Feuchter Keller Drainage verlegen?

19.05.2010



Guten Abend zusammen,

ich lese mich gerade zum Thema nasser Keller hier ein und habe selbst diese Situation und deshalb eine Frage. Vorab die Ist-Lage:

Haus steht im Norden mit seiner rechten Längsseite kellertief in der Erde. Auch die Ostseite mit seinem Giebel liegt fast Kellertief in der Erde.

Den Keller selbst haben wir um ca 50 cm ausgehoben und somit tiefergelegt. Das Mauerwerk wurde dabei mit Beton unterfangen.

Jetzt das Problem: von der Nordseite kommt immer wieder Wasser, da in anderen Grundstücken verschiedene Wasserardern vorhanden sind.

Wir haben deshalb auf der Nordseite/Längsseite und die Ostseite ca. 1,40 cm aufgegraben. Wie können wir das eindringen von Wasser verhindern. Drainage verlegen, wenn ja wie genau? Ein Bauunternehmer meinte, dass wir zusätzlich noch senkrecht so eine Art Wellplatten an die Wand stellen sollen.

Hier wird aber von Drainage des öfteren abgeraten. Manche der FW-Kollegen schreiben auch dass nichts gemacht werden soll damit die Bodenfeuchte erhalten bleibt und somit ein Absacken des Hauses verhindert wird.

Was können mir die Fachleute für einen Rat geben. Ich füge mal Bilder der Ostseite, der trockenen von beiden Seiten bei. Die feuchtere Nordseite hat nicht so viel Lehmboden. Dies als Hinweis.

Und zum Schluss: Besten Dank für die Hilfe!!

Gruß Markus



Stopfen



Hallo Markus,

aus was bestehen Deine Wände? und dringt Druckwasser in den Keller oder sind nur die Mauern nass?

Gruß Ralf.



wenn



Du wissen willst, wie das Material der entsprechenden Hersteller verarbeiter fachgerecht verarbeitet wird, so brauchst Du Dir nur die Verarbeitungsrichtlinien (auch im Internet zu finden). Wenn Du dann noch Fragen hast, das ist für Dich und für uns der einfachere Weg. Ohne genau die Baustelle zu kennen, ist eine Drainage, die einen freien Abfluß hat, nicht von Schaden. Aber nicht unterhalb des Fundamentes verlegen. Und mit der Wellplatte wird wohl sinnvollerweise eine dreilagige Noppenbahn auf die Abdichtung mit Bitumenspachtel (2-Komponenten) gemeint sein. Schau dich doch mal auf eine der vielen Baustellen um, die im Frühjahr wieder anlaufen. Da kann man viel lernen. Wenn Du gut warst, hast Du einen guten Fertigbeton zur Unterfangung genommen (B35, WU, satt unterfüttert durch höhere Betonage als die alte Mauersohle in glatte Schalung). Eine Drainage kann nur aufsdtauendes Druckwasser verhindern, gegen Bodenfeuchte ist das kein geeignetes Mittel. Dein Haus könnte eher durch falsche Unterfangung Risse bekommen, es wäre nicht das erste....



Feuchter Keller Drainage verlegen?



Es sollte zuvor geklärt werden, welchen Lastfall Sie haben.
Drückendes Wasser, veränderter Grundwasserspiegel,
Oberflächen Wasser etc.
Informationen über Verändeungen im Grundwasserspiegel gibt es häufig im Bauamt.
Als zweiter Schritt kann dann die Vorgehensweise erarbeitet werden.

Grüsse Thomas



Unterirdisch



Hallo Markus,

erst einmal gilt es - wie schon Herr Kehle schreibt - die Ursache zu ergründen weshalb dort Wasser zu finden ist. Wenn ich mir das näher anschaue bietet sich folgendes Bild (wenn ich mit der Umgebung falsch liege bitte ich zu korrigieren, ich kenne die Ecke dort ein wenig aus Studienzeiten):

Dein Haus liegt recht weit oben an einem leicht sattelförmig ausgebildeten Hügel unterhalb des Eichkopfes. Die nordöstlichen Grundstücke sind unbebaut und liegen etwas höher, danach fällt das Gelände östlich wieder ab zur Talaue des Michelbaches. Wenn ich mich recht entsinne fällt das Gelände westlich in Richtung Eschbach ab.

Das Grundstück liegt am Hang, umliegende Grundstücke liegen teilweise höher, weshalb hier möglicherweise Schichtenwasser (z. B. aus Versickerung) vorkommen kann, Wasseradern im eigentlichen Sinne dürfte es dort kaum geben. Wenn Schichtenwasser könnte das zum einen vom deutlich höheren Eichkopf oder auch von den unbebauten Nachbargrundstücken (nordöstlich) stammen.

Auffälligkeiten / Fragen:
- Was ist genau nass: Die Wände oder auch der Boden? Bodenaufbau / Materialien?
- Du schreibst: "Die feuchtere Nordseite hat nicht so viel Lehmboden." Was für ein Boden ist hier vorzufinden?
- Hat sich etwas am Feuchtigkeitsaufkommen seit den Unterfangungsarbeiten verändert? Wurde es mehr oder weniger?
- Wenn Schichtenwasser dann dürften Deine Nachbarn auch etwas davon abhaben: Welche Wände sind bei Deinen Nachbarn 7,9 und 11 betroffen, welche Wände bei 8,6,4 und 2 oder ist um dich herum alles trocken?
- Im Norden steht ein Nebengebäude. Ist dies unterkellert? Wenn nicht: Wie sieht die angrenzende Kellerwand des Haupthauses aus?
- ist der Keller gemauert (aus welchem Material) und wie alt ist das Haus?

Je nach Keller und Lastfall : Wenn schon einmal alles aufgegraben ist sieht das nach einer üblich DIN-Abdichtung aus. Bei den Unterfangungsarbeiten war gewiss ein Statiker mit im Boot. Was sagt dieser zum Boden?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Feuchter Keller



Hallo zusammen,

danke für die Antworten. Um noch mal die gestellten Fragen zu beantworten:
Die Wände bestehen aus Bruchsteinen, Wasser ist aus der Ecke Nordseite, Ostseite gekommen. Direkt in der Ecke.Es ist dann an beiden Wänden hereingekommen. Soviel dass ich mit einem Besen das Wasser in den neu entstandenen Abfluss gekehrt habe. Ich hab' den mal bei der Kellerabsenkung gleich machen lassen, in aller Voraussicht...

Es wurde genau an dieser Ecke für das Telefon aufgegraben. Vermutlich kommt daher das Wasser. Aber Wasser kommt auch von der Nordseite.

Christoph:
du machst mir Angst, wenn du jetzt noch weißt welche Unterhose ich anhabe, habe ich wohl ein HEXENHAUS...

Genau da wohne ich, wenn du mal wieder in der Nähe bist, komm vorbei, freue mich Dich kennenzulernen...
Jetzt zu Deinen Fragen:

Die Wände sind nicht nass, das Wasser läuft förmlich aus den Fugen der Bruchsteine.

Nur jetzt weniger, denn ich habe ja bis zur Betonunterfangung aufgegraben. Außer der Nordseite, da fehlen noch 20 cm.

Der Boden an der Nordseite wurde schon mal aufgegraben, hier findet sich lockerer Boden und jede Menge Scherben...

Die Nachbarn drum herum haben kein Wasser, es ist wie du sagst, ich liege am tiefsten. Nachbar Jupp (die 7) hat einen Keller aus den 50igern, der ist trocken...
Wenn alles fertig ist, werde ich ein Museum haben....
Also wenig Lehmboden.

Die angrenzende Kellerwand ist meine, die ist aus Bruchsteinen, aber dieser Teil des Gebäudes wurde erst 1912 errichtet, ist feucht aber hier sind alle Steine feucht. ich denke das ist nur Schwitzwasser...
Du bist doch fit hier. Ich hatte hier schon mal wg. feuchten Keller angefragt, da ging es um den Anbaukeller. Da habe ich auch einen Bild beigefügt. Das ist die Nordseite. Und ganz hinten im Bild ist das corpus dilicti. und die besagte Nordseite...

Der Keller ist mit Bruchsteinen gemauert, Haus ist von 1691!!!

Statiker war mein Papa, ein alter Handwerker... Den neuen Betonboden hat ein Maurermeister vom Fach gemacht. Der hat nicht gemeckert. Und das will was heißen.

Rate mal wer das war?

Die Frage ist nun wie dichte ich das ganze ab? was ist am allerbesten.
Wie gesagt, du musst aus unserer Gegend sein!?

Beste Grüße an alle und herzlichen Dank an Euch.

Markus





Hallo Markus,

es ist aus der Entfernung leider schwierig zu beurteilen. Ich habe zwar in etwa vor Augen – wenn es Schichtenwasser gibt – woher das kommt, doch ersetzt das nicht die Beobachtungen vor Ort – gerade weil um Dich herum alles trocken ist.

Wie sah es denn nach den heftigen Regenfällen in den letzten beiden Tagen bei Dir aus?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer