Acryllack und Spachtelmasse radikal aus Fassade entfernen oder Schritt für Schritt?

18.11.2018 ScheffesHus



Hallo, dies ist mein erster Post nach langem Mitlesen hier. Bin Miteigentüber eines mit-geerbten Fachwerkhauses aus dem Jahr 1756 geworden, bei dem meine größte Sorge gerade der Fassade gilt abseits der Schlagregenseite, die verschiefert ist. Im Sichtfachwerk gibt es zunehmend Risse in Fugen und Gefache, in Einzelfällen auch in den Balken (siehe Fotoausschnitt). Leider sind bei der ursprünglichen Sanierung 1985 die üblichen Problem-Materialien zur Anwendung gekommen sind (Acrylatfarbe auf Lehmgefache und auf einzelne ausgemauerte Gefache, Acryllack auf Eichenbalken, Rissspachtel,...). Bei einer Überarbeitung 2011 wurde zwar in einigen Bereichen der Altanstrich entfernt und durch Leinöl ersetzt, trotzdem aber auch wieder Risspachtel und Acryl-Fugenmasse verwendet. Dass das alles höchst problematisch ist, ist mir mittlerweile klar. Die Reaktionen der Handwerker sehr unterschiedlich und reichen bislang vom Vorschlag, einfach nochmal komplett Acrylfarbe drüberzustreichen *argh* bis zur kompletten Fassadensanierung.

Wie würdet ihr prinzipiell in einem solchen Fall vorgehen? Erst genauere Messungen und Proben durchführen? Die Fassade schnellstmöglich komplett von Acryllack und Spachtelmasse befreien und mit Leinöl neu streichen, ggfs. morsches Holz dabei entfernen? Einzelne Stellen, an denen sich Risse bilden, als Problemstellen mit Priorität angehen und ansonsten bis zur nächsten Großsanierung warten?

Wie viel Eile ist hier geboten, nachdem das ganze Problem ja offenbar schon seit 1985 existiert?

Bin sehr gespannt auf Antworten zu diesem ersten Post von mir, nachdem ich lange nur (zum Lernen) mitgelesen habe. Vielen Dank schonmal fürs Lesen!



Wetter



wie ist die "Wetterbelastung" an diesem Fassadenbereich?
Würde mal sagen, das wenn da nicht wirklich regen hinkommt, sehe ich es nicht sooo schlimm...
Nicht falsch verstehen, bin ein absoluter Acryl Gegner ;-)
Meine Eltern haben jedoch ein Fachwerkhaus von 1800. Dies wurde vor 20 Jahren mit Acryl usw an der Nordwand "verspachtelt". Bis heute sehen wir keine Schäden vom Holz. Haben den Giebel schon mehrmals intensiv nach Schäden untersucht. Wobei ich sagen muss, das es bei uns nicht so schlimm von den Abplatzungen usw. aussieht.



Das Wetter ist ja nur die eine Seite...



Hallo Philipp, danke für deine Meinung. Die Schlagregenseite des Hauses ist verschiefert und die Regenbelastung liegt an den Sichtfachwerk-Seiten bei uns im Rahmen. Mich sorgt am meisten, dass aus den Innenräumen Feuchtigkeit ins Gefache dringt und das Tauwasser sich schön in den Fugen des Spachtels oder halt im Spachtel selbst festsetzen könnte, da die Farbe ja die Diffusion nach außen blockiert (wie es mit eventueller Rückdiffusion nach innen aussieht, ist für mich auch noch eine offene Frage).

Wie genau habt ihr denn euren Giebel nach Schäden untersucht? Habt ihr einfach geklopft, gebohrt oder stellenweise den Acryllack entfernt, um mehr sehen zu können, oder wie?



Meine Erfahrung



Meine Erfahrung über die Jahre hat gezeigt das all diese zugeschmiere mit irgendwelchen Acryl oder Silikon etc nichts am Fachwerk zu suchen hat. Runter mit dem Kram und einen anständigen Kaseinanstrich drauf.
Nach der Farbentfernung Risse überprüfen und mit diffusionsoffene Material verschließen.
Da hier keiner das Objekt gesehen hat werde ich hier weiter nichts zum Thema schreiben.
Hellsehen kann keiner . Fachmann vor Ort holen und eine Bestandsaufnahme aller Schäden vornehmen .
Dann Punkt für Punkt abarbeiten.