Ackerbau und Viehzucht

KuhDie Landwirtschaft des Mittelalters beruhte hauptsächlich auf zwei Wirtschaftszweigen, dem Ackerbau und der Viehzucht. Zunehmender Bevölkerungsdruck führte zu intensiver Landbearbeitung. Aus diese Notwendigkeit heraus entwickelte sich die Dreifelderwirtschaft. Die einzelnen Gewannen, oft mehrere zusammen, wurden in einem anwechselnden Rhythmus bebaut. Im ersten Jahr wurde Wintergetreide angebaut, im zweiten Jahr Sommergetreide und im dritten Jahr blieben diese Äcker dann brach liegen, damit sich die Böden erholen konnten.

Flurzwang

FeldwegFür das Bearbeiten der einzelnen Flurstücke bestand Flurzwang, das heißt, alle anfallenden Arbeiten mussten zur gleichen Zeit angegangen werden: das Pflügen, das Säen und das Ernten. Dieser Ordnung konnte sich niemand widersetzen. Dieser Flurzwang war auch damit begründet, dass ein Nachbar dem anderen, beispielsweise durch Überfahren der Äcker, keinen Flurschaden zufügen konnte, und auch der Diebstahl war leichter zu verhindern.

Der Flurzwang galt auch damals schon für die Weinberge, die aber nicht zu den normalen Gewannen zählten und an einer Stelle der Gemarkung zusammengefasst, jeweils durch einen Zaun von der übrigen Flur ausgenommen. Die Arbeiten in den Weinbergen, so auch die Weinlese, durfte - wie heute noch - wenn auch aus anderen Gründen - erst zu einer bestimmten Zeit beginnen.

Sonderkulturen

ApfelbaumWer Sonderkulturen anlegte, musste diese einzäunen und sie damit von der Feldflur ausnehmen. Damit entzog er sie der allgemeinen Nutzung (z. B. als Weide) und musste dafür der Gemeinde ein geringes Entgelt bezahlen. Auf einigen gemeindeeigenen Äckern und an den Feldwegen standen vielerlei Obstbäume. Sie wurden meistbietend versteigert, wobei die Früchte nur den Dorfbewohneren zustanden.

Umbruch im 18. Jahrhundert

Mit der allmählichen Einführung der Stallfütterung in der Mitte des 18. Jahrhunderts und durch die Abschaffung der Dreifelderwirtschaft, wurde der alten Dorfmarkgenossenschaft die Grundlage entzogen. Die Bevorzugung der Markgenossen gegenüber den Armen wurde durch die Französische Revolution eingestellt. Damit entstand die politische Gemeinde von heute.