Altbausanierung 1907 / Neuer Küchenbodenaufbau auf Erdreich

22.08.2018 Kneb



Guten Morgen liebe Community,

wie die meisten Hobbyhandwerker erkundigt man sich im ersten Moment bei auftretenden Fragen über Google nach geeigneten Möglichkeiten und stellt dann in relativ kurzer Zeit fest, dass es für die eigentliche Problemstellung zahlreiche Lösungsvorschläge gibt die Vorteile aber auch Nachteile bieten und man schlussendlich genauso schlau ist wie zuvor (auch hier im Forum).

Kurz zu mir:
Zusammen mit meiner Freundin renovieren wir derzeit einen Altbau aus dem Jahr 1907 inkl. Anbau aus dem Jahr 1920. Dies erfolgt fast alles ausschließlich in Eigenarbeit (nur Wasser und Heizung werden von Fachpersonal gemacht, Strom mach ich als gelernter Elektrotechniker selbst). Für die meisten auftretenden "Probleme" wie: "da wurde kein Tür-/Fenstersturz eingebaut, hier ist der Boden schief, etc." konnten wir bislang immer eine "für uns" passende Lösung finden. Nun stehen wir aber vor dem folgenden Problem:

In einem Raum im Altbau von 1907 wurde der Boden (wie damals üblich) ohne Bodenblatte auf dem Erdreich mit Balken aufgebaut. Da diese nun aber nicht mehr im besten Zustand befinden und hier später eine Küche mit Bodenheizung eingebaut werden soll, muss ein neuer Untergrund her. Bei meiner Recherche in den letzten Tagen habe ich Abstand von einer nachträglichen Bodenplatte genommen. Gibt sicherlich Gründe die dafür sprechen würden aber wohl auch genug die ebenso dagegen sprechen. Mein Plan für Bodenaufbau sieht derzeit wie folgt aus:

7) Estrich
6) Trägerplatte Fußbodenheizung
5) Ausgleichsschicht
4) PE-Folie
3) Schaumglassschotter mit Versorgungsleitungen
2) Geotextil
1) Erdreich

Für mich wäre hierzu eine zweite Meinung wichtig, ob dieser Aufbau sinnvoll wäre oder man noch etwas anderes berücksichtigen sollte. Ebenso ist mir bewusst, dass man im Normalfall auch immer eine Fachperson hinzuziehen sollte. Da wir aber mit geringem Budget arbeiten haben wir uns dagegen entschieden.

Was vielleicht auch noch wichtig ist, dass gesamte Haus wurde vor Jahren von außen mit einer Holzschicht versehen und dient als zusätzliche Isolierung und Wetterschutz.

Ich freue mich auf hoffentlich bestätigende Rückmeldungen ;)

Mit freundlichen Grüßen
Ben



Standard



Ich glaube Herr Böttcher hat hier in den letzten Jahren eine Art "Standard" etabliert. Sauberkeitsschicht - Abdichtung - Isolierung - Estrich (mit FBH). Wie bekommen sie die Schichten aus Schüttung und Ausgleichsschicht nivelliert. Wenn die nicht gebunden sind, wird es schwer darauf etwas zu Verlegen was eben sein soll.

Mir hat der Estrichleger Styropor Leichtbeton als Isolierung und Einbettung für die Leitungen empfohlen. Da muss nichts mehr nivelliert werden, funktioniert ohne Abdichtung aber nur bei trockenen Untergründen. Auch beim Hersteller habe ich da nichts zur Abdichtung gefunden. Bei mir hält es schon seit gut 2 Jahren ohne dass sich Risse in den Fliesen oder am Wandanschluss zeigen. Bei mir ist aber der Sonderfall, dass der Untergrund wirklich trocken ist. Darauf kam nach 3 Tagen eine Schrenzlage aus PE Folie und darauf Zementestrich. Wenn ich die Materialkosten und meine Rechnung vergleiche, denke ich dass ich gut daran getan habe diese Arbeit vom Profi machen zu lassen.



welche Höhe hast Du zur Verfügung



Du mußt auch immer bedenken welche Höhe Du zur Verfügung hast. Und die Styroporplatten müssen auch eine Druckfestigkeit haben



Vielen Dank.



Vielen Dnak für die schnellen Rückmeldungen.
Das mit der Festigkeit des Bodens kann ich nachvollziehen.

Bzgl. der Feuchtigkeit: Es gab wohl vor Jahren einmal eine Feuchtigkeitsproblem in diesem Raum, welches wohl aber aus einem Leck einer Wasserleitung resultierte. Derzeit sieht es so aus, als würde der Untergrund relativ trocken sein. Handelt sich jedoch um Lehmboden der von sich aus immer etwas feuchter ist.

Mir wurde halt gesagt, dass der Aufbau auf einer Schicht Schaumglassschotter bei feuchteren Böden sinnvoll wäre und vorallem in der Altbausanierung immer mehr genutzt würde.
Spricht generell etwas gegen Schaumglassschotter als erste Schicht?
Wenn nicht, wäre es denkbar nach der PE-Folie eine 5 cm dicke Sauberkeitsschicht einzuführen und dann den weiterne Bodenaufbau vorzunehmen um mehr Festigkeit zu erreichen?

7) Estrich
6) Trägerplatte Fußbodenheizung
*5) Sauberkeitsschicht 5 cm
4) PE-Folie
3) Schaumglassschotter mit Versorgungsleitungen
2) Geotextil
1) Erdreich

Vielen Dank.


Ben



Masse



Noch einmal zur Höhe. Ich hätte nicht gewagt einen halben Meter auszuschachten. Schaumglassschotter braucht relativ viel Höhe und bei mir wäre dann das Fundament instabil geworden. Bei meinem Haus bestand das Fundament besonders an den Innenwänden aus mehr oder wenig planmäßig geschichteten Steinen. Ich würde bei einem alten Haus auch nur ungern bis zur Fundamentunterkante graben wollen. Gerade ohne genaue Untersuchung wäre mir das zu gefährlich.

Das andere was gegen deine neue Version spricht ist die hohe Trägheit. Mit Sauberkeitsschicht und Estrich hast du dann 10 cm Beton über der Isolierung, der von der Fußbodenheizung erwärmt werden muss.

Gehen tut alles, aber du sprichst in deinem ersten Post von Sparen. Dann dafür recht viel Material herauszugraben und wieder neues hineinzufüllen passt nicht zusammen. Es funktioniert bestimmt, aber der Aufwand erscheint mir etwas hoch.

Ich habe bei mir nur die Balken entfernt und den Estrich bzw. die lockere Schüttung dazwischen. Das waren etwa 25-30 cm. Den festen Boden, habe ich belassen und direkt darauf die Wasserleitungen gelegt. Darauf gebundene Schüttung. Schaumglas ist da sicher weit besser als das von mir gewählte Styropor. Das lässt sich sicher auch in Eigenarbeit erledigen.



Fußbodenaufbau



Ich halte den Standardaufbau von Georg Böttcher als die günstigste/brauchbarste Variante...einfach, kostengünstig und in den meisten Punkten stressfrei als Heimwerker umsetzbar...

Schaumglasschotter mag interessant sein, aber ich halte den in diesem Fall für rausgeworfenes Geld - ich sehe den Einsatz eher da, wo aufgrund hoher Lasten die üblichen Dämmungen eher ans Ende kommen



Stört etwas?



Ich glaube irgendetwas stört Dich an den Aufbau des Bauings Georg Böttchers, was ist das?



Guten Morgen...



Guten Morgen,

nein wirklich was stören tut mich nichts an der vorgeschlagen Lösung.
Ich glaube wenn man sich über Wochen durchs Netz gearbeitet hat um nach einer Lösung zu suchen und dann auf eine wohlmögliche gestoßen ist, bleibt man immer erst einmal skeptisch. ;)
Aber ich werde mich auf das vorgeschlagene Prinzip

Sauberkeitsschicht
Abdichtung
Isolierung
Estrich

einlassen.

Ich berichte dann nochmal von meinen Erfahrungen :)
Vielen Dank für eure Hilfe.