Altbau, Fußboden Aufbau mit Schaum- Glasschotter




Hallo Community,
Habe einen alten Bauernhof Baujahr 1748 gekauft. Im Erdgeschoss ist unter dem jetzigen Fußboden direkt das Erdreich. Da mir als 2 m Mann die Stockhöhe eh schon knapp ist und wir auch noch Fußbodenheizung einbauen wollen müssen wir wohl oder übel nach unten.
Nun zu meiner Frage:
Ich habe mich schon länger mit dem Thema Glasschotter/ Glasschaumschotter beschäftigt. Mein Plan wäre:
Das alte Erdreich um ca. 35cm abtragen. Dann mit 20cm Glasschotter auffüllen, natürlich eingebettet in Geotextil. Darauf wieder ein Geotextil und dann mit 2-3cm Splitt leichte Unebenheiten ausgleichen. Darauf will ich eine Folie legen und dann mir System dämmplatten und Fußbodenheizung auslegen. Oben drauf soll Trockenestrich verlegt werden und darauf der Endbelag.
Problem ist nur der Boden unter dem Haus und ums Haus ist nicht gerade der trockenste. Habe nun schon mit mehreren Baustoffhändlern, Maurern und Architekten geredet und jeder sagt etwas anderes.
Natürlich die Hersteller vom Glasschaumschotter wollen verkaufen und sagen der Aufbau funktioniert so.

Hat jemand vielleicht mit einem ähnlichen Aufbau und Problemen Erfahrung gemacht und kann mir einen guten Rat geben?

Ich freue mich auf hilfreiche Tipps und Erfahrungen
Gruß Jürgen



Dämmung bei Feuchtigkeit



Bei solchen Verhältnissen würde ich ausschachten soweit dies die Fundamente zulassen.
Den Boden nivellieren, verdichten, evt eine PE-Folie auflegen, seitlich hochziehen und darauf eine ca 6-10 cm dicke Estrich-/Betonschicht aufbringen und glatt abziehen.
Dieser Schicht ist es völlig egal ob sie feucht oder naß ist- Nässe schadet ihr nicht.

Darauf erst die Feuchtigkeitssperre:
Bitumenschweißbahnen, EPDM-Folie, Katja Sprint etc.

Soweit notwendig zur genauen Nivellierung Schüttung aufbringen.

Darauf zur Dämmung, je nach ökologischem Anspruch:
Kork-, PUR/PIR-, XPS-,Holzfaser-, Glasschaumplatten etc.

Dann den Trockenestrich Verlegen oder zB Creaton- Trockenestrich aus Tonplatten.

Ich würde eher eine Holzunterkonstruktion mit Schüttdämmung, wie Zellulose, Perlite, Kork etc verlegen und darauf Holzdielen, die von Natur aus fußwarm und elastisch sind.
Bei der Raumhöhe würde ich jeden cm ausnutzen und alles was nicht der Dämmung dient weglassen.
Glasschaumschotter ist in manchen Fällen sinnvoll- hier halte ich es für vezchtbar und wenig hilfreich- der Dämmwert ist zu schlecht und auf eine kapillarbrechende Schicht kann man verzichten, wenn ohnehin alle Wände im Feuchten stehen und der Estrich feuchteunempfindlich ist.
Andreas Teich



Vielleicht was anderes


Vielleicht was anderes

Bei mir wurde zementgebundener Styroporestrich eingebracht (Fischer oder Weber). Das war ein Vorschlag des Estrichlegers. Bei etwa 20 cm Dicke reicht die Isolation für EnEv aus. Die Schicht funktioniert gleichzeitig als Sauberkeitsschicht. Da muss man vielleicht nicht ganz so tief graben und die eigenen Fundamente untergraben. Ich habe auch nicht bis direkt an die Wände gegraben, da diese teilweise kein Fundament hatten sondern nur auf Sparbeton (Estrich) gegründet waren. Folie (PE) wurde dann nur zwischen Styroporestrich und Zementestrich eingebracht.

Ich muss aber auch sagen, dass mein Haus auf einem Sockel steht und ich deshalb nicht mit drückendem Wasser rechnen muss. Für 3 Zimmer mit zusammen 32 qm hat der Estrichleger je Schicht einen halben Tag gebraucht.

Der Bauphysiker sah keine Probleme mit dem Aufbau.

Gruß Herbert



Fußbodenaufbau



ca. 5-8 cm Sauberkeitsschicht,
Abdichtung,
ca. 80 bis 100 mm Dämmung,
25 mm Trockenestrich oder Dielung,
alternativ ca. 60 mm Heizestrich und Belag.
Das macht zusammen ca. 160 bis 220 mm Aufbauhöhe, je nach konkreter Auslegung. Maximale Schachttiefe ist Oberkante Fundament.



Vielen Dank für die schnellen Antworten



Danke an Andreas Teich, Herbet und Georg Böttcher,
Vielen Dank für Ihre schnellen Antworten und Vorschläge.
In diesen Fall werde ich wohl eher wieder vom glasschotter Abstand halten. Ich bin froh über so ehrliche Tipps.
Werde jetzt voraussichtlich erstmal alles ausschachten und schauen wie tief ich runter komme und dann entscheiden was ich mache.
Wenn aber noch jemand einen Tipp oder eine Idee hat bitte trotzdem mitteilen.
Ich danke euch allen, echt super.

Gruß Jürgen