Altbau Baujahr 1914 oder doch lieber was neueres?

21.10.2015 Svena



Hallo Fachwerk.de-Community,

ich habe mich hier angemeldet, weil wir uns ein Haus kaufen wollen.
Wir haben natürlich schon fleißig geschaut und auch 3 Kandidaten gefunden. Die Häuser werden diese bzw. nächste Woche auch angeschaut, aber trotzdem bin ich unschlüssig...
Wir werden wohl mit meinem Schwiegervater zusammen etwas suchen, bei dem eine kleine Wohnung für ihn abfällt. Ich entschuldige mich schon Mal, sollte das jetzt ein halber Roman werden ;)


Zum ersten wäre es ein Haus Baujahr 1966, bei dem bis auf die üblichen Renovierungsarbeiten(Streichen, Böden) und zwei neue Bäder wahrscheinlich nichts gemacht werden muss. Es hat 2 Wohnungen und einen Keller plus 500 qm Grund.
Preis 125.000 €

Das Zweite wäre ein Haus Baujahr 1988, mit einem Nebengebäude von 1900. Hier muss wahrscheinlich auch einiges gemacht werden... vielleicht fällt sogar eine Umfangreiche Sanierung an.
Preis 69.000 €

Das dritte ist ein sog. Bauernsacherl, also ein altes Bauernhaus, von 1914 mit etwas mehr als 2.000 qm Grund.
Dieses Haus hat laut Ausschreibung eine Solaranlage zur Wasseraufbereitung, Erschließungskosten sind gezahlt, Stromversorgung ist ebenfalls da. Auf dem Grundstück dürfte sogar noch ein Einfamilienhaus gebaut werden. 83 qm Wohnfläche und 150 qm Nutzfläche(evtl. umbaubar zu Wohnfläche?).
Es kann derzeit nicht bewohnt werden, weil das Gebäude entkernt wurde.
Preis 79.000 €


Nun zu uns:
Unsere Familien sind handwerklich sehr begabt und sind zum Großteil beruflich im Handwerk tätig. An der Übung sollte es also nicht scheitern :) Wir haben einen Maurer, einen Spengler, einen Schlosser und einen Schreiner, sowie einen Elektriker-Meister zur Hand. Wir würden so viel wie möglich selbst machen oder eben mit der Hilfe unserer Verwandten und Freunde.

Wie gesagt, mein Mann und ich sind uns unschlüssig, was wir tun sollen. Käme das Bauernhaus in Frage, weil die Bausubstanz und der Dachstuhl noch in gutem Zustand sind, wär ich der ganzen Arbeit und Schufterei keinesfalls abgeneigt. Mein Mann hätte lieber etwas, wo er sich quasi nur ins gemachte Nest setzen muss, wenn es allerdings sein muss, dann packt er natürlich mit an.
Ich finde den Gedanken schön, aus dem alten Bauernhaus etwas zu machen, das einem selbst gehört und das man mit seinen eigenen Händen so auf die Beine gestellt hat, das seinen eigenen Charme hat.
Andererseits muss ich doch grübeln, wer entkernt ein Haus und verkauft es dann? Eine Entkernung ist ja nicht nur Arbeit sondern auch ein Haufen Geld. Kann also sein, dass irgendwas nicht stimmt, muss aber nicht...

Mit wie viel an zusätzlichen Kosten müssten wir denn rechnen, wenn es wirklich das Bauernsacherl werden würde? Habt ihr da ungefähre Angaben für mich?
Mein Vater schätzt die Kosten, mit Kaufpreis, auf gute 100.000 €, aber dann ist auch noch viel zu machen, aber damit könnte ich leben, solange ein Bad und Fleck für's Bett da ist. Etwas fließend Wasser wäre auch gut.
Mein Mann und ich verbringen bisher 12 Wochenenden der Sommerzeit auf Mittelalterlagern, wir sind also schlechtes Wetter, Kälte und Dreck gewohnt. An dem soll's nicht scheitern. Wir tauschen dann nur die Ruhe der Lager gegen lärmende Maschinen und nicht enden wollende Arbeit ein.
Wir werden wohl Heizung, Wasser- und Strominstallation, neue Fenster und Haustür(en) brauchen. Ich denke, dass auch der Boden des zweiten Stockes eingezogen werden müsste. Es müssten ein paar Wände gezogen werden. Vielleicht muss auch das Dach neu eingedeckt oder auch größere Teile ausgebessert werden. Das kommt auf den Zustand des Hauses an.

Wenn ich bedenke, dass bei den anderen beiden Möglichkeiten noch etliches gemacht werden muss, dann wäre mir das Bauernsacherl fast schon lieber, da muss ich wenigstens nichts mehr rausreißen, sondern nur noch ausbauen. Im Endeffekt, denke ich, kommen wir auf die gleichen Kosten, egal was wir nehmen.

150.000 € werden wohl überall gerade so reichen?


Selbstverständlich würde ich mich nach der Besichtigung der Häuser nochmal melden und nochmal ein Paar Infos rausrücken. Ich denke, dass die Termine diese und nächste Woche durch sind.

In diesem Sinne: Bauernsacherl oder doch lieber was "Neues" ?

Liebe Grüße
Svena



Eine solche Entscheidung



wird Euch niemand abnehmen, zumal wir die Häuser nicht besichtigen können.
Alle Entscheidungen und Ratschläge sind und bleiben subjektiv.



Du darfst



die Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Notar und evtl. Makler nicht vergessen.

Sanierungskosten liegen ca. zwischen 600€ und 1500€ pro qm², je nach Eigenleistung.

Bei den ersten beiden Häusern müsstet Ihr mit unliebsamen Überraschungen rechnen, die richtig ins Geld gehen können.
Vor allem, bei ein Haus, Bj. 1988 für 69000€, wäre ich sehr skeptisch.

Das Bauersacherl hört sich interessant an :-)
Magst ein paar Fotos nachreichen?

Grüße



Danke für die Antworten :)



Das Haus für 69.000 € ist schon weg, so schnell konnten wir da gar nicht anrufen, wegen nem Besichtigungstermin.
Dafür gibt es einen weiteren Kandidaten von 1900, das schaut auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht aus! Wurde auch erst 2000 saniert. Aber wohl nur eine der zwei Etagen. Aber das muss man sich erst mal anschauen.

Das hab ich auch schon gelesen, dass bei Häusern BJ60~85 einige böse Überraschungen mit drin sein können... Dementsprechend bin ich eher von solchen Häusern abgeneigt.

Wenn ich nächstes Wochenende den Termin mit dem Makler hab, werd' ich definitiv einige Fotos vom Bauernsacherl machen :) In der Ausschreibung ist ja leider nur die Außenansicht drin, wobei die auch noch relativ gut aussieht.
Egal was es wird, ich rechne mal hauptsächlich mit Eigenleistung. Die ganzen Handwerker können und wollen wir uns auch einerseits gar nicht leisten.
2000 qm Grund wären schon interessant, vor allem, wenn zwei Parteien mit 3 großen Hunden einziehen sollen. Da was brauchbares zu finden dauert schon seine Zeit.

Die Nebenkosten werden auf keinen Fall vergessen und großzügig mit eingerechnet :)