Alte Dielen in Stilaltbau unterfüttern

11.04.2020 Andreas255220


Alte Dielen in Stilaltbau unterfüttern

Hallo zusammen,

ich möchte alte Dielen in einer Stilaltbauwohnung unterfüttern, da sich diese mitlerweile stark nach unten durchbiegen und es zu lautem knarzen bzw. quitschen kommt wenn man darüber läuft. Vor allem auf den typischen Laufwegen in der Wohnung knarzt es.

Die Fugen sind vertmutlich mit einer Paste vor mehr als 15 Jahren aufgegüllt worden. Diese bricht jetzt aber langsam heraus. Der Staubsauger saugt dann die Unterfütterung heraus.

Habt Ihr eine Idee wie ich
1) wieder eine Unterfütterung (Sand oder Granulat) unter die Dielen bringe ohne diese komplett abzunehmen. Ich hatte zwei Schreinereien zu Besuch, die vorschlugen kleine Löcher zu boren und dann einen "Bauschaum" unter die Dielen zu spritzen und die Löcher danach wieder zu verschliessen.
2) die Fugen wieder zu verschliessen (mit einer Holzpaste oder etwas anderes)

Es ist derzeit keine Option die Dielen komplett zu entfernen oder durch neue zu tauschen. Hier sagten auch beide Schreinereien, dass die Dielen aus Altersgründen vermutlich brechen würden. Sie sind zwischen 1 und 5 Meter lang und zwischen 20cm und 50cm breit.

Danke und Grüße Andreas



Oder so



Du hast zu 90 Prozent eine Zentralheizung

Sowieso wird nur gesaugt
Schön der alte Holzfußboden sichtbar
Währe bei mir auch so nicht einmal Teppich.

Sorry das ich dich enttäusche
Es ist falls du dich nicht mit der Geschichte auskennst Google Mal Stubensand
Die völlig falsche vorstellung.
Das kann der Boden nur wenn gute alte
Art gelebt wird der Boden ist kein Parkett
Und sollte Naß gereinigt werden.
Im Treppen Haus wird ja auch gewischt 1* die woche. Knarrt die Treppe?


So sorry benutze Schmierseife und wische deinen Boden wird kurzzeitig besser.
Kostet 1 bis 2€.bringt viel hört es nicht auf wird es Zeit für einen neuen Boden.(Teppich )
Teppich ist ja nicht ohne Grund Entwickelt worden.
Parkett mit Trittschall hat das Problem mit der Staubentwicklung Hausstaub Allergie

Die Fugenmasse lasse sie einfach fehlen
Und versucht sie loszuwerden

Fein Multi-master hat echt nützliche Werkzeuge und viel Spaß beim wischen.



Mein weg


Mein weg

Ich war beim Militär 2 Jahre dort lernte ich alles was dazugehört Ordnung Sauberkeit.

Ich wische alle Monat mein Wohnzimmer
Dielenboden mit kleinem Teppich
Jedesmal wenn ich wische dreht meine Frau schier durch der Boden ist mit Wasser gereinigt die Fugen laufen bald voll und viel Schmierseife.

Das geht aber bei dir nicht so richtig da ja deine Fugen zu sind.



Knarren von Dielen beseitigen



Die Nägel können mit einem passenden Durchschläger nach unten durchgeschlagen werden.
Dann kannst du die Dielen von Hand herausheben.

Die Auflagefläche säubern, ggf mit passendem Material auffüttern,
Rieselschutzpapier zwischen die Balken legen und mit Draht, Leiste o.ä. bis zur nächsten gelösten Diele schieben.

Du kannst auch einen Faden mit einem gebogenen Draht von Fuge zu Fuge unter den Brettern durchziehen
und zum Schluß einen Streifen Rieselschutzpapier, Folie etc daran befestigen und unter allen Dielen durchziehen.

Oder nur die am stärksten knarrenden Dielen lösen und dazwischen immer einige Dielen liegen lassen.

Anschließend die Bretter vorbohren und verschrauben.
Während des Bohrens und Schraubens auf das Brett stellen,
damit sich kein Bohrmehl unter das Brett schieben kann, was zur späteren Lockerung beiträgt.

Nagellöcher mit farblich passendem Holzkitt, Wachs oder Hartwachs auswachsen



Bevor...



...Du Dich mit all den sonderbaren empfohlenen Prozeduren beschäftigst, vielleicht etwas Bestandsaufnahme:

- Wie breit sind die Balken?
-Wie groß ist das lichte maß dazwischen?
-Wie dick sind die Dielen (bitte genau messen!)
-Gibt es einen Nut/Federverbund, oder liegen die Dielen stumpf beieinander?
-Wie breit sind die Fugen?
-Wie breit sind die Dielen?
-Schätze bitte das Raumklima ein.

Grüße

Thomas



Weitere Details



- Wie breit sind die Balken?
Wenn Du die Balken unter den Dielen meinst, dann sind diese zwischen 8 und 12cm breit. Ist allerdings schwierig zu messen

-Wie groß ist das lichte maß dazwischen?
Wenn Du damit den Abstand zwischen den Balken meinst dann liegt der ca. bei 35-40cm (also alle 45cm ist ein Nagel der die Diele am Balken festmacht)

-Wie dick sind die Dielen (bitte genau messen!)
ca 1,7-1,8cm

-Gibt es einen Nut/Federverbund, oder liegen die Dielen stumpf beieinander?
Die einzelnen Dielen sind nicht miteinander verbunden

-Wie breit sind die Fugen?
Das ist sehr unterschiedlich: es gibt welche mit 2-3mm und welche mit 1cm

-Wie breit sind die Dielen?
Auch das ist sehr unterschiedlich. Es gibt 15cm breite und auch ganz breite bis 50cm, der Durchschnitt liegt bei 20-30cm

-Schätze bitte das Raumklima ein.
Normaler Wohnraum: im Winter geheizt (20-21 Grad - keine Fussbodenheizung), im Sommer wenig bis gar nicht geheizt. Es handelt sich um Hochparterre in einem klassischen Altbau (BJ 1900), der Boden ist durch den Keller darunter immer leicht "Fusskalt"



Dann...



...kann ich leider keine umfassend erfreuliche Nachricht bieten.

Auffüllen durch Unterrieseln mit was auch immer ist zwecklos, weil das bisschen Spiel zum Knarren immer bleibt. Ausserdem: es wird auch weiter durch den Einschub rieseln. Die Dielen sind viel zu dünn, und auch des nicht vorhandenen Nut/Federverbundes wegen nicht erhaltbar. Die einzig sinnvolle und nachhaltige Lösung ist deshalb die Entfernung der Dielen und die Neuverlegung neuer Dielen im NUT/Federverbund.

Wenn der Aufwand nicht so wichtig ist und Du an Deiner bisherigen Dielenoptik hängst, können diese selbstverständlich schonend ausgebaut werden (da wollen Deine lokalen Schreiner nicht 'ran, deshalb behaupten sie, die Dielen würden brechen). Da die Dielen aber statisch nicht hinreichend tragfähig sind, braucht's eine 22er OSB-Platte darunter (nivellierte Verlegung), darauf kannst Du Deine alten Dielen verschrauben. Aufwand leider mehr als doppelt so hoch wie die Neuverlegung einer einfachen neuen Nadelholzdiele auf die Balken. Und ggf. käme der Boden ja dann zu hoch?

Knarren werden nicht die Dielen durch Reibung aneinander. Vielmehr haben die Dielen Spiel an den Hälsen der Nägel und knarren da. Im Laufe seines Nagellebens zieht sich der Nagel etwas durch das Arbeiten des Holzes und die Bewegung der hier sehr dünnen Dielen. Eine bedingte und zeitlich begrenzte Verbesserung könnte also mit Nachschlagen der Nägel UND vollflächigem Schrauben mit Teilgewindeschrauben erzielt werden. Empfehlung: Dielenschrauben wie SPAX oder Dresselhaus, 3,5 x 55mm. Die Schraubenköpfe sind klein, ähnlich Nagelköpfe. Versenkt verschraubt lässt sich das ganz gut zukitten.

Grüße

Thomas



Fußboden unter Dielen dämmen



Wenn’s wegen darunterliegendem Keller fußkalt ist würde ich zumindest ein Brett wie beschrieben lösen, dann den genauen Unterbau feststellen, Dämmung einbringen und Dielen wieder befestigen.
Wenn die Dielen so dünn sind wie du schreibst wurden sie offenbar schon mehrfach abgeschliffen.

Solltest du jetzt genügend Zeit haben:
alle Dielen lösen,
die Fugen und Balkenoberkante säubern
Dämmung einbringen (Holzfaserplatte, Perlite, Zellulose etc)
Rieselschutzpapier o.ä darüber verlegen
Dielen abhängig von Holz- und Raumfeuchtigkeit dicht zusammenschieben und verschrauben
An der Seite wo es weniger auffällt (wegen der reduzierten Fugenbreite) ein neues Brett einfügen.
Sollten die Bretter zu dünn sein vor der Befestigung eine neue durchgehende Tragschicht auf die Balken schrauben- zB Dreischichtplatten C/C.



Wohnsituation



handelt es sich um eine Mietwohnung?



Das ist...



...eine berechtigte Frage.

Im Übrigen:

"Rieselschutzpapier o.ä darüber verlegen"

Sofern sich die Stilaltbauwohnung im Bereich des irdischen Gravitationsfeldes befindet, rieselt Dreck, Schüttung, Brotgekrümel und auch der Tobak aus der schlechtgedrehten Tüte nach UNTEN. Einen Rieselschutz verlegt man deshalb AUF einen Einschub, und UNTER all die Dinge, die da ggf. auf den Einschub geschüttet werden oder von alleine den Weg dahin finden.

Grüße

Thomas



Ja, bei einer Neuverlegung



käme der Boden zu hoch. Es passt zwar mit den Türen, da ist genug Platz, aber der Dielenboden geht direkt über auf altes Eichenparkett in anderen Räumen. Beide sind vermutlich 100 Jahre in der Wohnung und mehrere Male abgeschliffen worden. Wenn ich die Dielen neu aufbauen würde, dann wären die zu hoch und man müsste sich einen „Übergang“ zum Parkett überlegen.

Aber erstmal Danke für die ganzen Tipps, ich werden mir das nochmal genau anschauen.

Viele Grüße



Den Unterschied...



...zwischen 18 und 27mm könnte man im Schwellenbereich noch ganz gut kompensieren.

Aber ein Unterboden und darauf die Altdielung, das ist damit natürlich vom Tisch.

Und, ganz klar, bei jeder Neuverlegung sollte im Balkenzwischenraum gedämmt werden.

Viel Erfolg

Thomas



Dielenboden sanieren



Da ein Staubsauger die Gravitation (zumindest in der Wirkung, wenn auch nicht physikalisch) beabsichtigterweise umdreht ist gegen Staub aus dem Untergrund und bei breiten Fugen oben aufgelegtes Rieselschutzpapier o.ä. eine durchaus sinnvolle Maßnahme.

Wenn die Dielen nicht zu stark durchbiegen kannst du die natürlich belassen-
die Frage ist welchen Aufwand du betreiben willst und was primär erreicht werden soll.

Wenn sowohl Staub, Durchbiegung und Knarren beseitigt und die bisherige Optik erhalten bleiben soll müßte eine neue Tragschicht verlegt werden.
Die Höhe der Unterkonstruktion kann um diese abgesenkt werden- entweder Unterlagshölzer o.ä. reduzieren, Balken abhobeln/ absägen oder neues KVH verlegen.

Zuerst durch Lösen eines Brettes den genauen Unterbau feststellen und dann entscheiden was möglich ist.

Wie groß ist die gesamte Fläche des betreffenden Fußbodens?
Nimm noch ein Foto des ganzen Raums mit Weitwinkel auf.



So und nun ich nochmals



Versuch doch erstmal Schmierseife.
Kostet fast nix und bringt etwas linderrung. Du kannst auf einen neuen Boden sparen. Und zeitversetzt entscheiden mache es doch wenn deine Frau Frühjahrsputz macht was verlierst du. 1-²€ und etwas Zeit

Anbei die Baumberatung wahr spitze.
Und kann in meinen Augen kaum verbessert werden



Einiges ist noch schleierhaft



die Frage nach der Mietwohnung ist noch offen.
Der Beitragsstarter schreibt, dass sich die Dielen " stark" nach unten durchbiegen, gibt aber den Balkenabstand mit 35-40 cm an. Selbst wenn die Dielen nur 18 mm haben, sollte das eigentlich nicht passieren. Wenn die Balkendimension nicht eindeutig bekannt ist, würde ich nicht zu einem Abhobeln der Tragkonstruktion raten. Eine genaue Bestandsaufnahme ist unbedingt nötig.
Ach ja, die Gravitation läßt sich nicht umdrehen, jedenfalls nicht mit einem Staubsauger.



Dielenboden sanieren



Wenn’ die Dielen tatsächlich schon bei der geringen Spannweite stark durchbiegen sind sie vermutlich dünner als angegeben.
Als dauerhafte Sanierung bleibt dann ohnehin nur das Aufnehmen des kompletten Bodens und
- Entweder neue Dielen verlegen
- bei gewünschter Wiederverwendung die vorhandenen Dielen auf eine neue Tragschicht
aufschrauben oder wie Parkett verkleben.
Dazu muß die Unterkonstruktion bei gleicher Endhöhe reduziert werden,
entweder vorhandene Hölzer in der Höhe reduzieren oder neue, niedrigere verwenden.
- ggf bei feuchtem Keller Dampfbremse unterlegen, Höhe zB mit Gummigranulatstreifen nivellieren, Dämmung einbringen.
Als Tragschicht Rauhspunddielen, ESB-Platten, Dreischichtplatten o.ä.ab ca 18 mm verwenden.
Verklebung der Dielen mit der Tragschicht erhöht die Tragfähigkeit.

Nach erfolgter Sanierung entspricht der Boden technisch einem neuen bei alter Optik



Den Rieselschutz...



...kann man aber nur nach Demontage und Wiedermontage der Dielung einbauen. Das erscheint anhand der Fakten (zu dünn, kein N/F-Verbund) aber als sinnlos.

Bei einer fachgerecht neu eingebauten Dielung (dann mit N/F) wird es keine Spalten in der Art und Weise geben, daß die Dielen aus Nut und Feder trocknen.

Insofern ist der Rieselschutz AUF der Schüttung entweder nicht ausführbar oder funktionslos. Klingt eher wie ein Armutszeugnis verlegerischen Unvermögens.

@ Pope

Mangelnder Höhenausgleich auf diffusen Balkenoberkanten könnte Teil des Problems sein.

@ Lars sp

Völliger Unsinn! Weder mit Schmierseife noch mit Wischwasser kann der Fugenabstand verringert werden - wenn man nicht Bauschäden provozieren will. (Größere) Fugen in älteren Dielenböden sind darauf zurückzuführen, daß die Bretter mit einer höheren als der optimalen Holzfeuchte eingebaut wurden (luftfeucht statt technisch getrocknet), durch den Wechsel der Heizungsart in Verbindung mit Verringererung der Luftfeuchtigkeit, frühere Wassereinbrüche durch Bauschäden etc.

Grüße

Thomas



Dielenboden sanieren



Unter welchen Bedingungen Rieselschutz sinnvoll ist wurde ja schon weiter oben beschrieben.
Wenn es bei der auch von mir beschriebenen Sanierung keine Fugen mehr geben kann entfällt der Rieselschutz ohnehin.

Mangelnder Höhenausgleich AUF vorhandenen Balken -also zwischen Unterkonstruktion und Dielen- wird kaum vorkommen.
Balkenoberseiten wurden ja auch früher schon begradigt, um hier keinen Höhenausgleich vornehmen zu müssen-
der ist unter einzelnen Brettern ohnenhin kaum vorstellbar und praktisch umsetzbar.



Noch ein paar Infos


Noch ein paar Infos

Es handelt sich um eine Eigentumswohnung, deswegen kann zur richtigen Zeit auch durchaus mal etwas Aufwand betrieben werden. Aktuell möchten wir aber nicht 2 Zimmer ausräumen und eine riesen Baustelle in der Wohnung aufmachen.

Ich muss meine Aussage zu "stark durchbiegen" korrigieren. Damit meine ich, dass die Dielen gefühlt nachgeben wenn man darüber läuft. In Millimeter ausgedrückt reden wir von ca. 0,5-1mm. Und das ist auch nur an manchen Dielen der Fall und nicht im gesamten Raum. Es gibt typische Laufflächen und dort ist das an 25% der Dielen der Fall. Deshalb meine ursprüngliche Idee nur diese Dielen zu "unterfüttern", da es an diesen Stellen durch die fehlende Fugenmasse und den Staubsauger vermutlich zu einem Verlust an Dämmung darunter gekommen ist. Da das Objekt unter Denkmalschutz steht ist vertmutlich ein entfernen der alten Dielen und Einbau neuer Dielen nicht möglich/erlaubt. Mir wurde auch von den beiden Schreinern gesagt, dass neue Dielen sehr symetrisch sind und keine (!) unterschiedlichen Breiten haben. Außerdem wie schon beschrieben müsste ich sonst einen Höhenausgleich herstellen zum verklebten alten Eichenparkett, was möglich aber nicht favorisiert ist.

Vielleicht finde ich ja einen guten Schreiner, der mir vereinzelte Dielen abnimmt um diese zu unterfüttern. Ich fand auch den Vorschlag der Verschraubung gut. Danke dafür. Und vielleicht macht auch ein Umstieg auf Besen (plus Nassreinigung) Sinn. Der Staubsauger ist halt praktischer ;)

Danke auf jeden Fall



Dielen verschrauben



Sag deinen Tischlern besser dass sie die Nägel durchschlagen sollen, was für die Dielen am schonensten ist
und nicht zu dünne Schrauben mit kleinen Schraubenköpfen verwenden,
da die weniger Halt geben und bei Belastung eher nachgeben können.
Besser 4 x 55 bis 4 x 60 mm Schrauben verwenden und nicht unbedingt regelmäßig in einer Reihe verschrauben, da das mehr auffällt. Schraubenlöcher kannst du auch mit dunklem Wachs ausfüllen- dann siehts eher wie ein Ast aus oder sowohl holzfarbenes wie dunkles Wachs verwenden.



Also wirklich, Herr T.!



"Mangelnder Höhenausgleich AUF vorhandenen Balken -also zwischen Unterkonstruktion und Dielen- wird kaum vorkommen.
Balkenoberseiten wurden ja auch früher schon begradigt, um hier keinen Höhenausgleich vornehmen zu müssen-
der ist unter einzelnen Brettern ohnenhin kaum vorstellbar und praktisch umsetzbar. "

Daß Sie gerade jetzt Ihr Vorstellungsvermögen verlässt, das ist schon verwunderlich, nach einer stattlichen Anzahl massiv phantasieschwangerer Postings Ihrerseits durch die Jahre. Zum ersten gibt und gab es den Ausgleichsbedarf durchaus, gefühlt 1000 Anfragen exakt hier in diesem Forum zeugen davon. Beileibe nicht alle davon werden durch spätere Senkungen der tragenden Wände angeregt. Auch "begradigte" Balkenoberseiten waren ja nicht immer gerade. Und blieben das auch oft nicht. Selbst was 'mal gerade war, neigte gerne zum Verdrehen. Darüber hinaus hängt selbst KVH, und vielmehr noch mindergut sortiertes Holz vergangener Jahrhunderte, in der Mitte halt durch. Ein weiteres Erfordernis für den Ausgleich älterer Dielen (stumpf gestoßen) konnte auch dadurch entstehen, daß diese von Hause aus schon nicht exakt dieselbe Stärke hatten. Merke: Die Walzenschleifmaschine zur Behebung von Unebenheiten trat erst spät auf. Vorher war der exakte Ausgleich bei der Verlegung zur Erzielung einer planen Oberfläche das kleinere Übel.

Was Sie sich nicht vorstellen können und also auch nie gesehen haben, war aber aus realem Erfordernis und einfacher Umsetzbarkeit wegen durchaus Praxis - nämlich der Höhenausgleich zwischen Balken und Dielung. Zu diesem Zwecke wurde , oft praktiziert sowohl bei der Verlegung von Dielung als auch von Tafelparkett, vor Ort aus Restholz ein passender Span (hier als "Spleissen" bezeichnet) abgespalten und so untergekeilt, daß sich das Richtscheit freute. Mit dem Nagel wurde das Nivellierholz dann an seiner Stelle fixiert. Hat der Nagel aber 'mal nicht getroffen oder das Holz spaltete auf, konnte da etwas verrutschen. Das war es denn, was ich mit meiner Antwort an Pope meinte.

Wie im Übrigen soll der Fragesteller NICHT in einer Reihe verschrauben, wo doch die Balken darunter, dem üblichen Verständnis von einem Balken folgend, sehr wohl gerade liegen? Die schon vorhandenen Nagelreihen entsprechen der historischen Anmutung. Schraubt man mit kleinen Schraubenkopf der Dielenschrauben im Zentimeterabstand daneben, stört das noch am wenigsten.

Herr T. , Sie habe von der Materie keine tiefergehende Ahnung. Aus mir unbekannter Motivation schreiben Sie aber nicht nur über Sachen, von denen Sie keine hinlängliche Kenntnis haben, Sie erteilen darüber hinaus auch Ratschläge, deren Befolgung leicht die alten Bauschäden durch neue und vielleicht auch schwerwiegendere ersetzt, darüber hinaus Kosten produziert, die keinem Nutzen gegenüberstehen. Wenn hier Jemand (mal ganz allgemein formuliert) mit dem Horizont eines Hausmeisters und der Phantasie eines Münchhausens daherfabuliert, provoziert das eine Breitseite. Das ist (bitteschön) nicht persönlich zu verstehen. Die (in allen Foren anzutreffenden) Spinner sind mir egal. Ich würde aber gern mit meinen bescheidenen Mitteln verhindern, daß die vielen in diesem starkfrequentiertem und mir am Herzen liegenden Forum (meist) stillen Mitleser derartigen Unsinn glauben oder gar umsetzen.

Dafür ist der Bestand unserer alten und bewahrenswerten Häuser einfach zu schade.

Herzlichst

Thomas Böhme



Lieber Fragesteller,



noch einige Anmerkungen:

Sie verbrennen Geld, wenn Sie Tischler, die Furcht davor haben die Dielen zu zerbrechen, diese ausbauen lassen. Diese verstehen nichts von alten Dielen, oder sie wollen den Auftrag nicht. Ferner irren diese, wenn sie behaupten, es gäbe nur gleichbreite Dielen. Das ist der Baumarkthorizont, über den sie nicht springen können. Sie verbrennen auch deshalb Geld, weil Ihre Dielen nicht zu "unterfüttern" sind. Auf eine bewegliche Schüttung können Sie keine Last ablegen, und selbst wenn Sie bis zu den Einschubbrettern graben, auch diese sollen nicht belastet werden.

Und wenn die teildemontierten Dielen dann wieder drin sind, haben sie, dank mangelnder Feinnivellierung, die vorher nur im Schwingen auftretenden Höhenunterschiede immer. Schleifen aber können Sie die dünnen Dielen nicht mehr.

Sie hatten nie Dämmung unter der Dielung, und erst recht keine lasttragende. Die kann der Staubsauger also nicht entfernt haben. Meist sind da nur ein Lehmverstrich auf dem Einschub, ein paar Putzreste und etwas Sand. Das Ganze sollte dem Brandschutz dienen, nicht der Stützung der Dielen.

Sie schreiben ja selbst, das Schwingen der Bretter sei minimal - was ich bei dem kurzen Balkenabstand auch gern glaube. Das wird sich, trotz Unterbastelungen, nicht ändern, und die Dielen knarren weiter am Nagelhals. Eine (Teil) Demontage ist also sinnlos.

Das empfohlene Nachschrauben ist als temporärer Behelf gedacht und wird das Knarren vermutlich stark reduzieren oder auch beheben. Ob es auf Dauer hilft, ist aber fraglich, und die Dielen werden davon nicht dicker. Eine Neuverlegung der Dielung ist im Übrigen dem Denkmalamt allermeist egal, selten werden dazu Auflagen erteilt. Fragen hilft :-)

Grüße

Thomas



Dielenboden Sanierung



Ein Dielenboden auf freitragenden Balken ist kaum mit einer in kurzem Abstand unterfütterten Unterkonstruktion auf einer Decke zu vergleichen und eine Abweichung zusätzlicher Verschraubung von der geraden Linie ist im Rahmen der Unterkonstruktionsbreite durchaus möglich und sinnvoll.
Historisch ist die vorhandene Nagelreihe, nicht aber die geschraubte Reparaturverbindung.
Und da ich in den letzten Jahrzehnten schon tausende qm Dielen- und Parkettböden geplant, gelegt, saniert und für Versicherungen u.a. begutachtet habe und neben der Meisterausbildung an einer Unzahl von themenbezogenen, Seminaren, Vorträgen und Fortbildungen teilgenommen habe gehe ich einfach mal davon aus, entsprechend qualifiziert zu sein-
es gibt eben wie immer im Leben nicht nur die eigene, vermeintlich einzig richtige Antwort.
Eine begründete Darstellung der eigenen Position kann sicher zur Klarheit beitragen. Permanent andere für unqualifiziert darzustellen hilft allenfalls dem eigenen Ego
aber auch in diesem Fall nicht mehr dem Fragesteller mit seinen Problemen,
um die es in diesem Forum doch primär geht.
Also vielleicht versuchsweise sich nur auf die eigentliche Fragestellung beziehen,
wozu wir fachlich doch in der Lage sein sollten.



Na,



was schrieb der Fragesteller:

"- Wie breit sind die Balken?
Wenn Du die Balken unter den Dielen meinst, dann sind diese zwischen 8 und 12cm breit. Ist allerdings schwierig zu messen

-Wie groß ist das lichte maß dazwischen?
Wenn Du damit den Abstand zwischen den Balken meinst dann liegt der ca. bei 35-40cm (also alle 45cm ist ein Nagel der die Diele am Balken festmacht)"

Jetzt hat er da Balken.Nix im kurzem Abstand Unterfüttertes auf einer (nicht vorhandenen) Decke. Zu sehen ist die historische Nagelreihe. Fragwürdige Nachunterfütterungen nach Teildemontagen können das eingangs geschilderte Problem denn wohl eher auch nicht lösen.

Im Übrigen steht Ihre behauptete Expertise in deutlichem Widerspruch zu dem, was Sie hier schreiben. Trotz unzähliger Schulungen. Real existierende alte Verlege- (und Ausgleichs! -) Techniken kamen da wohl nicht vor. War's am Ende nur Vertretergesülz?

"Also vielleicht versuchsweise sich nur auf die eigentliche Fragestellung beziehen,
wozu wir fachlich doch in der Lage sein sollten. "

Genau das habe ich getan. Und: Es gibt kein "Wir".

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Den Einen ruft die Baustelle, den Anderen vielleicht das bauliche Wolkenkuckucksheim?

Eine schöne Nachosterzeit wünscht allerseits

Thomas