Dampfsperre
Wir haben einen ca. 150 Jahre alten Katen gekauft und sind mitten in der Entkernung.
Der Vorbesitzer hat 1993 ein neues Dach decken lassen.
Hierbei wurde direkt hinter der Dachlattung eine Folie als Wetterschutz verbaut, von der ich nicht weiß, ob es die richtige Folie war.
Warum mein Verdacht- nun ja, als Zwischensparrendämmung wurde eine alukaschierte Mineralwolle verwendet, nur eine Dampfsperre wurde nicht verbaut (die Wolle auch nicht verklebt), so dass es bei kalten Außentemperaturen nun zu einer Wasserbildung an der Innenseite der Folie kommt.
Die Folie kann als durchsichtig/ milchig, durchsetzt mit einer Art Gage oder Netz, beschrieben werden. Sie ist nicht UV-beständig.
Kann mich vielleicht jemand hier beruhigen, der mir sagt, dass die Folie verbaut bleiben kann und dass sich Alles ändert, wenn erst einmal eine Dampfsperre eingebaut ist.
Vielen Dank im voraus.
MfG
camedia77
camedia77 | 02.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Es handelt sich mit ziemlicher Sicherheit
um eine nicht diffusionsoffene Folie und eine Dämmung muss 4 cm Abstand zu dieser Folie einhalten (manche sagen auch 2, aber ich finde, dass das zu wenig ist). Diese 4 cm Luftschicht muss eine Zuluft an der Traufe und eine Abluft am First oder in Firstnähe haben.
Bei den alten Dämmungen sollte die Alu-Folie eine Dampfsperre darstellen, was aber wegen schlechter Verarbeitung und vieler Beschädigungen nicht funktioniert. 1993 hätte man das schon wissen können.
Was ist nun geplant. ich gehe davon aus, dass die Dämmung schlecht verlegt wurde, viele Fehlstellen aufweist und außerdem krebserregend ist. Also wäre eine neue Dämmung fällig. Es gibt hier im Forum so einige Vorschläge für andere Dämmungen, unter anderem auch eine Skizze in meinem Profil.
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | Fred Heim | 02.02.10
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
die
Gedanken meines Vorschreibers sind richtig, jedoch Krebseregend für den Verarbeiter wäre genauer. Wenn auf der Innenseite eine weitere Untersparrendämmung hinzukäme (Falls Lüft wie beschrieben vorhanden) und dann Dampfsperre und Verkleidung, dann dürfte keine akute Gefahr sein.
Olaf aus Sachsen | 03.02.10
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Neue Dämmung natürlich
Wenn ich zur der besagten Folie einen Abstand von 4 cm einhalten soll, verliere ich kostbaren Platz für meine Dämmung. Angedacht waren 16 cm Klemmfilz WLG 35. Müsste jetzt wohl auf 12 cm Klemmfilz WLG 32 umschwenken.
Anschließend soll natürlich eine Dampfsperre verbaut werden.
Könnte das so gehen.
Schöner wäre natürlich, wenn ich die 16 cm voll ausnutzen könnte.
Sollte ich bei der vorgeschlagenen Variante bleiben, wie kann die Zu- und Abluft über First und Traufe gewährleistet werden?
Vielen Dank übrigens für die Antworten!
camedia77 | 03.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Hallo,
Sie können die Dachsparren um die fehlenden cm aufdoppeln.
Grüße aus Schönebeck
BAUST Bau& Sanierung Struve | Oliver Struve | 03.02.10
“Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.” Oscar Wilde
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
hallo,
Du schreibst: "direkt hinter der Dachlattung eine Folie...",
dann fehlt die Konterlattung...
Die Konterlattung ist eine auf die Sparren angebrachte (genagelte) Holzlatte, die eine Trennung zwischen Dachhaut und Wandaufbau ermöglicht.
Gruß...J.
Jürgen | 03.02.10
Hauptsache alles ist schön
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Ja, scheinbar fehlt die Konterlattung, ist das schlimm.
Diese fehlt, denke ich, demnach auch in unserer jetzigen DHH. Diese ist nach längerer Überlegung auch irgendwo unsinnig, da eine Luftschicht doch durch die Dachlatten selber schon besteht.
camedia77 | 03.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
aber das ablaufende Wasser
wird bei dieser Konstruktion hier und da gestaut, die an die Lattung geschmiegte Folie erreicht die Sparren...und schädigt diese...
noch mal: die Konterlattung bietet eine "Wasserablaufebene"
Gruß...J.
Jürgen | 03.02.10
Hauptsache alles ist schön
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Dämmung unter Sparren
Olaf aus Sachsen | 03.02.10
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Beim Dämmwert
035 sind nach EnEv 2009 170 mm Dämmschicht, bei 032 160 mm. Die besseren Dämmstoffe, Zellulose, Hanf, Flachs, Holzweichfaser, Holzflex, ... haben einen Dämmwert von 040 und benötigen damit dann 180 mm Dämmstoffstärke.
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | Fred Heim | 03.02.10
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
und
da ist es kein Problem, die Latten Innen anders zu wählen = mehr Dämmung ! Außerdem kann man sich dann eine Reserve schaffen. Der Aufwand ist minimal !
Olaf aus Sachsen | 03.02.10
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Stimmt!
aber immer schön die Statik beachten.
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | Fred Heim | 04.02.10
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
an Olaf aus Sachsen
Das mit der Vorschrift kenne ich nicht, könnten Sie mir das verständlich erklären?
camedia77 | 04.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
ich
hoffe, du meinst das praktische:
Quelle meine Kenntniss: Trockenbauhandbuch, Frickel vom Vögel-Verlag:
Wenn auf 1 m Länge an der Traufe 2 cm hohe Lüftung eingebaut wird, hast Du teor. 200 cm2 auf 1 m Traufe, da die Sparren aber etwa 15 % wegnehmen, sind mehr als 2 cm zwischen Unterseite Dachhaut und Dämmung einzuplanen (siehe Fred Heim) und die müssen gesichert werden - der Klemmfilz darf also nicht "aufplustern". Über diesen Luftspalt wird mögliche Feuchtigkeit abgelüftet und ein Hitzestau im Sommer vermieden. Deshalb auch die Konterlatte, die über die diff.offene USB die Entfeuchtung der Dämmung sichert und die Wärme unter den Ziegeln frei ableitet.
Reicht das ?
Olaf aus Sachsen | 04.02.10
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Wie Olaf
schreibt, aus diesem Grunde bleibe ich bei 4 cm, die zur Zeit meiner Lehre als Standardwert galt.
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | Fred Heim | 05.02.10
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
ergänzend
da Lüftungsgitter aus PVC nur etwa 50 % Lochanteil haben, bis Du auch wieder bei dem Wert..... also nach Innen zusätzlich dämmen.
Olaf aus Sachsen | 05.02.10
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Vielen Dank!
an alle, die sich so toll beteiligt haben.
Ich bin jetzt viel schlauer und beruhigter als voher.
Ich werde nun die Dämmung vornehmen und zu der Folie 4cm Abstand halten, dann die Dämmung mit einer Sperre versehen, Latten darüber und danach noch einmal Dämmung.
Ich hoffe dann, dass die Balken und die Dämmung Trocken bleiben.
Ich werde berichten!!
Ach so, hat jemand einen Tipp, woher man die Justierschrauben bekommt, im Baumarkt haben die mich nur blöd angeguckt.
camedia77 | 06.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Aus dem Baustoffhandel, auch Stellschrauben genannt.
Grüße aus Schönebeck
BAUST Bau& Sanierung Struve | Oliver Struve | 06.02.10
“Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.” Oscar Wilde
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Kann
ich die Justierschrauben auch beim Fußbodenaufbau zum Ausgleichen verwenden?
camedia77 | 06.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Hallo ,
nein das funktioniert nicht. Die ausgleichende Bodenkonstruktion muss richtig unterfüttert werden.
Die Schrauben würden bei den Lasten abknicken, oder das Holz an den “Widerhaken” ausreißen und wieder runter rutschen.
Die Dinger sind auch nicht so ganz billig.
Grüße aus Schönebeck
BAUST Bau& Sanierung Struve | Oliver Struve | 06.02.10
“Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.” Oscar Wilde
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
Alles klar,
hab ich mir schon gedacht.
Vielen Dank!!
camedia77 | 06.02.10
Man wächst mit seinen Aufgaben!
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)
allerdings
sind die von Oli abgebildeten Justierschrauben die billige Variante. Selber nehme ich welche, die einen separaten sich lose drehenden Kopf für die Latte haben. Die haben einen besseren Halt und siehen sich bei Gegendruck auch nicht wieder aus dem Holz. Habe leider kein Foto zur Hand. Bei Bedarf nochmal melden. War meines Wissens von BTI. Bei Raab Karcher gibt es nur die abgebildete Variante.
Olaf aus Sachsen | 07.02.10
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community (Profil)