36cm Fußbodenaufbau auf Erdreich, dampfdichten Anschluß an Fundamente nötig??

26.09.2014 D.Selle



Hallo,

folgender Bodenaufbau ist geplant:

0. Erdreich
1. Geovlies
2. Kiessand 0-16 oder Mineralgemisch 11cm (handverdichtet)
3. PE Folie als Trennlage
4. ca. 9cm Beton
5. Katja Kaltklebebahn o.ä.
6. Dämmung PUR 100mm
7. 6cm Estrich
8. Fliesen

maximal mögliche Gesamtaufbauhöhe 36cm

Es handelt sich um eine FWH mit Streifenfundamenten, im betreffenden Raum L4,5m*B2,4m wurden 3 Wände vor 50J durch Mauerwerk 2DF ersetzt. Eine Längswand 4,5m und die kurze 2,4m sind tragend (Außenwand/Trennwand)
Auf OKFF befindet sich eine horiz. Feuchtesperre.
Die Fundamente unterhalb bestehen aus Natursteinen und "Brösel", mehr oder minder fest.
Die Streifenfundamente werden unter der Absperrunng nach unten breiter.

Frage a): Wie erstellt man am besten den Anschluß der Abdichtung an die horiz. Feuchtesperre?

Ein alternativer Aufbau wäre:

0. Erdreich
1. Geovlies
2. 24cm Schaumglasschotter(handverdichtet)
3. PE Folie als Trennlage
4. ca. 10cm Beton
5. minralisch Dichtschlämme
6. Fliesen

Vorteil ist hier, die Dichtschlämme kann bis an die horiz. Feuchtesperre im Mauerwerk herangeführt wrde, ohne bröselige schräge Fundamente überbrücken zu müssen.
Nachteil ist die schwierige Verdichtung von Schaumglas mit dem Handstampfer.

Frage B:
Welcher Aufbau scheint sinnvoller?

ca. 15cm unter dem ausgebauten Betonboden waren Tonröhren, auf Stoß vermörtelt, verlegt. Sie verbanden den Hohlraum eines angrenzenden Dielenbodens auf Erdreich, den Hohlraum zur Trennwand des Nachbarn (ebenfalls Fachwerkhaus)mit einem Lüfterstein in der Außenwand und dienten offensichtlich der Belüftung .

Frage C:
sollte die Belüftung der Trennwand irgendwie wieder hergestellt werden?

Gruß
Detlef



Fußbodenaufbau auf Erdreich



Hallo
dampfdichter Anschluß ist unnötig und nicht praktikabel.
Dichtungsschlämme würde ich nicht nehmen, da es sicher irgendwann Fugen gibt und somit die Dichtungsebene unterbrochen wird.
Heißt Erdreich verfestigter Lehm ?
Wenn dem so wäre könntest du den als einfachste Möglichkeit
(wie jahrhundertelang in Bauernhäuser praktiziert) nur glätten, als Höhenausgleich u Schutz eine dünne Sandschicht aufbringen, darauf eine durchgehende EPDM Bahn als Dampfsperre auflegen (aus Schwimmteichbau, Flachdachabdichtung), darauf Holzbalken, evt als Kreuzlage legen, Zwischenraum z.B. mit Zelluloseflocken dämmen, darauf Holzdielen.
Die Folie bis Oberkante Fußleiste hochziehen.
Dies wäre am einfachsten und hätte die beste Wärmedämmung.
Man kann natürlich auch auf die Dampfsperre eine Ausgleichsschüttung aufbringen, darauf Trockenestrichplatten und darauf Fliesen legen.
Für eine genauere Beurteilung besser Fotos einstellen, wie das mit der Durchlüftung aussieht.Bei weiteren Fragen ggf anrufen: Andreas Teich Malta.Grüße von Andreas



Bitte vor einer Antwort die Fragestellung lesen.



Hallo Andreas,

der vorgeschlagene Aufbau ist keine dem Stand der Technik entsprechende Konstruktion.

Gruß
Detlef



Bodenaufbau



Hallo Detlev,
Du hast natürlich recht mit deinem Hinweis.
Jedoch:
es gibt sicher kein älteres Gebäude, welches dem Stand der Technik entspricht-trotzdem stehen die schon teils seit Jahrhunderten- auch Fachwerkhäuser.
Während nach dem Stand der Technik erstellte Gebäude in den allermeisten Fällen nur einen Bruchteil dieser Lebensdauer erreichen werden.
Es geht doch auch vielleicht darum, andere Möglichkeiten neben den üblichen DIN und Stand der Technik und normengerechten aufzuzeigen, die funktionieren, wesentlich günstiger sind, dämmtechnisch besser sind, ökologischer sind, in Eigenarbeit möglich sind etc.
Sicher kann man sich darüber unterhalten, unter welchen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen mein Vorschlag funktioniert.
Mir fällt aber gerade kein Grund ein, warum es nicht gehen sollte oder welcher gravierende Nachteil dagegensprechen könnte.
Vielleicht kann man mit fachlicher/techn. Begründung einem Vorschlag zustimmen oder ihn verwerfen ?
natürlich funktionieren auch konventionelle Lösungen, wobei ich bei den im Eingangsthread vorgeschlagenen aber mehr
Nachteile als Vorteile sehe.
Es ist aber sicher für manche interessant, mögliche Fußbodenaufbauten zu erörtern, da solche Böden über Kellerdecken häufiger vorkommen (habe selbst ein gut 100 J. altes Haus mit identischem Bodenaufbau)





Hallo Andreas,

natürlich kann kein älteres Gebäude, ohne zwischenzeitliche Änderung, dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, da es diese Regeln zum Errichtungszeitpunkt noch nicht gab. Wenn diese seit Jahrhunderten stehen, heißt das nicht, dass diese besonders stabil und langlebig gebaut wurden, das mag höchstens für (Kirchen und ägyptische Pyramiden gelten), denn über 90% der jeweils zur gleichen Zeit gebauten Objekte sind längst zu Staub zerfallen. Nur ein kleiner Teil der Bausubstanz steht über Jahrhunderte, weil er in geschützten Ensembel steht, kontinuierlich eine Bedeutung für die Bewohner hatte, bzw. vom wüten des jeweils aktuellen Zeitgeistes verschont wurde und über die Jahrzehnte hinweg heute eine kulturelle Bedeutung erlangt hat.

Sog. Gebäude der Neuzeit sind m.E. kulturell und architektonisch in den meisten Fällen bedeutungslos, weil standardisiert, beliebig und damit austauschbar. Sie sind nicht konzipiert auf die Nutzung durch mehrere Generationen. Was real aus der heutigen Bausubstanz schon in nur 100 Jahren wird, wird von uns hier niemand mehr erfahren. Z.Zt. sind es Legeställe moderner Nutzmenschen.

Kritik:
Diffusionsoffener Fußboden auf Erdreich funktioniert nur mit Unterlüftung also mit „kalten Füßen“ bei allen anderen Ausführungen stellt sich irgendwann Modergeruch ein.

Die diffusionsdichte Folienversion wird sich m.E. durchtreten/reiben, die Wandanschlüsse halte ich für problematisch weil auf der kalten Seite an einem unebenen nicht putzbaren Fundament Hohlräume entstehen werden, gleiches gilt für die Raumecken.
Ich rechne mit Kondensatausfall auf der kalten Folie raumseitig, und dem verrotten der „ökologischen“ Dämmstoffe, bzw. Modergeruch innerhalb von 10 Jahren.

Bei dem o.g. gewerblichen BV handelt es sich um ein Badezimmer, dessen Boden später befliest werden soll. Es sind mehrere Anschlüsse für Grundleitungen zu erstellen. Die Fundamente sollen durch den Beton nicht zusätzlich belastet werden.
Holz oder Trockenestrich sind ausgschlossen. Der ausführende Betrieb steht in der Gewährleistung und ist schon von daher gehalten sich an den a.R.d.T. zu orientieren.

Ausgeführt wird die Glasschaumvariante.

Gruß
Detlef



Fußbodenaufbau



Statt "Erdreich" sollte "tragfähiger bzw. gewachsener Mineralboden" stehen.
Nur wenn der erst in entsprechender Tiefe vorzufinden ist benötigen Sie ein Kiespolster als Auffüllung bzw. Bodenaustausch. Grundsätzlich sollten Sie nicht tiefer als unbedingt erforderlich schachten um die Standsicherheit der Streifenfundamente nicht zu gefährden.





Hallo Hr. Böttcher,

danke für den Hinweis. Gewachsener Boden ist nicht erkennbar, eher ein Gemisch aus Scherben, Erde, Dachziegeln etc. eben Bauschutt der Jahrhunderte. Ausgekoffert wurde bis knapp oberhalb des Niveau der Feuerstelle (Ascheschicht)der ehemaligen schwarzen Küche Der Maurer wird die Glasschaumvariante einbauen, weil hier die Fundamente so belassen werden können und der Anschluß an die horiz., Sperre leichter ist. Er hatte vorgeschlagen zudem die Fundamente der Außenwände mit einem 10cm breitem Streifen aus Beton zu stabilisieren. Ob es was bringt? Die vorhandenen Fundamentstreifen haben eigentlich keinen Mörtel, bzw. dieser ist nicht erkennbar. Ich denke eher ,das man partiell eine trügerische Sicherheit einbaut. Bin skeptisch... aber ist auch nicht meine Baustelle.

Gruß

Selle


Nachtrag:

Gut, werde den Betonstreifen umlaufend zur Stabilisierung veranlassen!
Danke



Fußbodenaufbau



Der Betonstreifen ist wichtig um die freigelegten Streifenfundamente zu stabilisieren. Glasschaum als Auffüllung geht, allerdings ist die Dämmwirkung nicht berauschend. Bei 35 cm sollte das dann kein Problem mehr werden, eher der Materialpreis und der Arbeitsaufwand für Ausbau der alten Füllung und Einbau des Materials. Unbedingt auf dem GSS eine Trennlage verbauen sonst vermischt sich der Beton mit dem GSS.