Welcher Bodenaufbau Bodenplatte bei Umbau garage zu Wohnraum

Moin,

ich habe folgenden Bodenaufbau (Augleich von Gefälle und Dämmung) geplant für eine Bodenplatte (ehemalige Garage) für einen Wohnraum:

- Bitumenschweißbahn G200 (Voranstrich Bitumen für bessere Haftung)
ODER
- Dichtschlämme 3-4mm

- gebundene Blähtonschüttung (Liapor fit 4/8 oder Maxit Clay HS 108)
ODER
- Leichtausgleich Maxit (oder Weber) Floor 4515

- Trockenestrich-Elemente
ODER
- Nassestrich

Fragen:
- Was wäre der ideale Gesamtaufbau (auch unter Berücksichtigung der Kosten)
- Ich lese überall etwas von einer "Trennlage" wenn ich Nassestrich auf dem gebundenen Blähton dem Leichtausgleich verwenden will (ist halt deutlich günstiger als Trockenestrich) ... was ist das für eine Trennlage (Material)?

Kann da jemand was zu sagen?

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| 03.02.16

PE


Folie

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BAUST Bau & Sanierung Struve | | 04.02.16

Fußbodenaufbau


Wo ist die Dämmung?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 04.02.16


Was bedeutet PE Folie? Soll das die Trennlage sein?

Die Dämmung ist die Blähtonschüttung oder der Leichtausgleich sowie evtl. noch der Trockenestrich ... mehr geht auch von der Höhe nicht.

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| 04.02.16

Fußbodenaufbau


Das sind keine Dämmungen.
Wenn Sie so etwas angehen machen Sie es richtig.
Die Höhenprobleme müssen Sie lösen. Sie brauchen auf einer waagerechten, ebenen Fläche ca. 80 mm Höhe für die Dämmung, darauf die lastverteilende Schicht (Estrich, Dielung). Estrich kann sein Trockenestrich (25 mm), Zementestrich (45 mm), Gußasphalt (35 mm) Dielung (25 mm).
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.02.16


Eine weitere 8cm dicke Schicht ist leider nicht möglich aufgrund der Raumhöhe. Mit Leichtausgleich ohne zusätzliche Dämmung wäre ich bei einem U-Wert von ca. 0,9 (siehe Bilder).
Es gibt noch die Alternative Leichtausgleich als Kombidämmung. Da käme ich dann auf einen U-Wert von ca. 0,5 (siehe Bilder).

Ich habe jetzt eine PE-Folie als Trennschicht vorgesehen. Auch wenn der Dämmwert nicht optimal ist, wäre der Aufbau grundsätzlich ok?

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| 05.02.16

Fußbodenaufbau


WIE GROSS
sind die Ebenheitsunterschiede auf dieser Bunkerdecke?
Für einen Garagenboden ganz schön krass, 20 cm StB.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.02.16


Also ...

Es handelt sich um eine Garage an Stelle einer ehemaligen alten Scheune. Sie ist ca. 4,5m x 8m groß und die Bodenplatte ist zwar relativ eben, hat aber auf der Länge ein Gefälle von ca. 16 cm. Da ich den Raum in der Mitte aufteile, habe ich je Raum 8cm die ich ausgleichen muss. Die Decke hat kein Gefälle.

Die Bodenplatte ist vermutlich an verschiedenen Stellen unterschiedlich dick (zwischen 15 und 20 cm) da der alte Scheunenboden wohl nicht allzu eben war ... das ist allerdings wurscht, da der Unterschied zwischen 15 und 20cm Beton nur ca. 0,002 W/m2k ausmachen würde.

Ich würde mich daher gerne auf meine konkrete Fragen konzentrieren. Ist das so wie beschrieben grundsätzlich in Ordnung?

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| 06.02.16

Fußbodenaufbau


Fachlich gesehen ist das natürlich NICHT in Ordnung.
Privat können Sie bauen was Sie wollen, aber mit diesem Aufbau vertoßen Sie gegen Regeln der Technik und gegen die ENEV.
8 cm am tiefsten Punkt bedeuten das Sie am höchsten Punkt noch ca. 2 cm dazu rechnen müssen, Schüttungen lassen sich nicht auf Null ausziehen.
2 cm + 25 mm Trockenestrich = 45 mm über dem höchsten Punkt.
Ich wiederhole mich:
Bauen Sie einen Ausgleichsestrich (kann auch einer mit Leichtzuschlag sein) ein, den kann man, ev. in Kombination mit einem Ausgleichsspachtel, bis auf 0 ausziehen. Darauf dann Wedi- Bauplatten aufgeklebt. Die können mit Fliesen, Laminat o.ä. belegt werden. Die 45 mm sind zwar nicht berauschend aber besser als das Krümelzeug das Sie einbauen wollen.
Falls es ordentlich werden soll:
Ausgleichsestrich, 5 mm Trittschallplatten als Schutzlage, 10 mm VIP- Elemente als Dämmung, 5 mm Schutzlage, darauf dann Trockenestrich.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.02.16

Fußbodenaufbau auf ehemaliger Garage- Betonboden wegstemmen


Wenn der Fußboden für eine jahrzehntelange Nutzung im Wohnraum vorgesehen ist würde ich, statt ein nicht einwandfreies Ergebnis mit ziemlich schlechten U-Werten zu akzeptieren, lieber ein paar Tage investieren und den Betonboden herausstemmen.
Das ermöglicht dann eine technisch einwandfreie, gut gedämmte Fußbodenkonstruktion.

Fußböden sind das einzige Bauteil mit dem man tatsächlich physisch verbunden ist, daher ist eine gute Qualität von Bedeutung.

Es gibt für 150,-€ schwere Stemmhämmer im Baumarkt oder Internet zu kaufen, mit einem 230 mm Winkelschleifer lassen sich gerade Flächen herausschneiden,falls benötigt.

Oder man leiht sich einen Preßlufthammer bzw fragt nach einem Angebot für die fertige Arbeit.
Im Verhältnis zu den Gesamtkosten wird das nicht entscheidend sein.

Für Wohnräume würde ich geölte Holzdielen auf Holzunterkonstruktion verwenden.
darunter lassen sich sofern notwendig Installationsleitungen, Elektrokabel, Leerohre etc verlegen.

Dazwischen mit Dämmstoff ausfüllen.

Mit der Konstruktion ließe sich leicht Passivhaus-Dämmstandard erfüllen.

Für den Unterbau hatten andere und ich in vielen Beiträgen Beispiele gebracht- siehe 'erdberührter Fußbodenaufbau' oä.

Wenn das gut geplant und ausgeführt wird hält das weit über 100 Jahre und sorgt für angenehme Wohnverhältnisse, schnelle, energiesparende Beheizung und warme Füße.

Demgegenüber sind einige Tage Mehrarbeit vielleicht verkraftbar?

Andreas Teich

Aus den Gegebenheiten das Beste rausholen ...


Erstmal vielen Dank für die konkreten Infos. Wir kommen der Sache näher.

Privat können Sie bauen was Sie wollen, aber mit diesem Aufbau vertoßen Sie gegen Regeln der Technik und gegen die ENEV.
--> Ich bin nicht an die Vorgaben des EnEv gebunden, wäre aber mit dem Leichtausgleich bereits sehr nah der Vorgabe (U=0,5). Ob das das beste Material dafür ist, steht ja noch zur Diskussion ... hat zumindest von den gebundenen Schüttungen o. ä. bislang den besten Wärmedämmwert.

8 cm am tiefsten Punkt bedeuten das Sie am höchsten Punkt noch ca. 2 cm dazu rechnen müssen, Schüttungen lassen sich nicht auf Null ausziehen.
2 cm + 25 mm Trockenestrich = 45 mm über dem höchsten Punkt.
--> Das ist ja logisch und schon mit eingerechnet aber mit der U-Wert-Berechnung kann ich das Gefälle nicht abbilden. Ich beginne mit 4cm und bin auf der anderen Seite bei 12cm. 8cm ist der Mittelwert.

Bauen Sie einen Ausgleichsestrich (kann auch einer mit Leichtzuschlag sein) ein, den kann man, ev. in Kombination mit einem Ausgleichsspachtel, bis auf 0 ausziehen. Darauf dann Wedi- Bauplatten aufgeklebt. Die können mit Fliesen, Laminat o.ä. belegt werden. Die 45 mm sind zwar nicht berauschend aber besser als das Krümelzeug das Sie einbauen wollen.
--> Habe mit verschiedenen Möglichkeiten schon rumexperimentiert bei der Berechnung. Darunter auch z.B. Holzfaserdämmplatten, Jackodur usw. ... ziehe ich mal in Betracht. Aber das mit der Höhe ist halt jetzt schon kritisch.

Ausgleichsestrich, 5 mm Trittschallplatten als Schutzlage, 10 mm VIP- Elemente als Dämmung, 5 mm Schutzlage, darauf dann Trockenestrich.
--> VIP kommt nicht in Frage wegen Preis und Verarbeitung (nicht zuschneidbar) ... außerdem ist mir das Zeug zu empfindlich und es fehlen Langzeiterfahrungen.

@Herr Teich: Das wäre sicher die beste Lösung ... ist aber aus diversen Gründen einfach nicht möglich. Priorität hat auf jeden Fall der "sichere" Aufbau, also dass es auch dauerhaft nicht zu Feuchteschäden o.ä. kommt. Ob ich die Heizung etwas mehr aufdrehen muss fällt nicht so stark ins Gewicht da die Räume "nur" gewerblich genutzt werden. Etwaige höhere Energiekosten können also entsprechend umgelegt werden. Die vorgesehene Außendämmung wird da auch einiges auffangen. Ich muss beim Boden mit den Möglichkeiten arbeiten die ich habe. Trotzdem danke für Ihre Empfehlung

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| 06.02.16

Fußbodenaufbau


Wieso ist die Höhe festgelegt?
Was hindert Sie daran den Aufbau höher zu setzen?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.02.16

Kein Vorgabe


Die Decke ist einfach jetzt schon relativ niedrig und ich möchte schlicht nicht noch niedriger werden. Die paar € die mir evtl. durch Heizkosten verloren gehen, wiegen den Vorteil einer einladenden, nicht drückenden Atmosphäre in den Gewerberäumen (Kundenverkehr) nicht auf. Also ... ich könnte aber ich will nicht.

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| 08.02.16

Fußbodenaufbau


Wieso schreiben Sie in Ihrer Fragestellung etwas von Wohnraum wenn es sich um zukünftigen Gewerberaum handelt?
Damit hat sich die ganze Eierei mit der Dämmung erledigt.
Trockenestrich (Aquapaneel) auf gebundener Dämmschüttung (Bituperl, Fasoperl), Vinylbelag, fertig.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 08.02.16

Ist für mich annähernd das Gleiche ...


Es halten sich regelmäßig Menschen in diesen Räumen auf. Daher sollte es warm, trocken und halbwegs gemütlich sein. Außerdem soll es (falls das Gewerbe im unwahrscheinlichen Falle nicht läuft) auch als kleine Wohnung nutzbar sein.

Der Tipp mit Bituperl und Faspoerl ist super. Das ist eine Alternative zur gebundenen Schüttung und hat auch ganz okaye Dämmwerte. Aus Kostengründen würde ich als oberste Schicht einen Estrich oder Trockenestrich verwenden. Spricht da was dagegen?

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| 08.02.16

Wäre das so ok?


Ich bin nun bei folgendem Aufbau:

- Bitumen-Voranstrich
- Bitumen Schweißbahn G200
- Bituperl 4-12cm (Gefälleausgleich, durchschnittlich 8cm)
- Fasoperl A8 Platten (8mm)
- Trockenestrich
- PVC-Belag

So komme ich auf einen Dämmwert von ca. U=0,54 (Vorgabe EnEV: 0,5)

Fragen:
- Kann ich die Fasoperl-Platten auch doppelt nehmen? Dicker gibts die ja nicht. Oder wäre hier ein anderes Material sinnvoll?
- Wo muss die PE-Folie hin? Zwischen Bituperl und Fasoperl oder zwischen Fasoperl und Trockenestrich?

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| 11.02.16

Bodenplatte-Bilder aus der Bilddatenbank: