Erfahrungen gesucht...Kalkputz mit Holzweichfaser und Wandheizung

11.02.2012 joerjen



Hallo Leute,

wer von Euch hat denn eine Wandheizung in Kalkputz ausgeführt...vielleicht in Verbindung mit Weichholzfaserdämmung...?



Kalkputz mit Holzweichfaser und Wandheizung :



Ja.Haben wir schon mal gemacht gehabt ..
8:)
Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de





Hallo Jürgen,

wie habt ihr denn die Faserplatten an die Wand gesetzt...in Kalkmörtel? Und dann die erste Schicht Kalkputz auch auf den Rohren abgezogen? Welche Körnung sollte man dabei so verwenden?
Und auf die erste Schicht Kalputz dann einen Oberputz? Dicke 10mm? Wurde der Putz armiert?



Ich...



...habe immer im Uhr, daß Udo "LehmHandWerk" Mühle Lehm für wesentlich geeigneter hält für die Kombination mit WH. Fragt doch 'mal bei Ihm nach.

Und für Selberbauer bietet der Lehm immer eine 2. Chance :-)

Grüße

Thomas



Wandheizung mit Kalkputz



Eine solche Ausführung funktioniert durchaus.
Die Holzweichfaserplatten in den Luftkalkmörtel einbetten und festdübeln.
der weitere Aufbau mit Luftkalk sollte mit dem jeweiligen Holzweichfaserplattenhersteller abgeklärt werden.
Ansonsten bleibt immer noch die Möglichkeit die Wandheizung in Lehm einzubetten.

Grüsse



Abbindeprozess...



...unter den Platten?
Stelle ich in Frage, denn der reine Kalkputz benötigt ja Kohlenstoff zur Abbbindung.
Und wenn da nun eine HWPl. aufgelegt wird, ist dieser Reaktionprozess sehr stark behindert.
Also kann die Klakputzkontaktschicht darunter verrecken.
Lehm ist da viel effektiver, weil er eine wesentlich höhere hygroskopische Verhaltensweise aufweist und auch noch konservierend zur Holzfaserplatte wirkt.
Viel besseres Difussionsverhalten.



Abbindeprozess



ist bei Luftkalkmörtel kein Problem.
Das verhält sich "ähnlich" wie bei Lehm.
Lehm hat sehr gute Eigenschaften, aber man sollte bei einer Innendämmung sehr genau abwägen was man einsetzt.
Luftkalk ist als Feuchtigkeitsausgleichsschicht zwischen Holzweichfaser und Mauerwerk, gemessen an den Eigenschaften, die besserer Lösung. Man sollte den Lehm nicht zu sehr überbewerten, es gibt manche Konstruktionen, bei denen er durch seinen hohen org. Anteil einfach nichts verloren hat.
Innendämmung, ob mit oder ohne Wandheizung ist und bleibt eine Konstruktion die genau betrachtet werden muss und ist alles andere als einfach, auch wenn es oft genug einfacher aussieht oder so propagiert wird.

Grüsse





Ich hatte mir ehrlich gesagt um den Abbindeprozeß bisher wenig Gedanken gemacht. Aber wenn man darüber nachdenkt, ist es sicherlich so, dass man den Kalkputz unter den Platten nicht feucht halten kann und er sicherlich auch schlecht das CO2 der Luft aufnehmen kann...
Der Gedanke an Kalkputz kommt deswegen, weil ich kostenlos an Sand und günstig an Kalk komme und damit Kalkputz die allergünstigste Variante für mich ist (gerade weil ich etliche m² zu machen habe). Außerdem habe ich bei meinen bisherigen Putzarbeiten recht gute Erfahrungen damit gemacht.

Die gängigere Variante ist sicherlich der Lehm.



Kalkputz unter Weichholzfaser



Dann mische etwas Zement in den Putz und Du hast einen PII, der auf jeden Fall fest genug aber nicht zu fest wird. Der Kalk kann dann in aller Ruhe nachhärten. Wenn nicht, befindet sich an der Innenseite der Platten ein basisches Antifungizid, auch nicht schlecht.

Viele Grüße



Wir haben Erfahrung in der Kombination mit Lehmund Kalk.



Für beide Materialien gibt es vor und Nachteile. Wir arbeiten im Fall der Kalkvariante auch mit leicht hydraulischen Kalkputzen unter der Weichholzfaser.

Wie Thoma Kehle schon schreibt, hat der Kalk als Feuchtverteilschicht klare Vorteile.

Ich persönlich würde aber den Lehmputz auf der Platte um die Wandheizung bevorzugen.

Grüße



Wandheizung mit Kalkputz



Hallo Joerjen ,
hatte den Beitrag aus dem Bildschirm verloren :
Ja, Platten werden in Kalkmörtel auf (sehr gerade , aber aufgerauhte) Wände gesetzt + gedübelt .
Bei Wandheizung und auch bei sonstiger Verarbeitung machen wir bzw. selbstputzende Bauleute sehr gute Erfahrung mit - Achtung Werbeblock : HAGA Bio-Therm .
Armierung muß !
Ober/Feinputz nach Bedarf .
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube Zimmerei
www.fensterecke-minden.de



Wo finde ich eigentlich Infos zu



zur maximalen Putz-tragfähigkeit der Platten?
In den Verarbeitungsrichtlinien diverser Hersteller lese ich immer nur von Putzstärken im mm-Bereich.
Bei Wandheizungen geht es ja nun aber eher in Richtung 3cm - was ja nicht unbedeutende Lasten sind.
Ich habe selber Erfahrungen mit Schilfplatten (Senkrecht) und Sauerkrautplatten (Dachschräge) mit bis 3cm Putzstärke gemacht. Das geht problemlos.

Hat jemand ein paar Verweise zu den Seiten der typischen HWF-Hersteller, wo es dazu Aussagen gibt?
Oder mussten unsere vielen Lehmbauer hier alle eigene Erfahrungen sammeln?
Wirken die Wandheizungsrohre etwa unterstützend bei der Lastabtragung des Putzes? Zumindest vorstellbar ist es ja, wenn mir der Gedanke auch nicht ganz behagt.

Aufgrund dieser meiner Infos tendiere ich bei meinen nächsten Projekt wieder zu Schilfplatten als Putzträger/Dämmung unter der Wandheizung.



Verweise sind.....



...bei mir die langjährigen Referenzen.
Mängelfrei und bis heute in guter Gesamtfunktionalität.
Wir haben sogar auf Kalziumsilikatplatten WH verlegt und dick verputzt.
Ein großes Mietobjekt.

Funktioniert, wenn man weiß, wie man es macht, wenn beim ersten mal da etwas runterkommt.



danke für die Infos



Gruß an Udo, ich habe gerade selbst so ein Vorhaben
und spitz die Ohren, was so geht.

Birger



Bei



claytec.de oder conluto.de finden sich Anleitung zum Verputzen der Dämmplatten auch mit dickeren Putzen, wie es bei einer Wandheizung notwendig ist.

Natürlich ist der dünnschichte Aufbau der von Herstellern empfohlene. Für mich hat der dünnschichtigen Aufbau auch ohne Wandheizung ein hohes Schadenspotential.

Parallel dazu gibt es einige, auch hier im Forum die seit Jahren solche Aufbauten umsetzen und über viele Erfahrung verfügen.

Hier ist das Handwerker mal wieder Innovationsmotor und einige Hersteller ziehen nach.

Grüße




Schon gelesen?

vorgemauert, was nun?