abgesägten Balken reparieren und gegen Witterung schützen

15.04.2016 mara



Hallo Fachwerk-Experten,
ich habe zwar kein Fachwerkhaus aber ein mächtiges Problem mit einem Balken an meiner Scheune.
Da ich seit geraumer Zeit fleissige Mitleserin und deshalb von der Anwesenheit von Kompetenz in diesem Forum überzeugt bin, bitte ich um und hoffe hier auf gute Ratschläge.

Die Situation:
Mir hat das Nachbarskind am Vorbau meiner Scheune einen Balken, der als Querstrebe fungiert, zuerst mit einem Beil eingekerbt und anschliessend direkt am Ständerbalken durchgesägt.
Nun bin ich auf der Suche nach der bestmöglichen Reparatur-Art, die auch den grösstmöglichen Witterungsschutz (der Schaden befindet sich an der Süd-West-Ecke des Vorbaus)für das Holz an der Schnitt- bzw. Schadfläche bietet.
Wenn ich noch rauskriege, wie ich ein Bild hier hin bekomme (auch hier wäre ich für Tipps dankbar) liefere ich das nach.



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hallo Mara, dazu musst Du Dich im Forum als Mitglied anmelden, dann kannst Du in der Frage-Maske ,mit dem Button unten rechts ein Bild pro Beitrag laden. Den Nachbarsjungen sollte man fördern, damit ein ordentlicher Zimmermann aus ihm wird. Die Reparaturkosten sollten ja geklärt sein.



Balken zersägt



vielleicht gibt's aber auch handwerklich begabte Mädchen, die mit Beil und Säge umgehen können?
Die können ja auch mal weg wollen von Heim und Herd...

Tatsächlich ists aber doch unwahrscheinlich.

Die Versicherung wird den Schaden sicher nicht übernehmen wollen. Was sagen die Eltern dazu?

Ists nicht am besten, eine örtliche Zimmerei zu bitten, bei Mithilfe des Täters, den Schaden zu beseitigen?
Oder der macht ein mehrwöchiges Praktikum bei denen oder im nächsten Freilichtmuseum?

Andreas Teich





Der Knabe ist grad mal elf Jahre alt, also zu jung für Praktikum.
Ich möchte auch nicht, dass er bei der Reparatur mithilft, was pädagogisch durchaus wertvoll wäre, aber ihm evtl. den Eindruck vermittelt, er hätte das Recht an meinem Eigentum rumzumachen oder sich auf meinem Grundstück rumzutreiben.
Mir geht's auch nicht um die Kosten der Reparatur, sondern darum den Balken so gut wie möglich wieder instandzusetzen, damit er danach wieder möglichst nicht den Witterungseinflüssen, denen er bisher ca. hundert Jahre standgehalten hat, zum Opfer fällt.
Ein Zimmermann ist vorhanden, ob er der meines Vertrauens wird, ist gerade in der Erprobungsphase und genau deshalb habe ich hier die Frage gestellt um seinen Reparaturvorschlag, der mir noch nicht vorliegt, besser einschätzen und ggf. hinterfragen zu können.

Vielen Dank an Pope für den Hinweis auf's Bilder hochladen!
Es geht um den oberen Querbalken, am rechten Bildrand das Gehacke mit der Axt und links am Ständer angesägt.
Here we go ...



Falscher Zapfen



Hallo,

ich kann es leider auf dem Bild schlecht erkennen, aber kann es sein, dass er genau den Zapfen abgesägt hat?
Wenn ja, könnte vielleicht ein falscher Zapfen helfen.
Wobei ich nicht wirklich einen Holznagel erkennen kann auf dem Foto. Ist vor dem Ständer ein Brett genagelt?
Kommt Regen an den Riegel?
Die Schwelle sieht recht mitgenommen aus. Liegt diese direkt auf dem Erdreich?



Fachwerk reparieren



Das sieht ja insgesamt nach etwas umfangreicherem Sanierungsbeadarf aus.
Da hat der vielleicht angenommen, dass kleinere, vorweg genommene Abrißarbeiten nicht viel Schaden anrichten können.

Zumindest sollte der Säger sich genau ansehen, wie der umgekehrte Prozess funktioniert.

Grünzeug am Balkenfuß zu beseitigen und Schlagregen vermeiden unterstützt sicher die lebensdauer der Holzkonstruktion.
Der Gesamtzusammenhang läßt sich leider nicht gut erkennen.

Andreas Teich





Richtig, vor den Ständer ist ein Brett genagelt. Das untere (ausgefranste) Ende liegt knapp über der Schwelle.
Das Erdreich liegt nicht wirklich direkt am Ständer an, sondern wird auf der Westseite von einer Metallplatte davon ferngehalten (die Platte liegt schräg am Ständer an, damit auch noch Luft dahinter kommt) und auf der Südseite (Ansichtsseite Bild) ist zwischen diesem Graspuschel und dem Ständer noch Bruchstein.
Der Riegel ist schwächer dimensioniert als der Ständer und war komplett in diesen eingearbeitet, also nicht nur per Zapfen. Wobei ein falscher Zapfen vermutlich dasMittel der Wahl werden wird. Nur hab ich dann eben einen Spalt in der Breite des Sägeblattes, in den dann Wasser eindringen kann.
Ebenso wie in den so idiotisch aufgehackten Bereich.
Dafür hätte ich mir eben auch einen Ratschlag erhofft, was ich da gegen Witterungsschäden am Besten unternehme.
Die Schwelle liegt auf einem Bruchsteinfundament und ist auch ein Problem, aber eingewachsenes (durch defektes Fallrohr), nicht mutwillig verursachtes. Das wird natürlich auch noch in Angriff genommen.



Noch ein Bild



von weiter weg, die gesamte Konstruktion umfassend, wäre hilfreich, der Ständer steht ja auch nicht auf der Schwelle, Herr Teich wird wohl richtig liegen, da müßte mehr gemacht werden. Wie sieht denn der Dachüberstand an der Stelle aus?



Evtl.



hat der wilde Säger, jetzt endlich die Renovierung des Gebälk´s ins rollen gebracht ?
Oder sehe ich da was falsch ?



Die Latte



hatte sowieso keine Funktion mehr, die hat mal die früher vorhandenen Bretter gehalten, die abgefallen sind. Kann komplett rausgeschnitten oder "gehackt" werden.





An den Balken sollen genau die Latten, die als Zaun zum Nachbargrundstück fungieren (und teilweise noch vorhanden sind) wieder dran.
Aber zumindest bin ich dann schon mal beruhigt, dass wohl durch den Schaden kein statisches Problem entstanden ist.

Die Sanierung der Scheune muss ich versuchen so weit wie möglich noch zu schieben, weil da vorher noch ein Haus dran ist und ich das ganze Anwesen nach langem Leerstand erst seit kurzem mein Eigen nenne. Deshalb ist mir die Witterungsbeständigkeit an den Schadstellen auch so wichtig und hatte mir dazu eineige Experten-Tipps erhofft.

Noch wie gewünscht ein Bild mit mehr Übersicht. Der Giebel des Vorbaus steht nach Westen.



Erstmaßnahmen



Zuerst sollte beim Balkenfuß das Grünzeug entfernt und die Erde etwas entfernt werden, um die Spritzwasserbelastung zu reduzieren.
Vom Boden bis Balkenunterkante ca 30 cm Freiraum, Boden mit Rundkies abdecken und gegen Bewuchs Geotextil oä darunter legen.

Wenn er verrottet ist zumindest provisorisch stabilisieren, dass nicht beim nächsten Abbruchversuch der Nachbarkinder die ganze Scheunenecke kollabiert.

Andreas Teich



Das Grünzeug kann bleiben



ist ein super Spritzschutz! Hab an meinem Hof 60 Meter Scheune ganz ohne Dachrinne, nur Gras drunter, da spritzt null an den Sockel. Nach 90 Jahren kein Schaden!
Und wofür Geotextil? Ist doch keine Vorstadtvilla!
Und den schönen rankenden Busch lassen Sie bitte auch dran. Der Schuppen steht so noch mindestens 35 Jahre.



Spritzschutz



Mit Grünzeug sind nur hochwachsende Unkräuter oä gemeint, die das Holz berühren und auch wegen reduzierter Belüftung für Dauerfeuchtigkeit sorgen.
Geotextil oä unter dem Kiesbett soll Bewuchs verhindern und Trennung vom Mutterboden bewirken.

Wenn der Rasen weit genug von der Balkenunterseite entfernt ist sorgt dies auch für Spritzwasserfreiheit.

Kompletter Bewuchs durch Efeu ist ein guter Witterungsschutz,
kann aber rabiat werden und in kleinste Ritzen und Mauern wachsen.

Andreas Teich





Die Kletterpflanze bleibt dran, wird nur da gekappt, wo sie in die Dachdeckung wächst.

Ich verstehe das mit dem Grünzeug weg, dem Geotaxtil und dem Kies nicht so recht.
An dem Balken, zu dem die Frage gestellt war ist überhaupt kein Grünzeug. Und hilft Geotextil rumwickeln und Kies draufhäufeln als Witterungsschutz für den angehackten und abgesägten Balken?
Vor allem, wie krieg ich da dann die Zaunlatten wieder dran befestigt? Und wie sähe denn das aus? also ich weiss nich ...