Womit die Fachwerkbalken außen streichen?

Hallo, also wir sind ein junges Paar das sich den Traum vom Eigenheim im November erfüllten.
Wir haben uns ein altes Fachwerkhaus mit Scheune, Stallungen und vieles mehr gekauft.
Jetzt sind wir fleißig wirklich am Grundsanieren..
Wir sind absolute Neulinge was das Gebiet Fachwerkhaus angeht, deswegen 2 fragen an euch ??
Wir haben unsere Fachwerkbalken von alten Farbresten befreit, und es müsste jetzt gestrichen werden, doch mit was? Und wo beziehe ich die Farbe?
Zweite Frage wäre, dadurch das wir neue Fenster bekommen haben, müssen wir die Fensterbänke sprich Umrandungen ersetzen, doch welche Farbe benutzen wir am besten dafür? Wir wollen es gerne in einem
Grün halten.

Ich danke euch schon mal im Voraus :)
Liebe Grüße
Saskia


Saskia | 27.03.17

Als


Farbanstrich auf Fachwerkbalken empfehlen ich Standölfarben auf Leinölbasis die in auf Ral. Farben gefärbt werden.

Grüße Gerd
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 27.03.17

Offenporig


Der Anstrich sollte auf jeden Fall offenporig sein (diffusionsoffen ) und das Abtrocknen von Feuchteanreicherungen im Holz ermöglichen. Bei den Farben ist deshalb auf den sd-Wert zu achten, der den Diffusionswiderstand der Schichtdicke angibt. Er sollte komplett nicht über 0,5m für die Holzbauteile und nicht über 0,14m für die Gefache liegen. Der Anstrich sollte zudem möglichst flexibel sein und durch die UV-Strahlung nicht verspröden. Versprödende Anstrich reissen; Regenwasser dringt ein und wird durch die meistens auch diffusionsdichteren Anstrich am Verdunsten gehindert. Das Holz vermorscht. Geeignete Anstrichmittel sind deshalb z.B. Lasuren/Anstrich aus pflanzlichen Ölen, vorzugsweise Leinöl-Standöl, mit Erd-/Mineralpigmenten, wenn ein farbiger ANstrich gewünscht ist.

Entscheidend ist die gründliche, rückstandsfreie und fachwerkschonende Entfernung von Altanstrichen. Das ist die eigentliche Herausforderung. MEistens bleibt nur die Föhn/Spachtel-Methode bei Dickbeschichtungen oder langsam laufende Motorbürsten, wenn die Anstriche dadurch nicht erhitzt werden und verschmieren. Vorversuche sind anzuraten.

Das alles wird ziemlich lange dauern und sollte sehr sorgfältig durchgeführt werden. Grundsätzlich muss das Fachwerk auch erst einmal auf Schäden und einwandfreien konstruktiven Holzschutz gerade auch im Sockelbereich untersucht werden. Ich würde deshalb nicht vorschnell mit dem Anstrich beginnen, sondern diesen erst als Abschluß dieser Vorarbeiten sehen.

Wenn der Anstrich zu zeitaufwendig/zu teuer werden sollte, bleibt auch zu überlegen, das FAchwerk hinterlüftet zu verkleiden, inkl. einer Aussenwanddämmung, wenn kein Denkmalschutz besteht und das Fachwerk nicht wirklich als präsentables Sichtfachwerk angelegt worden ist. Sonst kommt zum Fachwerkanstrich auch noch die Abdichtung der Gefachefugen dazu, um den notwendigen Schlagregenschutz und eine Gebäudedchtigkeit zu erreichen.

Die Fensterbänke und die äußeren Fensterrahmen werden i.d.R. vom Fensterbaubetrieb lackiert. Vom eigenhändigen Pinselanstrich rate ich ab,auch aus optischen Gründen. Sehr wichtig ist der konstruktiv richtige EInbau dieser Bauelement und die zum Fachwerk passende Abdichtung. Sonst sind zahlreiche Fehlstellen vorprogrammiert (oberer Abschluß Rahmen, Fensterbankanschlüsse seitlich), durch die Regenwasser eindringt und Vermorschungen bewirkt. Geschädigte Fachwerkriegel unter den Holzfensterbänken sind bei Sanierungen deshalb fast die Regel.

Vielleicht sollten Sie vor/zu Ihrer Grundsanierung eine Gesamtschau des Fachwerkhofes vornehmen, um den Erhaltunsgzustand festzustellen, eventuelle Bauschäden zu beheben und einen Sanierungsfahrplan festlegen zu können. Die Punkte Gebäudedämmung/Heizung dürften bei Ihnen auch eine Rolle spielen.

Wo befindet sich Ihr Hof ? Bei Interesse an einer Bauberatung zu diesen Themen können wir gerne einmal telefonieren
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 27.03.17

Leinölfarben zur Holzkonservierung


Beiden Vorkommentatoren kann ich nur zustimmen. Offenporig muss es sein und Leinölfarbe. Aber aufgepasst: manchmal steht Leinölfarbe drauf und es ist gar keine reine Leinölfarbe.

Hier finden Sie weitere Informationen: http://www.leinoel-im-handwerk.de

Ich könnte Ihnen als PDF einen Artikel aus dem "Holznagel", der Zeitschrift der Interessengemeinschaft Bauernhaus zuschicken, in dem erklärt wird, warum früher Fenster über hundert Jahre alt wurden und warum sie heutzutage schon oft nach 20 Jahren anfangen zu verrotten. Das hat ganz viel mit den verwendeten Farben zu tun. Das was für Holzfenster gilt, gilt natürlich auch für Holzbalken.

Es gibt inzwischen auch in Deutschland wieder Hersteller von Leinölfarben. Wir selber haben Leinölfarben aus Schweden verwendet, die unter Restauratoren als die besten gelten:

http://www.leinoel-natuerlich.de
Wat mutt, dat mutt.
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| 27.03.17

Ottoson Leinölfarben


http://www.naturbau-selle.de/PDF/leinoel.pdf

Ihr finden Sie alle Informationen kompakt.
Farben und Verarbeitungs Hinweise uvm.
Bei Fragen zur Preisen und zur richtigen Anwendung wenden Sie sich an Frau Selle 03526491717.

Viele Grüße
Torsten Selle
Natürliches Bauen & Fachwerksanierung ,Ottosson-Leinölfarben,Luftkalk,Lehmbau aus Sachsen
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Lehmbau,Naturbau & Naturbaustoffhandel Selle | | 27.03.17

Fachwerk streichen


Als Alternative nenne ich noch Naturharzöl - also eine Mischung aus Leinöl, Tungöl und Naturharzen. Die Naturharze sind nicht mit den Kunstharzen zu vergleichen. Der Molekülaufbau ist wesentlich kleiner. Der Zuschlag ergibt einen guten Schutzfilm für die Oberfläche. Die Offenporigkeit bleibt erhalten.

Bei Natural ist es die Holzlasur.
Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
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Natural Naturfarben Shop | | 27.03.17


Für die Grundierung der Fachwerkbalken nimmt man rohes Leinöl, nordeuropäischer Provenienz.

5 Liter zu 35 Euro ist eine gute Qualität.

Bei Leinölfarben nicht vom Literpreis abschrecken (1L/40 Euro) lassen, die Reichweite ist fast doppelt (bis 20 qm/l) so weit wie bei Acryl-Lacken (vielleicht 10 qm/l), da die zur Hälfte aus Lösemittel bestehen.

Mit denen man dann beim Anstrich die Umwelt beduftet, auch Abfall wenn man so will.

Bei Leinölfarben ist das Leinöl Bindemittel und Lösemittel in einem .

Gute Pinsel sind notwendig, um die Farbe kräftig auszustreichen. Die Pinsel taucht man dann bei Arbeitsunterbrechung in Leinöl (Gurkenglas mit Loch im Deckel für den Stiel) so bleibt der Pinsel weich. Bei Arbeitsbeginn streicht man dann die Reste gut aus.

Bei Arbeiten mit Leinöl immer an die Gefahr der Selbstentzündung von durchtränkten Lappen denken. Am besten einen Blecheimer mit Deckel besorgen. Oder in Wasser tauchen.

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| 03.04.17

Farbe


Warum rohes Leinöl?
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 03.04.17


Weil das am besten eindringt, als gekochtes oder anderweitig vorverneztes Leinöl.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.04.17


Kaltgepresstes, rohes Leinöl dringt besonders tief ins Holz ein und kleidet dort die Holzporen aus. Es eignet sich somit am besten zum Grundieren bzw. Sättigen von Holz im Aussenbereich. Durch den hohen Öl-Sättigungszustand wird auch das Ausharzen bei Nadelholz verhindert. Genauso wirkt diese hohe Sättigung Rissbildungen entgegen und kittet vorhandene Risse weitgehend.

Nicht verwenden würde ich es im Innenbereich, da es relativ stark riecht. Dafür würde ich pures gekochtes Leinöl nehmen, das im Gegensatz zum rohen Leinöl etwa 3x so schnell trocknet und stärker glänzt.
Wat mutt, dat mutt.
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| 03.04.17

Fachwerkbalken-Bilder aus der Bilddatenbank: