Abdichtung Balkon - Übergang Rinne

22.07.2014 Jan


Abdichtung Balkon - Übergang Rinne

Hallo,
diesmal eine Frage von mir nicht zum Fachwerkhaus.

Freunde haben Probleme mit ihrem Balkon, seitdem der vor einigen Jahren neu gemacht wurde. Vorher war eine Textilplane verklebt und ringsherum Regenrinne.
Das wurde beibehalten, darauf kam dann eine 10cm hohe Kiesschicht als Drainage und darauf Gehwegplatten. An dem neuen Geländer gibt es eine Randhalterung für die Platten und die Kiesschicht wird am Rand durch eine gebogene Lochplatte begrenzt, damit das Wasser zur (alten) Regenrinne gelangen kann.
Seit dieser Konstruktion tropft es nach Regen unterhalb des Balkons.



nach entfernen der Kiesschicht


nach entfernen der Kiesschicht

Nachdem ich den Kies am Rand entfernt hatte, ergab sich folgendes Bild:
Die Verklebung der Textilplane (links im Bild hochgeklappt, dahinter ist der Kies) hatte sich gelösst, alles unterhalb der Plane war feucht. Die Grundkonstruktion ist: Boden aus Beton und umlaufend eine Bohle aus imprägniertem Holz, die erstaunlicherweiser noch vollkommen in Ordnung war. An dieser Bohle war die Regenrinne befestigt und darüber ein Kupferblech genagelt. damit dass Wasser in die Rinne fliesst.

Ohne Kiesschicht funktioniert das wunderbar, da das Wasser schnell und dem Gefälle gemäß abfliessen kann, aber mit Kies "steht" das Wasser quasi und sucht sich seinen Weg unterhalb des Kupferbleches.



Nahaufnahme - weg des Wasser


Nahaufnahme - weg des Wasser

Hier sieht man einmal die Konstruktion von nahem. Das Wasser sucht sich seinen Weg zwischen Holz und Kupfer - was zusätzlichen Ärger verursacht da auf der Terasse darunter sich grüne "kupferoxidflecken" bilden.

Abstellen lässt sich das ganze indem man verhindert dass das Wasser hier unter das Kupferblech fliesst.
Doch wie ist das mit möglichst einfachen Mitteln zu bewerkstelligen???



Der erste Versuch - fail !


Der erste Versuch - fail !

Der erste Versuch war leider ein Fail.

Ich habe das Holz noch einmal mit Holzschutz (Alkydharz-/Acrylatkombination) behandelt, den Beton soweit ich dran kam mit Kunstharzdispersion. Das Loch am Eck habe ich mit Rakofix zugemacht.
Dann habe ich, um das Holz und Ritzen schonmal etwas abzudichten und um eine bessere Haftung zu erreichen, mit MEM Bitumkaltkleber gestrichen (5 Tage trocknen lassen) und dann an den Übergängen ein Dichtungs- und Reparaturband ("Abdichtungsband aus Elastomerbitumen") von Ottowolff verklebt.

Ein mehrstündiger Test mit Wasserschlauch war auch erfolgreich.

Dannach kam die alte Plane wieder an ihren Platz, die Lochplatten an den Rand, der Kies wurde aufgefüllt und die Platten drauf.

.... kurz darauf tropfte es wieder .....

Also alles nochmal entfernt - alles war feucht, das Dichtungsband hatte sich gelösst und das Wasser hatte einen Weg unter dem Blech her gefunden.

Ich weiss nicht, ob der Fehler beim Kaltkleber lag oder beim Dichtungsband.
Auf alle Fälle suche ich nun erneut eine Lösung für das Problem.

Eine ergänzende Idee war zumindest am Rand unterhalb der Kiesschicht eine Noppenmatte (Drainagematte) zu verlegen, damit das Wasser nicht mehr im Kies "steht" sondern schneller ablaufen kann.

Vermeiden möchte ich, dass ich den GESAMMTEN Balkon von Kies und Platten befreien muss. Ich will es erstmal damit versuchen nur den Rand abzudichten, da wo das Wasser durchkommt.



Auweia Jan,



du brauchst einen Dachdecker............
Mit Dichtmassen und Klebebändern aus dem Baumarkt wird das langfristig nicht dicht.
Ist den deine Planenabdichtung überhaupt mit deinen Bitumendichtmassen verträglich?
Wer hatte den die Idee, die Plane auf das Kupferblech zu kleben?

Eigentlich würde ich zur kompletten Sanierung der Abdichtung raten, z.B mit einer Alwitradachbahn und passenden Verbundtraufblechen an der Dachrinne.
Alternativ könnte man versuchen den Traufbereich/ Dachrinnenbereich mit einer Flüssigkunststoffabdichtung ( z.B mit Kemperol oder Triflex) abzudichten. Dies ist jedoch nur durch einen Fachmann/ Firma umzusetzen und wird in Eigenleistung nichts.

Soweit erstmal dazu , freundliche Grüße
Danilo



Keine Komplettsanierung


Keine Komplettsanierung

Also eine Komplettsanierung ist nicht drin. Es gilt die Kosten und den Aufwand möglichst gering zu halten. Schon das ich den Übergang zum Kupferblech dicht bekommen möchte ist für die Freunde (eigentlich Freunde meiner Eltern) schon fast zu viel. Die hätten jetzt unter der Regenrinne noch eine zweite befestigt die das Tropfwasser auffängt (übrigens auch der Vorschlag des Geländerbauers damals). *kopfschüttel*

Die Idee die Plane zu verkleben und die Ausführung so zu machen ist vom Dachdecker. War ja auch ok, bis ein paar Jahre später das neue Geländer und die Kieschicht dazukam. Die entsprechende Ausführt vom PROFI für Balkon, etc.

Die Plane scheint eine normale Plane für Flachdächer zu sein. Auf der Garage ist gleiche Plane verwendet.



Balkon



Eine dauerhafte Lösung wird nur mit einem fachgerechten Neuaufbau möglich sein.
Ansonsten, den Kies vom Balkon entfernen; die Folie wieder provisorisch mit den genannten Materialien (aber kein Racofix) befestigen und die Gehwegplatten aufständern. Dazu gibt es im Fachhandel entsprechende Teile oder aber kleine Häufchen aus Magerbeton unter die Kreuzfuge.
Viel Erfolg



Terrasse



Die Teile nennen sich Stelzlager.



Stelzenlager wird kompliziert


Stelzenlager wird kompliziert

Stelzenlager ebenso Mörtellager könnte kompliziert werden - vor allem dort wo es nicht mehr um ganze Platten geht.

Zudem ist etwa eine Höhe von 8 cm auszugleichen.

Mir wäre noch immer eine Lösung lieber, wie man einfach nur den Übergang zum Kupfer dicht bekommt.



Es gibt,



von der Firma Bostik einen zähen Anstrich der Aqua Blocker heißt. Das Zeug gibt's z.B bei ebay dem Dachdeckereinkauf usw., ist garnicht so schlecht und für "Heimwerker" geeignet. Diesen Anstrich könnten sie dann direkt auf den Übergang Plane /Traufblech aufstreichen ohne eine Grundierung. Wenn sie sich an die Verarbeitungsrichtlinien halten und vielleicht noch zusätzlich ein Vlies mit dem Aqua Blocker einarbeiten dürfte es dicht werden.

Eine andere Möglichkeit wäre, den Balkon mit einem Wintergarten zu überbauen.

Egal ob Kies oder Stelzlager, wenn der Übergang nicht abgedichtet wird wird immer Wasser zwischen Folie und Traufblech ziehen.

Mit Grüßen
Danilo





Das große Problem bei diesen Verbindungen stellen stets die unterschiedlichen Untergründe / Materialien dar.

Der benannte AquaBlocker beispielsweise ist für saubere Untergründe aus diversen Mauerwerken oder Beton zugelassen: ohne Fett, Öl oder anderen Trennschichten. Kein Metall.

Bituminöse Anstriche vertragen sich nur mit bituminösen Abdichtungen und Kleber auf Kunststoffbasis eben nur für die hierfür zugelassenen Kunststoffbahnen.
=> Bitumenanstrich unter Kunststoffbahn wird nix.

Der zusammengesetzte Untergrund aus Holz, Kupfer, Racofix, Kunstharzdispersion und Bitumenkaltkleber ist sehr problematisch. Viel hilft nicht immer viel.

Ich hatte mal Erfolg mit einem Anschluss an Metall mit Klebern aus der SikaBond-Familie. Da gibt es aber zu viele Möglichkeiten, als dass man sich das selbst aussucht. Gehen Sie auf die Seite von Sika und suchen Sie sich einen Fachberater.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Ist das ein Plan?



Mmmmmmmmmmmmmmmmmmmh!

Eigentlich sollte man ja meinen, dass dem Bitumenanstrich (es war ein Bitumenkaltkleber der als "Grundierung" für das Abdichtungsband aus Elastomerbitumen gedacht war und nur in dem Bereich gestrichen wurde) egal ist, wenn man die alte Kuststoffbahn wieder drauf legt und umgekehrt. Die sollen ja nicht miteinander verklebt werden.

Und das Holz (mit Holzschutz > Alkydharz-/Acrylatkombination) und Beton (mit Kustharzdispersion) vorher gegen Feuchte behandelt werden - erscheint mir noch immer logisch und nicht falsch.

Das die Kombination Holz-Kupfer-Beton(Estrich) problematisch ist, ist nun mal Ausgangslage.

Sollte hier kein kompletter Neuaufbau gemacht werden sollen, sehe ich so langsam folgende Aufbau als temp. Lösung:

1. Entfernen des Dichtungbandes und sonstiger loser Reste

2. Dort wo das Holz sichbar ist und eine "Rinne" bildet in der sich das Wasser staut - "auffüllen" mit geeignetem Material (Fliessestrich, Flexkleber,...???) - um eine plane Ebene zu erreichen.
(Anm.: Ja, ich weiss, dass diese Füllung durch die Bewegungen der Materialen "brechen" wird - aber ich denke, das verschlimmert die aktuelle Situation nicht).

3.Bitumenschweissbahn über den gesammten nun offenen Front-Bereich verkleben oder verschweissen (lassen - Dachdecker) - also auf ca. 30 cm Breite. Seiten werden so gelassen, da sie bisher keine Probleme aufwiesen.

4.Alte Plane wieder locker auflegen. Lochgitter an den Seiten anlegen.

5.Noppenbahn auf 30 cm an den offenen Seiten und im Frontbereich auslegen, damit es hier nicht zu stauender Nässe kommt.

6.Kiesdrainage auffüllen, ggf. mit gröberen Steinen als unterste Schicht - und die Platten wieder auflegen.



Ich bleibe dabei,



die Dachabdichtung ( Plane ) muß dicht mit dem Traufblech verbunden werden. Wird die Plane nur wieder auf eine Bitumenbahn aufgelegt wird sich wieder Wasser dort reinziehen und sich seinen Weg suchen egal wie es darunter abgedichtet ist.
Fraglich ist hier auch immernoch die bitumenverträglichkeit der Abdichtungsplane.

Eventuell könnte man über das Kupferblech ein Verbund- Traufblech aufbringen auf der sich die Plane mit einem speziellen Heissluftföhn dicht aufschweissen ( Fügen) läßt.

Mit Aqua Blocker habe ich die letzten fünf Jahre gute Erfahrungen gemacht sogar speziell auf Metallanschlüsse, als schnelle, günstige und auch dauerhafte Übergangslösung.

Grobe Kiesschüttungen machen Probleme beim Verlegenund Nutzung der Bodenplatten.

Mit Grüßen Danilo



Wie bekommt man das hin?



"die Dachabdichtung ( Plane ) muß dicht mit dem Traufblech verbunden werden."
Das hat ja schon beim ersten Mal nicht funktioniert. Kann man die Plane überhaupt so neu verkleben, dass es hält und dicht bleibt, trotz unterschiedlicher Materialien und entsprechend unterschiedlicher Dehnungsverhalten?

"Mit Aqua Blocker ..."
Ergibt sich hier nicht das gleiche Problem wie angmäckelt, da auch hier nicht die Plane wieder verklebt wird?


"Grobe Kiesschüttungen machen Probleme beim Verlegen und Nutzung der Bodenplatten."
Darum die grobe Schüttung auch nur als untereste Lage - darüber die Standartschüttung



Balkonabdichtung



Ihr Aufbau hat m.E. zwei Hauptmängel:
1. die nicht vollständig verklebte Folienabdichtung
2. ein zu enges Lochblech das auch noch verschmutzt ist. Bei Regen baut sich hier hydrostatischer Druck auf da das einsickernde Wasser nicht schnell genug ablaufen kann, dadurch wird die Abdichtung unterströmt. Im Winter bildet sich Eis im Traufbereich.
Wie die unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten und Wärmeleitfähigkeiten des Materialmixes wirken und ob die Gefahr von elektrochemischer Korrosion besteht kann ich an Hand der Fotos nicht beurteilen, auch nicht ob das Gefälle auf der Abdichtung ausreicht.
Das sollte sich ein Fachmann vor Ort ansehen. Kann sein das er dann eine Möglichkeit findet die Mängel zu beheben ohne den gesamten Aufbau zu entfernen.



Materialbewegungen



@Dachdecker:
"die Dachabdichtung ( Plane ) muß dicht mit dem Traufblech verbunden werden."
Ich vermute ja, dass das ganze so überhaupt nicht funktionieren kann. Es muss ja einen Grund gehabt haben, warum sich die Plane in diesem Bereich gelöst hat und ich vermute einfach mal, dass es die Materialbewegungen des Kupfers waren. Im Vergleich zum Beton(estrich) dürfte sich Kupfer bei Hitze und Kälte schon ziemlich dehnen und zusammenziehen - die Plane konnte dieses aber nicht flexibel ausgleichen und hat sich gelöst. Eine Bitumenschweissbahn hätte diese Bewegungen flexibler mitgemacht.

Die Besitzer haben sich jetzt - auch wegen der Kommentare hier im Forum - zu einem Neuaufbau entschlossen. Ich vermute dass hier wiederum eine Plane vorgeschlagen wird. Jetzt habe ich ein wenig Bauchweh, was hier die richtige Lösung wäre, da die Plane hier an den Rändern, anders als bei Flachdächern, ja nicht angeschraubt wird (wandseitig).