Wie Schwellbalken unterfüttern?
ich hatte ja neulich schonmal wegen meines Eckständers und dem Schwellbalken gepostet. Und möchte mich schonmal für die Antworten bedanken.
(http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/67887$.cfm)
Dazu habe ich jetzt noch zwei Fragen:
1.)Ich habe diesen, vor den Schwellbalken geschmierten, Zement gestern abgeschlagen (siehe Bild, blau markiert). Dahinter war es etwas vermulmt aber staubtrocken. Nun habe/werde ich die alles was lose war/ist (und ein wenig mehr) unter dem Schwellbalken ausgeräumt/ausräumen (abschnittsweise!).
Dadurch ist ein Hohlraum von etwa 1-2 cm zwischen Sockel und Balken entstanden.
Wie sollte dieser Zwischenraum gefüllt werden?
Da es sich um eine Scheune handelt muss das nicht "dicht" sein, d.h. da kann die Luft ruhig durchpfeifen.
Am einfachsten erscheint es mir einfach Steine (vom Rhein) stramm drunter zu klemmen (Skizzen siehe unten, links). Wie würdet Ihr das praktisch machen? Links und rechts neben dem betreffenden Abschnitt Keile drunter (so dass der Balken minimal hochkommt), die Steine stramm rein und dann die Keile entfernen?
Zweite Alternative wäre den zwischenraum mit Luftkalkmörtel (?) auszufüllen. Ich würde dann eine "Tropfkante" ausbilden (siehe Skizze unten, rechts).
Wie würde das da gemacht werden? Einfach drunterschmieren?
Oder Schwellbalken wieder mit Keilen anheben, Mörtel drunter, anziehen lassen, Keile entfernen?
Die Steinvariante erscheint mir luftiger also besser für den Balken, oder?
Die Sockeloberkante ist mehr oder weniger eben (waagerecht), sollte man da bei der Stein-klemm-Variante vorher noch eine Schräge modellieren, damit das Wasser sofort abläuft oder wäre das bei der Variante nicht soo wichtig? Womit würde ich das machen? Der Kalkmörtel ist wahrscheinlich zu weich man dann die Steine reinklemmt platzt der wohl ab???
2.) Der Eckständer ist ja durch die fehlende Dachrinne in den unteren Zentimetern etwas mitgenommen. Könnte man den Eckständer einfach bis zur gelben Linie (siehe Bild) absägen (die Schwellbalken / Eckständer-Verbindung ist OK) und dann in dem Bereich einfach den Sockel etwas höher mauern?
So als mittelfristige Lösung. Ich möchte irgendwann Schwellbalken und Eckständern komplett auswechseln, nur im Moment lohnt sich das noch nicht (möchte auch erstmal ein wenig finanzielle Rücklagen bilden).
Ich bedanke mich schonmal jetzt für Eure Antworten.
Wer mal in 53859 Niederkassel unterwegs ist, ist gerne auf einen Kaffee eingeladen. Einfach nach "Fritzenhof" fragen.
Gruß Markus
Markus Sips | 23.03.07
Einfach etwas mehr tun als man muss...
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Markus Sips | 23.03.07
Einfach etwas mehr tun als man muss...
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Wie Schwelle unterfüttern?
Hallo Markus,
Es war richtig, den Zementmörtel zu entfernen.
Die Unterfütterung sollte auf jeden Fall unter den Stielen erfolgen. Räum die Oberfläche des Sockels ab und setze dort Hartholzbrettchen stramm ùnter die Schwelle. Die dazwischen liegenden Bereiche kannst Du dann mit Kalkmörtel ausfüllen, 1: 3 Weißkalkhydrat und grober, scharfer Sand 0/8.
Sorg dafür, das die Schwelle aus dem Spritzwasserbereich kommt.
Mit dem Eckstiel komme ich nicht klar, der ist an die Schwelle angezapft und nicht aufgestellt.
Zünftig wäre es, die Schwelle und den Stiel einzukürzen,
den Sockel bis unter den Stiel zu verlängern, die Schwelle und den Steil anzublatten, dabei den Stiel auf die Schwelle zu stellen. So wie jetzt kann er praktisch nichts tragen außer sich selbst.
Viele Grüße
Georg
Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 23.03.07
Immer vorher Gehirn einschalten
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Hallo Georg,
der Eckständer war ursprünglich schon aufgestellt (wenn Du damit meinst, dass der mal Sockelkontakt hatte). Die cm des Balkens, welches jetzt als als Spalt zwischen Eckständer und Sockel sichtbar sind, sind zu dem geworden, aus dem sie enstanden sind: zu Staub.
Aber die Idee ist gut. Wenn ich den Schwellbalken tausche (tauschen lasse) werde ich den einfach länger machen, den Eckständer entsprechend kürzen und dann auf den Schwellbalken stellen.
Bis dahin werde ich den Eckständer großzügig unterfüttern.
Gruß Markus
Markus Sips | 23.03.07
Einfach etwas mehr tun als man muss...
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Eckständer
trägt nicht nur sich selbst, sondern ist ein "Eckpfeiler" im gesamten Fachwerkgefüge!!!
Wenn Du den Eckständer auf die Schwelle setzt, musst Du eine Verbindung der Schwelle mit der anderen um die Ecke so wählen, daß kein Hirnholz offen liegt (konstruktiver Holzschutz).
War ein Punkt in unserer Klage gegen die Zimmerei, die bei uns saumäßig gepfuscht hat und jetzt Pleite ist.
Unterkante Ständer und Schwelle sollten in einer Höhe sein.
Die rechte Skizze ist die Richtige.
...und nie das Motto vergessen!
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik
Objektgestaltung-Lehmbau | Harald Vidrik | 23.03.07
Alte Techniken im neuen Gewand
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Hallo Harald,
also nicht den Schwellbalken verlängern, sondern Schwellbalkenlänge beim Autausch beibehalten, den Eckständer absägen und fachgerecht neuen Balken anficken lassen.
Gruß Markus
Markus Sips | 23.03.07
Einfach etwas mehr tun als man muss...
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Wie Schwellbalken unterfüttern
Also irgendwie komme ich jetzt nicht mehr mit. Eine Gebäudeecke sieht normalerweise bei Fachwerk immer so aus:
Zwei Schwellen über Eck schräg verblattet und den Eckstiel darauf gestellt. Was ist daran falsch?
Viele Grüße
Georg
Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 23.03.07
Immer vorher Gehirn einschalten
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zumindest bei meiner Scheune sind alle Ecken wie auf dem Bild ausgeführt. D.h. die Eckständer stehen an den Ecken nicht auf dem Schwellbalken sondern gehen bis auf den Sockel.
Richtig oder nicht, die Scheune wurde um 1890 erbaut und steht noch.
Gruß Markus
Markus Sips | 23.03.07
Einfach etwas mehr tun als man muss...
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Schwellen,
auf denen der Eckständer steht haben meistens ein ungeschütztes Hirnholzende, in die das Wasser eindringen kann.
Wenn Du die Rollkante wie auf dem rechten Bild machst, kann bei einem, auf dem Sockel stehenden Eckständer auch von unten kein Wasser eindringen.
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik
Objektgestaltung-Lehmbau | Harald Vidrik | 23.03.07
Alte Techniken im neuen Gewand
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Fachliteratur
Kann allen Fachwerkreparierer(innen)noch einmal das Buch empfehlen:Anschuhen, Verstärken und Auswechseln
Deutsches Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege
Propstei Johannesberg, Fulda e.V.,1998
ISBN 3-931991-19-9
Fuldaer Verlagsanstalt GmbH
Objektgestaltung-Lehmbau | Harald Vidrik | 23.03.07
Alte Techniken im neuen Gewand
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Alternativ...
Hallo, wir wohnen in einem bergischen Fachwerkhaus, dessen Eck- und Bundständer alle mit dem Hirnholz auf dem Natursteinsockel ... standen, während die dazwischen liegenden Ständer immer noch auf der dazwischen gezapften Schwelle stehen. Ausnahmslos alle Eck- und Bundständer, auch die der Innenwände, sind im unteren Bereich zu Staub zerfallen und ruhen wahrscheinlich seit Jahrzehnten sicher auf dem Zapfen der Schwellen. Das kürzen der Ständer auf UK-Schwelle, anschließendes Untermauern und Lastabtrag über das Kopfholz birgt das Risiko, daß auch der in den Zapfen greifende Teil der Ständer durch Feuchtigkeit zerstört wird.Daher schlage ich alternativ folgendes vor:
-Sauberes zurückschneiden des Ständers (so wenig wie möglich)
-Untermauern des Ständers, jedoch zumindest im Großteil der Fläche kontaktlos (ca. 5mm Luft), selbstverständlich nach Außen abgeschrägt...
- evtl. seitliches Holz zur Sicherung und Verbesserung des Lastabtrags (s. Bild, Eiche, 10mm Sechskantholzschrauben, Karosseriescheiben...)
Gruß Frank
p.s. Gutes Buch...
Frank Holberg | 24.03.07
Guter Wille allein reicht nicht...
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