Fachwerkhaus mit Bruchsteinmauer im EG

22.11.2004



Hallo,
meine Frage:
wir wollen ein ca 1850 erbauten Dreiseitenhof kaufen und fragen uns wie wir mit der Abdichtung(ja oder nein) der Außenwände (EG) und Fundamente am Wohnhaus verfahren sollen Bruchsteinmauerwerk (60cm).

Danke Karen



Abdichtung



Guten Tag,

das ist so eine Frage, die man eigentlich nur beantworten kann, wenn man das Haus gesehen hat.
Manchmal muß man gar nicht abdichten, weil alles trocken ist und das Wasser gut abgeleitet wird, manchmal muß man Drainagen ziehen und horizontale und/oder vertikale Abdichtungen vorsehen.
Wo ist es denn naß, oder gibt es gar schon Schäden ?



Ohh



ich habe leider nicht aufmerksam genug gelesen.Dietmar Beckmann hat die Fragen schon gestellt.



Dreiseitenhof



Ich bin dabei so ein Hof (Denkmalschutz) zu sanieren. Wir lassen diese 50 bis 60 cm starke Wände so wie sie sind. Im Süden speichern Sie viel Wärme (Die Wärmebilanz einer Südwand liegt bei ± 0). Im Norden sind die Steinwände allerdings eingegraben (Hanglage), dort werden wir ausgraben müssen , eine Dränage Verlegen und mit Leichtmaterial wieder verfüllen. Aber wir sind noch nicht soweit. Für das Obergeschoss (Fachwerk) ist ein Lehmbauseminar 2005 geplant. Das Dach ist mit alten Ziegel wieder eingedeckt worden. Es ist sehr wichtig die Gesamtstruktur zu betrachten.
Mit freundlichen Grüßen



Abdichtung



Hallo zusammen,
Danke für die ersten Anmerkungen. Wir waren bisher 3 mal auf dem Grundstück und auch im Haus (bis vor kurzem bewohnt). Am Aussenputz sieht man schon, dass Feuchtigkeit in den Wänden ist aber wir konnten bisher keine größeren Schäden feststellen. Die Innenwände im EG sind nicht besonders auffällig, ach so: ausser einem winzigen Gewölbekeller (für Wein ;-)) ist dass Haus nicht unterkellert. Natürlich soll dass EG (teilweise ehemaliger Stall mit Steinfussboden) später für Wohnzwecke dienen.
Wir lesen hier und hören von Fachleuten immer wieder was von "Gleichgewicht" bei alten Bauwerken. Kann man mit modernen Abdichtungsverfahren (Injektionen) eigentlich auch was kaputt machen? Sonst würden wir im Zweifelsfall lieber abdichten "und Ruhe haben". Bei Fachwerksanierung (anderes Thema) ist ja alles Neumodische ungeeignet...

Grüße
Karen



Neumodisches!



Sicherlich ist es so, dass die Funktion vieler alter Bauteile gewährleistet war. Man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass diese Gebäude in aller Regel auch anders genutzt wurden als heute. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass ein verändertes Nutzerverhalten auch entsprechende Nachbesserungen erfordert. War früher ein Dachboden in aller Regel ungenutzt, so wird er heute als zusätzlicher Wohnraum benötigt und aus einem früheren Stall wird heute ein Wohnzimmer. Klar, dass hier nachgebessert werden muß. Wurde das Haus zu seiner Entstehungszeit vielleicht in 2 Räumen vom Morgen bis zum Abend warm gehalten, wird heute das gesamte Gebäude rund um die Uhr auf einer bestimmten Temperatur gehalten. Und wir erwarten einen anderen Komfort bzgl. der Wärmeverteilung. So sind die heute genutzen Gebäude nur noch in Ansätzen mit den alten Gebäuden vergleichbar. Hinzu kommt die Situation zur Neige gehender Brennstoffe, wie Öl und Gas.
Lange Rede kurzer Sinn. Wird heute ein Raum neu ausgebaut sollte man an eine entsprechende Wärmedämmung denken. Dies sollte nicht unbeding Styrodur, Mineralwolle oder Gasbeton sein aber es gibt durchaus die "neumodische" Baustoffe, die sich mit den alten Tragwerken bestens vertragen.
Geht es nun um Feuchtigkeit, so bin ich im Zweifelsfalle immer für eine gute Abdichtung, da Feuchtigkeit zu anderen gravierenderen Problemen wie Schimmelpilzbildung führen kann. Nun bin ich nicht der Experte für Bruchsteinmauerwerk, da gibt es andere im Forum die hierzu sicher noch etwas sagen werden. Ich wollte nur darlegen, dass man ein altes Gebäude schon auf einen zeitgemäßen Stand bringen soll. Dabei verwendet man allerdings Lehm, Holzweichfaserplatten, Flachs, Zellulose, Ziegel, usw... Ich persönlich habe allerdings auch keine Hemmungen eine Solaranlage aufs Dach zu legen.