Kelleraußenwand wie behandeln? Drainage? Materialien? Füllkies???

09.07.2013 Hans A.



Hallo zusammen,

ich habe unser Haus Bj. 1925 einseitig aufgabraben (ca. 1.5 m tief). Der Boden besteht gefühlt aus 100 % Lehm. Die Kellerwand (das Fundament) besteht aus einer gemauerten Ziegelwand die ohne Frostschürze auf dem Lehmboden steht. In diesem Bereich ist eine Drainage vorhanden, die aus lose aneinander gelegten Tonrohren besteht. Diese sind nur minimal mit Sand/Lehm zugesetzt. Ich vermute das dise Drainage bereits beim Erbau des Hauses eingesetzt wurde.

Was wäre eine sinnvolle Bahandlung für die Außenwand? Zur Zeit sind die Ziegel quasi nackt. Kein Putz vorhanden, es sind z.T. noch Reste eines dünnen Teeranstriches vorhanden.

Gruß Hans A.



Kellerabdichtung



Hallo Hans,
Was ist der Grund für das Aufschachten?
haben Sie bis zur Fundamentober- oder Unterkante aufgeschachtet?

Viele Grüße



Das Ausschachten



Hallo Herr Böttcher,

angefangen hat das mit der Suche nach den Ablussleitungen. Dann habe ich den sich anschließenden Anbau im Fundamentbereich freigelegt (dieser soll gedämmt werden). Die Außenwand des Haupthauses war dann noch ca. 4 m Arbeit. Die Nachbarn mit baufgleichen Häusern haben ihre Kellerwände mit Bitumenanstrichen versehen und z.T. auch gedämmt.
Unterm Strich möchte ich die Bausubstanz erhalten und Feuchtigkeit minimieren. Die Kellerdecke ist als Holzbalkendecke ausgeführt und ich stehe vor dem Zielkonflikt Dämmung vs. Feuchtigkeit vs. Schimmel usw.

Freigelegt habe ich die Kellerwand auf ca. 50 cm bis zum untersten Stein, der dirkt auf dem Boden aufliegt. Der Rest ist bis Oberkante Drainage freigelegt- also bis zum vorletzen Stein etwa.

Gruß Hans A.



Kellerwand



Das macht mich etwas unsicher, bei 1,5 m Schachttiefe schon an der Fundamentunterkante zu sein. Wie tief steckt dieser Keller denn im Boden?
Anscheinend geht es Ihnen nicht um Feuchteschäden im Keller sondern um eine Art prophylaktische Abdichtung weil die Nachbarn auch so was gemacht haben.
Da ist es schwer, konkrete Ratschläge zu geben, aber eine Warnung:
Herabschachten bis auf Fundamentunterkante (wenn sie es denn ist!) kann die Standsicherheit eines Gebäudes gefährden. Ob eine neue Dränanlage erforderlich kann ich ohne handfeste Informationen auch nicht sagen. Versuchen Sie mal ein paar Fotos von der Wand und dem Keller innen einzustellen.

Viele Grüße



Fotos



Anbei die Fotos.
Ich habe nochmal nachgemessen. Die Unterkante der Drainage ist bei nur 1.30m.

Kann man mit den Fotos was anfangen?



Foto1



Anbei die Fotos.
Ich habe nochmal nachgemessen. Die Unterkante der Drainage ist bei nur 1.30m.

Kann man mit den Fotos was anfangen?



Foto2



Anbau



Foto3



Drainage



Foto4



Kellerwand innen.

Man sieht auf der rechten Seite einen etwa 50 cm hochen Soeckel. Dieser ist im gesamten Keller an allen Wänden angebracht etwa 3 cm dick und aus sehr hartem Beton.

Was könnte das sein?



Kellerabdichtung



Den Anbau sollten Sie schleunigst wieder verfüllen, vorher können Sie den Sockelbereich neu Verputzen und mit Dichtschlämme abdichten. Als Verfüllung Kiessand nehmen.
Den Keller bis OK Fundament bzw. Beginn gewachsener Boden freilegen, eine senkrechte Abdichtung neu einbauen, hier vorzugsweise KMB. Dann die völlig verschlammte Dränung erneuern. Spül- und Übergabeschacht sollten überprüft und gereinigt werden.
Diese Arbeiten an der Abdichtung und Dränung sollte ein Fachbetrieb übernehmen, das ist nichts für Laien (auch wenn Ihre Nachbarn etwas anderes erzählen sollten).
Der Beton innen ist eine nachträglich eingezogene weiße Wanne. Wenn die Abdichtung und die Dränung wieder richtig funktioniert brauchen Sie die nicht mehr; sie stört aber auch nicht.

Viele Grüße



Danke für die schnelle Antwort...und noch einige Restfragen



Ich gehe davon aus, dass das schnelle Verfüllen des Anbaufundamentes wegen der gefährdeten Standsicherheit erfolgen muss?
Was für ein Material ist denn erste Wahl für den Sockelputz?

Die vorhandene Drainage hat keine Spülschacht (+ Übergabeschacht?) also erneuern. Ich denke, das Wasser versickert irgendwo in einem Sickerschacht, das muss ich dann wohl finden und freilegen.

Wie kommt es zu Ihrer unterschiedlichen Empfehlung für die senkrechte Abdichtung des unterkellerten und nichtunterkellerten Bereiches? Dichtschlämme vs. KBM?

Das die Drainage von einem Fachbetrieb ausgeführt werden sollte, verstehe ich. Die KMB nach Datenblatt zu Verarbeiten und die geltende DIN zu studieren reicht nicht aus?

Gruß Hans A.



Abdichtung



Zum Anbau:
Die Abichtung wie folgt ausführen: reinigen, Kellen- bzw. Pinselputz auftragen, dann Verkieselungssperre und Dichtschlämme auftragen, danach Zementputz als Sockelputz oberhalb des Bodens, unterhalb des Bodens als Anfüllschutz auftragen.
KMB auf den unterkellerten Bereich weil da bereits eine bitumenhaltige Abdichtung vorhanden ist; mineralischer Putz hält da nur mit Tricks drauf. Außerdem braucht es am Anbau keinen senkrechten Flächendrän; der ergibt sich bei der KMB praktisch von selber, da man kombinierte Matten als Anfüllschutz, Gleitebene und Drän einsetzt.
Eine KMB samt Dränung ist ein sehr komplexes Bauteil, dazu bedarf es einer Ausbildung und Erfahrung. So etwas kriegen Sie auch richtig hin, aber vielleicht erst nach dem dritten Versuch. Sie haben aber nur einen Versuch. Man kann da eine Menge Fehler machen.

Viele Grüße



Die Fachfirmen



Das setzt natürlich voraus, dass die Fachfirma, die man auswählt- als Privatperson wahrscheinlich zum ersten Mal- das gewissenhaft macht, das diese das nicht nur die Aushilfe machen läßt, eine Fehler ggf. innerhalb der Gewährleistung erkennbar wird, usw.

Die Dichtschämme wird also nochmals übergeputzt. Ich gehe davon aus, dass man mit der ersten Zementputzschicht auch eine Hohlkehle bilden sollte.

Vom ehemaligen Bitumenanstrich sind nurnoch homöopatische Reste vorhande, könnte ich auch entfernen!?

Danke!



Abdichtung



Ich schrieb etwas von Fachbetrieb und nicht von Pfuschern.
Die Auswahl müssen Sie schon selber treffen.
Zur Eigenleistuung gibt es einen großen Unterschied: Die Fachfirma steht in der Gewährleistungspflicht.
Wenn Sie das Bitumen vollständig runterkriegen- bitte.
Aber verlangen Sie jetzt nicht von mir eine detaillierte Arbeitsanweisung für den Aufbau der Dränung samt Abdichtung.