Altbau Bj1900 Keller sanieren

05.04.2016 MarcS



Ich bin Eigentümer eines Altbaus Bj 1900. der Keller ist feucht und ich möchte das verbessern. Ich versuche möglichst viel selber zu machen um die Kosten niedrig zu halten.
Das Haus ist in leichter Hanglage. Auf der Seite mit dem höchsten Erdniveau befindet sich etwa 2/3 des Kellerraumes (ab Kellerboden gemessen) unter der Erde. Dort befinden sich Kellerräume.
Im Bereich des niedrigsten Erdniveaus (ungefähr die Hälfte des Gebäudes) ist das Erdniveau auf Kellerboden-Höhe. In diesem Bereich wurde im letzten Sommer vom Vorbesitzer bereits auf einer Seite des Hauses aufgegraben, ins Fundament eine Horizontalsperre mit Injektionsprinzip eingebracht und das Fundament aussen isoliert. Dieser Bereich ist absolut trocken. Geund war ganz leichte Feuchtigkeit in einer Ecke dieser Souterrain Wohnung. Zumindest in diesem Bereich ist unter dem Kellerboden ein etwa 30cm hoher Hohlraum. Mit der Kamera konnte ich Ziegelsteinpfeiler erkennen. Hier wurden jetzt Lichtschächte zur Belüftung dieses Hohlraums eingesetzt.
In diesem Sommer möchte ich mir den Bereich der Kellerräume vornehmen. Bei einem 60cm Probeaushub war nur eine sehr dünne Bitumenschicht oder Farbe sichtbar. Die Mauer besteht aus Ziegelstein. Ich möchte jetzt bis unter das Fundament aufgraben und diesen Bereich von aussen abdichten und ggf sogar im Bereich unter der Erde Isolieren (oberirdisch wg Denkmalschutz nicht). Von innen möchte ich unten eine Horizontalsperre injizieren. Dazu plane ich derzeit wegen Preis und guten Bewertungen Oktavil zu verwenden.

Die Wand ist 60cm stark und an der Aussenmauer etwas feucht. Es tropft aber nicht. Die Fugen bröseln. Für die Verarbeitung mit Oktavil wollte ich die ersten beiden Fugenreihen mit Sperrmörtel neu verfugen. Die anderen Fugen so lassen, an den Stellen wo Putz noch vorhanden ist diese. Entfernen. Dann ein Jahr trocknen lassen und im nächsten Jahr komplett verfugen. Falls dort auch ein Hohlraum-Fundament zum Vorschein kommt würde ich weitere kleine Lichtschächte einfügen
Das Erdniveau werde ich teilweise senken. Im abgesenkten Bereich möchte ich noch eine. kellerraum zur Wohnung hinzufügen. Dort möchte ich dann auch verputzen.
Derzeit ist über der Keller-Aussentüre ein Gitter und am anderen Ende ein Kellerfenster welchen im Winter geschlossen und im Sommer offen war. Wie ich hier gelesen habe genau verkehrt herum... Ich möchte hier evtl irgendwas wie einen solarbetriebenen Lüfter einbauen und die Belüftung zu verbessern. Die Kellerdecke ist nicht gedämmt, davor hätte ich wegen Feuchtigkeit auch etwas Respekt.
Was sagt Ihr zum grundsätzlichen Vorgehen? Ist es ok Horizontalsperre und Aussenabdichtung zu machen? Kann ich zumindest in dem Bereich wo neuer Wohnraum entsteht unter der Erde isolieren oder besser nicht? Schaden die zwei Fugenreihen mit Sperrmörtel sehr, die für die Horizontalsperre empfohlen werden?
Gibt es eine offizielle Webseite mit Empfehlungen zur Sanierung?
Vielen Dank schonmal Vorab für Eure Hilfe!



Ist alles was machbar ist auch notwendig?



Abdichtungsarbeiten: Ist alles, was machbar ist, auch wirklich notwendig?

Vom Sollen und Können des (Ab)Dichtens
Abdichtungen und Wärmedämmungen - sowohl von außen, als auch im Querschnitt - sind bei Neubauten unerläßlich. Bei Altbauinstandsetzungen sollte zumindest eine Trennung des Wandquerschnitts zwischen Keller und Erdgeschoß gegen aufsteigende Feuchte hergestellt werden, eine Maßnahme, die nicht nur der Optik (Putzschäden) zugute kommt, sondern auch Energie sparen hilft!
Ob ein solches Unterfangen jedoch auch im Kellerbereich eines Gebäudes obligatorisch ist, muß von Fall zu Fall genau geprüft werden.
Bei Abdichtungsplanungen auf dem Gebiet der Altbauinstandsetzung heißt es immer wieder: „Wenn wir schon dabei sind, dann machen wir’s doch gleich gescheit“. Dann wird der alte (und durchaus nicht immer zutreffende) Spruch zitiert, daß die Ursache für Feuchtigkeit im Keller stets von außen eindringendes Wasser sei. Und so wird fleißig von außen aufgegraben, abgedichtet, wärmegedämmt, geschützt und wieder verfüllt - und dabei eines völlig außer acht gelassen: das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Denn zunächst bleibt innen der „alte“ Zustand bestehen. Es müssen die Oberflächen erneuert werden. Dies bedeutet in der Regel alten salzbelasteten und sehr oft schimmelpilzbefallenen Putz abschlagen und durch Sanierputz ersetzen.
Bei Bauobjekten, in das tatsächlich Wasser von außen eindringt, ist es oft ratsam, an allen eindeutig kritischen Stellen aufzugraben. Außerdem sind alle möglichen Fehlerquellen abzustellen, wie zum Beispiel eine undichte Wasserleitung reparieren oder auch ein schadhaftes Regenablaufrohr.
Der Baustoff macht’s
Zu unterscheiden ist zunächst, ob ein Gebäude in Ziegelbauweise oder aus Beton gebaut wurde. Im ersten Fall ist zu überprüfen ob jemals zuvor Wasser in den Keller eingedrungen ist und, sollte dies der Fall sein, wie hoch der Wasserstand war und wie hoch der mögliche Grundwasserspiegel ist. Sollte der Grundwasserspiegel in einem kritischen Bereich liegen, ist zu überlegen, ob die Nutzung eines solchen Kellerraums generell eingeschränkt werden muß.
Trotzdem gibt es Möglichkeiten, selbst solche feuchtigkeitgefährdeten Keller hochwertig zu nutzen - solange einige Schutzmaßnahmen vollzogen werden.
Abdichtungen von innen
Hier bietet sich zum Beispiel die Möglichkeit einer innenliegenden Drainanlage an, so daß an einer Stelle das Wasser gesammelt und von dort abgepumpt werden kann. (siehe auch Systembeschreibung für das I-Bau Saniersystem Nr.13)
Ist in einem Keller zuvor noch nie Wasser eingedrungen, kann davon ausgegangen werden, daß diesbezüglich auch in Zukunft kein ernsthaftes Problem entstehen wird.
Die Oberflächen solcher Keller können aber dennoch starke Feuchteschäden aufweisen, was die alte Mär von den ausschließlich von außen eindringendem Wasser herrührenden Feuchteschäden, widerlegt. Ursache für solche Schäden ist vielmehr die Tatsache, daß die Außenwände von außen nicht ausreichend abgedichtet und /oder wärmegedämmt sind. Wenn es dadurch zu einer Durchfeuchtung des Ziegels kommt, wird die Wärmeleitfähigkeit erhöht - und dann spielt die Tauwasserbildung eine ganz erhebliche Rolle.
Gute Wärmeleitfähigkeit bedeutet schlechte Wärmedämmung!
Wird die Luftfeuchtigkeit nicht gemindert, führt dies zu einer weiteren Durchfeuchtung und zu einer Verschlimmerung der Schäden, was wir in unserem Artikel „Sinn und Unsinn einer Mauertrockenlegung „klar zum Ausdruck gebracht haben. *Bereits i.d. Südd. Zeitung (Planen und Bauen) erschienen
Es ist durchaus möglich, die Feuchtigkeit im Keller durch einen Luftentfeuchter mit ausreichend hoher Kapazität soweit abzusenken, daß eine ausreichende Nutzung der Kellerräume möglich wird.
Eine positive Ergänzung ist die Abdichtung der Außenwände an ihrer Innenseite, so daß die Feuchtigkeitszufuhr durch die Außenwand eingeschränkt wird. Erfahrungsgemäß ist es ausreichend, die Außenmauern und ca. 1,5 bis 2 Meter der einbindenden Zwischenwände abzudichten. Dies kann ohne weiteres mit wasserdichten Putzen und mit sogenannten Sanierputzen erreicht werden. Aber auch andere Abdichtungen, wie beispielsweise das I-bau-System - eine Konstruktion aus einer wasserdichten, dampfundurchlässigen Noppenfolie und einem Putzträger sowie einen wärmedämmenden Putz auf der Oberseite -,gewährleisten, daß keine Feuchtigkeit mehr von der Außenseite in den Raum gelangen kann.
Man ist heute durchaus in der Lage, auch mit anderen Maßnahmen, nur von der Innenseite ausreichend trockene Oberflächen herzustellen, und dies ist in der Regel weitaus kostengünstiger als von außen abzudichten.
Bitte auf meiner Homepage weiterlesen.



Sinn & Unsinn



Hallo Herr Bromm,

vielen Dank für Ihre Antwort. Könnten Sie mir bitte noch Ihre Webseite nennen, dann werde ich mir die Infos dort durchlesen.
Vor einer wasserdichten Isolierung auf der Innenseite habe ich großen Respekt, weil ich eine Verlagerung ins Erdgeschoss befürchten würde.
Das Aufgraben und von außen isolieren ist eigentlich beschlossene Sache. Wenn ich Sie richtig verstehe sagen sie auch nur, dass es evtl nicht notwendig ist aber nicht schadet.
Es klingt aber auch so, dass es evtl sinnvoll wäre den gesamten Außenwandbereich mit Styrodur zu dämmen.

Eine Hebeanlage ist aus meiner Sicht nicht notwendig, es drückt keine Feuchtigkeit durch den Kellerboden (wahrscheinlich wegen einem Hohlraum unter dem Kellerboden).

Ich würde mich aber freuen noch etwas Feedback zu meiner geplanten Vorgehensweise zu bekommen. Schadet das Verfugen der unteren zwei Fugenreihen mit Sperrmörtel? Gibt es hier im Forum Erfahrungswerte mit Octavil oder einer vergleichbaren Injektionsflüssigkeit die selber verarbeitet werden kann?



Fundament untergraben



würde ich unterlassen, es droht Grundbruch. Auch ist es sinnfrei, in das Fundament eine Horizontalsperre einzubringen, auch es von außen zu isolieren. Das Fundament trägt die Gebäudeauflasten in den Untergrund ab, es liegt in der Natur der Sache, das es feucht ist. Die Kellerwände können vertikal gegen Feuchtigkeit gesperrt und auch isoliert werden. Ob eine Horizontalsperre auf Höhe des Kellerfußbodens wirksam ist? Ich habs machen lassen, einen Haufen Geld bezahlt und gebracht hat es nichts, weil ich gar keine aufsteigende Feuchte im Keller hatte, sondern die Wände durch Kondensat und hygroskopische Feuchte naß waren.



Fußbodenaufbau



http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/fussboeden.html



Herr Marc, nun wenn schon vorher feststeht was Sie machen wollen, ..


Herr Marc, nun wenn schon vorher feststeht was Sie machen wollen, ..

..dann braucht man doch keinen Rat mehr einholen!
Hat Ihnen denn niemand gesagt, dass Sie beim Verfüllen und Verdichten der Baugrube möglicherweise den Auflagerbereich und somit auch die Außenwand schädigen können?
Es wäre schon bei Betonanschlüssen (auch mit einer Bewehrung) ein gewisses Risiko, aber erst Recht mit einen Konglomerat aus unterschiedlichen Natursteinen und mehr oder weniger losen Mörtelverbund.
Es geht hier auch nicht nur um das was Sie machen wollen sondern es sollten auch andere Leser von der möglichen Gefahr gewarnt werden.
Und weiter schreiben Sie von Feuchte die ins Erdgeschoß aufsteigt, ja wer erzählt Ihnen denn solchen Nonsens?
Ich habe auch noch nie geschrieben aussen eine Dämmung mit Styrodur anzubringen. Dieser Hinweis ist genauso falsch als wie ich jemand dazu raten würde einen Bierkrug innen abzudichten nur weil im Sommer dieser außen nass wird.
Da würde auch kein Styrodur an der Innenseite helfen!
Und zu guter Letzt - nehmen Sie das auf was Herr Pope geschrieben hat ernst, rausgeschmissenes Geld.