielen für die Entsättigung gelaugt.

Grüße
Astrid



Alternativ



Die Tür würde ich auf jeden Fall erhalten. Allerdings kann es auch gut passen, wenn die Tür mit Ölfarbe gestrichen würde. Auch in den alten Häusern wurden mit ortsüblichen Farben Türen und Fassungen gestrichen. Es muss ja nicht bunt wie ein Weihnachtsbaum werden. Da würde ich mal ein paar Vergleichsbilder heranziehen oder jemanden von der unteren Denkmalbehörde fragen.

Es ist wohl ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass früher nur rohes und geöltes Holz in den Bauernhäusern vorhanden war.

Hinzu kommt, dass mit einer eher hellen Farben die Diele und die Zimmer etwas besser das Licht reflektieren und die Räume freundlicher werden.



Diese Tür jedenfalls...



...wirkt wie eine ursprünglich braun pigmentierte holzsichtige Tür.

Vor dem Laugen würde ich dringend empfehlen, erst einmal mit Lösemitteln zu testen. Und die Holzart zu klären. Sollte es Eiche sein, was anhand des Bildes nicht ganz ausgeschlossen werden kann, sind Laugen ungeeignet.

Soweit man mit Lösemitteln etwas erreicht, wird vermutlich sogar der Braunton nicht völlig verschwinden. Laugen wären mir hier das letzte Mittel, weil recht agressiv. Zudem: Blank hellhölzig war die Tür vermutlich nicht. Der Braunton passt zur Zeit.

Grüße

Thomas



Deplatzierte Äußerung



Vielleicht kann der Administrator die letzte Äußerung löschen. Schade das es immer wieder rücksichtslose Menschen gibt, die die Anonymität des Internets für solche rüden Äußerungen ausnutzen.

Hier allerdings aus ein "herzlichen Dank" für alle Teilnehmer, die mich hier so mit kontruktiven Tipps unterstützen.
Ich werde zuerst einmal versuchen, die Oberfläche mit einem Lösungsmittel zu bearbeiten. Abbeizen ist nicht so Meins. Das wäre die ultima ratio.

Grüße Bernhard