500 qm Wohnfläche Holzvergaser

25.01.2019 Ponymanor


Fakten:
- Haus Bj 1919 , 500qm
-derzeit Heizölverbrauch von 8500 Litern ( wir haben erst mit Dämmung, Fensteraustausch etc. begonnen)
- Ölheizung BJ 2008 50 KW

Nun haben wir ein Angebot für einen Holzvergaser mit 40 KW und insgesamt 2200 Liter Pufferspeicher bekommen ... Mal ab vom Kaufpreis i.H.v. 33.000 Euro ( mit 5 solarpanels) kommt mir das Ganze viel zu klein vor?

Kann mir jemand aus Erfahrung berichten? Ich möchte nicht alle 2 Stunden den Ofen füttern müssen...



Genügt wohl nicht



Ohne die Heizlast und die angepeilten Vorlauftemperaturen lässt sich natürlich nichts genaues sagen. Gröbst geschätzt langen die 2200 Liter Pufferspeicher jedoch für diese Werte niemals nicht um über die Nacht zu kommen. In den 2200 Litern lassen sich wenn die Vorlauf- und maximale Puffertemperatur um die 50°C auseinander liegen ca. 100 kWh speichern.

Möchte man damit über die Nacht kommen dürfte die Heizlast ja nur ca. 10kW betragen. Zudem wird dieses Gebäude vermutlich einen Vorlauf von deutlich über 30°C benötigen was die speicherbare Energie des Puffers weiter verringert.

Persönlich muss ich bei gedämmten 300 m² mit 2000 l Pufferspeicher und einer Heizlast von ca. 20 kW bei Minusgraden ca. 1.5 mal pro Tag heizen.

Vielleicht wäre ein reiner oder kombinierter Pelletkessel eine Alternative?



Das habe ich befürchtet ...



Heizlast ist 48 kw... wenn ich so rechne, komme ich auf einen 75 kw Vergaser mit 7500 Liter Puffer. Wenn ich bei minus 15 grad öfter rausmuss ( oder an den paar Tagen mal zusätzlich die Ölheizung anwerfe, die lasse ich ja stehen) ist es nicht schlimm, aber generell sollte die Heizung schon für 12 Stunden feuern ...



Heizungsbauer mit Holzvergasererfahrung?



Welche Marke und Füllschachtvolumen hat der angebotene Kessels?
Die Solaranlage ist sicher eingebunden, soll diese als Heizungsunterstützung dienen oder nur zur Warmwasserbereitung?

Es hängt zwar viel von ihrer Dämmung ab, aber anhand der Eckdaten halte ich die Anlage für zu klein, vorallem die 2200l Puffer sind gerade das Minimum für die Bafa Förderung und dazu kommen ja auch noch die solaren Gewinne.

50 kW sind nach aktuellem Stand hier angebrachter, dazu würde ich min 4.000 l empfehlen.
55 l pro kW und 12 l pro l Fülleschachtvolumen ist Vorgabe, aber weit entfernt von komfortablem Betrieb.
Empfohlen wird oft 20 l pro l Füllschachtvolumen.

Ein guter Heizungsbauer mit Erfahrung im Bereich Holzvergaser rechnet mit dem Füllschachtvolumen und gibt ihnen auch den Hinweise zur Bafa-Förderung. Früher konnte der HB diese auch für sie beantragen, dass muss man heute selbst machen (das als Hinweis ;)).
Am besten holen schauen Sie sich mal nach Alternativen HB um und holen weitere Angebote ein.

Zu den Kosten kann ich leider wenig sagen, da ich nicht weiß, was in dem Angebot enthalten ist und keinen Vergleich zu Solarthermie habe.

Gruß
Manuel

PS: war leider zu langsam :)
Auf einigen Herstellerseiten kann man auch mit Heizlast und Ölverbrauch den passenden Kessel berechnen lassen.
Dass die 500 m2 auch min. 45 Raummeter Hartholz nötig sind ist hoffentlich klar.



Heizkesselauslegung



Zur Grobbberechnung hier ein link:
https://www.sbz-online.de/Archiv/Heftarchiv/article-259318-101902/holzfeuerung-passend-waehlen-und-richtig-auslegen-.html

Wir haben einen Altbau, auch mit 500 qm aber Gasniedertemperaturkessel mit 36 KW und 1000 l Speicher für Warmwasser und Heizung- der hat immer gelangt.

Zuerst würde ich zukünftige Dämmungen und Sanierungen berücksichtigen, danach den Wärmebedarf ermitteln, ggf Solaranlage vorsehen für Warmwasser im Sommer und anschließend erst die Heizungsauslegung vornehmen.

Ein anderes Objekt hatte nach Komplettsanierung nur noch ein Drittel des ursprünglichen Heizwärmebedarfs.
Ein später völlig überdimensioniertes Heizsystem wäre in der Anschaffung und Betrieb viel zu teuer und unwirtschaftlich.
Mehr als 2 Befüllungen pro Tag würde ich auch bei eigenem Wald nicht akzeptieren-
das muß ja über Jahrzehnte gewährleistet sein.
Sonst zumindest überlegen ob auch Hackschnitzel eine Möglichkeit wären-
bei uns in Österreich ist das relativ üblich, sofern der Lagerraum vorhanden ist.



solarpaneel



Wie hoch sind die Investkosten für das Solarpaneel? Habt Ihr das mal durchgerechnet?



Kleine Solaranlage



5 Kollektoren Cosmo 254 Ws ca 3600 Euro plus 1500 Euro für 20 Meter Solar Wellrohr plus Steuer



thermische Solaranlage



Auch diese sollte nach der Personenzahl, Speichergröße und Ausrichtung der Paneele ausgeegt werden.

zB so : https://www.aee-intec.at/0uploads/dateien899.pdf

Speicher dann natürlich mit entsprechendem Wärmetauscher.



Solarertrag



ich hätte auch mal vorher rechnen sollen, unseren Warmwasserbedarf ( da gibt es dt. Durchschnittswerte) und das tatsäcnliche Einsparpotential. Oft wird auch mit einer lukrativen zuheizung der SA im Winter in den Puffer geworben - diesen Effekt könnte ihr in der Pfeife rauchen. Die letzten Tage, als es so klar und sonnig war mit meinen 15 qm gerade mal 2kW pro Tag. Eh vormittags der Reif runter ist hatten wir schon mittag.



Heizung



Hallo, wir standen vor etwa zehn Jahren vor der selben Frage. 400 m2 schlecht Bzw überhaupt nicht gedämmte Wohnfläche. Ich habe mich damals gegen einen reinen Vergaser und für einen Kombikessel entschieden. An einem etwa 400 Liter großen Brennraum ist ein Brennerkopf für Holzhackschnitzel angeflanscht. Die Anlage hat 50kw Leistung, je nach Bedarf und Brennmaterial sollen bis zu 80 kw möglich sein. Der Pufferspeicher ist für das reine Scheitholz heizen mit 2000 Litern viel zu klein. Ist die Flamme erloschen reicht das grad mal für drei bis vier Stunden. Das obwohl das Haus inzwischen kernsaniert ist.
Planen Sie den Pufferspeicher also gern großzügig wenn Sie nur mit Scheitholz heizen wollen.
Wir heizen inzwischen kaum noch mit Scheitholz zu, die Zeit für die Bereitstellung des Holzes (Sägen, Spalten) und das tägliche Füttern der Heizung ist doch beträchtlich und sollte nicht unterschätzt werden. Wir poltern die früher zu Brennholz aufgearbeiteten Sortimente komplett mit Kronenmaterial zusammen, warten etwa ein Jahr und lassen es dann von einem Unternehmer hacken. Unsere Jahresmenge von ca 100 m3 wird in etwa drei Stunden gehackt.
Die Anlage war zum damaligen Zeitpunkt etwas teurer also ein reiner Holzvergaser, hat sich im Nachhinein aber allemal bewert. Vielleicht prüfen Sie einmal ob eine Kombianlage nicht eine Alternative wäre.
Unabdingbar ist jedoch, wie hier ja auch schon empfohlen wurde ein Fachbetrieb der sich mit Holzheizungen auskennt. Wir haben in den ersten Jahren sehr, sehr viel Lehrgeld bezahlt. Lassen Sie sich Referenzen des Heizungsbauers nennen, fahren Sie hin und sprechen Sie mit den Leuten. Das hätte uns damals viel Ärger erspart.