200 qm EFH- Erdwärme sinnvoll?

21.08.2014



Hallo! Schön daß es Euch gibt!
Nach einigem Rumgesuche hier und dort zum Thema Erdwärme bin ich leider immernoch nicht ganz im Bilde.

Ich hab 200 qm Wohnraum auf 3 Etagen im denkmalgeschützten Fachwerk (ca 1830) zu heizen. Bisher mit Gas, muss neuer Brenner rein, also wollt ich umstellen.
Finde Erdwärme an sich gut. Aber im Fachwerkhaus ohne Dämmung?
Zur Bohrung usw ist das Grundstück groß genug.

Hab gelesen man könne bei Tiefbohrung auch Strom über Erdwärme erzeugen. Macht das Sinn? Mehr als 15000 möchte ich ungern ausgeben. Aber Erdwärme wird noch hoch subventioniert.

Ansonsten tendiere ich zur Pelletheizung. Platz genug zum Lagern ist da. Hier schreiben viele von Scheitholzkesseln. In Kombi mit den Pellets klingt das auch gut. (Zumal wir genug Bäume auf dem Grundstück haben ;-))))

Waaaaah ich bin verwirrt. Mein Ökoherz sagt Erdwärme aber bei der Dämmung.... help!



Heizung



Ohne eine dämmtechnische Nachrüstung des Hauses ist so eine Investition sinnlos.
Bei Fachwerk heißt das:
Im Rahmen einer ohnehin geplanten Sanierung bzw. unter Beachtung der Nutzungsdauer von davon betroffenen Bauteilen,
mit einem auf die Fachwerkkonstruktion individuell abgestimmten Dämmkonzept(das bedeutet nicht mit Krampf auf Nullenergiestatus gelangen zu wollen!),
mit einem darauf abgestimmten Wärmeübertragungssystem.
Dazu passend erfolgt dann die Wahl des neuen Wärmeerzeugungssystems. Das kann auch eine Brennwertherme mit Unterstützung durch Kollektoren sein.
Unterm Strich muß sich das wirtschaftlich rechnen.
Erdwärme wird da wohl außen vor bleiben, die ist besser geeignet für einen hoch gedämmten Neubau.



neue Heizung



Wie wird denn die Wärme jetzt in die Räume übertragen?
Eine WP ist nur für Niedertemperatur geeignet.
Bei einem ungedämmten FWH bietet sich eine Innendämmung mit Wandheizung an. Dann kann man diese mit einer WP betreiben.
Für WW und ggfs. Spitzenbedarf zum Heizen ist eine Gasbrennwertheizung ggfs. mit einem angeschlossenen Kaminofen mit WT geeignet.
Allerdings ist das ganze nicht für 15 T€ zu haben.
Verzichtet man auf die Gasheizung, kann man das WW elektrisch erzeugen. Entweder mit einem eingebauten Heizstab in der WP (gehört oft dazu) oder mit DE.
Mir gefällt die Stromvariante aber nicht.
Sinnvoll ist es, einen kompetenten Planer vor Ort die möglichen Lösungen überprüfen zu lassen.



WP im Altbau



Wie Hans-Paul Esztermann und auch Georg Böttcher schon schrieben, es hapert wohl an den möglichen Temperaturen, die an das vorhandene Wärmeverteilsystem übertragen werden können. Je geringer die Heizlast und je größer die Heizflächen, desto geringer die Vorlauftemperatur, desto effektiver die WP, wie auch immer geartet die Wärmegewinnung aus dem Erdreich ist.
Ein Umbau auf Niedrigsttemperatursystem wird am genannten Kostenrahmen scheitern. Zunehmend bieten die meisten Strom-Anbieter keinen vergünstigten WP/NS-Tarif mehr an. Es „lohnt“ sich also im energetisch unsanierten Altbau nicht, definitiv nicht.

Bitte beginn doch einfach mal am Anfang, das wäre eine Heizlastberechnung,und dann käme die Bestandsaufnahme zum Thema, was eigentlich möglich wäre... und was es kostet, die Heizflächen für eine maximale Vorlauftemperatur von rund 35°-40° herzurichten, beispielsweise als Wandheizung in Verbindung mit Innendämmung.

Die reinen „Gartenarbeiten“ könnte man, je nach Geologie, auch möglicherweise im „Slinky“-Verfahren in Eigenarbeit (Mietbagger) erledigen, es muss also nicht unbedingt eine teure Tiefenbohrung sein.