Abwasser - Kanalisation

20.09.2010



Hallo,

Vor unserem Haus wurde ein Abwasseranschluss gelegt. Die Höhendifferenz zwischen Haus an an der Straße liegendem Anschluss beträgt 4,0 cm. Die Länge der Abwasserleitung zum Hausanschluss wären 20 m. Das ergäbe ein Gefälle von 0,2 %. In Fachveröffentlichungen lese ich von einem Gefälle von 1-2 %. In Veröffentlichungen über Kanalisation lese ich von einem Gefälle ab 0,1 %, bei einem Rohrdurchmesser von 200 mm. Wenn ich nun bis zum hausseitigen Anschluss das Abwasserrohr (ankommend 180 mm Durchmesser) im gleichen Durchmesser von der Straße hinführe, reicht das Gefälle dann aus. Man sagt doch, dass eher ein zu starkes Gefälle dazu führe, dass das Wasser abfließe, ohne die Substanz zu transportieren. Da müsste doch ein sehr geringes Gefälle nur positiv sein, oder?

maecht





Das Mindestgefälle beträgt laut DIN EN 12056-2 1% pro METER!!! Dieses ist dringend einzuhalten da ein kleineres Gefälle nicht ausreicht um alle Fäkalien zu transportieren. Zur Not muß eine Abwasserhebeanlage eingesetzt werden.
Frage: Bis wohin haben Sie denn gemessen- bis Kellerboden oder Unterkante Kellerdecke?
Hier kann man noch ein paar cm gewinnen.
Sie schreiben hier auch nicht um was es für ein Haus geht! Punkt 1: DN 200 wird erst ab einer Hausgröße ab ca.10 Wohneinheiten benötigt
Punkt 2: wenn Ihre Fallleitungen nicht größer als DN 100 sind benötigen Sie einen Abwasseranschluß von DN 125 max. ( wenn ein weiterer An- oder Ausbau geplant ist) DN 150.
Je kleiner man die DN wählen kann umso höher wird dann auch das Gefälle.
Wo steht denn das Haus, es gibt einige Entwässerungsbetriebe welche einfach mal versuchen so groß wie möglich anzubinden. Je größer die Leitung umso mehr Geld!
Bei weiteren Fragen einfach pn oder 0172-3745730
MfG
Kistenkay





Hallo Herr Kistenkay!,
vielen Dank für diese deutlichen Hinweise! Das Haus steht in Polen in der Neumark in einem Dorf. Wir nutzen das zur Zeit nur im Sommer. Aber ich möchte es so ausbauen, dass perspektivisch ganzjahriges komfortables Wohnen möglich sein wird. Deswegen mache ich mir vorher so viele Gedanken, ich will ja die Sachen nicht zweimal machen oder machen lassen. Wie gesagt, Handwerker und Fachleute werden sich schon finden, aber ich muss und will denen dann genau sagen können, wie was gemacht werden muss! Es handelt sich also um ein Einfamilienhaus und das Abwasseraufkommen wird demnach kein ewig rauschender Bach sein und eine Badewanne existiert ebenfalls nicht.
Ob ich noch ein paar cm gewinnen kann, muss ich mir noch mal genau anschauen. Das Rohr ist nicht genau an der Unterkante der Kellerdecke, weil es vorher ein Zimmer unterquert und hier waren die baulichen Gegebenheiten durch die Mauerbeschaffenheit so, dass ein anderer "Ausweg" nicht nötig war, zumal damals, als das gemacht wurde, von der Kanalisation noch absolut keine Rede war. Dass der Kanalisationanschluss straßenseitig so hoch liegt, hat mich total entsetzt. Hier haben die Praktiker den Plan absolut nicht eingehalten, aber mit dem Fakt müssen wir nun leben. Ich muss da wirklich noch mal Kosten-Nutzen abwägen und würde mir gern eine Hebeanlage sparen, zumal eine innerhäusliche den entscheidenden Nachteil hätte, dass bei Stromausfall (was auch schon ab und zu mal vorgekommen ist dort) die Bedürfnisse außerhäuslich erledigt werden müssten, weil dies ja nur einen ziemlich kleinen Sammelbehälter hat.
Wenn natürlich alles Kombinieren nicht zum Erfolg führt, dann müssen wir eben eine Hebeanlage installieren. Doch bis jetzt bin ich noch auf der Suche nach Wegen, um diese zu vermeiden.





Dann lieber das Rohr im Haus neu verlegen. Passive Entwässerung ist bei Dickflüssigem immer besser, und eine Abwasserhebe, die streikt, ist nicht sehr lustig.
Abwasserleitungen sind bezüglich Einfrieren nicht heikel, d.h. man kommt mit wenig Überdeckung aus (bei KG-Rohren aber aufpassen, wenn die Fläche befahren wird).
Wenn Sie die Dusche oder Badewanne nicht im Erdgeschoss vorsehen oder diese etwas erhöhen können, (das ist wegen dem Bodenablauf der tiefste Ablauf), dann können Sie mit dem Ablaufrohr praktisch ebenerdig raus. An der Aussenseite der Wand bitte einen Kontrollschacht anordnen und hoffen, dass Sie den nie brauchen.
Es gibt asymmetrische Reduzierstücke, z.B. von Dusche DN 50 ins Hauptrohr DN 100, mit denen kann man auch noch mal ein paar Zentimeter sparen.