Alte Mühle sackt ab

27.04.2019



Hallo,
ich habe eine alte Mühle gekauft, die jedoch nicht mehr betrieben wird. Der Bachlauf wurde vor vielen Jahren stillgelegt und umgeleitet. Nun ist es so, dass das Haus an der Giebelseite, an der das Mühlrad war absackt. Im Obergeschoss läuft man buchstäblich abwärts. Auch senkt sich der Boden in der Küche, unter der einst das Mühlrad war. Der Schwellenbalken an besagter Giebelseite ist vergammelt und auch die beiden Eckständer sehen nicht gut aus. Meine Frage ist nun, wie ich am besten vorgehe. Soll ich das Fundament mit dem Bagger Freilegen und schauen was zutage tritt? Soll ich mit einer Wärmebildkamera arbeiten? Wie kann ich den oben liegenden Rahmen abstützen und bringt das überhaupt was? So viele Fragen. Und was wird das in etwas kosten?
Lg Jelena



Nein,



unter keinen Umständen legen Sie Fundamente frei, das tun Sie niemals.
Sie holen sich bitte einen Fachmann der sich das vor Ort ansieht.



Alte Mühle sackt ab



Warum darf man auf keinen Fall das Fundament freilegen?



Weil



Sie damit ein Tragwerksversagen provozieren. Kommt es wegen mangelnder Erdauflast zum Grundbruch führt das zu gravierenden Schäden bishin zum Einsturz.



wegbaggern ?



... weil dann Deine Mühle vermutlich erst recht absackt und vielleicht sogar kippt. Du möchtest doch, mußt erst einmal die genaue URSACHE wissen.?
Das sollen sich erst einmal mehrere gute Fachleute vom Zimmermann über Maurermeister bis zum Denkmalpflege-Architekten anschauen. Wenn das Fundament nicht mehr trägt, kannst Du es nicht einfach unbedarft frei baggern.!



Alte Mühle sackt ab



ok, das klingt nachvollziehbar. Was raten Sie mir? Welches Gewerk muss ich als erstes kommen lassen? Ich habe mit einem Ingenieurbüro gesprochen, die Bodenanalysen machen. Aber nur für die Analyse muss ich schon 2500.- Euro bezahlen.



Alte Mühle sackt ab



Es besteht kein Denkmalschutz für die Mühle.



Naja,



Geld wirds kosten. Planungsbüros finden Sie hier im Branchenbuch z.b. die bauhütte Mühlhausen



Alte Mühle sackt ab



Natürlich wird es Geld kosten. Ich werde mich mit dem Planungsbüro in Verbindung setzen. Vielen Dank



Eine Bodenanalyse



halte ich nicht unbedingt für nötig, wenn ich weiß, daß dort früher der Mühlbach floß. Als Planungsbüro für Fachwerk und Altbau kann ich auch Sixtus Hermanns in Bleicherode empfehlen



Steht die Mühle z.T. auf stark bindigen Boden?



Wenn der Bach nicht mehr da ist, wird vermutlich auch der Wasserspiegel im Boden gesunken sein. Ich vermute mal , wenn der Schiefstand nicht nur von den "nimmerda-Schwellen" stammt., dass die Mühle , zum Teil auf stark bindigen Boden steht. Je nach Anteil an Ton und Schluff(=Lehm) wirken diese Teile des Bodens wie ein Quellkörper, reduziert sich der Wassergehalt, schrumpft dieser und die Oberfläche sackt ein oder das Fundament sackt ein. Fraglich ist, ob der Boden schon halbwegs dauerhaft ein neues Gleichgewicht im Wasserhaushalt gefunden hat oder dieser Prozess noch andauert.
Wie lange gibt es den Mühlbach schon nicht mehr? Wie hoch steht das Grundwasser? Sie könnten z.b. bei dem kommunalen Wasserversorger in Erfahrung bringen wie sich der Grundwasserstand in den letzten Jahren verändert hat, oder die Bodeneigentümer über und an dem ehem. Bachlauf nach der Bodenzusammensetzung fragen. Ist der Wasserstand gesunken und der Boden bindig haben sie die Ursache. Haben sie ihrerseits evt. wasserableitende Maßnahmen getroffen? Flächenversiegelung, Drainage , Grundwasser angezapft etc.? Man könnte wenn o.g. Annahme zutrifft auch versuchen dem Boden wieder mehr Wasser zuzuführen durch Anlage von Regenwasserversickerungsbecken, Entfernen großer Bäume in dem Problembereich, Flächenentsiegelung. Das wären die preiswerten Lösungen.

Es gibt aber auch Firmen die durch Bodenverpressungen oder speziellen Injektionen Böden stabilisieren oder Fundamente sogar wieder anheben können. Diese Maßnahmen dürften locker im oberen 5stelligen Bereich anzusetzen sein.

Grundsätzlich sollten aber Schwellbalken und Ständer auch in Ordnung sein. Wenn der Schweller vielleicht mal ein Format von z.b. 18*26cm (wie an unserem Haus) hatte und jetzt nur noch die Hälfte vorhanden ist, senkt sich das darüberbefindliche Gebäude natürlich etwas ab und kann mit den Jahren einen ziemlich ausgeprägten Schiefstand bekommen.

Gruß
Det



Problematik einkreisen



Hallo

schon einiges ist mE richtig erwähnt … jedoch bleibt das ein Rumgestochere im Heuhaufen …

Eine Bodenanalyse halte ich auch nicht für nicht notwendig … Sie brauchen einen Spezialisten der die verschiedenen Ursachen erkennen kann … keinen Fachspezialisten, der nur einer ist auf seinem Gebiet … 

Ein Hauptthema wird das fehlende Wasser sein … das auch schon beschrieben wurde … 

Ihr Thema ist eine komplexe Angelegenheit … 

Wünsche Ihnen eine Gute Hand bei er Auswahl des "Generalisten" … 

Viel Erfolg

Florian Kurz



Nachfrage an Hr. Kurz



sie halten eine Bodenanalyse nicht für nicht notwendig, d.h. also für notwendig oder ist einmal "nicht" zuviel hineingerutscht ?

Gruß
Selle



Alte Mühle sackt ab



Vielen Dank für Ihre Ratschläge,

ich habe mittlerweile mit einem Architekten gesprochen, der ebenfalls das Fehlen des Wassers als Ursache vermutet. Ganz entspannt hat er mir nun geraten, dass ich einen Stab direkt neben die Hausecke in die Erde stecke und sowohl Stab als auch Hauswand markiere. Und dann soll ich das ein Jahr lang beobachten ob überhaupt noch Absackung stattfindet