Vertikalsperre in jedem Fall sinnvoll???

11.03.2012



Hallo,
Wir haben im Erzgebirge ein 320 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft und sind gerade dabei,es Schrit für Schritt zu sanieren. Wir stehen nun vor der Frage, ob wir im Frühling eine Vertikalsperre anbringen oder nicht.

Das Haus ist nicht unterkellert, die Räume im Erdgeschoss (Küche und Bad) standen etwa 30 Jahre unbenutzt und ungeheizt. Im Sockelbereich (Bruchsteinmauerwerk) waren Salzausblühungen erkennbar. Wir haben den Putz abgeschlagen.

Die Mauern machten auf uns (keine Experten) einen guten, trockenen Eindruck.

Die Wände sind inzwischen wieder (diffusionsoffen) verputzt und mit Klimaplatten versehen. Wir heizen mit einem Grundofen und das Klima in der Küche hat sich seither spürbar verbessert.

Nun unsere Frage: Ist eine Vertikalsperre in jedem Fall noch nötig? Wohin soll eventuell aufsteigende Feuchtigkeit entweichen,wenn an der Außenseite Noppenbahnen und Sperrschichten angebracht sind? Könnte eine V-Sperre vielleicht sogar nachträglich Schaden anrichten und ein Feuchteproblem erst hervorrufen? Immerhin stehen die Mauern seit 320 Jahren wo sie sind und irgendwie scheint sich da ein Gleichgewicht zwischen Feutigkeit-Austrocknung hergestellt zu haben.

Wir sind über jeden Hinweis dankbar, auch weil die Bauarbeiten für eine V-Sperre sehr aufwendig und teuer sind.

Wer weiß Rat?



Abdichtung



Um etwas zur Abdichtung sagen zu können wäre ein Foto vom Sockelbereich außen hilfreich, dann noch Angaben über Fußbodenaufbau und -Höhe zum Gelände außen.

Viele Grüße



Abdichtung



Hallo Herr Böttcher,

der Fußoden ist wie folgt aufgebaut:

im Bad: Kiesbett (Körnung 8/16), darauf Baufolie und Betonbodenplatte (Dicke 8 cm), dann folgen Dämmung (EPS 50 mm) und Zementestrich.

in der Küche: Backlage, Estrichbeton und Feinsteinzeug.

Das Erdgeschoss-Fußboden liegt ca.40 cm unter der Oberkante der umliegenden Wiese.

Erst mal viele Grüße, Matthias



Abdichtung



Den unterirdischen Bereich freilegen, säubern, mit Zementputz (Pinselputz reicht aus) egalisieren.
Dann mit einer mineralischen Dichtschlämme behandeln.
Danach noch mal Putz als Anfüllschutz anwerfen, mit dem Kellenrücken abziehen.
Nach dem Erhärten mit steinfreiem Sand/Kies/Boden wieder anfüllen.
Oberhalb des Bodens den Natursteinsockel neu verfugen falls erforderlich.

Viele Grüße



Abdichtung



Danke, Herr Böttcher, für die schnelle Antwort.
Muss das GESAMTE Haus (alle vier Seiten) aufgegraben und abgedichtet werden? Oder reicht die eine Seite, wo das Haus besonders tief im Erdreich liegt? Manche sagen, die V-Sperre ist sinnlos, wenn nicht lückenlos ?! Wie ist das Ihre Meinung?
Und mit welchen Kosten pro qm müssen wir bei der von Ihnen vorgeschlagenen Variante rechnen?
Viele Grüße, Matthias



Abdichtung



Nur den erdberührten Bereich oberhalb der Fundamentoberkante.
Bei Eigenleistung wird das auf die Materialkosten hinauslaufen, die dürften so bei max. 10,- € pro m² liegen.

Viele Grüße



Fundament



Sie meinten doch sicher: Nur den erdberührten Bereich oberhalb der FundamentUNTREKANTE??



Abdichtung



Ich meine Fundamentoberkante.



V-Sperre



Danke, Herr Böttcher für Ihre geduldigen Ausführungen.
Die von Ihnen angebebenen Kosten sind erschwinglich, der Arbeitsaufwand scheint sich auch in Grenzen zu halten.
Danke für den Tipp.
Matthias