30cm Bimsmauerwerk ohne Dämmung für Heizleisten aussreichend?

17.01.2018 Mani



Hallo zusammen

Wir haben ein Haus (Bj 65, Bungalow, Flachdach, vollunterkellert, 160qm eine Ebene, 30cm Bims mit Beton verfüllt, 8cm Styropor-Innendämmung ) und ich mache mir Gedanken, welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind. Nach viel Recherche insbesondere von den Kritikern der EnEv bin ich abgekommen von einer 24cm Aussendämmung mit Styropor. Der Rückbau der Styroporinnendämmung ist vorgesehen.

Angestrebt werden Strahlungswärme-Heizleisten. Eine mögliche Dämmung möglichst außen. Ausserdem sollen Fenster ausgetauscht werden mit Außenlamellen.

Frage: Sollte zusätzlich zum 30cm Mauerwerk wieder Dämmung angebracht werden, oder schafft die Heizleiste den Raum auch ohne zusätzliche Dämmung auf gefühlte 22Grad bei -5Grad AußenTemp zu bringen. Wann ja, Außen- oder Innendämmung und welches Material? Reicht ggf. ein dickerer Putz wie Lehm, der direkt auf dem Mauerwerk drangebracht werden kann?

Wäre schön, eine „unabhängige“ Meinung zu bekommen. Danke vielmals!



Innendämmung



Funktioniert die jetzige Innendämmung?
Gibt es Probleme damit?



sollte ergänzen, dass



die bisherige Heizung eine Elektro Fussbodenheizung ist.

Bisher sind keine Probleme bekannt (Haus haben wir Ende 2017 gekauft), heisst aber nicht, dass darunter keine Probleme sich angehäuft haben.

Habe die Heizleisten-Funktion so verstanden, dass die darüberliegende Außenwand erhitzt wird. Wenn Styropor die nächste Schicht ist, wird da keine Wärme dranhängen bleiben. Deshalb der laienhafte Rückschluss, die vorhandene Innendämmung zu entfernen.





Du musst die Heizlast deiner Räumlichkeiten einzeln ermitteln, dann weist du was an Heizleistung gebraucht wird.

Wenn du jetzt eine Elektroheizung hast kannst du den tatsächlichen Wärmebedarf gut ermitteln.

Bei milden 5 Grad sind deine 22 Grad Raumtemperatur kein Problem, da brauche ich auch im teilsanierten Altbau etwa 35 Watt / Quadratmeter.

Nutzt du den Bungalow als Sommerresidenz?

Bei Heizleisten stellt sich eine Behaglichkeit meist früher ein, so das die Raumtemperaturen meist zwei Grad niedriger gehalten werden, dass ist bei einer Fussbodenheizung im Idealfall genauso.

Eine Innendämmung ist doch für die Heizleiste kein Problem. Wir wollen ja eine höhere Oberflächentemperatur an der Wand als wie die Raumluft ist, damit Wärmestrahlung abgegeben wird.

Je nach Systemtemperatur kann man bei 50/45 Grad, 135 Watt und bei 70/65 Grad gar 240 Watt pro Laufmeter machen.

Außendämmung ist doch auch wieder mit höheren Aufwand verbunden.

Wenn du aber deinen Heizwärmebedarf kennst, kannst du ja entscheiden was wie wirtschaftlicher ist.



Innendämmung



Zur Hintergrundinformation:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/daemmung.html



Wanddämmung



Nur ENEV- Vorschriften würde ich nicht als Maßstab nehmen, sondern zuerst einmal den gesunden Menschenverstand anwenden und Erfahrung.
Betongefüllte 30 cm dicke Bimssteine sind zum einen absolut nicht vergleichbar mit dicken, aus Kalkmörtel bestehenden Ziegelmauern mit einem hohen Fugenanteil, zum anderen sind auch diese kaum geeignet für ein Heizleistensystem, wenn niedrige Vorlauftemperaturen angestrebt werden sollten.

Die Daten des jeweils verwendeten Heizleistensystems berücksichtigen.

Zuerst klären für welche Vorlauftemperaturen der bestehende Heizkessel ausgelegt ist oder ob dieser getauscht werden soll.
Brennwert- oder Wärmepumpengeräte können wirtschaftlich nur mit niedrigen Temperaturen betrieben werden.
Je mehr Rohre die Heizleisten beinhalten oder je höher die Vorlauftemperatur umso leistungsfähiger ist diese natürlich- allerdings erhöht sich dabei die Luftbewegung.

Wenn die übrigen Flächen geringe Wärmeverluste haben kann auch eine geringe Wanddämmung möglich sein.

Auf jeden Fall müssen alle raumumschließenden Flächen mit den jeweiligen Werten zur Heizlastberechnung eingegeben werden.
Danach ergeben sich die für die jeweilig angestrebte Raumtemperatur notwendigen wärmeabgebenden Flächen bzw die Vorlauftemperatur.

Wenn die Fassade ohnehin sanierungsbedürftig ist und keine technischen Kosten dagegen sprechen ist Außendämmung sinnvoll.
Die jeweils passende Lösung hängt von den Bedingungen ab, die mitgeteilt werden müßten.

Andreas Teich