Das Lexikon

Dieses Lexikon soll als kleines Nachschlagewerk dienen. Es kann und wird nie vollständig sein und erhebt auch nicht den Anspruch darauf.

Allgemein

Abbundzeichen

Wird eine Fachwerkskonstruktion auf dem Zimmerplatz abgebunden, also quasi vorab zusammengebaut, so werden die Hölzer mit Abbundzeichen versehen. Diese Abbundzeichen definieren die Lage der Hölzer (z.B. Ständer, Riegel, Strebe, ...) zueinander und stellen eine Art Bauanleitung für das Zusammensetzen der Hölzer auf der Baustelle dar. Abbundzeichen können als Zeichenfolgen, Zahlen, Muster oder Buchstaben angebracht werden.

Balken (Ans, Assel, Balcke)

Im Fachwerkbau ist der Balken ein waagerecht tragendes Holz, das zum Beispiel Teil der Balkenlage ist. Wird der Balken nicht einfach waagerecht verbaut, so erhält er i.d.R. einen spezifischen Namen, der je nach Lage oder Funktion die Aufgabe des Balkens definiert: Dachbalken, Sparren, Kehlbalken, Riegel, Ständer, Schwellbalken, ....

Dreifelderwirtschaft / Feldmark

Da der Bau von Wohn- und Bauernhäusern auch durch die jeweiligen wirtschaftlichen Gegebenheiten beeinflusst wird, ein kurzer Ausflug in die Dreifelderwirtschaft und Feldmark.

Die Entwicklungsgeschichte der Fachwerkhäuser

Vom Postenbau zum Prachtbau: Die Entstehung des Fachwerkhauses

Fachwerk

Was genau definiert eigentlich ein Fachwerkhaus?

Ständerbau

Der Ständerbau basiert auf einer Grundschwelle, in die die Ständer eingezapft werden. Im Gegensatz zum Pfostenbau wird die Holzkonstruktion vor dem feuchten Erdreich durch einen Sockel geschützt. Auf den Sockel werden die Grundschwellen zu einem Schwellenkranz gelegt und auf diesem werden die Ständer aufgesetzt.

Kötter oder Kätner

Häufig versteht man unter dem Begriff Kötter (Kätner) abhängige Bauern, Landarbeiter, die sich bei größeren Häusern verdingen mußten. Das ist historisch gesehen nicht zu halten. Der Kötter oder Kätner

Pfostenbau

Beim Pfostenbau wurden die senkrechten Stützen (Pfosten) in die Erde eingegraben. Der Pfostenbau war bis in das 13 Jahrhundert üblich und wurde vom Ständerbau abgelöst. Die Verankerung der Ständer im Erdreich war weder statisch optimal, noch war die Lebensdauer der im feuchten Erdreich eingegrabenen Pfosten lang.

Stütze

Die Stütze ist im allgemeinen ein senkrechtes, stärker dimensioniertes kantiges Holz.

Unterzug

Der Unterzug ist ein Entlastungsbalken unter einer Balkenlage.

Zimmerhof oder Zimmerplatz

Auf dem Zimmerplatz werden die Fachwerkgebinde zugeschnitten und angelegt. Die Hölzer werden mit Abbundzeichen versehen, vom Zimmerplatz auf die Baustelle transportiert und dort zusammengesetzt. Früher teilten sich häufig mehrere Zimmermeister einen Zimmerplatz in einem Dorf oder einer Stadt. Bei großen Baustellen kann auch ein Zimmerplatz direkt an der Baustelle angelegt werden. Heute hat praktisch jede Zimmerei ihren eigenen Zimmerplatz.

Bauepochen

Romanik

Die Architektur vom Ende des 5. bis zum 8. Jahrhundert war einfach. In vielen Gebieten ist der romanische Stil eine Fortsetzung frühchristlicher Kunst. Romanische Architiktur

Gotik

In der Architektur sind die ersten gotischen Bauwerke in dem fruchtbaren Gebiet rings um Paris entstanden, das als lle de France bekannt ist. Gotische Architektur

Renaissance

Während der Renaissance wurden Künstler nicht mehr als bloße Handwerker betrachtet, wie sie es in der mittelalterlichen Vergangenheit gewesen waren. Die Renaissance-Architektur

Haustypen

Das niederdeutsches Hallenhaus

Das Wesen des niederdeutschen Hallenhauses ist seine freie, hallenhafte Raumweite. Die Halle stellt dem Bauern und der Bäuerin die Aufgabe, über Menschen, Tiere und Dinge ständig Aufsicht zu führen. Lesen Sie weiter: Niedersachsenhaus, Hallenhaus, Zweiständebau, Dreiständerbau, Vierständerbau

Das Gulfhaus

Entlang dem Nordseeküstenraum von Westflandern über Holland und Ostfriesland erstreckt sich (mit Unterbrechung durch das vom niederdeutschen Hallenhaus eingenommenen Elbe-Weser-Dreieck) diese Hausform bis nach Schleswig-Holstein. Das Gulfhaus

Das Umgebindehaus

Die Bauweise erklärt sich aus dem damaligen Holzreichtum der Gebiete. Es können nachwachsende Rohstoffe verwendet werden. Die geringe Baufeuchte lässt einen trockenen Ausbau zu. Das Umgebindehaus

Das Grubenhaus

Grubenhäuser sind eine sehr ursprungliche Bauform, welche bis in die Neuzeit genutzt wird: Das Grubenhaus

Die Kate

Die Kate war die Behausung von verheirateten Arbeitskräften eines Bauernhofes.

Die Kotte

Kotten oder, weniger gebräuchlich, das niederdeutsche "Kote", in dem der Ursprung der Benennung liegt, war ein kleines Haus. Die Kotte

Die Heuberge oder Vierrutenberg

Eine Heuberge ist ein Pfostenbau, der zur Lagerung von Heu und Stroh genutzt wurde. Heuberge oder auch Vierrutenberg

Dach

Balkenlage

Die Balkenlage ist die Gesamtheit der Deckenbalken eines Geschosses. Bei Fachwerkhäusern sind die Balkenlagen meist in Form von Querbalkenlagen, d.h. quer zum First, ausgebildet.

First oder Dachfirst

Der First oder auch Dachfirst ist die meist waagrechte obere Begrenzungslinie zweier schräg zueinander geneigter Dachflächen. Dachfirst

Dachgebinde oder Sparrendreieck

Das Dachgebinde ist z.B. die zusammengefügte Einheit von zwei Dachsparren und einem Bundbalken. Dachgebinde

Dachsparren

Die Dachsparren sind die schräg liegenden Hölzer des Dachs. Dachsparren

Dachstuhl

Als Dachstuhl wird gemeinhin der gesamte Dachverband benannt. Dachstuhl

Dachsparren

Die Dachsparren sind die schräg liegenden Hölzer des Dachs. Sparren

Firstpfette

Die Firstpfette ist das oberste firstparallele Holz im Dachstuhl. Firstbalken

Kehlbalken

Der Kehlbalken verbindet die gegenüberliegenden Dachsparren und dient der Versteifung des Dachgebindes. Kehlbalken

Pfette oder Stuhlrähm

Die Pfette ist ein parallel zum First oder der Traufe liegendes Holz im Dachverband. Pfette

Dachformen

Sparrendach

Das Sparrendach ist ein Dachgerüst, das sich aus Sparrendreiecken, also jeweils zwei Dachsparren und mindestens einem Balken (Bundbalken) zusammensetzt. Sparrendach

Mansarddach

Das Mansarddach ist nach dem französischen Architekten Mansart benannt, der 1648-1708 lebte. Mansarddach

Arbeiten

Abästen

Das Abästen ist das Abschlagen der Äste von einem gefällten Baum.

Abbinden

Als Abbinden bezeichnet man das auf Länge schneiden und anarbeiten der Holzverbindungen von Fachwerkwänden oder Balkenlagen. Abbinden

Abfasen

Das Abfasen ist das Abarbeiten einer Kanten zu einen schrägen Fläche. Die so abgeschrägte Fläche wird Fase genannt.

Besäumen

Das Besäumen führt zu der rechtwinkligen Form von Balken oder Bohlen, indem die Schwarten im rechten Winkel entfernt werden. Früher war dies eine Arbeit die mit Beilen, später dann und bis heute mit Sägen oder Gatter durchgeführt wurde.

Einzapfen

Beim Einzapfen werden zwei Hölzer mittels eines Zapfen miteinander verbunden.

Entrinden

Als Entrinden bezeichnet man das Schälen, also entfernen, der Rinde von den gefällten Baumstämmen. Durch sofortiges Entrinden von Hartholz nach dem Fällen erhöht sich die Festigkeit, und der Schädlingsbefall wird gemindert. Nadelhölzer ließ man früher erst oberflächlich trocknen entrindete sie dann, um großen Harzverlust zu vermeiden.

Falzen

Das Falzen ist die winkelförmige Ausarbeitung einer Kante.

Boden

Dielenbretter

Die Bezeichnung Dielenbretter steht allgemein für Bretter die den Fußbodenbelag bilden.

Grundschwelle

Der Schwellenkranz ist der geschlossene Verbund von mehreren Schwellen eines Hausgerüstes oder Stockwerkes. Er setzt sich Grundschwellen oder Stockschwellen zusammen.

Material

Schwarte

Bei dem Kantigschneiden von Stämmen zu Balken oder Kanthölzern werden die anfallenden Bretter, die auf einer Seite noch die Rinde und Borke aufweisen, Schwarte genannt. Weiter Begriffe für Schwartenbretter sind: Schellstück, Beischale, Schale, Balkenschlotte, Endbrett, Doße, Klappe, Abtrennig

Bohle

Die Bohle hatte früher eine Stärke von 6-10cm und war 27-55cm breit. Die Länge der Bohle betrug zwischen drei und fünf Meter. Heute ist die Bohle nach DIN 4071 zwischen vier und 12 cm stark. Eine Bohle kann besäumt oder unbesäumt sein. Varianten: Bole, Doppeldiele, Planke, Zweiling, Schleifdiele

Borke

Die Borke ist der äußere, grobe Teil der Baumrinde. Die Borke schützt den Baum vor der Austrocknung, sowie gegen Holzschädlinge und mechanische Beschädigung.

Holzaufbau

Bezeichungen und Skizze des Holzbaues: Holzaufbau

Wand

Erker

Der Erker ist ein Wandanbau, der sich über ein oder mehrere Geschosse erstrecken kann. Im Gegensatz zur Auslucht (Utlucht) steigt er nicht vom Boden auf. Definition Erker

Balkenkopf

Der Balkenkopf ist das Ende eines Balkens. Häufig wurde ein Balkenkopf, wenn er in der Außenfassade sichtbar ist, profiliert oder kunstvoll verziert.

Ständer

Der Ständer ist eine auf einer Steinplatte, Sockelmauer, Grundschwelle oder Stockschwelle aufgesetzte Stütze, die durch mehrere Geschosse gehen kann.

Ständerwerk

Als Ständerwerk wird die Gesamtheit der Ständer und Riegel eines Fachwerks bezeichnet.

Strebe

Die Strebe ist ein schräg stehendes Holz im Ständerwerk. Definition Strebe

Rähm oder Rähmholz

Das Rähm oder Rähmholz schließt die Fachwerkwand oben ab und wird auf die Zapfen der Ständer gesetzt. Definition Rähmholz

Kopfband oder Bug

Das Kopfband ist ein schräg eingezimmerter Holzriegel, der verblattet oder eingezapft zur Verbindung von waagrechten und lotrechten Hölzern dient und als Winkelversteifung die Tragfähigkeit der Holzkonstruktion verstärkt. Definition Kopfband

Riegel

Der Riegel ist ein waagerechtes Holz zwischen Ständern oder Stielen. Definition Riegel

Knagge

Die Knagge ist eine hölzerne Konsole, die zur Aussteifung und zur Abtragung von Lasten zwischen den Ständern und den auskragenden Deckenbalken eingezapft wird. Definition Knagge

Fachwerkschnitzereien

Rosette

Eines der am meisten verbreiteten Fachwerkornamente ist die Rosette. Rosetten, Muschelrosette, Fächerrosette, Palmettenrosette, Wirbelrosette