Abdichtung, Bahnen, Beton, Wand, Hangwasser

14.06.2012



Hallo,
bin immer wieder mit viel Interesse in diesem Forum unterwegs und stehe nun selbst vor einem Problem, für das ich noch keine rechte Lösung gefunden habe.

Habe den Boden im einem Kellerraum erneuert, d.h. alter Boden raus, bis UK Fundament ausgeschachtet, Folie rein und ca. 20 cm WU Beton drauf. Beim letzten starken Regen stand nun Wasser im Keller, dass sich an der am Hang liegenden Wand durch die Fuge zwischen Wand und Betonplatte hochgedrückt hat. Diese Wand war zwar im Sockelbereich unter der horiz. Sperrpappe schon immer etwas feucht, aber Pfützen standen bis dato noch nie im Keller, da das Wasser vermutlich unter der alten, nur ca. 5 cm dicken Bodenplatte im roten, anstehenden Sandboden gut abfloss.
Nun liegt der ganze Kellerboden ca. 10 cm tiefer und das Wasser kann durch den WU Beton natürlich nicht mehr so gut abfließen und sucht sich den Weg durch die Fuge nach oben.
Habe die Fuge nun mit Hohlkehlspachtel abgedichtet und es sind keine weiteren Pfützen nach Starkregen entstanden ... aber reicht das nun aus? Eigentlich hatte ich vor mit G200 Bahnen den Boden auszulegen, mit Styrodur zu dämmen, Etsrich drauf und Fliesen legen.
Frage: Ist eine Abdichtung mit G200 Bahnen gegen das bei intensiven Niederschlägen drückende Hangwasser in dem Fall überhaupt sinnvoll?

Grüße
Kirstin



da



ist wohl einiges schief gegangen, beim Stöbern im Forum wärst Du auch auf die Lösung gekommen. Beton schindet beim Abbinden und hinterlässt eine offene Fuge !!!

Außerdem wird hier immer wieder geschrieben, dass man nicht bis zur UK Fundament gräbt. Aber diesbezüglich scheint nochmal alles gut gegangen zu sein.
Ich hätte in eine solche Fuge ein WATERSTOPP-Band eingelegt

http://www.adicon.de/fileadmin/template/res/download/prospekte/adicon_katalog.pdf

oder ein nachfolgende Verharzung wäre eine Möglichkeit gewesen. Wenn der Druck des Wassers zu hoch wird, kann sich Deine Abdichtung auch noch lösen. Nur siehst Du das durch Deinen geplanten Aufbau zu spät.



Abdichtung mit Bitumenbahnen auf WU-Beton und zeitweise drückendem Hangwasser sinnvoll?



Erst mal Danke für die rasche Reaktion, aber deine Antwort hilft mir leider nicht weiter ... nachher ist man immer schlauer.
Eigentlich dachte ich, es ist nicht unüblich die entstandenen Fugen nachträglich abzudichten. Habe ich u.a. auch in einigen Beiträgen hier gelesen. Auch, dass es z.B. Sinn macht einen "Abstandhalter" zw. Bodenplatte und Wand vorzusehen, dessen Lücke nach Abbinden des Betons mit Dichtmaterial verfüllt wird.
Wie auch immer ...
Ich möchte eigentlich nur wissen, ob es Sinn macht, die nun mit speziellem Mörtel abgedichtete Hohlkehle und den Rest der Bodenplatte mit einer G200 zusätzlich zu versiegeln oder ist das kontraproduktiv.
Wollte die Bahnen bis zur Horizontalsperre in der Mauer hochziehen und mit dieser, wenn möglich, verbinden.

Für Tipps und Ratschläge wäre ich euch dankbar.

Grüße

Kirstin



wasserdruckhaltende Innendichtung



Wenn eine Bahnendichtung von drückendem Wasser hinterlaufen wird, nützt sie ohne Auflast gar nichts.
Besser geeignet sind für diesen Fall mineralische Dichtschlämmen oder Schleiergelung.
Was genau für Ihr Problem geeignet ist kann man erst sagen wenn es mehr Informationen gibt:
Wie soll der Raum einmal genutzt werden?
Welche lichte Höhe (jetzige Betonoberfläche bis Decke) steht zur Verfügung?

Viele Grüße



Abdichtung mit Bitumenbahnen auf WU-Beton und zeitweise drückendem Hangwasser sinnvoll?



Hallo Herr Böttcher,
Danke für die rasche Antwort ... das geht ja echt flott hier im Forum ... super!!!

Also, nach dem Einbau der WU-Betonplatte (siehe mein erstes Posting) stehen an lichter Höhe 2,22 m zur Verfügung. Ich hatte für den Bodenaufbau ca. 15-18 cm (G200, Styrodur, Folie, Estrich, Fliesen) eingeplant.
Der Raum ist ca. 22 qm groß und soll als Abstellraum bzw. bei Bedarf als Heimwerkerkeller genutzt werden. Da in einer Ecke ein Ablauf vorhanden ist, ist optional noch eine Dusche eingeplant. Es ist eine Tür zum Hof, ein Heizkörper und ein Isolierglasfenster vorhanden.

Vor diesem Kellerraum ist noch ein zweiter, durch eine Tür getrennter Raum, der ebenfalls eine neuen Boden aus WU Beton bekommen hat, jedoch nur an einer Seite noch zu 2/3 im Erdreich liegt und nach vorne hin den neuen Hauseigang / Haustür beeinhaltet. Er soll zukünftig als Büroraum genutzt werden. Probleme mit Wassereintritt gibt es in diesem Raum nicht, lediglich Feuchteerscheinungen im Sockelbereich. Kommt wahrscheinlich auch von Außen, da es bei feuchter Witterung verstärkt aufritt. Hier war eigentlich der gleiche Bodenaufbau geplant wie im hinteren Raum, sowie der Einbau von Heizkörpern.

Als Untergrund steht ein nichtbindiger, roter Sandboden an, der das Wasser eigentlich sehr gut ableitet.


Lassen sich denn Dichtschlämme, was den Anschluss an die Sperrschicht in der Mauer angeht, gut verarbeiten.
Für die Bitumenbahnen hätte ich einen Dachdecker in der Familie, aber mit Dichtschlämme habe ich gar keine Erfahrungen.
Ehrlich gesagt, bin ich eigentlich gar nicht so scharf auf den Gestank bei der Verarbeitung der Bahnen in Innenräumen, aber wenn sonst nix hilft ...
Mir wurden auch EPDM-Folie empfohlen ... scheint aber recht teuer zu sein.
Fragen über Fragen

Schon mal Danke für weiter Tipps

Grüße

Kirstin



Innenabdichtung



Hallo Kirstin,
Für einen Abstellraum und/oder eine Werkstatt ist der Aufwand den Sie da treiben recht hoch. Vor allem der gedämmte Fußbodenaufbau ist zu hinterfragen.
Mein Gegenvorschlag:
1. Verwenden sie ein Abdichtsystem eines Markenherstellers wie PCI, Sto, Remmers. Ich arbeite mit Remmers Produkten.
2. Dichten Sie den Übergang Wand- Bodenplatte mit so einem System, also Verkieselung, Dichtspachtel bzw.- Mörtel als Hohlkehle ausgeformt bis über die waagerechte Abdichtung hochgezogen, Dichtschlämme.
3. Zusätzliche Abdichtung der restlichen Bodenplatte mit einer Dichtschlämme.
Wenn der Wasserstand außen nicht über die waagerechte Abdichtung reicht sollten Wand und Boden dicht bleiben.
Wenn das passiert dann muß entwder außen eine Dränanlage eingebaut oder eine Druckentlastung von innen erfolgen. Das wäre z.B. ein Pumpensumpf bis unter die WU- Betonplatte mit atomatischer Tauchpumpe, die den Wasserstand im Bedarfsfall unter das Niveau des Fußbodens bzw. der waageerechten Abdichtung hält.
Wenn ein gedämmter Estrich eingebaut wird und es kommt zu einem Wassereintritt, schwimmt die Dämmung im Wasser. Dessen sollten Sie sich bewußt sein.
Dem kann man zwar begegnen (Foamglas in Heißbitumen eingeschwommen, Gußasphalt) wäre aber vom Kosten- Nutzenverhältnis her noch indiskutabler.
Deshalb empfehle ich ihnen auch wegen der Raumhöhe auf eine Dämmung des Fußbodens zu verzichten und nur einen Verbundestrich auf die Abdichtung aufzubauen. Darauf entweder einen Anstrich oder Fliesen. Wenn Wärmedämmung dann an die Unterseite der Kellerdecke.
Für den Büroraum stellt sich das anders dar. Hier scheint die Gefahr von drückendem Hangwasser nicht gegeben zu sein, der Einbau eines wärmegedämmten Estrichs ist machbar. Allerdings gehören zu einem Aufenthaltsraum noch weitere Kriterien wie ausreichende Beleuchtung und Belüftung und die Dämmung der Außenwände.

Viele Grüße



mir



kommt da eine Idee - nur Gusasphalt - da ich aber nur vom Sehen den Einbau kenne - sollte jemand mal antworten,der sich damit besser auskennt, ob dies als Abdichtung mit gleichzeitiger Auflast ausreichen könnte.
Der Preis würde wohl da liegen, wo man mit G200/Dämmung + Estrich liegen würde ....



Innenabdichtung



Hallo Georg,

erst mal "sorry", dass ich mich erst heute wieder melde, aber am Wochenende hatten die Kinder mal "Vorfahrt" :-)

Vielen Dank für die Vorschläge. Mir wäre Ihre Variante mit den Dichtschlämmen eigentlich lieber, aber mein Mann tendiert zumindest für den hinteren, feuchteren Keller zu den Bitumenbahnen.
Ein Wassereintritt über der Horizontalsperre in der Wand gab es bis dato noch nie ... ich denke die Lösung mit der Pumpe ist nicht notwendig.
Für den vorderen Keller, der zukünftig den Hauseingang beinhaltet und als Büroraum genutzt werden soll, werden wir wohl die Variante mit den Dichtschlämmen in Betracht fassen.
Der Beleuchtung und Belüftung, ist meines Erachtens mit einer 1,80 x 2,10 großen, gläsernen Haustür mit Seitenelement aus Glas, zwei kleinen, ehemaligen Kellerfenstern sowie dem zumindest im Sommer offenen Treppenaufgang in den Wohnbereich hoffentlich Genüge getan.

Nochmal Danke an ALLE für die Tipps.
Komme bei Bedarf nochmal gerne auf dieses Forum zurück.

Viele Grüße aus dem Saarland

Kirstin