Zapfenlöcher schliessen- Holz oder Holzfaser?

Frohe Feiertage gehabt zu haben! ;o)

Mein Problem: Alte Fenster ausgebaut, neue Fenster eingebaut, dabei den Putz der Laibung mit entfernt, dabei festgestellt: auf jeder Seite befinden sich Zapfenlöcher in den Balken. Diese muss ich schliessen, bevor ich neu Verputzen kann (will dazu Lehmbauplatten verwenden.
Jetzt ist meine Überlegung gewesen, alte Eiche passend zu sägen und in die Zapfenlöcher einzubauen. Alternativ ist mir die Idee gekommen, die Öffnungen mit Holzfaserplatten zu füllen und dann die Lehmbauplatten in die Laibung einzubauen.

Letzeres wäre die einfachere und schnellere Lösung- aber funktioniert das auch? Hat damit jemand Erfahrungen?

Danke und Gruss aus der Rhön

Holger
kann man das so machen?
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.12.15


Hallo Holger,

kommt darauf an, was man unter "funktionieren" versteht.

Grundsätzlich sollte man passgenaue Einsatzstücke aus der gleichen Holzart wie der Ständer ist, einsetzen.
Die Stücke sollten idealerweise "saugend" passen, auf keinen Fall ein zu großes Stück gewaltsam hineinschlagen. Dadurch wird dauerhaft ein Druck auf den Ständer ausgeübt der im schlimmsten Fall statisch nachteilige Risse begünstigt, insbesondere bei Eiche.
Mindestwerkzeuge sind:
Schmiege, 40er Holzbeitel, Klüpfel, Tischkreissäge.
Je kritischer das Zapfenloch desto genauer arbeiten. Je gensuer das Passtück umso eher können darüber auch wieder Duckkräfte übertragen werden.
In der Tiefe sind die Löcher, wenn nicht durchgehend, meist nicht plan. Diese zu planen oder die Einsatzstücke genau anzupassen, ist sehr mühsam und wenig erfolgreich. Die so verbleibenden rückwärtigen Hohlräume zuvor mit Hanf ausstopfen.
Die Passtücke können mit Leim eingesetzt werden, verbleibende Fugen mit dünnen Holzspanen oder Furnierstückchen in den frischen Leim schließen. Leim ist auch ein prima Gleitmittel. Überstehendes Holz nach dem Trocknen abhobeln.

Die Altvorderen waren bei solchen Arbeiten meist weniger zimperlich und haben verwendet was sie kriegen konnten, dass waren bei meinem FWH z.B. Gips, Lehm, Stroh, Papier, Steine , Knochen etc.

Passgenaue Einsatzstücke haben wir äußerst selten gefunden :-).
Trotzdem hatte ich es wie o.g. gemacht und allen Unrat aus den Zapfenlöchern entfernt. Zu jedem Zapfenloch gibt es außen meist ein Holznagelloch. dieses auch verschließen mit nem Holznagel oder Querholzscheibe.

Gruß
Detlef
Krumm und schief hat was
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.12.15

danke, aber....


Hallo,

ich denke, ich muss meine Frage präzisieren. Die Zapfenlöcher sind zum Teil hinter den Fensterrahmen verborgen. Um die Tragkräfte mache ich mir wenig Sorgen, sondern um die Wärmedämmung bzw. die Schimmelgefahr.
Das mit dem Stopfhanf ist auch eine Alternative, davon habe ich auch noch einiges da.

Gruss

Holger


Holger | 29.12.15

Zapfenlöcher-Bilder aus der Bilddatenbank: