Abdichtung Fußbodenaufbau Bauernhaus BJ1937, Streifenfundament

16.03.2020 Manu



Hallo,
ich bin schon seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Fußbodenaufbau für ein Bauernhaus BJ 1937. Das Haus hat ein Streifenfundament und ist zudem noch teilunterkellert. Im nicht unterkellerten Bereich lag der Estrich direkt auf einem mit Zement angereicherten verdichteten Erdreich.
Dadurch kommt es in diesen Zimmern logischerweise immer zu aufsteigender Feuchtigkeit. Nun möchte ich das sanieren und hatte zunächst an 20cm ausheben + Schaumglasschotter gedacht. Eine befreundete Architektin hatte jedoch Bedenken bezüglich der Statik, da Schauglasschotter das Streifenfundament nicht mehr stützt (nimmt keinen seitlichen Druck auf)
Was ich definitiv nicht möchte sind irgendwelche Folien/Styropor/Styrodur. Natürlich bekommt man es damit lokal dicht, aber an den Fugen fängt die Gaudi dann wieder an. Daher wäre mir etwas kapilarbrechendes (aber gleichzeitig offenes) wie Schaumglasschotter lieber.
Wie seht ihr das mit der Statik - gibt es da Lösungen, die beide Anforderungen erfüllen (kapilarbrechend + Stützfunktion)?

Viele Grüße,
Manuel



Offener Gaudi...



Warum genau wollen Sie aufsteigenden Wasserdampf nicht absperren? Welcher "Gaudi" fängt an den Fugen an?

Es scheint, daß Sie sich mehr an den bauphysikalischen Realitäten orientieren sollten. Guten Lesestoff gibt es hier. Button "Lesestoff", die Beiträge von Georg Böttcher.

Grüße

Thomas



Fußboden-Feuchtigkeit



Wenn’s nur um die Bodenfeuchtigkeit geht
einfach EPDM- auflegen und am Rand hochziehen-
dasselbe Material wie Fahrradschläuche.
Wenn’s um Dämmung geht Perlite, Kork, Schaumglasplatten etc verwenden..

Solche Aufbauten wurden in zahllosen Beiträgen und Varianten zB unter Stichwort ‚erdberührter Fußbodenaufbau‘ dargestellt.



Nunja.



Perlite und Kork finden sich eher selten im Zusammenhang mit einem erdberührten Fußbodenaufbau. Dasselbe gilt auch für Schaumglasplatten, die dafür auch einfach zu teuer sind und nicht wirklich für eine Druckbelastung geeignet.

Mir ist kein einziger Grund bekannt, warum bei einem FB - Neuaufbau erdberührt (also ohne Unterbeton und Sperrschicht) gearbeitet werden sollte . Es spricht alles dagegen.

Grüße

Thomas



Folien etc.



Danke für die Rückmeldungen.
Der Grund, warum ich keine Folie etc. möchte liegt an meiner Erfahrung mit den nötigen Stößen und der Haltbarkeit von solchen Materialien. Kurzfristig funktioniert das immer, aber wenn es dann doch mal undicht wird konzentriert sich alle Wasser an einer Stelle. Dann lieber lassen, wie es ist...



Bodenabdichtung



EPDM-Folien gibts bis über 450 qm in einem Stück ohne Stöße.
Die halten auch im Freien über 50 Jahre ohne jedes Problem-
im Boden also fast unbegrenzt.
Bodenfeuchtigkeit, die ungehindert in deine Fußbodenkonstruktion eindringen kann wird vermutlich wesentlich mehr Schaden anrichten.
Alternativ kannst du als Abdichtung Ton in Schichten verdichten.

Was soll als Bodenbelag darüber kommen?.



Eine Schweißbahn auf Unterbeton...



...wird sehr viele der hier Mitlesenden im intakten Zustand überleben. Das gilt auch für einige andere Materialien.

Für eine Konzentration von Feuchtigkeit an einem undichten Stoß der Bodenabdichtung gibt es kein physikalisches Prinzip, daß das bewirken könnte. Mit morbiden Dampfbremsbahnen im Dachbereich (falls das Ihre Erfahrungen verursacht hat) hat die angefragte Anwendung rein gar nichts gemein.



Ton



Hallo Andreas,
als Bodenbelag sollen Dielen bzw. Fliesen eingesetzt werden. Vorher lag direkt der Estrich auf dem verdichteten Erdreich und darauf Fliesen. Diese waren immer "klamm" und kalt.

Wie genau funktioniert das mit dem Ton? Hast du evtl. eine Quelle?



Ton



Lassen Sie das mit dem Ton...lassen sie das auch mit den Gedanken dazu :-)

Konzentrieren Sie sich auf gängige und erprobte Methoden des Fußbodenaufbaus - das beherrschen dann auch die meisten Handwerker. Eine Schweißbahn auf Unterbeton ist gängig und einfach umzusetzen...anstelle der Schweißbahn (falls sie niemanden finden sollten, der ihnen das erledigt) ginge auch eine entsprechende Folie, die dafür zugelassen ist.



Ton...



...ist kein zertifiziertes Abdichtungsmaterial. Und es ist nicht dampfdicht. Es sei denn, man brennt es - dann wird Keramik daraus :-)

Neben einer Schweißbahn kann auch eine selbstklebende Dichtbahn wie die Gefitas PE3/300 eingesetzt werden. In jedem Falle: Dichtbahn an den Wänden hochziehen bis UK Dielung.

Grüße

Thomas



Bodenabdichtung



Ton statt Folien zu verwenden ist nur etwas für Leute, die ohne Rücksicht auf Mehrarbeit 100 % ig bei Methoden bleiben wollen, die früher mangels anderen Materialien verwendet werden mußten.

Ton (nicht Lehm) zur Abdichtung funktioniert auch bei Schwimmteichen ab ca 30 cm Dicke , Montmorillonit -Tone etc werden u.a. bei Dichtungsbändern für Durchdringungen im Beton- und Schwimmbadbau angewendet.

Ton in dünnen Lagen auf den Boden auftragen und festklopfen, das solange wiederholen bis die gewünschte Dicke erreicht ist.

Das wurde früher so bei Bauernhäuser angewendet, teils noch mit Blut eingelassen zur Steigerung der Härte und besseren Dichtigkeit- frag in Freilichtmuseen nach, bei denen das in alten Bauernhäusern früher öfters statt Estrich verwendet wurde.

Ob sichs auch angesichts der Arbeit lohnt mußt du entscheiden-
ich finde EPDM ok oder auch andere Abdichtungen sofern sie sich später gut trennen und entsorgen lassen oder technische Gründe dafür sprechen..



Ja ja,



Blut, Schweiß und Tränen...für nix. Falls es sowas wirklich gab, sollte es eine etwas festere Nutzschicht schaffen (die freilich sehr vergänglich sein musste).

In dieser Frage hat das Ganze aber vom Grunde her nichts verloren, weil dieser Aufbau weder eine Abdichtung eines Bodenunterbaues werden sollte noch als solche dienen kann. Daß man in Teichen mit Tonlage(n) das Versickern des Wassers REDUZIEREN kann, ist bekannt. Jedoch ist auszuschließen, daß Tonlage(n) mit oder ohne Blut die Bodenfeuchte am Aufsteigen hindern können. Das ist eine lupenreine Spinnerei.

Grüße

Thomas