Abbröckelnden Putz an Wetterseite ausbessern

04.08.2016 awe1



Hallo,

der Putz an der Wetterseite unserer ca. 100 Jahre alten Holzscheune mit Keller beginnt vermehrt zu leiden.

Hauptgrund ist wohl, dass beim Übergang vom Kellergemäuer zur Boden-Deckelschalung der Scheue ein Vorsprung ist. Dort wurde damals kein Brustblech oder ähnliches gesetzt und damit konnte das Wasser an der Kante stehen bleiben bzw. hinter den Putz sickern. Gerade im Winter bei Regen tagsüber und Frost nachts wurde das an einigen Stellen zu viel. Soweit zumindest meine Einschätzung.

Die Schalung wird gerade erneuert und eine Verblechung wird angebracht.

# Siehe weitere Fotos:
http://share.pho.to/AFCil

Nun möchte ich den Putz an den desolaten Stellen ausbessern um den Erosionsprozess zu stoppen bzw. zumindest stark zu verlangsamen. Da sich der Prozess an den Fehlstellen zu beschleunigen beginnt.

Meine Idee der Vorgehensweise:

1. Lose stellen mit Gefühl beseitigen
2. Mit Drahtbesen abbürsten
3. Gründlich vorspritzen
4. Tiefe Stellen vorher grob auswerfen, begradigen, dann...
5. Verputzen und glatt ausreiben

Die Frage ist womit am besten? Meine Ideen:

- Ein Kalkzement-Sanierputz CSII, mit etwas NHL dabei. Für Fassade- und Sockelbereich zugelassen.
- „Klassischer“ Kalkzement-Grobputz CSII, zugelassen für Fassade, nicht aber Sockel.
- Der „Bomber“ CS IV Kalkzementputz in 0-4 oder 0-2er Körnung. Ist nicht ganz so fein zu verarbeiten, sind aber bisher (an anderen Stellen) gut damit zurecht gekommen.

Ich habe besondere Bedenken bei der Materialwahl weil wir erstmals alt und neu recht kleinflächig „mischen“ müssen. Bisher haben wir den alten Putz immer vollständig, oder zumindest großflächig, entfernt.

Wäre es in diesem Fall nicht erforderlich das E-Modul und die Wasseraufnahme des Bestandes einigermaßen „zu treffen“ damit keine Risse zwischen Alt/Neu entstehen?

Ich kann leider schwer einschätzen was der bisherige Putz ist. Wohl ein grober Kalkputz mit hydraulischem Zusatz (Trass?).

Wozu würdet ihr raten? Muss ich sonst noch auf etwas ganz besonders achten?

Grüße und Danke,
Alexander





Falls jemand eine Idee hat womit man den Bestand am besten kombiniert, würde mich nach wie vor über eine Antwort freuen.



Vorschlag



Den gesamten Putz abschlagen. Fugen ausräumen.
Sandstrahlen.
Wenn es die Optik des Mauerwerkes zuläßt, dann nur ausfugen. Wenn nicht, dann mit Remmers Sanierputz altweiß oder Universal HS oder ähnlichen Produkt verputzen. Unabhängig von der Wand gestatte ich mir die Bemerkung, dass die Tropfbleche meiner Meinung nach einen zu geringen Überstand nach vorn haben und Ihnen ein Wasserfalz an der unteren und oberen Abkantung fehlt. Dies ist allerdings meine persönliche Meinung.
MfG
Chris Heise





Vielen Dank!

> Unabhängig von der Wand gestatte ich mir die Bemerkung, dass die Tropfbleche meiner Meinung nach einen zu geringen Überstand nach > vorn haben

Da haben sie recht! Das kam daher, dass ich am „zu Fuß“ zugänglichen Ende der Mauer gemessen habe wieviel Überstand notwendig ist und dort ist es deutlich weniger. Da habe ich mich verschätzt. D.h. der Überstand wird dort wo die Schadhaften liegen größer (ca. 7 cm), am Ende der Wand auf den Fotos sind es 1-3 cm.

Ob ein Wasserfalz an dieser Stelle (ohne dass danach Schindeln oder eine Dachrinne kommen) glaube ich nicht, der soll doch nur verhindern, dass das Wasser unkontrolliert (seitlich an der Kante) abhaut, oder?

Ganz Abschlagen ist auch immer meine bevorzugte Variante ;-) aber in diesem Fall ist der Mehraufwand leider beträchtlich, weil die ebenfalls freiliegende Südseite noch völlig in Ordnung ist.

Sie schlagen jedenfalls ein Produkt der Kategorie CSII vor. Also muss ich hauptsächlich sehen die einigermaßen Farbe zu treffen und muss sonst nichts besonderes unternehmen um Risse o.ä. zu vermeiden?