Fuge zwischen Wand und Boden abdichten? Oder Boden neu aufbauen?

18.04.2013



Hallo,
haben in den letzten vier Jahren immer wieder Rat und Informationen aus diesem Forum gezogen.

Habe auch aktuell wieder das Forum nach einer möglichen Antwort durchforstet. Bin aber bisher leider noch nicht so richtig fündig geworden.

Wir renovieren grad die EG- Wohnung in unserem ca. 1901 fertiggestellten Altbau. Diese Wohnung liegt in einem nicht unterkellerten Anbau, der ursprünglich als Stall genutzt wurde und erst in den 50er/ 60er Jahren zu "Wohnzwecken" umgebaut wurde. Hierzu wurde der ursprüngliche Bodenbelag aus Ziegeln mit einem Schlackegranulat (ca 2- 5 cm) bedeckt und darauf eine dünne Betonschicht (ebenfalls ca. 2- 5 cm) gegossen.

In den 80ern erfolgte dann nochmals eine "Modernisierung" mit einer kompletten Innendämmung aus Styropor und Verlegung von ebenso gedämmten Fermacell Trockenestrichelementen.

Im Rahmen der aktuellen Renovierung wurden nun alle Styroporplatten entfernt. Wände zeigten starke oberflächliche Feuchtigkeit (Kondensat?!) Ich habe den Putz entfernt und innerhalb von 24- 36 Stunden war ein deutliches Abtrocknen der Wände festzustellen. Auch der Boden zeigt keine Feuchtigkeit.

Nur im Bereich des Übergangs zwischen Wand und Boden (Fuge vorhanden, ca. 0,5 - 1 cm breit) ist jetzt noch feuchter Putz/ Boden erkennbar.

Nun meine Frage: Ist der hier geschilderte Bodenaufbau überhaupt zu retten bzw erhaltungswürdig? Wie könnte dann eine entsprechende Abdichtung und eventuelle Wärmedämmung aussehen?

Oder führt kein Weg am Neuaufbau des Bodens vorbei?

Nach dem derzeitigen Stand wäre eine maximale Aufbauhöhe von ca. 4- 5 cm möglich.

Über Tipps und Erfahrungsberichte würden wir uns sehr freuen. Vielen Dank dafür vorab!



Hallo,



bei uns ist das ähnlich. Kannst du Kondensat ausschliessen? Falls ja wird der Putz wohl von unten nass. Falls nicht solltest du das erstmal klären. Ich würd da auf Nummer sicher gehen und die ganzen Altlasten abreissen. Ich habe es so gemacht: Alles raus bis auf den Grund und 2 Wochen trocknen lassen, ca. 15cm 32er Kies um nachkommende Feuchte zu unterbinden, Folie drauf um net so viel Beton zu verschwenden ;-). Ob und wie du dann dämmst oder heizt entscheidest du..............



Fuge zwischen Wand und Boden abdichten? Oder Boden neu aufbauen?



Hallo,

vielen Dank schon mal für´s Feedback.

Könnte durchaus auch noch Kondensat sein. Hatte letztes Wochenende (also ca. 3- 4 Tage nach Entfernen des Styropor) mit einem Bekannten mal die Wandfeuchte gemessen. Oberflächlich war diese eigentlich gut (trocken bis leicht feucht; Werte differierten an unterschiedlichen Messpunkten/ Räumen ca. zwischen 33 und 55, selten bis 65). Nur an den besonders schlimmen Punkten wurden Werte bis 140 gemessen. Bei einer Tiefenmessung (glaube mit Ultraschall) waren die Werte nahezu immer deutlich besser bzw. im trockenen Bereich Werte < 40. Nur in Bodennähe wurden hier an 3 oder 4 Stellen noch Werte hoch bis 80 gemessen.

Teilweise habe ich den Putz/ Mörtel aus der Fuge entfernt. Dort sieht das Mauerwerk schon wieder trocken aus. Es gibt auch keine dunklen Flecken auf dem Boden, obwohl es in den letzten Tagen auch mal geregnet hat. Alles nur in unmittelbarer Nähe zur Anschlußfuge.

Vermute mal
- entweder ein Kondensieren der aufsteigenden Kaltluft vom Boden im wärmeren Rauminnern.

- oder (vielleicht sogar wahrscheinlicher) aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden/ Erdreich, die im unteren Wandbereich den Putz erreicht und sich dort hält.

Wie erwähnt ist die gesamte Bodenkonstruktion ja nur ca. 10 cm dick und ohne Abdichtung nach unten hin.

Falls aufgrund der verfügbaren Höhe möglich würde ich gern Fuge und Boden Abdichten (Folie oder Schweißbahnen). Dann Dämmung, OSB- Platten oder Estrich (???) Zeitglich von außen die "Kehlnaht" (heißt die so?) ausbessern bzw. erneuern und falls erforderlich das Fundament mit Bitumendickschickt abdichten.



Die Kehlnaht....



...hat eher wat mit Scheissen zu tun.

Wie gesagt, du mußt erst mal bestimmen ob es Kondensat oder Feuchte aus dem Boden ist. Ein Stall b.z.w. eine Scheune wurde nie so gebaut das sie als Wohnraum geeignet ist, daher ist es nicht ganz einfach ohne Rückbau daraus Wohnraum zu machen. Mit "Abdichten" machst du es langfristig eigentlich nur schlimmer. Feuchte/Wasser will immer zur Luft, wenn sie net durch den Boden kann kommt sie über die Wände.
Ein "abdichten" bringt meiner Meinung nach nix. Ich denke "unterbrechen" ist sinnvoller. Aufgrund deiner begrenzten, noch verfügbaren Höhe, glaube ich das du um einen Neuaufbau net herum kommst.



Fuge zwischen Wand und Boden abdichten? Oder Boden neu aufbauen?



Hallo,

aufgrund weiterer Arbeiten kann ich Kondensat wohl inzwischen ausschließen.

Es gibt nur noch vier feuchte Stellen. Zwei davon im Bereich einer damals entfernten und zugemauerten Tür. Hier stieg die Feuchtigkeit wohl über Gips- Fugen auf und verteilte sich im anliegenden Bereich in den Putz bzw. die Fugen des Mauerwerks.

Wäre ein "Unterbrechen" der Feuchtigkeit dennn nicht mit einer Schweißbahn möglich? Könnte hier vielleicht direkt ein auf einer Lattung gelagerter Holzdielenboden verwendet werden? Oder ist das dann eher ziemlicher Murks?

Denn nach eingehender Überlegung und weiterer Recherche würden wir gern einen Dielenboden wie im Haupthaus auch vorhanden aufbauen. Dort soll dieser im Rahmen der weiteren Arbeiten wieder freigelegt und aufgearbeitet werden.



Wenn du



einen Dielenboden quasi wie 1901 aufbauen willst brauchst du ebenfalls keine Abdichtung. Du solltest dann aber auf eine Unterlüftung achten. Also am Haus seitliche Lüftungsöffnungen unterhalb des Bodenniveaus.



Fußbodenaufbau



Hallo Christian,
nehmen sie einen Spiralbohrer und bohren Sie langsam! ein Loch in den Fußboden bis Sie auf den Beton stoßen. Beobachten Sie das Bohrgut. Dann wissen Sie ob der Boden raus muß oder nicht.

Viele Grüße



Fuge zwischen Wand und Boden abdichten? Oder Boden neu aufbauen?



Hallo!

@Toni: Leider sind auf dieser Seite des Anbaus keine Lüftungssteine eingesetzt. Müßten somit noch eingebracht werden. Wobei ich sowohl im Anbau wie auch im Haupthaus gern ggf. noch nach einer Möglichkeit der Dämmung suchen würde um aufsteigende Kälte und Zugluft zu vermeiden.

@Herr Böttcher: Vielen Dank für ihr Feedback. Habe den Boden bereits ein kleines Stück in einer Ecke geöffnet. Aufbau wie bereits zuvor beschrieben. Oder verstehe ich Sie falsch und soll bei der Bohrung auf andere Merkmale achten?



Fußboden



Ja, Sie sollen schauen ob der Aufbau trocken ist. Das sieht und riecht man am Bohrgut.
Wenn ja dann wird der restliche Putz in der Fuge auch noch austrocknen. Die Außenwand sollte eine neue, diesmal funktionierende Innendämmung auf das abgetrocknete Mauerwerk erhalten (Udi Reco von Unger- Diffutherm). Damit ist die Fuge überdeckt.
Der Fußboden der intakt, trocken und funktionsfähig ist kann bleiben und einen neuen Belag erhalten.
Der Sockelbereich der Außenwand ist die kritische Zone.
Den sollten Sie überprüfen und ggf. nachbessern.

Viele Grüße



Bohrung im Boden



Hallo,

habe heute Gelegenheit gehabt die Bohrung vorzunehmen. Habe dabei keine Feuchtigkeit entdecken können. Eine Bohrung erfolgte in einer ausgebesserten Stelle in der Raummitte und eine zweite in Wandnähe ca. 20 cm von besagter Naht entfernt. Trotz leichter Unterschiede im Bohrgut (in der Raummitte in der untersten Schicht feiner Sand oder Lehm; neben der Wand statt dessen Mutterboden oder Asche) würde ich den gesamten Aushub als trocken bezeichnen. Ließ sich so zwischen den Fingern verreiben ohne zu kleben.

Zur empfohlenen Innendämmung:

Diese kann ja direkt auf das freigelegte Mauerwerk aufgebracht werden, oder? Ein erneutes Verputzen des Mauerwerks würde somit komplett entfallen.

Trotz des natürlichen Werkstoffes Holz ist ein Schädlingsbefall auszuschließen?

Ein betroffener Raum ist auch die Küche. Wäre an einer auf diese Weise innen gedämmten Wand eine Nutzung von Hängeschränken möglich? Ggf. mit entsprechender Dübelung bis ins Mauerwerk?

Zum Boden:

Wenn dieser nun in der ursprünglichen Ausfertigung beibehalten werden kann: Welcher weitere Aufbau bzw. Bodenbelag wäre empfehlenswert? Wäre der geplante Dielenboden realisierbar?

Habe heute nämlich im Schlafzimmer einen großen Teil der verlegten OSB- Platten entfernt und der Dielenboden sieht für sein Alter eigentlich noch sehr gut aus. Punktuell leichte Krümmungen und eben die Schraubenlöcher von den OSB- Platten. Ein erstes vorsichtiges "Lünkern" unter den Wohnzimmerboden aus OSB läßt ein ähnliches Ergebnis erwarten.

Vielen Dank aber schon mal für die netten Ratschläge und Informationen. Man ist gleich viel beruhigter!



Innendämmung



Als Innendämmung auf eine unverputzte bzw. unebene Außenwand ist das Udi inReco System von Unger Diffutherm bestens geeignet. Das System kommt auch mit salzbefrachteten Wänden klar. Es setzt allerdings wie jedes Innendämmsystem voraus das die Außenwand nicht durch Witterungseinflüsse auffeuchten kann (intakter Außenputz) und das die Diffusionsoffenheit nach innen gewährleistst wird.
Für das Befestigen von Hängeschränken gibt es passende Dübelsysteme die auch bei WDVS eingesetzt werden.

Viele Grüße



Alternative



Hallo!

@ Herr Böttcher: Grundsätzlich gefällt mir ihr Vorschlag mit den Udi InReco Platten von innen zu dämmen schon sehr gut. Gäbe es denn hierzu noch eine ebenfalls empfehlenswerte Alternative? Eventuell mit gleichem Preis-/ Leistungsverhältnis oder ggf. sogar günstiger?

Und nochmals meine Frage zum Boden: Aufbau eines Dielenbodens möglich bzw. empfehlenswert? Welche Dämmung käme hier aufgrund der knappen Platzverhältnisse (max. 4 cm Aufbauhöhe) in Frage?

Habe mich inzwischen auch schon mal parallel mit der Dämmung des vorhandenen Dielenbodens beschäftigt. Dieser befindet sich ja noch in zwei Räumen im eigentlichen "Haupthaus". Es gibt hier nur einen Kriechkeller. Dielen und Balken sind von unten zu sehen. Würde hier gerne von unten eine Dämmung anbringen. Wären hier auch Holzfaserplatten als Dämmung empfehlenswert? Möchte die Balken und Dielen nicht zu sehr einpacken um Feuchtigkeit vorzubeugen.

Vielleicht gibt es ja auch noch weitere Meinungen?!



Dämmung



Das was ich Ihnen vorgeschlagen habe ist die beste Variante.
Als Fußbodenaufbau geht noch Steicofloor, das sind Dämmplatten aus Holzfaser in 60 bz. 40 mm Höhe. In ihnen sind Traglatten für die Dielung eingebettet.
Für den Kriechkeller:
Mineralwolle- Dämmkeile zwischen die Balken,
Traglattung drunter,
Heraklithplatten und Putz bzw. Spachtel.

Viele Grüße





Hallo,

eine kurz Meldung zum aktuellen Stand:

Fuge ist soweit abgetrocknet (trotz zeitweiliger Regenschauer) und nur noch an drei Punkten feucht. Dies sind genau die Bereiche in denen der Sockelbereich aussen Putzschäden aufweist.

@ Herr Böttcher

Bei der Dämmung des Ergeschoßboden vom Kriechkeller aus: Kann die Mineralwolle hier nicht durchfeuchten aufgrund der unterschiedlichen vorherrschenden Temperaturen? Oder ist der Aufbau "offen" genug um eine Zirkulation zu gewährleisten?!



Kellerdämmung



Hallo Christian,
die MIWO liegt unten auf der kalten Seite, oben zum Wohnraum hin ist es wärmer. Falls warme, feuchte Innenluft durch den Fußboden gelangt (was bei einem ordentlichen hohlraumfreien Aufbau nicht passiert) könnte Kondensat entstehen. Das läuft infolge der Schwerkraft nach unten durch bzw. aus der Dämmung auf die Heraklithplatte. Die und der Putz verteilen eventuell eindringendes Kondensat kapillar, absorbieren es und lassen es verdunsten; etwas Luftzirkulation wird auch im Keller sein.

Viele Grüße