Definition Kötter

Häufig versteht man unter dem Begriff Kötter (Kätner) abhängige Bauern, Landarbeiter, die sich bei größeren Häusern verdingen mußten. Das ist historisch gesehen nicht zu halten. Ein Kotten, dessen Bewohner Kötter genannt wurden, war zwar gegenüber dem Hof meistens kleiner und,in Verbindung mit der Markengerechtigkeit, also bezüglich der aus dem Landbesitz entspringen Rechte, mit geringerem Recht ausgestattet, wie es in der einschlägigen Literatur heißt. Aber auch eine Kötterfamilie war immer noch eine bedeutende Familie mit Privilegien, die sie über die gewöhnlichen Bauern erhob. Das Buch von Herbert Schmitz enthält eine umfangreiche Beschreibung eines Kottens.

Der Kötter im Namen

Die Bezeichnung Kötter findet sich häufig in norddeutschen Namen, wie Hagenkötter. Je nördlicher oder besser je norddeutscher die Stadt, desto häufiger ist zum Beispiel dieser Name anzutreffen. Das Telefonbuch von Essen enthält den Namen viermal, in Bochum taucht er schon siebenmal auf und im kleineren Herne fünfmal, also auf Einwohner bezogen fünfmal häufiger, als in Essen. Andere typische Namen, die auf den landwirtschaftlichen Ursprungsberuf der Vorfahren der Namensträger schließen lassen sind z.B. Kampkötter (Kamp war und ist manchmal noch heute das kleine Wäldchen, welches den Bauernhof umgab und das Holz zum heizen und für den Bau von Haus und Stallungen lieferte), Eikenkötter, in dem die Eiche als Eike enthalten ist, Ostenkötter, der Kötter, also der östlich wohnte, Unterkötter, der Kötter der im Talgrund wohnte.