Alte Dielenbretter aufarbeiten




Hallo an die Experten,

bei der Rekonstruktion meines Fachwerkhauses ( ca. 200 Jahre alt) wurden aus der unteren Etage die Dielenbretter ( 30 mm stark) geborgen. Diese sollen nun auf dem im Ausbau befindlichen Dachboden neu eingebaut werden.
Nun das Problem, auf den Brettern sind mehrere Lack-
schichten.
Welche Methode könnte man verwenden die Oberfläche wieder ansehnlich zu machen ?
1. Die Mühselige vor dem Einbau alles Abschleifen ( 70 qm ).
2. Die untere Seite abrichten und als neue Fläche nutzen.
3. Zu versuchen die Lackschichten mit der Abrichte abzunehmen, falls die Hobelmesser das vertragen sollten.

Wer hat damit Erfahrungen bzw. eine Idee ?

Grüße aus der Prignitz

dmin



Dielen, die II.



Wenn die Dielen von guter Qualität sind, die den Bearbeitungsaufwand rechtfertigen (heißt: jede Diele überprüfen):
1. nein, oder in Verbindung mit einem Zen-Retreat
2. im Prinzip machbar, allerdings haben die Bretter immer eine linke und eine rechte Seite, die je nach Einschnitt am Stamm nach oben oder unten schüsselt beim Trocknen. Es wird zwar bei Altholz keine große Rolle spielen, aber wenn die Dielen fachgerecht verlegt worden sind, liegt die "hohle" Seite immer unten und sollte auch nicht gedreht werden.
3. im Prinzip machbar. Freut den Schreiner nicht, weil er hohen Verschleiß am Hobelmessser hat. Entscheidend ist, ob Sie ihm garantieren können, das die Bretter zu 100% nagel- und schrauben- und sonstwie metallffrei sind.

Grundsätzlich lohnt sich ein solcher Aufwand finanziell nur bei sehr gutem Altmaterial. Aber bei 30mm bleiben hoffentlich noch 22-24mm übrig. Alles andere ist nicht mehr ernsthaft als Diele zu verwenden.



Der Aufwand...



...lohnt sich finanziell absolut nicht.

Aber wenn Sie das als Hobby begreifen wollen:
-neu besäumen
-neu nuten, Fremdfeder herstellen
-Verlegen
-im eingebauten Zustand schleifen
-zahlreiche Schadstellen kitten, weiterschleifen...

Die Hobelmesser vertragen sowas nicht, bei einem Versuch vor Jahren gingen auch HM-Messer sehr schnell in die Knie. Ich habe ca. 300m² ziemlich blauäuigig am eignen Haus überhobelt und umverlegt und kann nur abraten. Eine Materialschlacht, die viel Zeit frisst und letztlich eben nicht mehr als eine Nadelholzdielung liefert.

Grüße

Thomas



kleiner Trick



da gäbe es noch eine Möglichkeit. die alten Lacke lasen sich mit Löschkalk und Schmierseife (Linda neutral) lösen (laugen). Wenn dann die Schichten runter sind, mit Essig neutralisieren. Dann einbauen und die Oberfläche schleifen.
Mit freundlichem Gruß
M. Schmidt



Auch



Waschsodalauge wurde hier im Forum schon empfohlen und erfolgreich verwendet.



Ablaugen...



ist noch aufwändiger als Schleifen, und m.E. nur sinnvoll, wenn die abgewaschene Fläche so stehen bleibt. Sonst ist es einfach nur ein Arbeitsgang mehr.

Grüße

Thomas