Innendämmung richtig gemacht??
gekauft. Es ist schon ziemlich viel gemacht worden, allerdings unserer Meinung nach teilweise nicht richtig.
Das Obergeschoß wurde kürzlich komplett renoviert,
Elektrik, Tapeten, Bad, etc. nagelneue Nachtspeicheröfen (?!!?)aber wie es scheint keinerlei Isolierung innen.
Wir haben erstmal im EG angefangen, da hier der
Handlungsbedarf offensichtlicher erschien als oben. Dabei ist uns beim lösen der Tapeten folgendes aufgefallen: die Isolierung der Wände (Innenseite) besteht lediglich aus einer dünnen (1cm) Styrophorplatte die nach Außen hin mit einer Art Teerlegierung beschichtet ist. Wir haben erstmal alles entfernt um zu schauen ob dahinter schon der Schimmel wütet - aber wer hätte es gedacht alles trocken.
Die einzige Außenwand, die nicht diese "Magerisolierung" aufwies zeigte nach Lösen der Tapeten deutlichen Schimmelbefall. Nun stellt sich die Frage wie am besten neu Isolieren und ob diese Teer-Lösung einen Sinn hatte und wiederholt verwendet werden sollte? Wir hatten den Tipp bekommen, wenn schon von Innen isolieren, dann zumindestens mit Steinwolle dämmen und mit Holzplatten verschalen. Insgesamt haben
wir eine wohnfläche von ca. 170qm auf 2 Etagen die komplett gemacht werden soll. Außerdem soll in
kürze eine neue Ölzentralheizung montiert werden.
Wer kann mit o.g. Angaben hilfreiche Tips zur optimalen und zugleich kostengünstigen (bezahlbaren) Dämmung geben??
Vielen Dank für Eure Antwort.
Claudia Huslik | 24.10.02
Dämmkonzept
Sehr geehrte Frau Huslik,
zunächst möchte ich die Frage nach einer erhaltenswerten Fassade stellen. Hat Ihr Fachwerkhaus Bj. 1912 eine solche? Damit würde dann selbstverständlich eine entsprechende Aussendämmung ausscheiden.
Das wichtigste an einer Innendämmung ist ein vernünftiger diffusionsoffener Aufbau, der eine günstige Position des Taupunktes verspricht. Hierzu bräuchte ich allerdings einige Angaben um Ihnen eine Berechnung durchführen zu können.
In diesem Zusammenhang würde ich nie auf synthetische Dämmstoffe (Mineralfaserdämmwolle wäre ein solcher) zurückgreifen, sondern ausschließlich auf natürliche Dämmstoffe wie z.B. für Innenräume - Homathermplatten o.ä..
Entscheident für eine gesunde Wohnqualität ist auch zu beachten, den Teeranstrich unter dem Styropor zu entfernen, da solche Komponenten i.d.R. stark schadstoffhaltig sind (PAK - Stoffe!!).
Wenn ich Ihnen weiterhelfen kann, bitte ich um Rückmeldung, damit ich Ihnen die mir nötigen Parameter zur Konzeption nennen kann.
Mit freundlichen Grüßen.
Stefan I. Akkulak
Sachverständiger für Baubiologie, Umweltanalytik und Gebäudediagnostik
Stefan I. Akkulak | 24.10.02
Bauen für die Zukunft
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Dämmarbeiten im histor. Bestand
Kann von meinem Standpunkt dem Herrn Akkulak nur beipflichten und Ihnen sagen, daß bei einer entsprechenden Wandstärke im EG (Naturstein, Ziegel etc.) man auf eine Dämmschicht verzichten kann und trotzdem eine Wandflächenheizung in Lehm verputzt aufbringen kann. Mehrere Gebäude mit diesem Aufbau habe ich schon fertiggestellt. Trotzdem sollte immer gerechnet werden, sodaß der Taupunkt sich immer im Außenbereich der Wand befinden soll! Im OG kann man mit in Lehm gebetteten Holzweichfaserplatten arbeiten und dies im Innen-, sowohl noch besser, im Außenbereich. Das Thema Wandflächenheizung würde ich mir an Ihrer Stelle einmal durch den Kopf gehen lassen. Zu weiteren Fragen stehe ich Ihnen jeder Zeit zur Verfügung. MfG der ein Lehmbauer aus der Oberlausitz.
LehmHandWerk Udo Mühle | Lehmbude Inh. Udo Mühle | 24.10.02
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Innenisolierung
Bitte prüfen Sie die Wanddicken, nicht jede Wand benötigt eine Isolierung. Wenn möglich die Isolierung nach aussen- um mich meinen Vorrednern anzuschliessen, auch um wohnfläche zu erhalten. Der Teeranstrich könnte gut dafür verantwortlich sein, dass kein Schimmel entsteht, er ist nämlich für Microorganismen, als auch für den Menschen giftig. Verwenden Sie für Ihre Dämmung Materialien, die bereits am Gebäude verbaut wurden, z. B. Innen eine Leichtlehmwand oder vermauern Sie auf der Innenseite einen Lehmziegel; mit Lehminnenputz und vielleicht sogar Wandflächenheizung eine sehr gute Sache.
Dritte Haut® Architekten | Peter Garkisch (Dipl.-Ing., Architekt) | 25.10.02
... für ein Gebäude mit Seele.
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
ggf. kalciumsilikatplatten / bestandsaufnahme
hallo frau huslik,
wir können uns den vorbeschriebenen aussagen nur anschliessen und möchten noch ein Material nennen, dass wir schon des öfteren für ähnliche innendämmungen verwendeten - kalciumsilikatplatten, die "vollflächig" aufgeklebt werden müssen; so ist das das diffusionsverhalten gewährleistet ist;
jedoch möchten wir darauf hinweisen, dass das kein allerweltsrezept ist und dass man ohne genaue Bestandsaufnahme keine ferndiagnose über den Zustand des "patienten" treffen kann, so dass unsererseits, eine Begutachtung vor ort, durch einen sachverständigen ihres vertrauesn (referenzen) dringend zu empfehlen ist; dieser sollte wie genannt, eine bestandsaufnahme (materialien, stärken, schäden, etc.) durchführen und zusammen mit ihnen ein konzept aufstellenhoffe ihnen etwas weitergeholfen zu haben; grüsse aus würzburg
architektenbüro greb | architektenbüro greb | 26.10.02
architektur - innenarchitektur - denkmalpflege - generalplanung - gebäudemanagement
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)