1970er Haus ohne Keller - was mache ich um UG

28.11.2021 paulch

1970er Haus ohne Keller - was mache ich um UG

Hallo zusammen, ich bin neu hier, ebenfalls Neuland ist für mich die anstehende Innensanierung vom doppelstöckigen EFH (kein Fertighaus) Baujahr 1970 ohne Keller im/am Hang mit seitlichen (Ost&West) und südlichen Erdkontakt im UG, die Hangsteigung ist Nord->Süd. Mit viel Begeisterung las ich als Erstes die PDF-Dokumente vom Georg Böttcher. Meine größte Schwäche ist es, der Baubranche Vertrauen entgegenzubringen. Es ist relativ viel in den letzten 2-3 Monaten der Planung passiert (2-maliger Bauplaner/In-Wechsel), was den Satz "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" im neuen Licht erscheinen lässt. Daher informiere ich mich gerne, hole öfter eine Zweitmeinung ein, mache ich beim Arzt genau so.

Wir haben im UG des Hauses (gebaut auf dem Streifenfundament mit nicht durchgehende Betonbodenplatte ca 12 cm) etwas Schimmel [ < 1m2] in 2 Räumen - Raum Keller und Waschküche. Aufgrund dessen haben wir uns entschlossen, nur OG zu bewohnen. Im UG bleibt der Keller, die Waschküche, die evtl. mit dem Bad konsolidiert wird und das Gästezimmer weitgehend unbewohnt, jedoch beheizt (Niederbrennwertheizung mit Radiatoren). Der Plan ist es, in den nächsten Monaten die Innensanierung vom OG (und etwas UG - Keller + Bad) durchzuführen, später in 2-3 Jahren ist die Fassade fällig, in 5-10 Jahren evtl. kommt der Ersatz der Ölheizung mit der Luftwärmepumpe. Bei der Fassadensanierung war die Überlegung, den Sockel zu dämmen und das Fundament abzudichten, hierbei bin ich mir nicht mehr so sicher.

Die eigentliche Frage - was macht man im Untergeschoss jetzt, unmittelbar bei der Innensanierung? Wir haben ein "oberflächliches" Gutachten mit Wärmekamera und kapazitiven Feuchtemessung erstellt, einfach um verdeckte Mängel auszuschließen. Der Nocheigentümer weigerte sich, die Laminatöffnung zu erlauben. Hierbei haben wir uns mehr auf die Expertise/Erfahrung des Gutachters verlassen: "Es kann davon ausgegangen werden, dass die Schimmelbildungen primär konstruktionsbedingt sind und nicht Ursache einer Durchfeuchtung des Tragwerks. Dies aus dem Grund, dass die Temperaturverteilung linear ist und sich keine Auffälligkeiten oder „Schwankungen“ zeigen, welche auf eine lokal erhöhte Feuchtigkeit von außen her hinweisen". Ich kann der Logik folgen, Laminat müsste Spuren der Größeren Durchfeuchtung anzeigen, ist aber unversehrt.

Wir bekommen jetzt die Hausschlüssel, Laminat wird im Raum Keller für die Schimmelsanierung eher entfernt. Sollen wir die CM oder eine andere professionelle Feuchtemessung mit Sondierung durchführen, Grundwasserlevel bestimmen oder einfach mit der Innensanierung fortfahren, in der Waschküche und Keller ggfs. eine dezentrale Lüftung einbauen und sich eher auf die Außenabdichtung in 2-3 Jahren verlassen?

Ich freue mich auf den konstruktiven Austausch und bedanke mich im Voraus.



Altes Problem



Hallo Paulchen,

aus der Ferne und anhand eines Bildes ist keinerlei Aussage über die Ursachen, Umfang der Sanierungen etc. zu ziehen.

Also kann ich ausschließlich paar allgemeine Aussagen Ihnen geben:

Anhand des Fotos ist zu vermuten, dass das Feuchtigkeitsproblem ein Altes ist, da deutliche Spuren der Ausbesserungen und Schadensbeseitigung sind zu erkennen sind. Hier wurde die Raufasertapete entfernt und bereits nachgespachtel. Des Weiteren liegt eine recht umfängliche Durchfeuchtung vor, da die Schrauben/Nägel der Sockelleiste Korrosion zeigen und angrenzende Gegenstände, z.B. der Karton bereitsAnsatz von Schimmel zeigen.

Eine Bauteilöffnung/ Bohrung bringt hier den notwendigen Erkenntnisgewinn.

Das Schadensbild lässt nämlich verschiedenste Ursachen zu:

Bei umlaufend gleichem Bild könnte eine Überflutung und anschließend nicht erfolgte/ nicht umfänglich erfolgte Trocknung des Kellers in Betracht gezogen werden.

Bei lokal auftretendem Schadensbild hangseitig könnte eine beschädigte Außenabdichtung die Ursachen sein.

"Zeiht sich die Feuchtigkeit in den Ecken nach oben", kann eine Kältebrücke mit gleichzeitig umgünstigem Raumklima eine mögliche Ursache sein.



Danke für den Hinweis


Danke für den Hinweis

Eine Zusatzfrage, sollen wir die Ursachenforschung mit einem "neutralen" Sachverständigen oder mit einer spezialisierten Firma, zum Beispiel Isotec, in Angriff nehmen? Bisher waren die Aussagen des Sachverständigen und der Fachfirma widersprüchlich. Leider kann man hier nur ein Bild abladen, ich versuche mal mit einer Grundrisszeichnung. Der problematische Raum Keller ist mitm X markiert. Hm, vom alten Problem ist im Bericht nichts zu lesen. Alteigentümer gibt es mündlich zu, dass das Problem seit einer Weile besteht, Laminat liegt dort seit 2004 und ist intakt. Wir haben es mit dem Rechtsanwalt besprochen, die Chancen auf Beweis der arglistigen Mängel sind eher mau - gekauft wie gesehen. Daher haben wir uns, auch nach der Aussage im Bericht, welche aufsteigende Feuchtigkeit ausschließt, eher dazu entschlossen es zu akzeptieren.



Fachfirma vs. Gutachter



Sie müssen immer bedenken, dass eine Fachfirma bei der Erstellung eines umfänglichen Gutachtens gleichzeitig eine ökonomische Motivation vertritt. So steht häufig der Schaden und nicht die Ursache bei der Begutachtung im Vordergrund.

Ein Gutachter hingegen haftet für das erstellte Gutachten. Er konzentriert sich bei der Begutachtung auf die Ursachen und weniger auf das Schadensbild.



Ergänzung Arglist



Zwei Ergänzungen:

1. Da dieser Bauschaden deutlich sichtbar ist und selbst bei der ersten Begehung ohne Hinweis des Vorbesitzers auffallen muss, kann hier aus meiner Sicht eine Arglist ausgeschlossen werden.

2. Laminat und Feuchtigkeit: Da Laminat eine Plastikoberfläche besitzt, sind Rückschlüsse schwierig. Achten Sien und lassen Sie, sofern ein moderner Fußbodenaufbau vorliegt, den Feuchtigkeitsgehalt der zwischen Estrich und Bodenplatte befindlichen Dämmschicht kontrollieren.



Vielen Dank, Update folgt.



Danke Holger, das hilft weiter. Ich sehe es ein, die Feuchtigkeit haben wir mitgekauft :)



Ganz normal



Bei alten Häusern, aber häufig auch den den neuen Häusern, gehören Feuchtigkeitsschäden zu den klassischen Bauschäden. Nach über 50 Jahren, kann da das ein oder andere Bauteil schon mal Pflege brauchen. Und da es kein Fertighaus mit viel Holz ist, lässt sich das auch reparieren.

Da der Schaden sogar recht eng eingrenzbar ist, sollte hier kein schwerwiegendes Problem auftauchen. Vielleicht ist auch nur ein Rohr undicht, war das Raumklima lange extrem feucht oder ist die Anschlussfuge im Laufe der Jahrzehnte undicht geworden. Schauen Sie sich die Stelle auch nochmal von außen an: Läuft die vielleicht direkt Wasser zur Hauswand, liegt da das Regenrinnenrohr, wie sieht der Putz aus, etc.



Laminat entfernt


Laminat entfernt

Ich hatte gestern in dem Raum mit Schimmel ein Stück Laminat entfernt, darunter befindet sich Estrich auf einer vermutlich Bitumen-Alu Folie - das Ding war eher nicht wirklich funktionsfähig? Estrichhöhe schätze ich auf so 3-4 cm und danach kommt die Betonplatte. Der "Finger hinhalte" Test ergab trockene Bausubstanz, was meine Vermutung auf Taufeuchtigkeit verstärkt.
Wir überlegen doch Fussbodenheizung - so etwas: https://www.fermacell.ch/ch/produkte/estrich/therm25-fussbodenheizelement Bei Gesamthöhe Betonplatte - Decke 248- max 250 cm wird es etwas knapp den Boden nach unten gut zu dämmen. Unter 240 cm Deckenhöhe wäre es für grosse Leute ungemütlich. Muss man da auf die Vakuum/Aerogeldämmung setzen? Das wäre ein teuerer Spass.



Was spricht gegen - Estrich ausbauen ?



Der ist doch gleich ausgebaut und dann spielen doch die paar cm Raumhöhe keine Rolle mehr.
Wenn das nicht geht, dann den Vorlauf um die ganze Außenwand an der Innenseite verlegen. Was dann noch wichtig wäre ist eine Heizungssteuerung die insbesondere die Außentemperatur erfasst und auch im Sommer betrieben wird. Dies deswegen, weil wenn nur die Raumtemperatur erfasst wird der Thermostat dann die Heizung ausschaltet und dann der Boden-Wandanschluss zu kalt wird!



Genau so wird es gemacht - Estrich raus, bleiben aber leider nur 248 cm Bodenplatte-Decke



Hallo Herr Bromm, vielen Dank für die Antwort. Alter Estrich samt Bitumen-Alu Folie kommt raus, danach ergibt sich leider immer noch unzureichende Gesamthöhe von 248 cm. Es wird fast unmöglich sein eine Dämmung + Fussbodenheizung + Steinfliesen auf 8 cm zu pressen. Da gibt es denke ich 2 Ansätze: die neue Raumhöhe von 230 cm akzeptieren (inkl. neue Treppe, Türen), mit foamglas oder ähnlichem zu dämmen oder eine Wandheizung zu überlegen und nur die Dämmung auf 8cm zu pressen, ergäbe 40mm foamglas + vielleicht 10mm aerogel. Wie ist die Meinung zu der Bitumen-Alu-Bitumen Folie. Die alte sieht nach 50 Jahren nicht mehr gut aus. Macht eine neue Bitumen-Alu Folie auf der Bodenplatte als Dampfsperre Sinn oder einfach foamglas auf Bitumenkleber verlegen?



Estrich Ausbauen - Betonplattenpfusch entdeckt


Estrich Ausbauen - Betonplattenpfusch entdeckt

Beim Versuch den Estrich zu entfernen sind wir auf neue Erkenntnisse gestossen.
Die auf dem Originalbauplan eingezeichneter 12 cm PC 300 Betonplatte zwischen dem Streifenfundament existiert nicht oder war einfach ein dünn gegossener Magerbeton. Muss ich jetzt bis auf den Streifenfundament 50 cm auskoffern?



Alte Pläne lügen nicht...oder doch


Alte Pläne lügen nicht...oder doch

Foto vom Plan UG, rotes X - 1 m2 wegspitzt passend zum Bild oben.



Moin



nun es ist nicht schlimm wenn es nur ein Magerbeton ist, die Platte hat keinerlei statische Funktion und dient nur dazu nicht im Matsch rumlaufen zu müssen. Sie können also wie auch immer geplant vorgehen, unabhängig davon ob es ein C8/10 oder C30/37 ist
Übrigens: An der Fundamentunterkante haben Sie nichts verloren, die ist ein absolutes Tabu.



Was heisst "Sie können also wie auch immer geplant vorgehen"



Hallo Herr Bernhardt, was bedeutet es konkret? Geplant war es Estrich abzuspitzen, die Betonplatte etwas auszuspachteln (zwecks Nivellierung) und Dämmung zu verlegen. Auf das, was da unten vorkommt kann ich beim Besten Willen nicht dämmen, es zerbröselt ja in der Hand.



Also,



dann geben sie doch den konkret vorhandenen Aufbau an:
Ich nehme an:
3-5 cm Verbundestrich
ca. 10 cm Magerbeton

danach Erdreich evtl Sandbett

Klar geht der Verbundestrich nicht zerstörungsfrei ab, also entweder auf geplante tiefe rausnehmen neuen Estrich auf die Bodenplatte und Dämm- und Abdichtungsebene herstellen, alternativ, den Magerbeton raus und neuen Bodenaufbau.
btw, herstellungsbedingt wird in Wandnähe eher eine Voute sein als eine ausgebildete Rechteckplatte diese ist eher in Raummitte zu finden, zu der Zeit hat man einen Fundamentgraben gebaggert der ungefähr dem entsprach was in der Zeichnung steht, die Grabenränder freilich waren eingefallen.



Archaeologische Ausgrabung


Archaeologische Ausgrabung

Hallo Herr Bernhardt, ich habe etwas tiefer mit der Hand die Steine entfernt, bzw. reingebohrt.
Nach ca 30-35 cm kommt tatsächlich nasser Sand. Die Schicht zwischen Estrich 4-5 cm und Magerbeton ca 12 cm und nachfolgenden Steinen lassen sich nicht sehr gut festhalten/differenzieren.



Noch ein Foto


Noch ein Foto

Noch ein Foto aber ich tue mir vor Ort auch schwer die Schichten auseinander zu halten. Fakt ist, das lässt sich fast alles mit den Händen ausgraben/bewegen.



Nun,



dann nehmen Sie doch gerade soviel wie Sie für Ihren geplanten Aufbau benötigen heraus plus 5cm die Sie dann als Estrich aufbringen, darauf dann die Abdichtung , Dämmung, Estrich.....
Wenn das nicht funktioniert müssen Sie den Beton bis auf die Kiesschicht herausbrechen und neu einbauen



Danke, alter Hauseigentümer streitet ab, dass die Platte nicht aus PC 300 Beton besteht


Danke, alter Hauseigentümer streitet ab, dass die Platte nicht aus PC 300 Beton besteht

Verstehe ich beim Beton etwas falsch oder kann sich ein PC 300 Beton nach 50 Jahren so zersetzen, dass ich mit der billigsten Bohrmaschine ohne Bohrhammer mit 500 Watt 20 cm quer (nicht vertikal in die Tiefe, sondern horizontal) durchbohren kann? Ich habe auch vertikal an einer anderen Stelle im Flur UG eine Probebohrung gemacht, das ging etwas langsamer voran. Zum Verlgeich, für einen Kabelanschluss hat der Techniker mit dem Hilti Bohrhammer 5-10 Minuten für 20 cm Aussenbetonwand gebraucht, er hat langsam gebohrt. Anbei ein Foto des Vorbesitzers von der Leitungsreparatur. Die Struktur der Platte ist tatsächlich gut ersichtlich aber stimmt die Beschaffenheit? Wenn alles im Rahmen wäre, könnte ich wirklich nur den Estrich und vielleicht ein paar cm zusätzlich abspitzen und vielleicht mit Zementestrich begradigen, mit Foamglas oder PIR minimal (3-5 cm) darauf Isolieren und Fussbodenheizung verlegen. Oder ist das Auskoffern zwingend?



Was



halten Sie sich nicht an de Festigkeit auf? Die ist doch total egal der Beton hat nichts zu halten.
Schaffen Sie ein wenig Platz und egalisieren mit Zementestrich., machen Sie doch keine Wissenschaft daraus



Vielen Dank



Das scheint tatsächlich die beste und die pragmatischste Lösung zu sein. Schade braucht Zementestrich lange zum Trocknen. Wir hatten eigentlich vor Anhydrit Schnelltrockenestrich zu nehmen. Vielen herzlichen Dank für ihre Geduld und gute Ratschläge.



Moin,



Zement gilt nach 28 Tagen als ausgehärtet.
Bauen ist etwas das Planung und Zeit benötigt, wenn Sie schnell wollen, dürfen Sie sich über Folgeschäden nicht wundern.



Fussbodenheizung auf Klinkerfliesen



Wir haben es uns heute mit dem Baumeister und Architekten angeschaut. Vorschlag vom Baumeister, um die Kosten in Schach zu halten - auf die Ausgrabung/neue Bodenplatte zu verzichten und auf den jetztigen Bodenaufbau im Flur Trockenbaufussbodenheizung zu verlegen. Also auf die jetztigen Klinkerfliesen wird Bitumen-Alu-Bitumenfolie als Dampfsperre geklebt, dann 3 cm PIR Dämmung, dann FBH und Fliesen. Ich muss dafür die Raumhöhe von 240 auf 230 opfern und neue Treppe/Türen machen. 20k vs 50k Ausgaben und weniger Risiko.



So einfach ist es doch nicht



Wenn man die Raumhöhe verändert, muss man bei 7 Türen den Sturz versetzen, zusätzlich zu der neuen Treppe. Dann vielleicht doch auskoffern oder nur dämmen und entweder Wandheizung oder Radiatoren belassen.



Eieiei......



"Alte Pläne lügen nicht...oder doch?"
Es gibt den alten Spruch: "Pläne sind dazu da geändert zu werden."
Ich persönlich verlasse mich nie auf alte Pläne und wenns ins Detail geht auch nicht auf neue. Denn zu oft wird doch anders gebaut als es im Plan steht, oder nachträglich ohne Plan geändert/umgebaut, oder, oder, oder. Lieber einmal zu viel die tatsächlichen Gegebenheiten messen, als von evtl. falschen "theoretischen" Werten/Maßen auszugehen.

Ich lese hier schon die ganze Zeit mit und kann mir mittlerweile ein Schmunzeln nicht mehr verbeißen....
Olaf Bernhard hat vollkommen recht, wo ist das Problem? Entweder kann man den ollen Estrich/Magerbeton oberflächlich weg spitzen und man braucht ihn nur etwas abzuspachteln/glätten, oder der ganze Schlunz muss halt komplett raus, Punkt.
Zum Glück habe Sie es ja selbst gemerkt, "Höherlegen/Aufdoppeln" ist die allerhinterletzte Lösung, wenn Treppen und Türen betroffen sind.....

Mein Tipp wäre: Nicht mehr lange alle Wenns und Abers immer wieder neu zu diskutieren, die Optionen sind genannt, los gehts!
Es könnt schon gemacht sein.... ;-)

Nix für ungut.
Gruß,
KH



Danke euch beiden



Für mich als Laien ist auf Grund der fehlenden Erfahrung die Tragweite der Entscheidung nicht klar gewesen. Die Meinung des Baumeisters (Praktiker) deckt sich mit den Vorschlägen. Bauleiter hat mich ein wenig verwirrt - bloss nicht ausgraben, die Kosten kann man gar nicht abschätzen, etc.. Nochmals Danke fürs in die Spur bringen. Schönes Wochenende.



Halber Flur ist weg,


Halber Flur ist weg,

Im Flur ist heute schon die Bodenplatte zur Hälfte entfernt. Somit sind es bis zur Nullebene/Oberkante Fertigboden (Treppe, alter Bodenbelag) bei 20 cm Tiefe. Sollen wir noch ein wenig weiter auf 25 cm abtragen? So dass man eine neue 15 cm armierte Bodenplatte giessen kann, die restlichen 10 cm wären dann für die Isolierung + FBH? Allerdings wäre die Kiesschicht bis zum Erdreich/Sand dann nur noch ca 5 cm.



Re: Neuer Rohboden



Hallo paulch,

wenn es sich tatsächlich um Kies handelt, spielt es keine Rolle wie dick diese Schicht ist. In Kies zieht Feuchtigkeit genauso hoch wie in Sand und Erdreich. Wenn es dir darum geht die Feuchtigkeit weiter unten schon zu reduzieren müsstest du so tief runter graben, dass du eine ca. 10 cm dicke kapillaritätsbrechende Schotterschicht einbauen. Auf den Schotter kommt eine Folie, damit der Beton und sein Anmachwasser nicht im Schotter versickern.
Die neue Bodenplatte musst du nicht unbedingt 15 cm dick machen, 10 -12 cm reichen auch. Erst recht wenn du eine Armierungsmatte einbaust. Da sie zwischen die Wände gegossen wird, hat sie außer den Verkehrslasten nichts weiter zu tragen.
10 cm für Dämmung plus Estrich mit FBH plus Bodenbelag (Fliesen?) ist ziemlich knapp bemessen.
Die Dämmung sollte mind. 4 cm sein, der Heizestrich ca. 6 cm, da bleibt nichts mehr für den Belag.

Gruß,
KH



10-12 cm Bodenplatte klingen besser als 15


10-12 cm Bodenplatte klingen besser als 15

Vielen Dank. 10-12 cm sind besser als 15. Folgender Bodenaufbau (siehe Anhang) ist angedacht.
Ich möchte/muss Turbolight Estrich verwenden um von 6 auf 3 cm Höhe zu kommen. Wenn ich mehr dämmen möchte/konventionellen Estrich verwende, dann ist es korrekt, dass ich auf die FBH verzichten muss. Es wäre schade bei dem Gesamtaufwand aber vertretbar.



Moin,



"In Kies zieht Feuchtigkeit genauso hoch wie in Sand und Erdreich. Wenn es dir darum geht die Feuchtigkeit weiter unten schon zu reduzieren müsstest du so tief runter graben, dass du eine ca. 10 cm dicke kapillaritätsbrechende Schotterschicht einbauen"

Das kann ich so nicht stehen lassen, es ist unerheblich ob das Material gebrochen ist oder ob es Kies ist.
Die Wahl hängt von der örtlichen Verfügbarkeit ab, . Der Mehlkornanteil muss entsprechend klein sein, die Sieblinie muss stimmen, das gilt aber für Kies ebenso wie für Schotter.
Die Stärke der Schicht sollte freilich >= 10 cm sein.
Auch bei 10 cm Beton brachst Du keine Bewehrung wozu soll die gut sein? Bei Einhaltung der richtigen Betondeckung liegt sie so gut wie in der Mitte und kann keine Funktion mehr ausführen.



Beton 10 cm ohne Bewehrung passt



Betonplatte passt so auch zu den Angaben vom Bauunternehmen 10 cm, ohne Bewehrung. Es wurde eine sehr schnelle Beton-Trocknungszeit angegeben - ein paar Tage vs. 28 Tage die man vorher erwähnt hat, ist es mit heutigen Materialen möglich?
Verlegt man diese Betonplatte frei schwimmen, dichtet man die Kehle/Übergang zu den Innenwänden besonders oder reicht es eine Dampfbremsfolie etwas höher zu ziehen?



Schotter



Sorry, Olaf Bernhard hat natürlich recht.
Der Schotter darf keinen Feinanteil/Sand enthalten, der sonst auch kapillaraktiv wäre. Das hätte ich explizit dazu schreiben sollen. Ich bin davon ausgegangen dass mit "eine ca. 10 cm dicke kapillaritätsbrechende Schotterschicht" klar wäre was gemeint ist.

Gruß,
KH



kapillaraktiv


kapillaraktiv

Dieses Wort " kapillaraktiv" lässt mich nicht gut schlafen. Nachdem jetzt (gesamt 25 cm) 10 cm Betonplatte und 15 für FBH mit Dämmung z. Verfügung stehen, habe ich den folgenden Aufbau angedacht, das erfüllt sogar die U-Wert Vorgaben. Muss ich mir wegen der aufsteigenden Feuchtigkeit Gedanken machen? Ich habe keine 10 cm Kies unter der zukünftigen Betonplatte. Wäre es besser die Foamglasplatten unter die Betonplatte zu legen oder sich einfach entspannen, mit Bitumenbahnen unter der Betonplatte Abdichten und gut ist?



25 cm


25 cm

Der Plan war 25 cm auszugraben, jetzt kommt aber Streifenfundament in allen Zimmern unterschiedlich hoch. Im Flur sind es tatsächlich an einer Stelle 25 cm bis zum Beton, in anderen Zimmern zwischen 15 bis 19 cm. Die Streifen werden wir natürlich nicht abspitzen aber wie legt man da eine Bodenplatte drauf, so dass genug Höhe für die Fussbodenheizung bleibt. Kann man Bodenplatte mit Absatz giessen, so zu sagen zweistufig, an den Rändern wo Streifenfundament höher ist - dünner, in der Mitte - dicker? Danke und Grüsse



Feuchtigkeit nach dem Sturm


Feuchtigkeit nach dem Sturm

Zwischenstand: die neue nicht tragende Betonplatte wurde zwischen dem Streifenfundament gegossen (und minumal über die Streifen), so dass noch 10-14 cm Platz für die Dämung/FBH übrig bleiben. Wir wollten mit der Bitumenabdichtung loslegen. Es hat am Sonntag gestürmt und an der Nord/Norwestwand kommt unter dem Türrahmen und in einem Zimmer unterm Fenster Feuchtigkeit. Nicht viel aber es wäre gut die Ursache zu verstehen. Es sieht nicht so aus als hätte es von oben reingeregnet, denn dann wäre die Wand weiter oben auch feucht. Ich habe die Spritzwasserschutzsteine etwas beiseite geräumt, die Wand dort ist auch aussen etwas feucht. Die Steine sind recht gross (kein 32/16 Splitt sondern 10-20 cm), ist das der Fehler? Wir lassen dort 20 cm aussen ausgraben. Innen möchte der Rohbauer eine Negativsperre aus Dichtschlämmen anbringen. Ich wollte die VHF und die Sockeldämmung eher in 2023 machen. Was ist von der Innenabdichtung zu halten, lohnt sich die Investition oder ist es Geldmacherei und man sollte eher von aussen abdichten. An manchen Stellen werde ich von aussen kaum dran kommen. (tiefe Fensterlucken, Hang, Hangsicherung mit dem Fundament verbunden).

Mir liegt ein unheimlich teueres Angebot von Isotec im ganzen UG eine Dichtschlämme-Abdichtung gegen drückendes Wasser mit 3 mm anzubringen, der Spass kostet 20k.



Bild von aussen


Bild von aussen

Setzungsriss war immer schon da aber es sieht nicht aus als würde die Feuchtigkeit entlang vom Riss verbreiten, wobei die Stelle schon exakt dort ist.



Noch ein Bild


Noch ein Bild

Jetzt mitm Setzungsriss



Drückendes Schichtenwasser



Hallo Paulchen,

Aus der Ferne ist eine Diagnose und Ursachefindung immer recht schwierig. Wenn aber zwischen der Wand und der neu gegossen in Bodenplatte Feuchtigkeit auftritt, ist dies meist mit drückendem Schichtenwasser zu erklären.

Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Grundwasser. Bei Niederschlägen fließt Regenwasser in den dazwischenliegenden Bodenschichten ab und kommt dann meistens an der schwächstem Stelle, hier ist es der Spalt zwischen Wand und neuer Bodenplatte, zum Vorschein.

Wasser kann mit unglaublicher Gewalt nach oben drücken. Bei einem Einfamilienhaus können das bis zu 100 t Druck sein.

Dies ist auch die Ursache für die bei Ihnen im Sockelbereich auftretenden Feuchtigkeitsschäden.

Eine Abdichtung von innen ist natürlich auf Dauer hier nicht von Erfolg.

Hier kann überlegt werden, den Druck beispielsweise durch einen Pumpenschacht oder durch eine sehr sorgfältig und fachgerecht installierte Dränage abzuleiten.

Allerdings ist dies auch immer wieder mit Risiken, beispielsweise Unterspülungen oder Setzungen verbunden.



Danke, Holger. Die Aussenhohlkehle sieht aber auch nicht mehr ganz frisch aus


Danke, Holger. Die Aussenhohlkehle sieht aber auch nicht mehr ganz frisch aus

Soll ich erstmal (bis die Fassade/Ausgrabung richtig gemacht wird) die Hohlkehle etwas besser abdichten, quasi als Provisorium für 1 Jahr.



Kann man Schichtenwassertheorie irgendwie messen/untersuchen?


Kann man Schichtenwassertheorie irgendwie messen/untersuchen?

Hier noch ein Bild der Hohlkehle von aussen.



Kann man Schichtenwassertheorie irgendwie messen/untersuchen?



Hier noch ein Bild des Wand-Streifenfundament Anschlusses von aussen.
Wie flicke ich es für 1 Jahr bis die Fassadendämmung kommt?
Ich würde gerne das Wasser vom Gebäude wegleiten - einfach Beton oder Glasfaserbetonplatte schräg (30 Grad für Wasserabfluss) an die Wand/über Streifenfundament dran machen?



Theorie und Praxis



Wie bereits oben schon geschrieben, ist eine Diagnose aus der Ferne nur sehr schwer möglich.

Für die Vermutung, dass ihr Schichtenwasser, Fachsprache Interflow, ursächlich für den Schaden ist, kann folgendes eingeführt werden.

Sie schrieben, dass ihr Haus ein Streifenfundament hat. Dazwischen wurde die Bodenplatte gegossen. Wenn Wasser nun von unten gegen die Bodenplatte gedrückt wird, wird dieses an Spalten und minimalen Rissen ins Haus gedrückt. Meist erfolgt der größte Wassereintrag etwas zeitversetzt, ca. 1Tag, zum Niederschlagsereignis.

Typisch hierfür sind Feuchte Flecken am Übergang von der Bodenplatte zu Hauswand, nur nach Starkniederschlägen/ Unwettern auftreten. Wie gesagt, hier ist ursächlich, dass temporärem das Wasser von unten gegen die Bodenplatte drückt.

Bei zu hohem Grundwasser ist der Bereich dauerfeucht. Bei von der Oberfläche eingetragenem Wasser sind die Seitenwände feucht.

Kommt Wasser eher von der Seite, dann werden bei einer unsachgemäßen Abdichtung die Seitenwände eher feucht.

Überprüft werden kann dies eigentlich recht einfach beziehungsweise ist häufig dies dann auch gleich die Behebung des Schadens mit einem Pumpenschacht.

Versuchsweise kann auch ein Loch, dass etwas tiefer ist als OKF Kellerboden ist, gegraben werden.



Wegen was messen...



wenn der gesund Menschenverstand erkennt, dass dies vernünftig abgedichtet werden muss?



Pragmatisch


Pragmatisch

Wir machen es pragmatisch, mit Dichtschlämmen abdichten, leichtes Gefälle vom Haus weg, mit 4 cm 40x20 Betonplaten abdecken. Nur bei der Eingangstür, wo ich eine grosse Granitplatte liegen habe, weiss ich nicht wie man unter der Schwelle von aussen abdichtet. Die Seitenwand vom Eingangsvorbau (Klinker) steht auf dieser Granitplatte. Das Eingangsdach ist eher mit der Fassaderenovation in 1 Jahr fällig, möchte es noch nicht abbauen, Vordach ist mitm Haus armiert.