Abstützung Schwellbalken

14.03.2019 Tilman


Abstützung Schwellbalken

Das untere Geschoss unserer Tenne ist größtenteils gemauert. Lediglich ein Teil der Nordwand geht als verschaltes Gebälk bis runter auf das Streifenfundament. In knapp Kniehöhe wird der Schwellbalken der Nordseite durch einen Balken abgestützt. Dieser funktioniert nur auf Druck und ist offensichtlich schon vor langer Zeit aus der Verzapfung zur Schwelle rausgerutscht.

Der Balken ist beim Arbeiten ein echtes Hindernis, weil man ständig drüber steigen muss. Kann man die Nordwand auch anders sichern, zum Beispiel durch Verankern des Schwellbalkens auf dem Fundament? Oder ist eine Sicherung überhaupt nicht notwendig? Die Wand stützt sich 3 Meter weiter rechts bereits gegen das Mauerwerk ab. Nach links sind es etwa 6 Meter.

Die Tenne hat sich in den letzten 120 Jahren im oberen Bereich durch Wind und den Druck des eingelagerten Heus eher knapp 10 Zentimeter Richtung Norden geneigt. Der Schwellbalken liegt jedoch offensichtlich noch unverrückt auf dem Fundament.

Viele Grüße
Tilman



Schwellbalken sichern



leider ist auf dem Foto die Einzapfungssituation des Strebbalkens in die Schwelle schlecht zu erkennen. Vielleicht hat der Strebbalken gar nicht die Funktion der Abstützung des Schwellbalkens, sondern es geht um eine Konstruktionsfunktion an seinem anderen Ende. Wo ist er denn da gelagert? Wie sieht die Nordwand an dieser Stelle von außen aus? Meiner Meinung nach könnten 2 Anker links und rechts des Ständers in den Mauersockel ( falls der noch intakt ist) eine Sicherungsfunktion übernehmen.
Die Neigung der Nordwand im oberen Bereich nach außen sollte untersucht und beobachtet werden. Bei uns im Dachstuhl waren z.B. zahlreiche Windsteifen einfach rausgeschnitten, zum Glück ohne Folgen für die Standsicherheit. Es sollte trotzdem untersucht werden, ob sich dort Verzapfungen gelöst haben.



Abstützung Schwellbalken



Der Strebbalken hat am anderen Ende definitiv keine Funktion. Dort ist er in einem Ständer verzapft, der sich in Druckrichtung des Strebbalkens sowie seitlich gegen solides Mauerwerk stützt. Seine Funktion kann nur sein, die Nordwand gegen Eindrücken zu sichern, wobei ich hier im Alpenvorland ehrlich gesagt noch nie Sturm aus Norden erlebt habe.

An dieser Stelle ist das Gebälk der Nordwand noch sehr gerade, obwohl dort die Hauptlast des Heus früher gegen gedrückt hat. Knapp 10 Meter weiter links hat es das ganze Gebälk etwa um 10 Zentimeter verdrückt, was man damals durch eine massive und verankerte diagonale Strebe gestoppt hat. Wir hatten letztes Jahr einen Zimmermannsmeister hier, der mit dem Gesamtzustand der Tenne und dieser Lösung insbesondere auch sehr zufrieden war. Lediglich ein Sparren hat wohl über längere Zeit Feuchtigkeit abbekommen und sollte seiner Ansicht nach in absehbarer Zeit ausgetauscht werden.

Leider kann ich ihn aktuell nicht fragen, weil er sich im Ausland aufhält, daher hatte ich auf Rat hier im Forum gehofft. Ich bin mir auch relativ sicher, dass eine Verankerung im Fundament ausreichend sein sollte, zumal der Strebbalken ja seit vermutlich vielen Jahrzehnten gar nicht mehr auf Stoß im Zapfloch sitzt. Allerdings halte ich mich diesbezüglich nicht für wissend genug, um so eine Entscheidung zu treffen, ohne vorher Rat einzuholen.



Foto vom anderen Ende des Strebbalkens



Ich habe hier gerade noch ein Foto gefunden, auf dem das andere Ende des Strebbalkens zu sehen ist:
https://www.hausen8.de/photos/16/dsc-6373.jpg

Hier sind noch weitere Fotos:
https://www.hausen8.de/artikel/die-tenne-ist-aufgeraeumt



Frage gelöst



Um späteren Lesern, die vor der gleichen Frage stehen, die Antwort nicht vorzuenthalten: Ich habe unseren Zimmermannsmeister kontaktieren können und er meinte, die Strebe kann bedenkenlos entfernt werden, wenn ich den Schwellbalken auf dem Fundament verankere.