Altbaurenovierung mit oder ohne Architekten?

18.10.2021 Thorben


Meine Frau und ich haben eine 90m2 Altbauwohnung gekauft und würden gerne den Raumzuschnitt in der Wohnung verändern. Wir haben dazu mit einer CAD-Software schon ein bißchen rumgemalt und eine recht klare Idee, was wir machen wollen. Wir wollen unter anderem das Badezimmer vergrößern und dazu müssen Abflussrohre verlegt werden.
Wir haben von Freunden einen Handwerkertrupp empfohlen bekommen und meine Frage ist jetzt, wie läuft sowas normalerweise.? Brauchen wir noch einen Architekten oder eine Art Bauleiter, der die Arbeit kontrolliert und das "Große Ganze" im Auge behält, oder ist das bei weniger komplexen Projekten nicht notwendig? Und wie läuft das mit dem Bezahlen, ist es überhaupt noch irgendwo üblich nach Stunden zu bezahlen oder spricht man vorab einen Paketpreis ab? Gibt es noch Dinge, die wir bedenken und beachten müssen?

Vielen Dank!



Architekt sicher sinnvoll



Hallo ihr Beiden,

ich halte die Unterstützung eines Architekten auf alle Fälle für sinnvoll.

Erstens ist zu klären, ob Wände die entfernt oder versetzt werden sollen, eine statische Funktion haben. Ähnlich verhält es sich mit den Abwasserrohren ein Abflussrohr DN100 lässt sich nicht so einfach in einer Decke verziehen.
Zweitens ist zu klären welche rechtlichen Probleme auftreten mit der Eigentümergemeinschaft auftreten können.



Moin,



Zum einen ändern Sie den Grundris Ihrer Wohnung, hierbei handelt es sich um ein genehigungspflichtiges Vorhaben und dafür benötigen Sie einen Vorlageberechtigten.
Weiterhin muss dem Ganzen die Eigentümergemeinschaft zustimmen und ob die einem Schwarzbau zustimmt ist zweifelhaft.

Lassen Sie sich beraten, holen Sie sich ein paar Angebote ein, FW - erfahrene Planer findet Ihr hier.Die Abrechnung erfolgt noch HOAI der entsprechenden Leistungsphasen.
Das ist aber auch kein Hexenwrrk, deshalb beraten lassen.


Frohes schaffen



Architekt nötig



Moin,meiner meinung nach ist für solche Projekte ganz sicher ein Architekt nötig.
wie meine Vorredner schon sagten ,allein für den Papierkrieg mit den Ämtern und auch als Ansprechpartner für die Handwerker und letztendlich auch als Qualitätskontrolle.
Wenn ihr einen Handwerkertrupp habt der sich auf einen Festpreis einlässt und Ihr am ende auch die Arbeit in der Qualitätsstufe erhalten habt wie gewünscht dann ist ja alles gut aber die Erfahrung sagt mir mit Handwerkern im Stundenlohn bekommt man bessere Arbeit .
Vorausgesetzt die verstehen ihr Handwerk..
Und man hat einen Architekten der denen auf die Finger schaut.
Immer wenn man Festpreise machen soll dann gibts vom Handwerker halt nur soviel Arbeit wie Nötig..
Im Stundenlohn bekommt man halt meistens das Bessere Ergebnis,
aber das ist nur meine Persönliche einschätzung.
gutes gelingen wünscht Flakes..



was ich so im täglichen leben auf den Baustellen erlebe



ist, das die Architekten zu 90% nicht ihren Pflichten nicht nachkommen.....und selten Ahnung von der Materie haben.
normalerweise sollte ein Architekt min 2 mal pro Woche auf der Baustelle anzutreffen sein....anders kann er seiner Pflicht die Arbeiten zu kontrollieren gar nicht nachkommen.
nur in der Realität kommt das selten vor.

ich bezweifle das für solch "kleine" Projekte sich ein Architekt finden wird , es sei denn Geld spielt keine Rolle und es wird sich für den Architekten lohen das Projekt durchzuführen.

"Handwerkertrupp von Freunden empfohlen ..." hört sich schwer nach einer osteuropäischen Kolonne an ..alles aus einer Hand.
ich kenn sowas....ein Paar Jahre später dürfen es Fachfirmen wieder richten.
ich will die Kolonnen nicht schlecht reden, aber mit einer Gewährleistung siehts oft schlecht aus weil keiner greifbar ist .

in meinen Augen macht es mehr sinn sich einen Sachverständigen/Gutachter zu rate zu holen der die Arbeiten aktiv überwacht....

meine Meinung



Empfohlene Handwerker



Ein von Freunden empfohlener Handwerker ist jedenfalls eine größere Chance gute Ergebnisse zu erhalten, als irgendeinen Fremden/Unbekannten zu beauftragen. Unabhängig davon ob es sich um einen ausländischen oder inländischen Handwerker handelt. Es gibt auch unter den deutschen (Meister-)Betrieben zu viele Pfuscher und Knorzer. Nicht umsonst ist die Mund-zu-Mund-Propaganda die beste Werbung für eine Firma.
Und was das Thema Gewährleistung angeht, nur so viel: Auch so manche deutsche Firmen melden gerne Insolvenz an wenn/weil sie zu viel Mist gebaut haben, um aus der Gewährleistung raus zu sein, machen dann aber einfach unter anderem Namen weiter.
So ist meine langjährige Baustellenerfahrung.