Schwellenbalken beim stehenden Fachwerkhaus austauschen?
Bin neu im Fachwerk und überlege ein teilweise sanierungsbedürftiges Fachwerkhaus zu erwerben.
Bei der Kaufentscheidung würde mir sehr helfen wenn ich wüßte ob es möglich ist bei einem Haus im stehenden/ausgefachten Zustand die Schwellenbalken zu tauschen? Also die, die unten waagerecht unterm Fachwerk liegen.
Oder muß man erst alles abbauen? - Wäre schwierig denn die Hütte ist 23x12 Meter groß.
Hat jemand Adressen von fachkundigen Architekten und Handwerkern im Kreis Paderborn?
Vielen Dank für die Hilfe!!!
Frank Rodehutskors
Frank Rodehutskors | 22.11.06
Krumm ist schön...
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Das geht!
Hallo
eine Schwelle auszutauschen geht - ist zwar nicht von heute auf Morgen zu erledigen - aber es ist nicht allzu schwierig!
Andere Teile sind komlizierter!
FK
P.S.
... ach ich vergaß:
die Schwelle sollte in ein Bett aus Luftkalkmörtel gebettet sein - keine Folien, kein Blei, keine Teerpappe und keine zementären oder hydraulischen Zaubermittel (Trass; …) ... dann haben Sie lange was davon ... und die Nachkommen haben auch ihr Ruhe ...
Architekturbüro slow-house | Florian Kurz | 22.11.06
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Sehr geehrter Herr Rodehutskors,
eine Reparatur bzw, der Austausch einer FW-Schwelle am stehenden Gebäude ist
kein Problem, sofern Sie den Bereich ausreichend abstützen. Allerdings ist das darüberliegende Gefach auszubauen. Ist die Schwelle hinüber, sehen die Ständer i.d.R. auch nicht besser aus. Diese sollten dann angeblattet werden, achten Sie dabei auf die Ausführungsart und wählen Sie handwerklich traditionelle Holz-Holzverbindungen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies
Techniker der Baudenkmalpflege | Bernd Kibies | 22.11.06
"Alles ist ähnlich, nichts ist gleich. Und diese feine Vielfalt erzeugt Identität." (Caminada)
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
alte Tradition
Im Gegensatz zu Florian Kurz würde ich die Schwelle nicht in ein Mörtelbett legen, sondern direkt auf Feldsteine auflegen. Die Hohlräume zwischen den Steinen bleiben aussen direkt unter der Schwelle unverfugt, lediglich von Innen werden sie mit Kalkmörtel zugeworfen. So wird die Unterseite der Schwelle belüftet.
Das Foto zeigt eine neue Schwelle in altem Fachwerk mit schrägem Hakenblattstoss und mit Feldsteinen untermauert, ohne Mörtelbett.
Alles bewährte Handwerkskunst.
mit besten Grüssen,
jh
Atelier für traditionelles Bauen | Jan Hülsemann | 23.11.06
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Schwelle auswechseln
Kein Problem, wenn Sie so weit sind, melden Sie sich, dann kriegen wir das schon hin.
Gruß aus dem Lippischen
Simon
BüschenHolz | Zimmermeister + gepr. Restaurator Simon Büschen | 24.11.06
Innenwanddämmung mit Zellulose
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
@jh
Wenn man so gut hinkommt und das im klassischen Sinne so ausgeführt war, ist dem nichts entgegenzu setzten, dass die Steine Mörtelloss drunter gesetzt werden.
Meistens kommt man aber nicht so gut hin und manchmal ist das alte "Vorbild" auch ins Luftkalkmörtelbett gelegt ... und ab und zu kommt man nur einseitig an die Schwelle ....
Frage: Die Bruchsteine werden mit welchem Material bei Ihnen vermauert?
Schaut so grau aus!
FK
Architekturbüro slow-house | Florian Kurz | 24.11.06
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Schwelle auswechseln
Zugänglichkeit ist natürlich ein Argument. Ist aber bei Aussenwänden meistens genügend vorhanden.
Vorraussetzung für das Auswechseln von Schwellen ist aber immer, den Raum unter der alten Schwelle freizuräumen, denn sonst bekommt man weder die alte heraus, noch die neue rein (allein wegen der Zapfen). Ausserdem muss genug Platz sein, um Hebel oder Gerät zum Hochdrücken der neuen Schwelle anzusetzten, wenn das Haus nicht hinterher absacken soll. Dieser freigelegte Raum eignet sich dann prima zum Untermauern mit Natursteinen gem. denen des Fundamentes, stramm unter die Schwelle gekeilt.
Sie sind ein scharfer Beobachter, Florian Kurz. Da kann man ja nur ehrlich antworten. In dem oben fotografierten Fundament sind die Feldsteine aus Granit (nicht Bruchstein)in der Tat mit Kalk-Zementmörtel vermauert und verfugt. Das vetrete ich auch durchaus im Fundament aus Granitsteinen, wenn die Homogenität der Fundamentkonstruktion gewährleistet ist und dieser Mörtel NICHT mit dem Holz in Berührung kommt. Die Fugen sind mind. 1 cm unterhalb der Schwelle abgesetzt, sodass diese von unten belüftet wird.
so hält sie am längsten
Wie gut es "hinkommt", wie gut also die Steine passen, ist die Kunst des Maurers.
jh
Atelier für traditionelles Bauen | Jan Hülsemann | 26.11.06
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Quod errat demonstrandum!
" ... so hält sie am längsten ..."
Wie Sie wissen bin ich ganz und gar kein Freund von zementären Zaubermitteln, Putzen, Trassen und anderen geschwindelten "Pseudokalkputzen", die mit Hochofenschlacken und sonstigen "Abfallprodukten" "vergütet sind!
Sie mögen mit Ihrer Austauschthese Recht haben mit den Zapfenlöchern und den Hubwegen ... vor allem im direkten Boden- oder Fundamentbereich.
Anders schaut es bei Schwellen im Og - Bereich aus, bei denen der EG - Trakt gemauert ist ... und die Häuser auch noch bewohnt werden.
Da grenzen sich die Möglichkeiten etwas ein, die man verwenden kann um SChwellen, Rähm usw. auszutauschen ...
Weiterhin frohes Schaffen
FK
Architekturbüro slow-house | Florian Kurz | 26.11.06
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
des Kaisers Bart
schon klar, bei Schwellen oberhalb FundamentOK auf Aussenwänden sieht es anders aus. Da würde ich wie bei Gefachen auch auf keinen Fall Zement verwenden.
Die ursprüngliche Fragestellung verstehe ich jedoch anders.
beste Grüsse,
jh
Atelier für traditionelles Bauen | Jan Hülsemann | 26.11.06
behutsam umgehen
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)