Backsteinsockel mit Rollschicht?

18.06.2011



Sehr geehrte Mitschreiber!

Wenn unter einer Fachwerkwand ein Sockel aus Backsteinen steht, ist es dann üblich und sinnvoll, den mit einer Rollschicht abzuschließen? Ansonsten, mit Bindern oder Läufern besser?

Freundliche Grüße!
Hans, der kanns



Backsteinsockel mit Rollschicht !!!



Hallo Hans.
Rollschicht ist sinnvoll. Als Binder,senkrechtgestellte Steine. Zwischen den Steinen und Schwelle kein Mörtel. Weil: Mörtel zieht Wasser. Die Rollschicht hat kapillarbrechende Wirkung. Sie sollte 1-2 cm hinter Vorderkante Schwelle zurückstehen.
Gruß aus Nordvorpommern
Ralph



Irgendwie und sowieso



Rollschicht als senkrecht stehende mörtellose kapillarbrechende Schicht, die 1-2 cm hinter der Schwelle zurücksteht ...

Das sind neuste Erkenntnisse aus Norddeutschland - äh Nordvorpommern!!??

Erste Schlussfolgerung: Verbaut keinen Mörtel mehr! Is billiger und trockner!

Zweite: Rollschichten unter der Betonbodenplatte sinnvoll (aber teuer)

Wie geht der statische Versprung zwischen Achse: Schwelle - Sockelmauer in Ordnung??

Ich bin erstaunt und ratlos!

FK



Backsteinsockel mit Rollschicht!



Herr Kurz
das sind keine neuesten Erkenntnisse. Das ist traditionelle, funktionierende Bautechnologie. Hier in der Gegend zählt das bei den Leuten die sich mit Fachwerkhäusern befassen zum Allgemeinwissen.
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Schneidewind



Rollschicht



als Abschluß des Bachsteinsockels wurden auch bei Niedersächsischen Fachwerkhäusern gebaut und haben sich bewährt. Zwiwschen der Rollschicht und der Schwelle würde ich auch keinen Mörtel packen.





Ob unter dem Schwell eine Binder-, Läufer- oder Rollschicht kommt ist relativ egal.
Die Lasten die das Schwell verteilt können von allen drei Verbänden gleichermaßen abgeleitet werden.
Machen Sie es wies am besten aussieht.
Und machen Sie, wie hier schon gesagt, kein Mörtel unters Schwell.


Grüße
Oliver Struve



Rollschicht



Ich gebs zu, bezüglich des Senkrechtstellens der Rollschichtsteine habe ich nur ein Halbwissen. Da ich aber davon ausgehe, dass die früheren Handwerker nicht blöd waren und alte Rollschichten in Mecklenburg-Vorpommern überall so gemauert wurden, wirds schon richtig sein.
Ein Bauingenieur, von dessen Wissen ich sehr viel halte, hats mir vor Jahren mal physikalisch erklärt. Ich kriegs aber nicht mehr ganz zusammen. Ich hatte gehofft, dass hier im Forum Fachleute sind die das fundiert erklären können.
Es hängt mit dem Herstellungsprozeß der Backsteine zusammen, durch das Formen/Pressen der Steine wird der Ton so ausgerichtet, dass die Steine von der einen Seite mehr Wasser ziehen als von der anderen.
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Schneidewind



Rollschicht



Hallo

Gegen eine Rollschicht habe ich ganz und gar nichts.
Bloß diese Anhäufung von Halbwissen oder Halbwahrheiten unpräzise ausgedrückt, nachgeplappert ohne Sinne und Verstand - Dagegen hab ich was!

Geben Sie hundert Probanden einen Ziegelstein in die Hand und sagen Sie ihm, er solle ihn senkrecht hinstellen oder vermauern!
Wie schaut das dann aus?

Die mörtellose Konstruktion ist ja auch sinnvoll, wenn sie auf der Hinterseite auch belüftet ist und kein Wohnraum anschliesst.

Eine Rollschicht hat keine kapillarbrechende Funktion!

Und Lastweitergaben sollten eigentlich immer von Achse auf Achse mittig laufen OHNE Versatz - das gibt immer "Momente" - dadurch leicht Probleme und Schäden.

… und eine "passgenaue" einigermassen schlüssige Herstellung einer mörtellosen Konstruktion als Sanierungsmaßnahme ist auch nicht gerade einfach herzustellen … oder gar "unmöglich" …?

FK



Haltet die Steine!



Ich hätte jetzt auch die Schwelle knapp überstehen lassen (1cm). Obwohl Herr Kurz im Grundstaz sicher recht hat. Meist ist der Sockel ja dicker als die Wand. Dann müßte man wohl (bei Ziegeln) am Sockel eine Fase vorsehen, damit er nicht senkrecht übersteht.

Wegen Wasser: Bei einer Rollschicht hat man wohl die meisten Fugen. Die zu vertiefen klingt indes pfiffig, ginge aber auch bei Binderschicht.
Der gepreßte Ziegel hat ja eine Richtung, der gestrichene eigentlich nicht. Bei letzterem dürfte die Einbaulage insofern gleichgültig sein.

Ich fand eine Rollschicht immer so "modern" (Strangpreßziegel). Wie sieht es in Nordwestdeutschland aus? Die haben ja viel altes Fachwerk. Aber bestimmt meist einen Feldsteinsockel...

Freundliche Grüße!
Hans, der kanns



Rollschicht



Herr Kurz,
zum Aussehen der in Mecklenburg-Vorpommern traditionell üblichen Rollschichten: Die sehen gut aus.
Aber in anderen Kulturregionen z.B. (Südostdeutschland) kann es ja schon sein dass ein anderes Ästhetikempfinden herrscht.
Bezüglich des Auskragens der Schwelle: Da kommen sich Konstruktiver Holzschutz und lehrbuchmäßige Statik wohl in die Quere. Fragt sich was vernachlässigbar ist. Bei Fachwerkneubauten werden die Schwellen sowieso im Fundament verankert. Wenn bei einer 14er Fachwerkwand nur 12 cm Auflage sind, wird das wohl gehen. Bei Altbauten sind die Wände oft dicker. Dazu sollte auch in Betracht gezogen werden, dass die Außenwände auch noch mit den Innenwänden verbunden sind.
Zur Ausführung ohne Mörtel. Das ist bei Altbauten zwar schwierig, aber es geht. Bei Neubauten dürfte das wohl gar kein Problem sein.
Mit Ihrem Anschiß wegen den Halbahrheiten kann ich leben. Um die zu klären habe ich auch eine Frage ins Forum gestellt. Eine sich recht kompetent zu lesende Antwort ist schon eingegangen. Bin mal gespannt was sich noch alles klärt.
Mit freundlichen Grüßen
Ralph Schneidewind





@FK

1. Die Sinterschichten von Backsteinen, in der Regel an je eine Läufer- und Kopfseite, weisen durchaus eine geringere Kapillarität auf als die unbesinterten, das sind vor allem die großen Flächen der Steine.
Die Alten waren nicht dumm, darum haben sie Rollschichten auch als oberen Abschluss auf frei bewitterten Mauern oder als Außenfensterbänke, Treppen und der gleichen verbaut.

2. Sie schreiben:
“Lastweitergaben sollten eigentlich immer von Achse auf Achse mittig laufen OHNE Versatz”

Da hab ich mal ein Bild für Sie: [pubimg 21703]

Der Speicher vom Haus Kump, dem ältesten bäuerlichen Gebäude von Münster steht seit ca. 1549 Da geht dummerweise nichts Achse auf Achse und es steht doch.

Grüße
Oliver Struve



Statik-Checker-Baust



Na mein Gudsder Baust!

Für senkrechte Maurer und rollende Zimmerer:

Zitate zu "senkrechten Rollschichten":

Rollschicht für "senkrecht-Maurer" mit Herkunftsbezeichnungen:

Mauersteinschicht, deren Steine auf ihrer längeren Schmalseite verlegt sind.
http://www.fjorborg-haus.de/planung-beratung/service/lexikon/rollschicht/

Der Begriff »Rollschicht« stammt aus dem Mauerwerksbau, dabei handelt es sich um eine Schicht aus Ziegel- oder Backsteinen, die jeweils mit der sichtbaren Kopfseite (Kopf = kurze, schmale Seite des Steins) hochkant gemauert sind. Rollschichten werden entweder als Fensterbänke oder über Türen und/oder Fenstern als Stilelement zur Auflockerung der Fassade verwendet. Als weitere Bezeichnung ist der Begriff „Grenadierschicht“ gebräuchlich, jedoch nicht so geläufig wie Rollschicht. Den einzelnen Stein bezeichnet man als Roller.
http://www.elkage.de/src/public/showterms.php?id=1978

Verlegung von künstlichen Mauersteinen in der Weise, dass die normalerweise die Lagerfugen bildenden Steinflächen die Stoßfugen bilden. Bei flachen Rollschichten steht die Stirnseite des Steins und bei senkrechten Rollschichten die Längsseite des Steins senkrecht.
http://www.ibr-online.de/Baulexikon/index.php?zg=0&BaulexikonNR=1&Schlagwort=R%FCttelstopfverfahren

Sind in einer Binderschicht alle Steine hochkant gestellt, so heißt diese Rollschicht oder Grenadierschicht. Rollschichten werden beispielsweise als Außenfensterbank oder als Zierelemente im Mauerwerk verwendet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mauerwerksverband


Und zu den statischen Belangen schauen Sie sich den Sockel an!

Die Auskragungen im Fachwerk sind auch achsial. Die , die nicht achsial sind , sind verbogen.


Des Weiteren ging es nicht um die Steine und deren "Sinterschichten" sondern um die ROLLSCHICHT ansich, die kapillarbrechend sein soll.


Das andere hab ich ja schon geschrieben.

FK





Nun lieber Florian,

es ging um Halbwissen was Du hier anderen unterstellt hast.

>>>“Des Weiteren ging es nicht um die Steine und deren "Sinterschichten" sondern um die ROLLSCHICHT ansich, die kapillarbrechend sein soll.”<<<

Fein erkannt lieber FK, die Rollschicht, Du hast es ja in Deiner Recherche selbst rausbekommen, ist so vermauert das die Sinterschicht anders als wenn die Steine normal vermauert sind eine Horizontale Fläche über den Mauerquerschnitt bilden die die Kapillarität genau dort herabgesetzt.
Nun würde ich mal meinen das diese Sinterschicht bei derartiger Verarbeitung als Rolle eben auch ein Teil dieser ist.
Da das Ganze die Summe seiner Teile ist kannst Du noch lange lamentieren und googlen, eine Rollschicht, das ganze also auch die Sinterschicht, hat durchaus kapillar sperrende Wirkung.

Zur Statik.
Hab mal noch ein Bild für Dich. [pubimg 22134]
Hier stehen die Schwellen auch Minimum 2 cm nach außen über (der Sockel muss noch verputzt werden und dann ist er bündig mit dem Schwell) statische Probleme gibt es da nicht.

Das Du etwas gegen Regelwerke hast ist ja bekannt, das Deiner Meinung nach die Alten immer alles richtig gemacht haben und Chemie Scheiße ist wissen wir auch alle.

Wie Du ohne baulichen Holzschutz auskommen willst wenn der verhasste chemische nicht in Frage kommt erklärst Du wie vieles andere nicht.

Wenn unter ein Schwell eine Rollschicht gemauert werden soll, sollte diese immer im Endzustand höchsten balkenbündig sein.
Betonung liegt auf “sollte“. Wird’s anders gemacht zieht das natürlich weitere konstruktive Maßnamen nach sich (Sockelabschrägung, Abblechung, Dachüberstand etc.)
Um hier ein oder zwei Zentimeter zu verspringen braucht es keinen Statiker.

Im übrigen ist Die Rollschicht auch nur ein Teil des Sockel, der darunterliegende Teil kann- und wird auch in der Regel bei Sanierungen wieder vorspringen. Darum ging es aber nicht, es ging NUR um die Rollschicht.

Wenn Du zur Abwechslung mal sagen würdest wie etwas gehen könnte anstatt immer nur (meist ohne Begründung) zu sagen das es nicht geht solltest Du auf der Hut sein, Du könntest so dem ein oder anderem hier helfen.

Grüße vom Maurer