Abdichtung gegen Feuchtigkeit ohne Hohlkehle




Hallo,

ich habe eine Feuchte Wand die ich natürlich beheben möchte. Ich hoffe hier einen guten Rat zu bekommen, denn ich möchte dort natürlich noch lange wohnen.

Der Teil des Hauses ist ca. 100 Jahre alt, die Wände bestehen komplett aus roten Ziegeln (kein Holz in dieser Wand). Außen ist die Wand verputzt bis knapp über den Erdboden. Nach Messungen an der Wand kommt die Feuchte eindeutig von unten... Unter der Erdoberfläche reichen die Ziegel ca. 80 Zentimeter in den Boden, darunter schließen sich Feldsteine an (Kein Keller an der Stelle). Schon die Ziegel sind sehr ungleichmäßig. Teilweise stehen einzelne 2 cm vor oder springen um 2 cm zurück. Die darunter liegenden Feldsteine stehen teilweise auch 5 cm zurück oder vor. Der Übergang von Ziegeln zu Feldsteinen ist ebenfalls unregelmäßig, also keine grade Linie an der die Ziegel enden.

Ich habe nun natürlich auch nur ein sehr kleines Stück freigelegt, vermute aber dass es durchgängig so ist.

Mir wurde nun geraten eine 2K Dickbeschichtung aufzutragen. Weiter ging der Rat allerdings nicht. Nachdem ich mich etwas informiert habe, frage ich mich wie ich die überall erwähnte Hohlkehle erstelle, da ich keinen Übergang zu einer Bodenplatte habe. Und wenn ich keine Hohlkehle erstellen kann, wäre die Frage wo die Beschichtung anfängt - auf den Feldsteinen, oder auf den Ziegelsteinen? Zieht sich dann wohlmöglich noch weiterhin Wasser in der Wand hinter der Beschichtung hoch?
Zudem frage ich mich, ob ich die Wand vorher Verputzen muss, damit die Beschichtung einen guten Untergrund hat?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen und wäre sehr dankbar für einen guten Rat.

Viele Grüße
Elodie



Mauerabdichtung



Hallo Elodie

Zuerst muß der abzudichtende Bereich verputzt werden bis etwa 30-50 cm Tiefe unter der Geländeoberkante.
dann können flexible Abdichtungsmaterialien aufgespachtel werden.
Eine Hohlkehle kann bei dir nicht hergestellt werden, das ist nur möglich, wenn eine waagerechte Fläche gegenüber einer senkrechten übersteht-
üblicherweise ist das bei Neubauten der Fall, bei denen zuerst die Betonbodenplatte gegossen wird und dann später darauf die Mauern etwas nach innen versetzt gemauert werden.

NUR in diesem Fall wird außen eine Hohlkehle ausgebildet, damit gut abgedichtet und das Wasser gut ablaufen kann.

Spritzwasserbelastung und Oberflächenwasser sollte möglichst reduziert werden.

Ein Foto des Außenbereichs wäre hilfreich.

Andreas Teich



Abdichtung



Hallo Andreas,

und danke, das hilft mir schon weiter. Heißt das ich muss auch nur 50 cm tief abdichten? Und darunter lasse ich die Steine einfach wie sie sind? Dann müsste ich ja generell nur 50 cm graben und auch eine Noppenbahn nur 50 cm tief anbringen, richtig?
Welchen Putz würdest du als Untergrund empfehlen?

Ein Foto kann ich die nächsten Tage gerne machen. Im Moment ist das Loch "eingepackt", damit es nicht voll regnet.

Leider ist die Wand die Wetterseite, dahinter freies Feld. Regen in Verbindung mit Wind kommt direkt an die Wand, ohne dass es sich vermeiden lässt. Trotzdem ist die Wand von innen gemessen nur im unteren Bereich feucht.

Viele Grüße

Elodie



Sockelabdichtung



Nimm ein Bild des Sockels auf inkl Umgebung, dann läßt sich die Situation besser einschätzen.
Wie lange besteht die Feuchtigkeit in dem Raum schon?
Wurde er ständig bewohnt, sowie geheizt und gelüftet?
Wie dick sind die Wände?
War der Raum immer schon als Wohnraum konzipiert
oder gab es eine Nutzungsänderung?
Auf welcher Höhe liegt das Niveau des Fußbodens im Verhältnis zur Geländeoberkante außen?

Evt kann komplett aufs Ausschachten verzichtet werden.
Der ganz überwiegende Teil feuchter Wände wird durch Kondensat verursacht und nicht durch aufsteigende Feuchte,
was nicht immer klar zu unterscheiden ist und auch in Kombination vorliegen kann.

Andreas Teich



Handelt



es sich nur um eine Wand des umbauten Raumes?

Wenn es sich bei Ihnen nach eingehender Untersuchung tatsächlich um die von Ihnen beschriebene aufsteigende Feuchtigkeit handelt, dann ist die Antwort von Herrn Teich bezüglich der abzudichtenden Fläche (bis etwa 30-50 cm Tiefe unter der Geländeoberkante) falsch !

MfG
Chris Heise



Alternative?



Hallo Chris,

was genau ist an der Antwort falsch und wie ist die Alternativlösung?

Es ist ein Raum mit zwei Innen- und zwei Außenwänden. Von den Außenwänden ist eine stark betroffen und um die Ecke zieht es sich noch ein Stück zur zweiten Wand. Dort beginnt aber auch ein Teilkeller. Über dem unterkellerten Teil habe ich keine Probleme.

Ich bin dort erst seit Anfang des Jahres. Es war vorher ein Wohnzimmer und ist es auch jetzt. Ich gehe stark davon aus, dass es schon immer als Wohnraum geplant war, da das Haus einen Stallanbau hat, der sich auf der komplett anderen Seite befindet. Ich denke dass auch die Feuchtigkeit schon länger bestand, denn die Wand war von innen als einzige verkleidet. Ich habe alles neu verputzt.

Seit ich dort wohne wird natürlich geheizt und gelüftet. Die Wände sind glaube ich 24 cm (immer ein Ziegel quer und zwei längs - nur eine einfache Wand).

Das Gelände außen liegt zwischen ca. zwischen 15 und 50 cm tiefer als der Fußboden innen (leichte Hanglage).

Foto kommt noch. Leider ist es immer schon so dunkel, wenn ich zu Hause bin.

Viele Grüße

Elodie



Mauerfeuchtigkeit



Die Innenwand zur Stallseite kann höchstwahrscheinlich durch Gülle-verursachte Salze feucht sein, evt in Verbindung mit Kondensat.
Aufwändigere Maßnahmen erst wenn Raumbeheizung nicht zur Trocknung genügt.

Andreas Teich





Hier ein Bild vom Sockel.





Und hier meine testweise Ausgrabung.

Mit den Innenwänden ist alles ok und der Stall ist wie gesagt am andren Ende des Hauses.